Kernkraftwerk Nowoworonesch II

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Kernkraftwerk Nowoworonesch II
NvAES-2 2014-10-24 IMG 4146.jpg
Standort
Land Flag of Russia.svg Russische Föderation
Oblast Woronesch
Ort Nowoworonesch
Koordinaten 51° 15′ 59″ N, 39° 12′ 50″ OTerra globe icon light.png 51° 15′ 59″ N, 39° 12′ 50″ O
Reaktordaten
Eigentümer JSC Konzern Rosenergoatom
Betreiber JSC Konzern Rosenergoatom
Vertragsjahr 1999
Geplant 2 (2510 MW)
Im Bau 1 (1199 MW)
Im Betrieb 1 (1199 MW)
Zusatzfunktion Fernwärme
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Die Quellen für diese Angaben sind in der Zusatzinformation einsehbar.

Das Kernkraftwerk Nowoworonesch II (russisch Нововоронежская АЭС II anhörenBeschreibungsseite der Audiodatei mit Lizenzangaben, kurz NwAES II, russisch НвАЭС II) befindet sich nahe der Stadt Nowoworonesch in der Oblast Woronesch in der Russischen Föderation. Es ist das erste neue Kernkraftwerk in Russland, dass nach dem Zerfall der Sowjetunion als neues Projekt in Angriff genommen wird. Obwohl das Projekt erst 2007 begonnen wurde, gehen die Planungen bis in die 1990er-Jahre zurück. Direkt neben dem Kernkraftwerk steht das Kernkraftwerk Nowoworonesch, das durch die neue Anlage ersetzt werden soll.

Geschichte

Bereits kurz nach dem Zerfall der Sowjetunion und trotz der wirtschaftlichen Stagnation gab es bereits 1991 eine Anfrage seitens der Oblast Woronesch, das Kernkraftwerk Nowoworonesch um die Blöcke 6 und 7 zu erweitern.[1] Bereits 1994 wurde die Umweltverträglichkeitsprüfung anerkannt. Grund für die Eile im gesamten Bewilligungsverfahren war die befürchtete Stromknappheit, die durch die damals geplante Abschaltung von Block 3, 4 und 5 zwischen 2001 und 2010 entstehen würde.[2] Gegen Ende der 1990er Jahre wurden die beiden Blöcke als Block 1 und 2 eines eigenen Kernkraftwerks, dem Kernkraftwerk Nowoworonesch II geführt. Beide Blöcke sollten aus je einem fortschrittlichen Leichtwasserreaktor vom Typ WWER-1000/392 bestehen. Die Reaktoren sind direkte Nachfolgemodelle des WWER-1000/320, der in großen Stückzahlen in der Sowjetunion und außerhalb errichtet wurde. Die Ausrichtung der Gebäude war so geplant, dass die beiden Reaktorgebäude mit den Turbinenhallen im Mittelpunkt stehen, und um diese herum angeordnet alle zusätzlichen Systeme, die für die Elektrizitätserzeugung, die Kühlung und den Notfallmaßnahmen im Kernkraftwerk nötig sind.[3]

An der Entwicklung des Designs für Nowoworonesch waren neben den russischen Gesellschaften Atomenergoproekt, Gidropress und dem Kurtschatow Institut auch die europäischen Gesellschaften Électricité de France (Frankreich), die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit und Siemens sowie die IAEA beteiligt.[3] Am 12. April 1999 wurde die Baugenehmigung für die Anlage genehmigt.[4] Nach russischen Recht durfte es ab Juni 1999 keine Kernkraftwerke mit mehreren Anteilseignern in Russland mehr geben. Dies hatte zur Folge, dass die Finanzierung des Projekts erschwert und der Bau von Kernkraftwerken seitens ausländischer Investoren in Russland als eher unattraktiv angesehen wurde. Für den Bau der Anlage wurde eine Zeitdauer von zehn Jahren veranschlagt.[5] Das Reaktordesign selbst wurde erst am 30. Dezember 1999 seitens Minatom genehmigt.[4] Bis in das Jahr 2005 hinein war die Anlage weiterhin als geplant gelistet, jedoch nicht im Bau.[6]

Im Oktober 2006 wurde ein Entwicklungsprogramm für die Kernenergie in Russland zwischen 2007 und 2010 geschaffen. Hierbei soll der Bau von zehn neuen Kernkraftwerken vorgenommen werden, die bis 2015 am Netz sein sollen. Zu Beginn sollte zwischen 2007 und 2008 der Bau einer neuen WWER-Baulinie in den Kernkraftwerken Leningrad II und Nowoworonesch II erfolgen.[7] An beiden Standorten soll erstmals das AES-2006 errichtet werden. Die Kosten für zwei Kernkraftwerke dieses Typs wurden auf 3 bis 3,7 Milliarden Dollar veranschlagt.[8] Am 14. Juni 2007 wurde der Vertrag mit Atomenergoprojekt Moskau abgeschlossen, sodass am 20. Juni das zeremonielle Gießen des ersten Betons in den Grundstein unter Anwesenheit des ersten stellvertretenden Ministerpräsidenten der Russischen Föderation, Sergei Borissowitsch Iwanow, und dem Vorstand der russischen Atomenergiebehörde, Sergei Wladilenowitsch Kirijenko, beginnen konnte.[9]

Block 1 & 2

Vorarbeiten am 30. September 2007

Im Jahr 2007 schloss Atomenergoprojekt Moskau für das Kernkraftwerk im Baustadium eine Rückversicherung bei der deutschen Münchener Rück und der russischen Marsch Versicherung ab. Diese bildeten zusammen mit weiteren 13 ausländischen Versicheren einen Pool. Als Bedingung für die Versicherung muss das Werk einmal jährlich seitens der Versicherer inspiziert werden. Versichert ist die Anlage mit einer Milliarde Rubel.[10] Bis zum Februar 2008 wurde mit den Erdarbeiten für die Anlage begonnen, die bis April 2008 abgeschlossen sein sollten. Insgesamt war der Aushub von vier Millionen Kubikmetern Erdreich (etwa 50.000 Kubikmeter am Tag) nötig, um mit den Gießen des Fundaments beginnen zu können. Zu diesem Zeitpunkt waren 800 Arbeiter und 300 Fahrzeuge auf der Baustelle tätig. Die Fertigung der ersten Komponenten wurde zum gleichen Zeitpunkt in den Ischora-Werken in Sankt Petersburg aufgenommen.[11] Für die Turbogeneratoren der Kernkraftwerke Nowoworonesch II und Leningrad II zusammen wurde an Power Machines ein Auftrag mit einem Wert von 1,7 Milliarden Dollar vergeben. Insgesamt wurden für alle vier Reaktoren je ein Turbogenerator bestellt. Die Turbine vom Typ K-1200-6.8/50, die als Parallelentwicklung zum Kernkraftwerkstyp erfolgte, wird einen Generator vom Typ TZV-1200-2 antreiben.[12]

Bau

Am 23. Juni 2008 wurde bei einer feierlichen Zeremonie unter dem Beisein des Gouverneurs der Oblast Woronesch, Wladimir Kilkaow, sowie weiteren ranghohen Personen von Atomenergoprom, Atomenergoprojekt und Rosenergoatom, der erste Beton für den offiziellen Baubeginn gegossen. Die Kosten für die Anlage wurden unterdessen auf mindestens 5 Milliarden Dollar hochgesetzt.[13] Der eigentliche Baubgeinn erfolgte am folgenden Tag, dem 24. Juni 2008, am ersten Block.[14] Gegen Ende Januar des Jahres 2009 konnte das drei Meter dicke Betonfundament, das ein Gewicht von 17.000 Tonnen Beton und 2.500 Tonnen Stahl aufweist, fertiggestellt werden. Hierzu wurde eine priesterliche Zeremonie abgehalten. Nowoworonesch II kristallisierte sich zu diesem Zeitpunkt als Leitprojekt für den Bau des AES-2006 heraus.[15] Am 12. Juli 2009 startete der Bau des zweiten Blocks am Standort.[14] Hierzu wurde am gleichen Tag wie schon zuvor am ersten Block eine Zeremonie zum Gießen des ersten Betons abgehalten.[16]

