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Hermann Joseph Muller

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Hermann Joseph Muller (* 21. Dezember 1890 in Manhattan, New York City, USA; † 5. April 1967 in Indianapolis, USA) war ein US-amerikanischer Biologe und Genetiker. Für die Entdeckung, dass Mutationen mit Hilfe von Röntgenstrahlen hervorgerufen werden können, erhielt er 1946 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Bekanntheit erlangte er neben seinen politischen Äußerungen, die ihn als überzeugten Eugeniker und Sozialisten kennzeichneten, auch durch seine Warnungen vor dem radioaktiven Fallout von Kernwaffen.[1]

Leben

Ausbildung

Muller wurde am 21. Dezember 1890 in New York City als Sohn von Frances und Hermann Joseph Muller Senior, einem Handwerker, geboren. Seine Mutter war Jüdin und stammte aus Großbritannien, sein Vater war ein deutscher Katholik, der als Achtundvierziger Deutschland verlassen musste. Er starb bereits 1900, als Hermann 10 Jahre alt war. Hermann Joseph Muller wuchs in Halem auf und ging dort auf eine öffentliche Schule, und später auf die Morris High School in der Bronx. Bereits mit 16 wechselte er auf die Columbia University, was seine Familie (Mutter und Schwester) dank eines Cooper-Hewitt-Stipendiums, welches er 1907 wegen seiner exzellenten Noten erhielt, finanzieren konnte. Nebenbei nahm er Aushilfsjobs bei Banken und Hotels an. Er interessierte sich bereits vom ersten Semester an für Biologie. Besonders die mendelschen Regeln, Konzepte von mutierenden Genen und Evolution hatten es ihm angetan. Er gründete 1909 einen Biology Club und wurde ein Fürsprecher der Eugenik. Die Verbindung von Biologie und Gesellschaft sollte ihn zeitlebens beschäftigen. Muller erlangte seinen Bachelor of Arts 1910.[1][2]

Da in den ersten zwei Jahren seiner Promotionsarbeit keine Stelle in Zoologie frei war, nahm er ein Stipendium an der Columbia University in den Jahren 1910/1911 an. Er begann sich für die Gene von Drosophila (eine Gattung von Taufliegen) zu interessieren, nachdem Alfred Sturtevant und Calvin Bridges, beide Assistenten im Fliegenlabor von Thomas Hunt Morgan (der 1933 den Nobelpreis für Medizin erhielt), seinem Biology Club beitraten. In den Jahren 1911/1912 fand er eine Stelle als befristete Lehrkraft für besondere Aufgaben (engl. teaching fellowship) in Physiologie am Cornell Medical College, wo Muller den Stoffwechsel erforschte. Nebenbei arbeitete er in seinem Interessensgebiet Genetik weiter, und erteilte Englischunterricht. Schließlich konnte er eine Anstellung als Lehrassistent für Zoologie in Columbia erhalten, wo er ab 1912 arbeitete.[2] Hier verfolgte er die Experimente von Morgan an Fliegen, die zur ersten Genkarte führten. Die Beiträge von Muller waren eher theoretischer Art, in Form von Erklärungen für Experimentierergebnisse und Ideen und Vorhersagen für neue Experimente. Da in den wissenschaftlichen Publikationen aber Ergebnisse und nicht Ideen veröffentlicht wurden, fühlte sich Muller hintergangen.[1]

Frühes Berufsleben

1914 offerierte Julian Huxley (Eugeniker, erster Generaldirektor der UNESCO und Gründungsmitglied des WWF) Hermann J. Muller eine Position am neugegründeten William Marsh Rice Institute (heute Rice University). Er zog deshalb 1915/1916 nach Houston um, wo ihm 1916 sein Ph.D. verliehen wurde. An der Rice University lehrte Muller Biologie, und führte seine Experimente mit Drosophila fort.[2] 1918 stellte Muller eine Theorie auf, welche die dramatischen Änderungen von Oenothera lamarckiana (Nachtkerzen) erklären sollten, welche die Grundlage für Hugo de Vries Mutationstheorie werden sollte: Die Ansammlung von rezessiven Mutationen, welche in Erscheinung treten, wenn sie reinerbig vorliegen. De Vries Entdeckung war also mit den mendelschen Regeln erklärbar, weswegen er heute als einer der Wiederentdecker der von Gregor Mendel aufgestellten Regeln gilt. Muller konzentrierte sich zunehmend auf Mutationsraten und tödliche Mutationen. 1918 überzeugte Thomas Hunt Morgan Muller wieder an die Columbia University zurückzukehren, da wegen des Ersten Weltkrieges Studenten und Assistenten fehlten.[1]

