Herzlich willkommen in der Nucleopedia! Hierbei handelt es sich um eine freie Enzyklopädie, die sich auf den Bereich der Kernenergie spezialisiert hat. Die Inhalte sind frei verfügbar und unter Lizenz frei verwendbar. Auch Sie können zum Inhalt jederzeit beitragen, indem Sie als Benutzer den Seiteninhalt verbessern, erweitern oder neue Artikel erstellen.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung an dem Projekt!

Benutzerkonto beantragen  Benutzerkonto anfordern

Benutzer:TZV/Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Nucleopedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
(+)
(+)
Zeile 19: Zeile 19:
 
Bereits bis 1973 zeigte sich infolge der Erfahrungen aus den Wiederaufbereitungsanlagen Sellafield, La Hague und Karlsruhe, dass die Aufbereitung von Kernbrennstoff aus Leichtwasserreaktoren sich schwieriger gestaltete als zunächst erwartet. Insbesondere die hohen Abbrände von 20.000 bis 30.000&nbsp;MWd/t machten Probleme, die bei Kernbrennstoffen aus den [[MAGNOX]] und [[UNGG]]-Reaktoren wegen den geringen Abbränden von 2000 bis 3000&nbsp;MWd/t nicht auftreten. Obwohl der gleiche Verfahrensprozess seitens der KEWA angewendet werden sollte und bereits dafür festgelegt war, musste erneut der gesamte Prozess neu orientiert und entwickelt werden.<ref>Kerntechnische Gesellschaft (Bonn, Germany), u.a.: ''Atomwirtschaft, Atomtechnik, Band 18''. Handelsblatt GmbH, Juli 1973. Seite 335, 336.</ref> Im Januar 1974 gab die KEWA bekannt, dass man mit der Ausarbeitung einer vorbereitenden Studie abgeschlossen und mit Auslegung für einer Anlage mit einer Kapazität von 1500&nbsp;t/Jahr mit den Firmen Uhde und Lurgi begonnen habe. Die Vollendung der Studie war binnen 15&nbsp;Monate gelant.<ref>Kerntechnische Gesellschaft (Bonn, Germany), u.a.: ''Atomwirtschaft, Atomtechnik, Band 19''. Handelsblatt GmbH, Februar 1974. Seite 60.</ref>
 
Bereits bis 1973 zeigte sich infolge der Erfahrungen aus den Wiederaufbereitungsanlagen Sellafield, La Hague und Karlsruhe, dass die Aufbereitung von Kernbrennstoff aus Leichtwasserreaktoren sich schwieriger gestaltete als zunächst erwartet. Insbesondere die hohen Abbrände von 20.000 bis 30.000&nbsp;MWd/t machten Probleme, die bei Kernbrennstoffen aus den [[MAGNOX]] und [[UNGG]]-Reaktoren wegen den geringen Abbränden von 2000 bis 3000&nbsp;MWd/t nicht auftreten. Obwohl der gleiche Verfahrensprozess seitens der KEWA angewendet werden sollte und bereits dafür festgelegt war, musste erneut der gesamte Prozess neu orientiert und entwickelt werden.<ref>Kerntechnische Gesellschaft (Bonn, Germany), u.a.: ''Atomwirtschaft, Atomtechnik, Band 18''. Handelsblatt GmbH, Juli 1973. Seite 335, 336.</ref> Im Januar 1974 gab die KEWA bekannt, dass man mit der Ausarbeitung einer vorbereitenden Studie abgeschlossen und mit Auslegung für einer Anlage mit einer Kapazität von 1500&nbsp;t/Jahr mit den Firmen Uhde und Lurgi begonnen habe. Die Vollendung der Studie war binnen 15&nbsp;Monate gelant.<ref>Kerntechnische Gesellschaft (Bonn, Germany), u.a.: ''Atomwirtschaft, Atomtechnik, Band 19''. Handelsblatt GmbH, Februar 1974. Seite 60.</ref>
  
 +
[[Datei:Wiederaufbereitungskapazität Prognose 1974.svg|mini|Prognostizierte Wiederaufbereitungskapazität in Europa unter Annahme der KEWA GmbH von 1974]]
 
--> Weiter 7/1974
 
--> Weiter 7/1974
  

Version vom 6. Juni 2020, 15:43 Uhr

Weiterleitungen:

  • KEWA
  • PWK
  • GWK


Geschichte

Anfang der 1970er drohte der Markt für die Wiederaufbereitung der Kernbrennstoffe in Europa in ein Monopol seitens Frankreich und dem Vereinigten Königreich zu verfallen. Dadurch wäre durch die schnelle Expansion die Gefahr bestanden, dass die Bundesrepublik Deutschland aus dem Markt ausgeschlossen werden könnte. Als ersten Schritt wurde daher mit einer Kapazität von 40 Tonnen pro Jahr die Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe vom Staat mitfinanziert und errichtet. Die Anlage kann nicht konkurrenzfähig betrieben werden, allerdings die technische Basis für eine deutsche Großanlage schaffen. Die Bundesregierung sah insbesondere hierfür die Chemieindustrie in der Pflicht diese Wiederaufbereitungsanlagen zu schaffen aufgrund des chemischen Prozesses.[1]