Bewährungsstahl von Block 1 im April 2009

Im August 2010 kam es zu schweren Wald- und Torfbränden, die jedoch laut des Projektanten keinerlei Gefahr für das Kernkraftwerk darstellten, da die Feuerwehren der Stadt Nowoworonesch und der Kernkraftwerke Nowoworonesch und Nowoworonesch II bereits Maßnahmen zur Brandbekämpfung und zum Schutz der Anlagen ergriffen hatten.[17] Am 7. September 2010 wurde die Wasserzulaufstation nahe dem Ort Kamenno-Werchowka für das Kernkraftwerk Nowoworonesch II nördlich der Stadt Nowoworonesch in Betrieb genommen. Die Pumpstation dient einerseits zur Sicherstellung der Kühlung und zur Löschwasserversorgung und kann alternativ als Anzapfstelle für Trinkwasser für die Stadt Nowoworonesch genutzt werden.[18]

Bis zum Mai 2011 erreichte für russische Verhältnisse die Baustelle des Kernkraftwerks Nowoworonesch II von der Geschwindigkeit her Rekordniveau. Bereits zu diesem Zeitpunkt war das Reaktorgebäude für die Installation des Brückenkranes bereit, ebenso die Turbinenhalle für die Installation der ersten Turbine. Mit einer Leistung von 1200 MW ist der Turbosatz der größte der bisher in Russland eingesetzt wurde. Man rechnete mit den Installationsarbeiten im September 2011.[19] Am 29. Juli 2011 gab Sergei Wladilenowitsch Kirijenko, der ministeriale Vorstand von Rosatom bekannt, dass Nowoworonesch II das erste Kernkraftwerk der Welt werden sollte, bei dem alle Lehren die aus der Katastrophe von Fukushima-Daiichi im Jahre 2011 gezogen wurden, beachtet werden. Dies soll auf Basis der Nachrüstungen im fünften Block des Kernkraftwerks Nowoworonesch geschehen, der nach dem Unfall in Fukushima-Daiichi spezielle Verbesserungen erhielt, um solche Unfälle zu vermeiden. Nach Aussage des Vorstandes werden die beiden Blöcke des Kernkraftwerks Nowoworonesch II alle Anforderungen eines Post-Fukushima-Reaktors vollständig erfüllen. Weiter versprach er, sobald die Modernisierungen am fünften Block des anliegenden Kernkraftwerks vollendet sind, die rund 1000 Arbeiter auf die Baustelle des Kernkraftwerks Nowoworonesch II zu verschicken, auf dessen Gelände sich zu diesem Zeitpunkt bereits 3000 Arbeiter befanden.[20] Im August wurde das neue Gleissystem des Kernkraftwerks in Betrieb genommen, das eine Gesamtlänge von 4,9 Kilometern ausweist. Diese dienen während des Baus zum Anliefern der Komponenten, unter anderem der Druckhalter, der Dampferzeuger und der Transformatoren und später im Betrieb zu Wartungsarbeiten. Daraufhin wurde mit dem Bau von zwei weiteren Nebenstrecken begonnen, deren Gesamtlänge am Ende sieben Kilometer betragen wird.[21] Im August wurde das neue Gleissystem des Kernkraftwerks in Betrieb genommen, das eine Gesamtlänge von 4,9 Kilometern ausweist. Diese dienen während des Baus zum Anliefern der Komponenten, unter anderem der Druckhalter, der Dampferzeuger und der Transformatoren und später im Betrieb zu Wartungsarbeiten. Daraufhin wurde mit dem Bau von zwei weiteren Nebenstrecken begonnen, deren Gesamtlänge am Ende sieben Kilometer betragen wird.[22]

Am 16. August besuchte der Beauftragte der tschechischen Regierung für den Fertigbau des Kernkraftwerks Temelín, Vaclav Bartushka, die Baustelle des Kernkraftwerks. Grund hierfür war eine genaue Kontrolle der dort eingesetzten Technologien, denn der gleiche Reaktortyp käme neben der Version 491 des Kernkraftwerks Leningrad II ebenfalls als Reaktormodell für Temelín 3 und 4 in Frage. Die tschechische Delegation unter der Leitung von Bartushka nahm vor allem Dingen die Reaktorhalle und die Maschinenhalle des ersten Blocks in Augenschein.[23] Am 22. September besuchte der Gouverneur der Oblast Woronesch, Alexei Wassiljewitsch Gordejew die Baustelle des Kernkraftwerks. Er zeigte sich mit dem Baufortschitt zufrieden und wies darauf hin, dass es nicht nur das größte Investitionsprojekt in der Oblast Woronesch, sondern einer der größten in ganz Russland sei.[24]

Am 10. Oktober 2011 wurden vereinzelte Arbeitsschitte in ein Pilotprogramm zur Reduzierung der Bauzeit übernommen, die am zweiten Block erstmals in verkürzter Zeit realisiert werden sollen, darunter unter anderem die Betonierarbeiten des Reaktorgebäudes, dessen Fertigstellung zwischen zwölf und sechs Tage reduziert werden soll, sowie die Installation der elektrischen Schaltanlagen, die zwischen 60 und 30 Tagen in der Produktion beschleunigt werden sollen, sowie bei der Montage von Komponenten, die zwischen 90 und 40 Tage schneller aufgebaut werden sollen. Trotzdem sollten alle Normen und Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. Die Zeitersparnis sollte hauptsächlich aus optimierten und standardisierten Arbeitsschritten resultieren.[25] Am 9. November besuchte eine ungarische Delegation des Kernkraftwerks Paks die Baustelle des Werkes um sich ein Bild von den sozialen Infrastrukturen, den Bauvorgängen und den Arbeiten am Werk selbst zu machen. Grund war die Begutachtung der Bauqualität, da Ungarn im Jahr 2009 im Parlament einen Rahmenbeschluss über den Ausbau des Kernkraftwerks Paks um zwei weitere Reaktoren verabschiedet hatte. Infrage kommt eben auch ein russisches Reaktormodell.[26]

Bis zum 22. November 2011 wurde die Strukturierung der Unternehmen auf der Baustelle verändert. Bisher gab es keine direkte Reihenfolge in der Flächenzuteilung der Baustellenlagerplätze. Allerdings kristallisierte sich dabei heraus, dass viele Arbeiten dadurch verhindert wurden und aufgrund der unkorrekten Reihenfolge Mängel entstanden, die mit Fotos dokumentiert wurden und zeitnah beseitigt werden mussten. Durch eine Umstrukturierung sollte dieses Problem bis zum 1. April 2012 beseitigt werden. In zwei weiteren Projektphasen sollen die Vormontageschritte standardisiert werden.[27]

Im Januar 2012 gab es eine Lagebesprechung im Bezug auf das Werk. Im Jahre 2012 sollte insbesondere die Installation von Komponenten in den Fokus rücken. Im Frühjahr sollte mit dem Bau der 220 und 500 kV-Schaltanlage begonnen werden. Weiter sollte das Reaktorgebäude von Block 1 mit dem Aufsetzen des Daches fertiggestellt werden, bei Block 2 sollten die Wände der Reaktorhalle errichtet werden. Die Arbeiten für die Installation des Primärkreislaufs, der Dampferzeuger und des Reaktors wurden verschoben, ebenso das Einheben des Kernfängers in Block 2.[28] Anders als bei Block 1 soll bei Block 2 eine neue rationalisierte Bautechnik für das Reaktorgebäude zum Einsatz kommen, und so Zeit gespart werden. Es ist geplant zwei Ebenen gleichzeitig zu errichten und die Gebäudewände in 12 Abschnitten zu gießen. Bei Block 1 waren bisher 27 Abschnitte nötig. Diese Technik dient als Pilotprojekt für die folgenden bauähnlichen Reaktoren, insbesondere den TOI-Anlagen.[29] Vereinzelt gab es bereits Verzögerung bei der Errichtung der Anlage, teilweise gab es Gerüchte über einen Baustopp. Am 13. Februar 2012 kam der ministeriale Vorstand von Rosatom, Sergei Wladilenowitsch Kirijenko auf die Baustelle des Werkes und stellte klar, dass es keinen Baustopp gebe, sich die Arbeitern bei Block 1 aber um zwei Jahre, bei Block 2 um drei Jahre verzögern werden.[30] Weiter könnten sich die Kosten zusammen mit der Modernisierung des fünften Blockes des ersten Kernkraftwerks auf rund 500 Milliarden Rubel erhöhen.[31] Insgesamt konnten aber durch eine bessere, wettbewerbsorientierte Auswahl der Vertragspartner für die einzelnen Bauabschnitte alleine im Jahr 2011 rund 2,8 Milliarden Rubel eingespart werden.[32]