Sein Freund und Mitarbeiter Edgar Altenburg unterstützte ihn bei den Versuchen, die er neben seinem Lehrauftrag durchführte. Bei den Experimenten wurde das Geschlechterverhältnis der Nachkommen von weiblichen Fliegen als Indikator für tödliche Mutationen genommen. Die Annahme war, dass das Geschlechterverhältnis von 1:1 abweichen würde, weil es auf dem X-Chromosom zu rezessiven Mutationen kommen würde, welche sich somit nur auf männliche Nachkommen auswirken würden, da das Allel auf dem zweiten X-Chromosom des weiblichen Tieres fehlt. Muller konnte tatsächlich eine starke Abhängigkeit der Mutationsrate von der Temperatur ausmachen, was ihn zu der Annahme verleitete, dass die spontane Mutationsrate der dominierende Faktor sei. Nebenbei entdeckte er bei seinen Versuchen auch den Einfluss von chemischen Substanzen und ionisierenden Strahlen auf die Mutationsrate. 1920 veröffentlichten Muller und Altenburg ein Paper über Gene, welche die Größe von Drosophila-Flügeln beeinflussen. Bereits 1919 machte Muller eine wichtige Entdeckung, als er meinte bei einem Mutanten ein Crossing-over entdeckt zu haben, was sich später aber als Inversion herausstellte. Im Sommer 1920 wechselte Hermann Joseph Muller an die University of Texas, nachdem er dort ein attraktives Angebot als Privatdozent erhalten hatte.[1][2]

Dort lehrte er von 1920 bis 1932. Schon kurz nachdem er nach Texas kam, heiratete er die Mathematikprofessorin Jessie Marie Jacobs. An der University of Texas gingen seine Mutationsstudien weiter, ab 1923 setzte er auch Radium und Röntgenstrahlen ein, wobei die Messungen schwierig waren, da die Strahlung die Fliegen auch sterilisierte. Deshalb beschäftigte er sich wieder mehr mit Humangenetik und Eugenik; unter anderem führte er eine Studie mit Zwillingen durch die bei der Geburt getrennt wurden, welche auf einen hohen Erbanteil des I.Q.s hinwies. Trotz der negativen, einwanderungskritischen Entwicklung der Eugenikbewegung stand Muller der Eugenik weiterhin positiv gegenüber.[1] 1925 erhielt Muller an der University of Texas eine ordentliche Professur, nachdem er in den Jahren zuvor grundsätzliche Entdeckungen über die spontane Mutation machte.[2]

Ab 1926 erzielte Muller bei seinen Forschungsarbeiten eine Reihe von Durchbrüchen: Im November führte er Röntgen-Bestrahlungsversuche mit zwei Fliegengruppen durch, und konnte dadurch einen Zusammenhang zwischen tödlichen Mutationen und Strahlung entdecken.[2] Muller's Veröffentlichung „The Problem of Genetic Modification“ auf dem Fifth International Congress of Genetics in Berlin sorgte für eine Sensation, und machte ihn auch weltbekannt. Bis 1928 konnten auch andere Forschergruppen die Ergebnisse replizieren, und das Phänomen auch bei Wespen und Mais beobachten. Muller veröffentlichte in diesem Zeitraum über die möglichen Gefahren von Strahlendosen, z.B. bei Physikern, die häufig mit Röntgengeräten arbeiten. Durch die Forschungsergebnisse wuchs auch sein Labor an, musste aber mit der Weltwirtschaftskrise aus Budgetmangel wieder schrumpfen. Hermann J. Muller wandte sich daraufhin zunehmend kapitalismuskritischen Positionen zu, lud Gastwissenschaftler aus der UdSSR ein, und half bei der Herausgabe und Verteilung einer illegalen linken Studentenzeitung namens „The Spark“. Muller fühlte sich zunehmend unwohl in den USA, seine Ehe zerbrach. Gleichzeitig wurden neben Genen auch verstärkt Umwelteinflüsse für die menschliche Entwicklung verantwortlich gemacht, was seine eugenischen Ideen weniger populär machte.[1]