KEWA GmbH und Vorstudien

Am 23. August 1971 gründeten die Chemieunternehmen Farbenfabriken Bayer AG, Farbwerke Hoechst AG, Gelsenberg AG und die NUKEM GmbH die Kernbrennstoff-Wiederaufarbeitungs-Gesellschaft mbH (kurz KEWA) mit Sitz in Frankfurt am Main. Jeder der Gesellschafter hielt 25 % Anteil an der Gesellschaft mit der Zielsetzung, Wiederaufbereitungsleistungen von Oxid-Kernbrennstoffen anzubieten und den Bau einer großen Wiederaufbereitungsanlage zu realisieren. Am 13. Oktober 1971 wurde in Frankfurt am Main, mit Sitz ebenda, außerdem die United Reprocessors GmbH (kurz URG) gegründet, die internationale Gesellschaft bestrahlter Kernbrennstoffe, in der Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich gemeinsam ihre Kompetenzen und Zusammenarbeit im Bereich der Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffen konzentrieren konnten. Gesellschafter zu je einen Drittel waren die französische Commissariat à l'Energie Atomique (CEA), die britische British Nuclear Fuels Limited (BNFL) und die deutsche KEWA.[2] Der Vertrag mit der URG, der 15 Jahre ab Unterzeichnung unkündbar war, ist ein strategischer Schritt gewesen. Zu diesem Zeitpunkt war in der Kerntechnik die Wiederaufbereitung am weitesten von einer kommerziellen Nutzung entfernt. Lediglich das Vereinigte Königreich mit Sellafield und La Hague in Frankreich war in der Lage in Europa Kernbrennstoff aufzubereiten, allerdings hauptsächlich zur Kernwaffenproduktion. Dennoch wurde die Kapazität der Anlagen bereits zu Beginn so dimensioniert, dass eine Kostenreferenz für eine kommerzielle Anlage erstellt werden kann und die Anlagen konkurrenzfähig betrieben werden konnten.[1]

Das eigentliche Ziel der URG war ein Kompromiss, in der Deutschland den Markt, den die bisherigen Aufbereitungsanlagen Sellafield und La Hague eingenommen haben und mit den Erweiterungen besetzen wollen, vollständig an, dafür wird die nächste große Wiederaufbereistungsanlage über die geplanten Erweiterungen in Sellafield und La Hague hinaus in Deutschland entstehen und bis zu 1500 Tonnen pro Jahr aufbereiten soll. Die Kosten für solch eine Großanlage wurden damals auf 400 Millionen DM geschätzt. Der Bedarf einer solchen Großanlage wurde auf das Jahr 1983 geschätzt. Seitens Italien wurde stark gegen die Gründung dieses Unternehmens protestiert, da man befürchtete, dass Deutschland, Frankreich und Großbritannien damit ein Monopol schaffen würden und andere Länder, die selber Interesse haben eine Wiederaufbereitungsanlage zu betrieben, außen vor bleiben würden.[1]

Bereits bis 1973 zeigte sich infolge der Erfahrungen aus den Wiederaufbereitungsanlagen Sellafield, La Hague und Karlsruhe, dass die Aufbereitung von Kernbrennstoff aus Leichtwasserreaktoren sich schwieriger gestaltete als zunächst erwartet. Insbesondere die hohen Abbrände von 20.000 bis 30.000 MWd/t machten Probleme, die bei Kernbrennstoffen aus den MAGNOX und UNGG-Reaktoren wegen den geringen Abbränden von 2000 bis 3000 MWd/t nicht auftreten. Obwohl der gleiche Verfahrensprozess seitens der KEWA angewendet werden sollte und bereits dafür festgelegt war, musste erneut der gesamte Prozess neu orientiert und entwickelt werden.[3] Im Januar 1974 gab die KEWA bekannt, dass man mit der Ausarbeitung einer vorbereitenden Studie abgeschlossen und mit Auslegung für einer Anlage mit einer Kapazität von 1500 t/Jahr mit den Firmen Uhde und Lurgi begonnen habe. Die Vollendung der Studie war binnen 15 Monate gelant.[4]

Prognostizierte Wiederaufbereitungskapazität in Europa unter Annahme der KEWA GmbH von 1974

--> Weiter 7/1974

  • AtW 6/1974 Übersicht Beteiligung?


Einzelnachweise

  1. a b c Kerntechnische Gesellschaft (Bonn, Germany), u.a.: Atomwirtschaft, Atomtechnik, Band 16. Handelsblatt GmbH, Dezember 1971. Seite 631.
  2. Kerntechnische Gesellschaft (Bonn, Germany), u.a.: Atomwirtschaft, Atomtechnik, Band 16. Handelsblatt GmbH, November 1971. Seite 557, 564.
  3. Kerntechnische Gesellschaft (Bonn, Germany), u.a.: Atomwirtschaft, Atomtechnik, Band 18. Handelsblatt GmbH, Juli 1973. Seite 335, 336.
  4. Kerntechnische Gesellschaft (Bonn, Germany), u.a.: Atomwirtschaft, Atomtechnik, Band 19. Handelsblatt GmbH, Februar 1974. Seite 60.