Im Juni kamen eine Reihe von Medien aus Tschechien und Ungarn, die die Baustelle und den ersten Block in Augenschein nahmen. Beide Länder haben Interesse an ähnlichen Reaktormodellen für ihre eigenen Kernkraftwerke geäußert. Neben den technologischen Problemen beim Bau der Kühltürme und Produktionsanlagen richteten die Journalisten ihr Augenmerk besonders auf den 1200 MW-Turbosatz, der größte der jemals in einem russischen Kraftwerk verbaut wurde, und auf den Kernfänger unter dem Reaktor, der noch innerhalb des Jahres 2012 installiert werden sollte.[33] Mitte Juni 2012 kam eine weitere Journalistengruppe zum Werk und begutachteten die Anlage. Bis dahin waren sämtliche Komponenten der Turbine im ersten Block fertig installiert. Insbesondere die türkischen Medien beurteilten den Baufortschitt positiv, zumal die Türkei eine fast baugleiche Anlage für das Kernkraftwerk Akkuyu bekommt.[34] Im gleichen Monat wurde begonnen das neue Anlagendesign dem nach der Katastrophe von Fukushima-Daiichi angeordneten Stresstest zu unterziehen.[35] Am 30. August wurde der Umweltverträglichkeitsbericht auf Basis weiterer Prüfungen optimiert. Diese Optimierungen fanden im Sinne der öffentlichen Anhörungen in den umliegenden Orten statt. Diverse Nichtregierungsorganisationen und Umweltschützer kritisierten einige Punkte daraus, die seitens Rosatom deshalb erneut durchgeführt wurden. Im Gegensatz zu den bestehenden Blöcken des anliegenden Kernkraftwerks sind die Auswirkungen von Kernkraftwerken des Typs AES-2006 weitaus geringer.[36]

Am 8. Oktober fand eine Generalsitzung statt, in der der Baufortschritt des Werkes zusammengefasst wurde. Als einer der wichtigsten Prioritäten in den nächsten Monaten wurde die Installation der 220 und 500 kV-Schaltanlage festgesetzt. Die Komponenten für den 220 kV-Teil waren bereits vollständig angeliefert worden, die Komponenten für den 500 kV-Teil wurden bisher nur teilweise geliefert. Im Gegensatz zu den bestehenden Kernkraftwerken in Russland wird erstmals ein 500 kV-Anschluss an ein Kernkraftwerk gelegt.[37]

Am 10. Januar 2013 wurden bei einer Konferenz der Auftraggeber und Auftragnehmer festgestellt, dass rund 108 % der für 2012 geplanten Arbeiten erfüllt wurden.[38] Für 2013 standen insbesondere die Endmontage des ersten Blocks, darunter die Prozessleittechnik, die Brandmeldeanlage sowie elektrische Anlagen und die Inbetriebnahme einiger Anlagenteile, darunter die Kommunikationszentrale, die Hilfskessel, die Wasseraufbereitung und das Ausbildungszentrum für die Schulung des Personals im Mittelpunkt. Der stellvertretende Generaldirektor von Atomenergoprojekt Moskau machte klar, dass mittlerweile jeder einzelne Tag am Bau zählt.[39][40] Für 2013 sollte Ausrüstung im Wert von 10 Milliarden Rubel am Kernkraftwerk verbaut werden.[41] Am 31. Januar besuchte erneut eine tschechische Delegation das Kernkraftwerk um sich insbesondere über die technischen Details des Werks zu informieren.[42]

Im März sah man vor die Arbeitskräfte von 4700 Personen auf 6000 Personen aufzustocken. Ein Problem hierbei stellt allerdings ein Fachkräftemangel insbesondere im nuklearen Bereich dar. Um dem entgegenzuwirken wurden verschiedene Schulungszentren am Standort etabliert, die neben Fachschulungen auch Lehrgänge anbieten, beispielsweise Arbeiten in Höhen mit Klettersicherung. Im Schnitt lag allerdings die Qualifikation des Personals über dem Durchschnitt.[43] Am 19. April besuchte eine Delegation aus Weißrussland die Baustelle des Werkes um den Baufortschritt des Werkes zu begutachten, sowie um eine Partnerschaft anzubieten.[44] Am 22. April besuchte der Gouverneur der Oblast Woronesch, sowie Sergej Kirijenko mit einer Delegation das Kernkraftwerk um sich ein Bild vom Baufortschritt zumachen.[45]

Im April 2013 kam es zu einem Zwischenfall, als 2,6 Kilometer vom Kernkraftwerk entfernt ein Lager aufgrund von Bauarbeiten für das Kernkraftwerk entdeckt wurden, in dem Munition aus dem Zweiten Weltkrieg gelagert wurde. Die Munition war scharf und hatte eine Sprengkraft von rund 15 Kilogramm TNT. Zur Sicherheit wurde die Munition gesprengt.[46] Aufgrund der Intensivierung der Schweißarbeiten im ersten Block entschied am 20. Mai der Baustab des Werkes die Brandschutzbestimmungen zu straffen. Darunter sollen insbesondere geprüft werden ob alle Feuerlöscher, Hydranten und andere Brandschutzinstallationen korrekt funktionieren und vorhanden sind.[47] Am 7. Juni besuchte der Bürgermeister der ungarischen Stadt Paks die Kernkraftwerke Nowoworonesch und Nowoworonesch II um sich ein Bild von den Anlagen zumachen.[48] Am 22. Juni kam es zu einem Zwischenfall, als einer der Kräne vom Typ BK-1000 am ersten Block kollabierte und auf das Containment aufschlug. Es gab weder verletzte, noch Schäden am Gebäude. Die Arbeiten am Block wurden nicht unterbrochen. Zur Untersuchung der Unfallursache wurde eine Kommission zusammengestellt.[49] Der Einsturz geschah während dem Heben einer Last, dabei knickte der Mast ein und schlug auf.[50]

Innerhalb des ersten Halbjahres konnten rund 104 % der geplanten Bauarbeiten am bewältigt werden für rund 5,8 Milliarden Rubel. Im zweiten Halbjahr ist einer der wichtigsten Schritte die Inbetriebnahme der Schaltanlage und Inbetriebnahme des Polarkranes im zweiten Block. Außerdem steht die Installation der Hochdruckvorwärmer und der Dampfüberhitzer im zweiten Block in der Turbinenhalle an. Im dritten Quartal soll darüber hinaus die Betonierarbeiten am Containments des ersten Blocks abgeschlossen werden. Eine höhere Priorität hat allerdings der Bau des passiven Wärmeabfuhrsystems sowie die Vollendung des Portalkranes am Reaktorgebäude.[51] Am 2. August besichtigte Sergei Kirijenko das Kernkraftwerk.[52]

Reaktoranlagen
Block 1 im Juni 2010

Bis zum 6. Juli 2010 konnte das Reaktorgebäude des ersten Blocks auf eine Höhe von 20,42 Metern betoniert werden.[53] Am 14. Juli kamen die ersten Großkomponenten am Standort für Block 1 an, unter anderem eine Transportsicherung für den hermetischen Zwischenraum zwischen Reaktorgebäude und Atmosphäre. Installiert wurde diese sicher auf einer Höhe von 28. Metern am Reaktorgebäude. Erstmals wurden seitens Atomenergoprojekt Wasserwege für den Antransport von Großkomponenten verwendet.[54] Damit dies auch bei niedrigem Wasserstand möglich ist, wurden bereits zwei Jahre vor der ersten Anlieferungen die Untiefen behoben. Für September 2010 wurde die Anlieferung des Reaktordruckbehälters über diese neuen Wege erwartet.[55] Am 2. September kamen die ersten Komponenten des zweiten Kernfängers für Block 2 am Standort an. An Block 1 wurden die letzten Betonierungsarbeiten bis zu einer Höhe von 16,8 Metern abgeschlossen, wobei das gesamte Gebäude bereits eine Höhe von 20,4 Metern aufwies. Noch im September sollte der nächste Abschnitt bis zu einer Höhe von 34,0 Metern in Angriff genommen werden.[56]