Im Ausland

Im September 1932 wurde Muller ein einjähriges Guggenheim-Stipendium am Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung vergeben. Muller zog deshalb nach Berlin, um mit dem russischen Genetiker Nikolai Wladimirowitsch Timofejew-Ressowski zusammen zu arbeiten.[2] Dort traf er auch auf Niels Bohr und Max Delbrück. Durch den Aufstieg der national-sozialistischen Bewegung war Mullers Aufenthalt in Deutschland zunehmend riskant, vor allem da er nachvollziehbarerweise keine Sympathien für die Bewegung hatte. Da das FBI wegen Mullers kommunistischer Agitation gegen ihn ermittelte, zog er auf Anfrage von Nikolai Iwanowitsch Wawilow in die Sowjetunion, die seiner Weltanschauung entsprach. 1933 versöhnte er sich wieder mit seiner Frau, und die Familie samt Sohn David E. Muller wohnte nun in Leningrad. Am dortigen Institut für Genetik importierte er die nötige Ausrüstung für seine Fliegenforschung. Das Institut wurde 1934 nach Moskau verlegt, ein Jahr später wurde er von seiner Frau geschieden.[1] In Moskau beaufsichtigte er ein großes Forschungslabor, und forschte weiter am Zusammenhang zwischen Genetik und Strahlung. Hier stellte er auch sein Eugenik-Buch „Out of the Night“ fertig, an dem er seit 1910 arbeitete.[3] 1936 machte allerdings der linksideologische Lyssenkoismus das Arbeiten zunehmend schwer.[2] Das zentrale Postulat des Lyssenkoismus lautete, dass die Eigenschaften von Kulturpflanzen und anderen Organismen nicht durch Gene, sondern nur durch Umweltbedingungen bestimmt würden. Genetiker wurden als „Fliegen-Liebhaber und Menschenhasser“ denunziert, und die Genetik als faschistisch und bourgeois bezeichnet.

Muller und andere russische Genetiker arbeiteten gegen Trofim Lyssenko und seine politisch korrekte Pseudowissenschaft an.[1] H. J. Muller schrieb dazu am 5. Mai 1936 einen Brief an Iosseb Dschughaschwili (Kampfname: Stalin), in dem er für seine eugenischen Ideen warb. Im Brief, in dem Muller das Wort Demokratie nur in Anführungszeichen benutzte, nennt er die Eugenik der National-Sozialisten eine bourgeoise Irreführung des Volkes im Klassenkampf. Nur die politische Linke besäße den nötigen sozialen und politischen Hintergrund, um einen vernünftigen Rahmen für die Entwicklung der Humangenetik zu setzen. Wahre Eugenik könne nur im Sozialismus verwirklicht werden, da es eine Möglichkeit sei, das Leben zu verbessern. Die menschliche Entwicklung sei weit von der Perfektion entfernt, und ohne die politischen und sozialen Hemmungen der Bourgeoisie könne dank der Gentechnik jedes Individuum ein Genie werden. Der Unterschied zwischen einem Idioten und einem normalen Menschen sei genetisch bedingt, während der Unterschied zwischen einem Wilden und einem Zivilisierten in der Umwelt bestünde. Durch Eugenik würde die natürliche Selektion ausgeschaltet, die Zeugung fände durch künstliche Befruchtung statt. Es gäbe Gegenden wo ein Überschuss an unverheirateten Frauen lebe, diese sollten dann die Kinder austragen. In der „modernen Gesellschaft“ der UdSSR könnte so auch die Frage, ob eine bestimmte Partnerschaft gesellschaftlich akzeptiert wird, vermieden werden. Der normale Sex solle nicht verboten werden, aber eine Geburtenkontrolle sei wünschenswert. Die Liebe der Eltern zu ihrem Kind hänge nicht an der Abstammung, und der Gedanke, dass die Kinder von den Eltern abstammen müssten, sei bourgeois. Stattdessen würde die durch künstliche Befruchtung geschaffene Familie, im Wissen über ihre soziale Verantwortung in der Gesellschaft, einen höheren moralischen Wert besitzen. Das Genmaterial sollte von überlegenen Individuen stammen, Muller schlug hier einen von 50.000 oder einen von 100.000 vor, dessen Genmaterial um den entspechenden Faktor vergrößert werden sollte. Bereits nach 20 Jahren seien die ersten positiven Ergebnisse sichtbar. Muller führte an, das diese seine Ideen im Interesse nachfolgender Generationen seien, und bemühte die Evolution und den Sozialismus als Argument, da letzterer eine soziale Evolution sei, und beides im Interesse der Gesellschaft fortgeführt werden müsse. Am Ende seines Briefes verdammte Muller die Rassenpolitik der nationalen Sozialisten, und die genetische „Laissez-faire-Politik“ der Liberalen, und warb bei Dschughaschwili für sein Buch „Out of the Night“.[4] Nachdem Iosseb Dschughaschwili Mullers eugenisches Buch gelesen hatte und mit dessen Inhalt haderte, musste Muller das Paradies der Werktätigen verlassen.[1]

