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Atommaschinen

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Das Aktienunternehmen Atommaschinen (bekannt als Atommasch oder englisch Atommash, russisch Атоммаш) ist im russischen Wolgodonsk gelegen, in der Oblast Rostow. Das Unternehmen ist seit den 1970er der größte Produzent für Kernkraftwerkskomponenten in Osteuropa. In der Sowjetunion galt die Anlage als Vorzeigeobjekt der großen industriellen Fertigung von Kernkraftwerken.

Geschichte

WWER-1000 in Nowoworonesch

In der Sowjetunion waren Anfang der 1970er hauptsächlich Reaktoren vom Typ RBMK-1000 im Einsatz. Grund dafür war, dass für die zweite sowjetische Baureihe, dem WWER, für eine 1000 MW-Version die technischen Möglichkeit fehlen, in einer solchen Größenordnungen Druckbehälter zu fertigen. Um die industrielle Fertigung solcher Reaktoren zu ermöglichen, wurde das Unternehmen Atommasch gegründet, ein Schlüsselprojekt im zivilen Nuklearprogramm der Sowjetunion. Man entschied sich für den Standort Wolgodonsk in der Oblast Rostow.[1]

Die Fertigung von WWER-440, die 440 MW-Variante des WWER, wurde bereits vor der Eröffnung von Atommasch begonnen. Dadurch die Druckbehälter kleiner sind und weniger Gewicht haben, können sie in den Ischora-Werken in Sankt Petersburg hergestellt werden, sowie in den 1980er bei den Škoda-Werken in der Tschechoslowakei. Die Fertigung von größeren Reaktoren ist ohne Atommasch allerdings nicht möglich. Dadurch der Transport mit der Eisenbahn bei einem Gewicht zwischen 500 und 800 Tonnen nicht möglich war, ist die Wahl für Wolgodonsk besonders ausschlaggebend, da die Stadt am Wolga-Don-Kanal gelegen ist, auf dem Baracken mit dem Druckbehälter zum jeweiligen Standort geschafft werden können. Der Bau der Werksanlagen dauerte aufgrund von Schwierigkeiten länger als erwartet, weshalb offiziell im Jahr 1978 die Eröffnung von Atommasch war, allerdings nur ein Teil der Anlage in Betrieb gehen konnte und 1980 erst die volle Leistung erreichte. Im gleichem Jahr wurde der erste WWER-1000-Reaktordruckbehälter für das Kernkraftwerk Nowoworonesch fertiggestellt.[1]

Baumängel

Der Grund für den Bauverzug von Atommasch war, dass man die geologischen Gegebenheiten des Standorts nicht untersucht hatte, das auf die Eile beim Bau des Schlüsselprojekts Atommasch zurückzuführen ist. Die Werkshallen und die ganze Stadt Wolgodonsk sind unterhalb des Zimljansker Stausees errichtet worden, allerdings wurde ein Großteil der Gebäude durch den hohen Wasserdrucks und dem ungeeigneten Erdreich unterspült. Daraufhin konnten anstatt die geplanten acht WWER-Druckbehälter (Höchstleistung des Werkes im einem Jahr) nur zwei stück gefertigt werden. Aufgrund der Mängel kam es letztlich 1983 zu einem schweren Unfall, bei dem einige Wände der Hallen einstürzten. Das Fundament hat sich um mehrere Zentimeter gesenkt. Dieser Zwischenfall warf große Fragen auf, ob die schnelle Entwicklung des WWER-1000-Programms überhaupt möglich war. Die Produktion blieb auch in den Fünfjahresplänen von 1981 bis 1985, als auch 1986 bis 1990 hinter dem Plan. Das WWER-System hielt man allerdings in der Sowjetunion Sicherheitstechnisch und Kostentechnisch schlechter, weshalb weiterhin bis Mitte der 1980er die Errichtung von RBMK bevorzugte. Reaktoren der WWER-Baulinie wurden hauptsächlich in der Ukraine errichtet oder in Satellitenstaaten der Sowjetunion exportiert.[1]

Produktion

Die Bauteile werden vollautomatisiert gefertigt. Neben Druckbehältern liefert Atommasch auch noch andere Komponenten wie Dampferzeuger. Ab 1985 wurde angedacht, ganze Kernkraftwerke zu liefern, zwei pro Jahr, wobei es niemals dazu gekommen war.[1] Ab 1990 war die Anlage voll einsatzfähig, wobei jährlich anstatt acht Druckbehälter, nur rund fünf gefertigt werden konnten. Die Produktion konnte allerdings kommerzieller durchgeführt werden als in den den Ischora-Werken. Durch die lange Bauphase von Atommasch, wurde eine Modernisierung bei den Ischora-Werken vorgenommen, wobei im Jahr rund fünf bis Sechs Druckbehälter gefertigt werden konnten. Dadurch konnte die Produktion von Atommasch wieder eingeholt werden.[2]

Seit 1997 ist Atommasch ein Teil der Staatsholding Energomasch.

Einzelnachweise

  1. a b c d Zhores Medwedjew: Das Vermächtnis von Tschernobyl. In: Daedaluis Verlag Joachim Herbst, 1991, Münster ISBN 389126030X
  2. Congress of the United States: Technology & Soviet energy availability. In: DIANE Publishing ISBN 1428924590

Weblinks

Siehe auch

Icon NuclearPowerPlant-green.svg Portal Kernkraftwerk