Kernfänger im ersten Block

Noch im selben Monat wurde mit dem vierten Betonierabschnitt von acht am inneren Containment des ersten Blocks begonnen, der von 34,4 Metern auf 38,5 Meter Höhe reicht. Bei Reaktorgebäude zwei war man zu diesem Zeitpunkt beim Betonieren der Grundplatte. Beim ersten Block hingegen erreichte das Hilfsanlagengebäude um den Reaktor herum bereits eine Höhe von 11,95 Metern.[57] Am 6. Dezember 2010 wurde die Installation der Kernfängers, der eine Höhe von 5,69 Metern und einen Durchmesser von 6,5 Metern aufweist, im zweiten Block vorgenommen. Im ersten Block wurde der Kernfänger bereits im Dezember 2009 installiert.[58] Im März 2011 wurde die Konsole um den Kernfänger im zweiten Block vollendet. Der Reaktorschacht erreichte damit eine Höhe von 11,11 Metern.[59] Am 14. April wurde mit den Montagearbeiten der Stahlauskleidung im Reaktorgebäude des ersten Blocks begonnen, nachdem der sechste Betonierabschnitt bis zu einer Höhe von 51,7 Metern abgeschlossen war. Geplant war weiter, dass bis Herbst 2011 auch der siebte (51,7 Meter bis 58,7 Meter) und achte Betonierabschnitt (58,7 Meter bis 61,7 Meter) abgeschlossen werden kann.[60] Am 27. April wurde mit der Installation der Druckschleusen für das Personen am Reaktorgebäude von Block 1 begonnen.[61]

Am 16. Mai wurde der Reaktordruckbehälter des ersten Reaktors an den Ischora-Werken verschifft, der erste Reaktordruckbehälter aus den Werken in Sankt Petrersburg seit mehr als 20 Jahren.[62] Am 15. Juli erreichte der Reaktordruckbehälter den Standort Nowoworonesch. Die Verschiffung erfolgte über den Fluss Newa, den Seen Ladoga und Onega, den Wolga-Ostsee-Kanal, über die Flüsse Wolga bis zum Fluss Don, an dem das Kernkraftwerk steht. Die Gesamtstrecke lag damit bei rund 3800 Kilometer. Noch bis Dezember 2011 sollte der Reaktordruckbehälter in den ersten Block eingebaut werden.[63] Im August wurde mit der Installation der Wärmedämmung für den Reaktor im ersten Block begonnen. Geliefert wurde die Isolierung von Petrosawodskmasch, die auch einen Auftrag für den zweiten Block bekommen hatten. Die Installation an sich fand im Reaktorschacht statt, und wird am umliegenden Beton befestigt. Der Beton selbst ist eine spezielle Mischung, die die Neutronenstrahlung aus dem Reaktor reduziert.[64] Anfang September wurde begonnen den Kran in der Reaktorhalle des ersten Blocks auf der 38,5 Meter-Bühne zu installieren. Bis Oktober sollte die Montage vollständig abgeschlossen sein, sodass mit der Montage der Großkomponenten mit dem Kran begonnen werden kann, so unter anderem mit der Installation von kleineren Containmenteinbauten, aber auch für die Installation des Reaktordruckbehälters und der vier liegenden Dampferzeuger.[65]

Block 1 im Oktober 2010

Am 24. Oktober 2011 wurde der vierte Abschnitt des inneren, primären Containments fertiggestellt und erreicht damit eine Höhe von 43,30 Meter. Zeitgleich wurde mit der Vormontage der Kuppel begonnen, die in einem Stück mit dem Demag-Kran aufgesetzt werden soll. Die Kuppel selbst hat ein Gewicht von rund 400 Tonnen.[66] Am 31. Oktober erreichte die Materialschleuse des zweiten Blocks die Baustelle, die bei Petrosawodskmasch in Petrosawodsk gefertigt wurde. Die Anlieferung erfolgte zunächst über den Wasserweg durch den Onega-See, weiter über den Wolga-Ostsee-Kanal, entlang der Wolge weiter zum Wolga-Don-Kanal nach Kalatsch am Don. Dort wurde die Schleuse auf Lastwagen umgeladen, die sie zur Baustelle brachten.[67] Am 7. November 2011 wurde die Installation der Stahlarmaturen im Reaktorschacht des ersten Blockes abgeschlossen. Diese dient unter anderem zum Tragen des Reaktordruckbehälters sowie zur Dämpfung von etwaigen mechanischen Einwirkungen, beispielsweise durch Erdbeben.[68] Am 11. Februar 2012 kam der erste von acht Dampferzeugern vom Typ PGW-1000 am Standort an.[69] Im März 2012 begann die Vormontage der Kuppel des primären Containments neben dem Reaktorgebäude. Die Kuppel hat ein Gewicht von rund 400 Tonnen und soll in zwei Phasen installiert werden. Der sechste Containmentabschnitt soll die Höhe des Reaktorgebäudes von 44,1 auf 51,7 Meter erhöhen. Auf dieser Höhe wird ein siebter und achter Abschnitt gehoben, der das Gebäude bis auf 61,7 Meter vergrößert und vollständig schließt. Während dessen erreichte das Reaktorgebäude von Block 2 die 34,4 Meter-Ebene. Durch die gewonnene Erfahrungen beim Bau des ersten Blocks und die umgestellte automatisierte Fertigung konnte die Errichtung schneller erfolgen.[70]

Gegen Mitte März begann die Installation des Kernnotkühlsystems im ersten Block, bestehend aus 12 Puffertanks die während des Betriebs mit Borsäure angereichertem Speisewasser gefüllt sind, jeder dieser Puffer hat ein Fassungsvermögen von 60 Kubikmeter und wiegt 80 Tonnen. Der Einbau erfolgt auf der 26,10 Meter-Ebene des Reaktorgebäudes. Neben diesen beiden Pufferspeichern gibt es zwei zusätzliche Puffer, die 120&nbsP;Kubikmeter Fassungsvermägen haben und 96 Tonnen wiegen. Diese größeren Puffer sind passive Sicherheitseinrichtungen im Falle des Versagens einer der aktiven Puffer.[71] Am 16. April wurde die Wärmedämmung für den Reaktor im zweiten Block angeliefert, vom gleichen Hersteller wie die von Block 1.[72] Gegen Mitte April wurde mit dem Gießen des dritten Containmentabschnittes begonnen.[73] Am 5. April begann Atomenergoprojekt mit der Installation der Kuppel des Containments am ersten Block, die nach Vollendung von dem DEMAG-Raupenkran in einem Stück auf das Gebäude gesetzt werden sollte.[74] Am 11. Mai wurde die Kuppel auf das Containment gehoben und damit die Reaktorhalle des ersten Blocks vollständig geschlossen. Bis zum Ende des Monats wurden die letzten Schweißarbeiten von innen am Containment vorgenommen um es zu schließen.[75] Am 18. Juni 2012 erreichte der zweite Dampferzeuger des ersten Blocks der Maschinenbauwerke ZIO Podolsk den Standort.[76]

Am 16. Juli wurde der Containmentkran des ersten Blocks angeliefert, der die Reaktorkomponenten in das Gebäude heben soll.[77] Ab dem 18. Juli wurden die ersten Vorbereitung zum Einbau des Reaktordruckbehälters vorgenommen. Da dieses Bauteil einer der wichtigsten ist, war von nun an das Betreten des Reaktorgebäudes und des Bereichs um den Reaktorschacht nur noch mit Sondergenehmigung und unter Aufsicht möglich. Damit war der Sicherheitsbereich im Block offiziell nicht mehr normal zugänglich. Der Einbau des Reaktors sollte im August erfolgen.[78] Am 24. Juli wurde der dritte Containmentabschnitt des zweiten Blocks vollendet, womit es nun eine Höhe von 34,42 Meter aufweist.[79] Am 9. August kamen die ersten Leistungskondensatoren des zweiten Blocks am Standort an. Etwa zur gleichen Zeit begann der Guss des vierten Containmentabschnitts, der im Gegensatz zu Block 1 direkt mit dem fünften Abschnitt kombiniert wird um Zeit zu sparen.[80] Am 15. August wurde mit der Montage der Umwälzpumpen im ersten Block begonnen.[81] Am 15. August wurde mit der Installation des Druckhalters im ersten Block begonnen. Der Druckhalter kann ein Volumen von 80 Kubikmeter aufnehmen und wiegt 140 Tonnen.[82]

Bis zum 31. August konnte am zweiten Block das Containment auf eine Höhe von 44,10 Meter gegossen werden. Begonnen wurde diese Etappe auf der 34,42 Meter-Ebene. Im Vergleich zum Bau des ersten Blocks konnte die Zeit für diesen Abschnitt um die Hälfte reduziert werden. Eigentlich waren für den Guss des Abschnittes 40 bis 60 Tage geplant gewesen, realisiert wurde dieser Abschnitt allerdings bereits in 27 Tagen. Ermöglicht wurde dies primär mit der Verringerung der Anzahl der einzelnen Gussabschnitte von 27 Abschnitten bei Block 1, zu 12 Abschnitte bei Block 2.[83] Am 5. September wurde die Installation des Reaktordruckbehälters im ersten Block vorgenommen, einer der wichtigsten Etappen im Bau des Blocks. Mit dem Demag-Raupenkran wurde der rund 330 Tonnen schwere Druckbehälter zunächst zum Portalkran des Blocks gehoben und mit der darunter installierten Schienenkonstruktion in das Reaktorgebäude herein gefahren. Innerhalb des Blocks nahm der fest installierte Portalkran den Druckbehälter auf und hob ihn auf die 11 Meter-Ebene in den Reaktorschacht ein. Dort wurde er auf die passende Höhe ein gehoben mit einer Toleranz von 0,1 Millimeter zu allen Seiten. Der Einbau des Druckbehälters ermöglicht die darauf beginnende Installation des Primärkreislaufs.[84][85] Ende des Monats sollten die Dampferzeuger und Hauptumwälzpumpen installiert werden.[86]

Am 28. September wurde mit der Montage des ersten Dampferzeugers im ersten Block begonnen. Die rund 330 Tonnen wiegende Großkomponente ist 4,5 Meter im Durchmesser und 14 Meter lang. Wie bereits bei der Installation des Reaktordruckbehälters wurde der Dampferzeuger mit dem Demag-Kran auf die Transportschienen des Blocks unter dem Portalkran gehoben und anschließend im Reaktorgebäude mit dem Polarkran installiert. Installiert wurde der Dampferzeuger auf der 14,5 Meter-Ebene. Gefertigt wurden alle vier Dampferzeuger vom Maschinenbauwerk ZIO Podolsk, ein Teil von Atomenergomasch. Zu diesem Zeitpunkt waren allerdings erst drei Dampferzeuger für den Block vor Ort. Der Vierte sollte erst im Oktober nachgeliefert werden.[87] Am 4. Oktober wurde der zweite Dampferzeuger in dem Block installiert,[88] nach der Lieferung des letzten Dampferzeugers am 30. Oktober,[89] konnte am 27. November dieser als letzter montiert werden.[90] Am 9. Oktober schloss im Rahmen der ATOMEX-Europe in Prag der Auftragnehmer Atomenergoprojekt Moskau mit dem tschechischen Ventilhersteller ARAKO einen Vertrag über 5,5 Millionen Euro für die Lieferung von Ventilen für den ersten Block. Daran gekoppelt ist ein Folgeauftrag für die Lieferung weiterer Ventile zwischen 2013 und 2014 für den zweiten Block. Bereits in den letzten Jahren wurden die letzten gebauten Kernkraftwerke in Russland mit Ventilen dieses Herstellers ausgestattet.[91]

Am 10. Oktober wurde begonnen die Kuppel des Containments am ersten Blocks zu betonieren. Dies betrifft den Bereich von Ebene 44,1 Meter bis 61,7 Meter. Insgesamt wird der Beton auf eine Dicke von 1,2 Metern aufgetragen, entsprechend rund 2,5 Tausend Kubikmeter beton. Noch vor Ende des Jahres sollte das Betonieren vollendet werden.[92] Am 17. Oktober kam die Abschirmung für den Reaktorschacht des zweiten Blocks auf der Baustelle an.[93] Am 7. November wurde begonnen die letzte einfache Etappe des Containments am zweiten Block zu vollenden, von der 34,42 Meter-Ebene auf die 44,10 Meter-Ebene.[94] Am 11. Dezember wurde der 18 Tonnen schwere Druckring installiert, der bei der Ausdehnung des Reaktors im Betrieb den Druckbehälter in Position hält.[95] Am 24. Dezember wurde mit dem Demag-Kran der biologische Schild des zweiten Blocks auf der 4,57 Meter-Ebene platziert und die Montage dessen begonnen.[96]

Block-1 im Oktober 2014

Am 13. Februar 2013 wurde die Montage des biologischen Schilds im zweiten Block abgeschlossen.[97] Am 18. Februar kamen die ersten Komponenten für das passive Wärmeabfuhrsystem auf der Baustelle an, die am ersten Block installiert werden sollten.[98] Am 25. Februar kamen die ersten Kerneinbauten für den Reaktor des ersten Blocks am Standort an.[99] Am 27. Februar wurde mit dem Verschweißen des Primärkreislaufs begonnen. Insgesamt 28 Schweißer wurden speziell für diese Aufgabe geschult. Die ersten Arbeiten umfassen das Verschweißen der ersten 850 Millimeter-Rohre direkt am Reaktordruckbehälter. In Nowoworonesch wird hierfür erstmals ein automatisiertes Orbital-Schweißgerät verwendet. NIKIMT-Atomstroi entwickelte dieses Gerät eigens für Nowoworonesch II.[100][101]

Am 28. März waren bereits zwei Nähte am Reaktordruckbehälter vollständig geschweißt worden. Parallel dazu wurde an diesem Tag begonnen die Schweißnähte zwischen den Leitungen im Primärsystem zu verschweißen.[102] Am 16. April wurde mit der Installation des Polarkranes des zweiten Blocks begonnen.[103] Am 3. Juni erfolgte die Installation des Passrings für den Reaktor im zweiten Block. Dieser wurde mit dem Demag-Kran auf seine endgültige Höhe, der 15,5 Meter-Ebene, gehoben.[104] Am 29. Juli wurde das primäre Containment des ersten Blocks vollendet und die letzten Kubikmeter Beton gegossen. Insgesamt wurden mehr als zwei Millionen Kubikmeter an Beton vergossen. Symbolisch wurde die russische Staatsflagge auf dem Gebäude gehisst. Parallel dazu wurden die Arbeiten am sekundären Containment fortgeführt und die je rund 30 Tonnen wiegende innere Stahlauskleidung installiert. Im September sollte auch an diesem Containment mit dem Guss des Betons fortgefahren werden. Wie bereits beim primären Containment wird die Kuppel des äußeren Containments ebenfalls mit dem Demag.Kran im ganzen aufgehoben und anschließend betoniert. In dieser Bauform schützen beide Containments den Austritt von radioaktiven Stoffen und dienen als physikalischer Schutz gegen innere und äußere Einwirkungen, darunter Erdbeben, Wirbelstürme und Flugzeugabstürze.[105]

Am 6. August kam der Polarkran für den zweiten Block auf der Baustelle an, der im vierten Quartal 2013 installiert werden sollte.[106] Am 14. August folgte die Lieferung der ersten beiden Drucktanks für das SAOS (Kernnotkühlsystem) des zweiten Blocks. Die beiden 60 Kubikmeter fassenden und je 80 Tonnen schweren Behälter wurden von Petrosawodskmasch gefertigt, einem Zweigunternehmen von Atomenergomasch.[107]

Konventionelle Teile
Turbinenhalle im Rohbau im Oktober 2010

Am 3. März 2011 wurde der Brückenkran mit einer Tragkraft von 400 Tonnen in der Turbinenhalle des ersten Blocks installiert. Dieser ist für routinemäßige Betriebswartungen, jedoch auch während des Baus der Anlage zur Platzierung der Turbinen und der anderen Maschinenteile (schwere Großkomponenten) notwendig. Zwei weitere Brückenkrane mit einer Kapazität von 15 und 50 Tonnen, die für kleinere Arbeiten benötigt werden, sollen folgen. Die Kräne stammen alle von der Firma Baltkran, die den Auftrag für weitere vier Krane mit einer Kapazität von 150 Tonnen und einen Brückenkran für das Reaktorgebäude mit einer Kapazität von 360 Tonnen erhielt. Der Brückenkran für das Reaktorgebäude ist eine spezielle Anlage, die für das Be- und Entladen des Reaktors benötigt wird. Der gleiche Kran wurde auch für den zweiten Block bestellt.[108] Um den 24. Oktober 2011 wurde in der Turbinenhalle wurde mit der Montage der vier Dampfüberhitzer begonnen, die jeweils ein Gewicht von 221 Tonnen aufweisen. Der gesamte Aufbau wird auf einer Höhe von 16 Metern installiert.[66] Am 8. Dezember 2011 wurde das Fundament der Turbine des ersten Blocks fertiggestellt. Das Fundament selbst ist 73 Meter lang und 14 Meter breit und befindet sich auf zwei verschiedenen Höhen zwischen 16,0 und 12,3 Meter.Insgesamt wurden rund 1400 Tonnen Beton vergossen. Durch die Fertigstellung konnte nach Zeitplan in der zweiten Hälfte des Dezember 2011 mit der Installation des Turbosatzes begonnen werden. Parallel zum Gießen des Betons erfolgte die Installation der Dampfüberhitzer, der Entgaser sowie der vier Hochdruckvorwärmer.[109] Am 27. Dezember konnte mit der Montage der Turbine im ersten Block begonnen werden. Die Turbine selbst besteht aus rund 500 Einzelteilen und wurde mit 200 LKW-Ladungen angeliefert.[110]

Am 17. Mai 2012 wurde der erste Einphasentransformator am Standort angeliefert. Dieser für 533 MW ausgelegte Transformator arbeitet mit einer Spannung von 500 kV. Der Transformator für das Kernkraftwerk Nowoworonesch II ist eine Spezialanfertigung der Elektrowerke Moskau, die ausschließlich für den ersten Block zum Einsatz kommt. Insgesamt werden vier solche 340 Tonnen schweren Einphasentransformatoren angeliefert werden, wobei zwei von diesen als Redundanz dienen. Für Block 2 kommen drei ähnliche Modelle zum Einsatz, die sich aber von der Konstruktion und dem Hersteller her unterscheiden.[111] Am 29. Juni wurden die ersten Komponenten der kraftwerkseigenen Schaltanlage geliefert, davon unter anderem gasisolierte Lastschalter für das 220 kV-Netz. Insgesamt gibt es acht Leitungen die mit einer Spannung von 220 kV-Arbeiten, weitere sechs Leitungen arbeiten mit einer Spannung von 500 kV.[112] Am 28. August wurden die unteren Ebenen der Turbinenhalle des zweiten Blocks vollendet.[113] Am 23. Oktober wurden zwei der sechs Wärmetauscher für die Turbine des ersten Blocks geliefert. Diese werden für die Auskopplung von Fernwärme verwendet. Jeder der Wärmeauscher wiegt 32 Tonnen. Alle sechs Wärmetauscher zusammen können rund 70 Gcal/h an Wärme zur Verfügung stellen. Die Montage der Wärmetauscher sollte im November erfolgen.[114]

Am 5. Dezember wurde mit der Installation der elektrischen Einrichtungen im ersten Block begonnen, darunter auch die 10 kV-Schaltanlage für die Blockeigenversorgung.[115] Am 19. Dezember wurde die Eigenbedarfsversorgung mit der 10 und 6 kV-Schiene vollendet.[116] Am 26. Dezember kam der Stator für den Generator des ersten Blocks auf der Baustelle an. Es war die letzte Großkomponenten die für den ersten Block angeliefert wurde. Es wurden daher keine weiteren Großkomponenten auf der Baustelle des ersten Blocks mehr erwartet.[117] Am 25. Januar 2013 wurde mit der Montage der 500 kV-Schaltanlage begonnen.[118] Am 29. März 2013 wurde die Installation des Turbosatzes im ersten Block vollendet.[119] Am 10. April wurde begonnen die 220 kV-Schaltanlage zu installieren.[120] Am 29. April begann die Installation der Kondensatoren im zweiten Block.[121]

Am 22. Mai wurden die ersten Komponenten für die Turbine des zweiten Blockes geliefert, darunter Komponenten für den ersten Niederdruckzylinder.[122] Am 31. Juli begann NIKIMT-Atomstroi mit der Installation des Fernwärmenetzes und der Auskopplungsstation hierfür.[123]

Kühlwasseranlagen
Die wichtigsten erwähnten Höhenkoten an 10URA (links) und 20URA (rechts)

Am 15. April wurde mit dem Bau des ersten Kühlturms von Block 1 begonnen. Anders als ehemals geplant entschied man sich anstatt zwei Kühltürme je Block zu errichten für nur einen Kühlturm je Block, was Kosten, Material und Platz spart. Dieses Verfahren wird erstmals an einem Kernkraftwerk in Russland realisiert. Mit der Fertigstellung des 171 Meter hohen Kühlurms wurde im Herbst 2011 gerechnet, sodass daraufhin die inneren Anlagenteile installiert werden könnten. Insgesamt müssen 109 Abschnitte aufgebaut werden.[124] Am 24. Oktober 2011 erreichte der erste Kühlturm die 100 Meter-Marke.[66] Am 30. November wurde mit dem Bau der Kühlturmtasse des zweiten Kühlturms begonnen, der für den zweiten Block dienen soll. Wie auch der Kühlturm des ersten Blocks soll dieser eine Höhe von 171 Meter haben. Nach Plan sollte der Kühlturm des ersten Blocks im Jahr 2012 fertiggestellt werden. Der eigentliche Bau des zweiten Kühlturms sollte erst im Jahre 2013 erfolgen.[125] Im August 2012 erreichte der erste Kühlturm eine Höhe von 132 Metern.[126] Bis zum 5. Juli erreichte der Kühlturm eine Höhe von 147,1 Meter. Im gleichen Monat erwartete man die Fertigstellung des dritten Containmentabschnitts des zweiten Blocks.[127] Am 14. September konnte der Kühlturm des ersten Blocks vollendet werden und erreichte seine endgültige Höhe von 171,2 Metern bei einem Basisdurchmesser von 130 Metern. Für den Turm wurden rund 10.000 Kubikmeter Beton benötigt. Die Installation der Einbauten sollte Ende 2013 abgeschlossen werden. Etwa parallel erfolgte bereits die Montage des Fundaments des zweiten Kühlturms für den zweiten Block. Beide Kühltürme haben eine Standzeit von 100 Jahren.[128]

Am 16. November konnte das Fundament des zweiten Kühlturms vollendet werden.[129] Im Zusammenhang damit begann am 21 November der Bau des Kühlwasserpumpenhauses für den zweiten Block. Das Fundament sollte 14,99 Meter unter der Oberfläche errichtet werden und aus monolithischen Beton bestehen.[130] Am 6. März 2013 wurde der Bau der Traversen für den Kühlturm des zweiten Blocks vollendet. Im April sollte der eigentliche Guss des Kühlturms beginnen.[131] Am 29. April wurde mit dem Guss des zweiten Kühlturms begonnen. Diese Arbeiten sollten nach Plan im Jahr 2014 abgeschlossen werden. Parallel dazu wurde mit dem Aufbau der inneren Stützkonturen im ersten Kühlturm begonnen, sowie mit der Installation der Anti-Korrosionsbeschichtung. Diese Arbeiten sollten noch 2013 beendet werden.[132] Am 28. Juli wurde das Gießen der Kühlturmtasse des zweiten Kühlturms abgeschlossen. Dafür wurden 75 Tage benötigt und damit weniger als beim ersten Kühlturm. Die Gussarbeiten am Kühlturm befanden sich zu diesem Zeitpunkt auf einer Höhe von 38,5 Metern.[133]

Am 8. August wurden die Druckprüfung für die vier Sprühteiche (zwei je Block) vor den Blöcken begonnen. Dazu werden diese über mehrere Tage mit Wasser gefüllt und die Dichtigkeit geprüft, sowie die Wasserfestigkeit. Alle vier Becken zusammen fassen rund 13.500 Kubikmeter Wasser, das zur Kühlung der nuklearen Hilfsanlagen in den Blöcken fungiert. Die gesamte Prüfung sollte nach Plan bis Oktober abgeschlossen werden.[134]

Nebengebäude
Kernkraftwerksverwaltung des Werkes (links) mit dem alten Kernkraftwerk im Hintergrund

Bis zum Februar 2011 konnten weitere Gebäude fertiggestellt werden, so unter anderem die Feuerwache und wichtige Teile für das Fernwärmesystem sowie ein Verteilerpunkt, ein Platz für die Lagerung von Großkomponenten und die Sprühteiche des ersten Blocks, die zur Kühlung dienen. Weiter wurde geplant, die Organisation der Arbeiten zu ändern und in zwei Gruppen aufzuteilen: Eine, die ausschließlich für die Installation der Rohrleitungen zuständig ist und eine, die ausschließlich zur Elektroinstallation dienen soll. Hierdurch wollte man mehr Flexibilität schaffen und die Organisation der Arbeiten in beiden Reaktoren parallel straffen.[135] Am 20. Dezember 2012 begann die Montage der Kompressoren für die Erzeugung von Druckluft für beide Blöcke. Mit der Druckluft werden verschiedene Systeme wie die Wasseraufbereitung versorgt. Über dies hinaus wird das System erstmals erprobt, indem es einen Druck von vier Kilogramm pro Quadratzentimeter im Containment für die Druckprüfung dessen erzeugen wird.[136]

Betrieb

Nach Plan sollten beide Reaktoren zwischen 2012 und 2013 in Betrieb gehen.[137] Aufgrund der verringerten Stromnachfrage wurde im April 2009 das Programm für den Bau neuer Kernkraftwerke abgeändert und die Fertigstellung einiger Reaktoren um einige Jahre verschoben. In der Folge rechnete man mit der Inbetriebnahme von Block 1 weiterhin im Jahr 2012, mit der Inbetriebnahme von Block 2 aber erst 2016.[138] Nach Angabe von Atomenergoprojekt Moskau im August 2011 wird der erste Block im Jahre 2013 und der zweite bereits 2015 in Betrieb gehen.[139] Im Februar 2012 wurde dieser Termin erneut um je ein Jahr verschoben, sodass der erste Block im Jahr 2014 fertiggestellt sein könnte, der zweite im Jahr 2016. Das Werk selbst könnte ab 2015 erstmals Elektrizität regulär ausspeisen.[30]

Obwohl die beiden Blöcke als Ersatz für das Kernkraftwerk Nowoworonesch dienen sollten, gibt es die Option bei einer vorzeitigen Stilllegung der Blöcke 1 und 2 des Kernkraftwerks Kursk im Jahr 2014 und 2015, und falls sich die Graphitschäden im Kernkraftwerk Leningrad als irreparabel herausstellen und die Blöcke in Kursk daher auch nicht repariert werden können, die beiden Blöcke zur Deckung der Lasten der beiden RBMK-1000 einzusetzen. Erst mit der Fertigstellung des Kernkraftwerks Kursk II könnte Nowoworonesch II dann für seinen eigentlichen Zweck genutzt werden. Da allerdings bis zur Stilllegung von Nowoworonesch-3 und Smolensk-1 im Jahr 2017 Kursk II und das Kernkraftwerk Smolensk II nicht betriebsbereit sein werden, entsteht ein Defizit in der Energieerzeugung.[140]

Stilllegung

Beide Blöcke haben eine technische Standzeit von rund 50 bis 60 Jahren.[16]

Block 3 & 4

Bereits im 2007 verabschiedeten Generalschema für den Bau neuer Kernkraftwerksblöcke von 2007 bis 2015 und 2020 wurden für Nowoworonesch II zwei zusätzliche Blöcke angedacht, die ebenfalls wie die ersten beiden Blöcke als AES-2006 gebaut werden sollten. Allerdings wäre ein Zubau dieser Blöcke nur im Zusatzprogramm erfolgt, wenn genug Energiebedarf bestehen würde. Die Finanzierung der Blöcke war allerdings in keinem Fall garantiert. Die frühestmögliche Inbetriebnahme wurde für 2016 für den dritten und 2017 für den vierten Block angegeben.[141] Für diese Termine hätte der Bau des dritten Blocks gegen Ende des Jahres 2011 erfolgen müssen und der Bau des vierten Blocks gegen Ende 2012.[142] Bis zu diesem Zeitraum gab es allerdings noch keine eindeutige Entscheidung über den Bau der Blöcke. Dennoch gab es eine Phantomplanung der Blöcke mit zwei WWER-1300 als AES-2010, die teilweise spezifiziert wurde.[143] Während des Besuchs von Sergej Kirijenko, dem Vorstand von Rosatom, auf der Baustelle der ersten beiden Blöcke am 22. April 2013 gab er offiziell der Öffentlichkeit bekannt, dass nach der Fertigstellung der ersten beiden Blöcke zwei weitere am Standort Nowoworonesch II errichtet werden. Ein entsprechender Bauauftrag soll sofort nach der Betriebsaufnahme des ersten Blocks gestellt werden.[144] Grund für den Zubau der Blöcke ist die rasante Entwicklung der regionalen Wirtschaft, insbesondere in der Oblast Woronesch und Zentralrussland.[145] Der Gouverneur der Oblast Woronesch bat darum den Bau möglichst übergangslos zum Bau der ersten beiden Blöcke durchzuführen, um so die kontinuierliche wirtschaftliche Leistung des Werkes für die Oblast fortzuführen bis zum Jahr 2018, dem Jahr an dem der vierte Block als letztes and Netz gehen soll.[146]

Wie bei den ersten beiden Blöcken wird auch Atomenergoprojekt Moskau der Generalprojektant des Werkes sein.[147] Atomenergoprojekt sah allerdings ein Problem dabei seine Arbeitskräfte zu verlagern. Da das Kernkraftwerk Smolensk II als RBMK-Ersatzkapazität eine höhere Priorität habe müssen die Arbeiten möglichst zeitnah und schnell ohne Verzögerungen erfolgen. Da es an Fachkräften mangelt könnte der Bau nicht schnell genug umgesetzt werden. Allerdings erklärte Atomenergoprojekt auch, dass es theoretisch machbar sei dies auch so umzusetzen. Insbesondere die Verzögerung der Arbeiten am Kernkraftwerk Kaliningrad führt dazu, dass mehr Fachkräfte für diese Kernkraftwerke zur Verfügung stehen würden. Allerdings handelt es sich um ein anderes Projekt eines anderen Generalprojektanten und das Know-how liegt auch für die moderneren, mit dem AES-2006 fast identischen, AES-2010 bei den Arbeitern aus Nowoworonesch. Die beiden Blöcke für Nowoworonesch II werden ebenfalls nach dem neu ausgerichteten WWER-TOI-Projekt errichtet werden mit WWER-1300/510 als AES-2010 mit Turbosätzen des Typs ARABELLE von Alstom. Beide Blöcke werden mit den ersten beiden Blöcken des Kernkraftwerks Smolensk II identisch sein.[148]

Standortdetails

Technik Block 1 & 2

Erstes WWER-1200-Designkonzept

Die beiden Blöcke sind ausgestattet mit zwei Reaktoren des Typs WWER-1200/392M in der Bauform des AES-2006. Beide Reaktoren erreichen eine Bruttoleistung von 1199 MW brutto und speisen 1114 MW netto in das Stromnetz ein.[14] Jede Turbineneinheit besitzt vier Dampfüberhitzer, die dazu dienen den Dampf vor Durchfluten der Niederdruckteile auf eine Temperatur von 270 °C zu überhitzen und das überflüssige, im Dampf kondensierte Wasser abzuscheiden. Dies soll eine Korrosion der Turbinenschaufeln vorbeugen.[66] Die Turbinen selber sind vom Typ K-1200-6,8/50 und haben ein Gewicht von 2600 Tonnen und eine Länge von 75 Meter.[149] Die Elektrizität wird mit einem Generator vom Typ TZV-1200-2 erzeugt.[110]

Die Druckschleuse zwischen den Containments der beiden Blöcke hat einen Außendurchmesser von zehn Meter und einen Innendurchmesser von acht Meter bei einem Gewicht von rund 40 Tonnen.[67] Die beiden Kühltürme des Werkes haben beide eine Höhe von 171,2 Metern und sollen bis zu 100 Jahre stehen können. Die Kühlturmtasse jedes einzelnen Kühlturms fasst rund 76000 Kubikmeter kondensiertes Kühlwasser.[125] Die beiden Kühltürme sind nach dem 180 bis 190 Meter hohen Fernsehturm in Woronesch die zweithöchsten Bauwerke in der Oblast Woronesch und die größten Kühltürme in Russland.[150]


Atomgrad Nowoworonesch

Am 7. September 2010 wurden die Bauarbeiten im neuen Stadtteil von Nowoworonesch, der für die Bauarbeiter des neuen Kernkraftwerks errichtet wurde, vollständig abgeschlossen. 2009 waren 27 Schlafsäle für 2800 Personen und 2010 weitere acht für 800 Personen, ein Krankenversorgungszentrum sowie eine Kantine fertiggestellt worden. Zu dieser Zeit arbeiteten auf der Baustelle bereits 4768 Personen.[151]

Daten der Reaktorblöcke

Das Kernkraftwerk Nowoworonesch II besteht aus zwei Blöcken, von denen sich einer in Bau und einer in Betrieb befindet:

Reaktorblock[14] Reaktortyp Leistung Baubeginn Netzsyn-
chronisation
Kommer-
zieller Betrieb
Stilllegung
Typ Baulinie Netto Brutto
Nowoworonesch II-1 DWR WWER-1200/392M 1114 MW 1199 MW 24.06.2008 05.08.2016 (Ende 2016)
Nowoworonesch II-2 DWR WWER-1200/392M 1114 MW 1199 MW 12.07.2009
Nowoworonesch II-3 DWR WWER-1300/510 1115 MW 1255 MW
Nowoworonesch II-4 DWR WWER-1300/510 1115 MW 1255 MW

Einzelnachweise

  1. Nuclear engineering international, Band 36,Ausgaben 438-449. Heywood-Temple Industrial Publications Ltd., 1991. Seite 35.
  2. Kerntechnische Gesellschaft (Bonn, Germany): Atomwirtschaft, Atomtechnik, Band 39. Handelsblatt GmbH, 1994. Seite 250.
  3. a b Afrov, A., u.a.: Design of NPP of new generation being constructed at the Novovoronezh NPP site. International Atomic Energy Agency, 1999. (Online-Version)
  4. a b Yury Ermakov, u.a.: EUR volume 3 AES 92 subset. EUR seminar 2005. Seite 6. (Online-Version)
  5. Nulear Threat Initiative: Russia: Nuclear Power Developments. Abgerufen am 23.08.2011. (Archivierte Version bei WebCite)
  6. International Atomic Energy Agency: Status Of Advanced Light Water Reactor Designs 2004. International Atomic Energy Agency, 2004. ISBN 9201048041. Seite 337.
  7. World Nuclear News: Reorganisation to aid Russian nuclear, 11.01.2007. Abgerufen am 23.08.2011. (Archivierte Version bei WebCite)
  8. World Nuclear News: Russia plans early reactor construction , 11.01.2007. Abgerufen am 23.08.2011. (Archivierte Version bei WebCite)
  9. World Nuclear News: New units at Novovoronezh , 18.06.2007. Abgerufen am 23.08.2011. (Archivierte Version bei WebCite)
  10. Atomenergoprojekt: Компании-страховщики провели ежегодный инженерный осмотр Нововоронежской АЭС-2, 16.10.2012. Abgerufen am 27.07.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
  11. World Nuclear News: Ground preparation at Novovoronezh progresses, 14.02.2008. Abgerufen am 23.08.2011. (Archivierte Version bei WebCite)
  12. World Nuclear News: Power Machines awarded $1.7 billion contract, 28.05.2008. Abgerufen am 23.08.2011. (Archivierte Version bei WebCite)
  13. World Nuclear News: First concrete for new reactor at Novovoronezh-II , 25.06.2008. Abgerufen am 23.08.2011. (Archivierte Version bei WebCite)
  14. a b c d Power Reactor Information System der IAEA: „Russian Federation“ (englisch)
  15. World Nuclear News: Ceremony marks Novovoronezh II progress, 22.01.2009. Abgerufen am 23.08.2011. (Archivierte Version bei WebCite)
  16. a b World Nuclear News: Construction starts at second Novovoronezh-II unit , 14.07.2009. Abgerufen am 23.08.2011. (Archivierte Version bei WebCite)
  17. Atomenergoprojekt: RIA Novosty: Forest fires do not jeopardise Novovoronezh NPP-2, 11.08.2010. Abgerufen am 24.08.2011. (Archivierte Version bei WebCite)
  18. Atomenergoprojekt: Complex equipment testing will take place in October on Kamenno-Verhovsky water-intake complex of Novovoronezh NPP-2, 07.10.2010. Abgerufen am 18.09.2011. (Archivierte Version bei WebCite)
  19. Atomenergoprojekt: " News Voronezh ": With arrival of spring work at the site of Novovoronezh NPP — 2 has begun to boil with double force, 13.05.2011. Abgerufen am 18.09.2011. (Archivierte Version bei WebCite)
  20. Atomenergoprojekt: RIA «Novosty»: Novovoronezh NPP-2 will be in compliance with all post-Fukushima requirements — said Mr. Kirienko Head of Rosatom government corp., 01.08.2011. Abgerufen am 18.09.2011. (Archivierte Version bei WebCite)
  21. Atomenergoprojekt: «Atomenergoproekt» has commissioned railway tracks for service of Novovoronezh NPP — 2, 04.08.2011. Abgerufen am 18.09.2011. (Archivierte Version bei WebCite)
  22. Atomenergoprojekt: «Atomenergoproekt» has commissioned railway tracks for service of Novovoronezh NPP — 2, 04.08.2011. Abgerufen am 18.09.2011. (Archivierte Version bei WebCite)
  23. Atomenergoprojekt: Czech Republic Government representative has visited «Atomenergoproekt», 16.08.2011. Abgerufen am 29.12.2011. (Archivierte Version bei WebCite)
  24. Atomenergoprojekt: Voronezh Governor Aleksei Gordeev and «Rosenergoatom» General Director Еvgenii Romanov visited NVO NPP-2 construction site, 22.09.2011. Abgerufen am 29.12.2011. (Archivierte Version bei WebCite)
  25. Atomenergoprojekt: «Atomenergoproekt» introduces two RPS pilot projects at Novovoronezh NPP-2, 10.10.2011. Abgerufen am 29.12.2011. (Archivierte Version bei WebCite)
  26. Atomenergoprojekt: Площадку сооружения НВО АЭС-2 посетила венгерская делегация, 09.11.2011. Abgerufen am 29.12.2011. (Archivierte Version bei WebCite)
  27. Atomenergoprojekt: На площадке НВО АЭС-2 стартовал проект «Комплексная оптимизация производства», 22.11.2011. Abgerufen am 29.12.2011. (Archivierte Version bei WebCite)
  28. Atomenergoprojekt: Главным направлением работ на НВО АЭС-2 в 2012 году станет монтаж оборудования, 23.01.2012. Abgerufen am 16.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  29. Atomenergoprojekt: На НВО АЭС-2 оптимизируют процесс возведения гермооболочки реакторного здания энергоблока № 2, 30.01.2012. Abgerufen am 16.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  30. a b World Nuclear News: 2014 startup for Novovoronezh II, 15.02.2012. Abgerufen am 16.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  31. Power Engineerin: First generating unit at Novovoronezh NPP-2 to be launched in 2014 - Kiriyenko, 16.02.2012. Abgerufen am 16.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  32. Atomenergoprojekt: Экономия по результатам конкурсов на выполнение строительно-монтажных работ на НВО АЭС-2 составила более 2,8 млрд. рублей, 10.02.2012. Abgerufen am 16.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  33. Atomenergoprojekt: Нововоронежскую АЭС-2 посетили представители иностранных СМИ, 07.06.2012. Abgerufen am 21.08.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  34. Atomenergoprojekt: Представители ведущих мировых СМИ посетили Нововоронежскую АЭС-2, 21.06.2012. Abgerufen am 21.08.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  35. Atomenergoprojekt: «Атомэнергопроект» провел анализ безопасности Нововоронежской АЭС-2 , 27.06.2012. Abgerufen am 21.08.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  36. Atomenergoprojekt: «Атомэнергопроект» учел результаты общественных слушаний при доработке материалов ОВОС Нововоронежской АЭС-2, 30.08.2012. Abgerufen am 27.07.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
  37. Atomenergoprojekt: В четвертом квартале на НВО АЭС-2 приступят к монтажу электротехнического оборудования, 08.10.2012. Abgerufen am 27.07.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
  38. Atomenergoprojekt: «Атомэнергопроект» на 108% выполнил план строительно-монтажных работ на Нововоронежской АЭС-2 за 2012 год , 11.01.2013. Abgerufen am 27.07.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
  39. Atomenergoprojekt: На НВО АЭС-2 усиливают взаимодействие с проектными организациями , 17.01.2013. Abgerufen am 27.07.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
  40. Atomenergoprojekt: На Нововоронежской АЭС-2 в 2013 году планируется ввести в эксплуатацию более 20 объектов, 21.02.2013. Abgerufen am 27.07.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
  41. Atomenergoprojekt: В 2013 году на НВО АЭС-2 планируется поставить оборудование на сумму более 10 млрд. рублей, 08.02.2013. Abgerufen am 27.07.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
  42. Atomenergoprojekt: Нововоронежскую АЭС-2 посетила чешская делегация, 31.01.2013. Abgerufen am 27.07.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
  43. Atomenergoprojekt: В 2013 году численность персонала на Нововоронежской АЭС-2 планируется увеличить до 6 тыс. человек, 15.03.2013. Abgerufen am 27.07.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
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Siehe auch