Nach einem kurzen Aufenthalt in Madrid und Paris zog Muller und 250 Fliegen im September 1937 nach Edinburgh, wo er am Institut für Tiergenetik der Universität weiterarbeiten konnte.[2] Da 1938 der Krieg bereits in der Luft lag, hielt er wieder nach einer Anstellung in den Vereinigten Staaten Ausschau. 1939 heiratete er Dorothea (Thea) Kantorowicz, welche als Jüdin das Deutsche Reich verlassen hatte.[1] Für den Seventh International Congress on Genetics, der in diesem Jahr stattfand, schrieb Muller ein „Geneticists' Manifesto“ zu der Frage, wie die Weltbevölkerung am besten genetisch optimiert werden könnte.[5] Mit dem Biologen und Genetiker Richard Goldschmidt, der 1935 wegen seiner jüdischen Abstammung von den nationalen Sozialisten ausgebürgert wurde, lieferte er sich eine Debatte über den Aufbau von Genen.[1]

Späte Ehrung

Als Hermann Joseph Muller 1940 in die kapitalistischen USA zurückkehrte, nahm er die Vertretung einer Professur am Amherst College in der Abteilung von Otto Glaser an.[2] Nach dem Kriegseintritt der USA erhielt er eine Festanstellung und Lehrberechtigung. Hier konnte Muller einen Zusammenhang zwischen spontanen Mutationen und dem Alterungsprozess zeigen. Seine Forschungen konzentrierten sich in dieser Zeit auf spontane (dh nicht-strahlungsbedingte) Mutationen; seine Publikationsrate sank durch einen Mangel an Laborarbeitern und herausfordernden Projekten. Muller arbeitete in dieser Zeit auch als Berater des Manhattan Projekts (ohne über Details Bescheid zu wissen) und mutagene Effekte von Radar. Mullers Anstellung endete zum Jahreswechsel 1944/1945. Obwohl er sich als Sozialist politisch betätigte, konnte er eine Professur für Zoologie an der Indiana University ergattern, wo er sich wieder auf strahlungsinduzierte Mutationen konzentrierte.[1][2]

Für die Entdeckung, dass Mutationen mit Hilfe von Röntgenstrahlen hervorgerufen werden können, erhielt er 1946 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Durch die Kernwaffeneinsätze in Hiroshima und Nagasaki war das jahrelange Forschungsthema Mullers, die Gefahren ionisierender Strahlung, im Bewusstsein der Öffentlichkeit angekommen. Der Fallout von Operation Crossroads, die radioaktive Kontamination und das damit verbundene Strahlenrisiko wurden 1952 zum öffentlichen Thema, und Muller war hier der tonangebende Experte. Zusammen mit anderen politischen Wissenschaftlern wollte Muller das Risiko eines Atomkrieges eindämmen. Nachdem das japanische Fischerboot Daigo Fukuryū Maru durch den Fallout des Castle-Bravo-Kernwaffentests berieselt wurde, stieg der politische Druck. 1955 unterzeichnete Muller als einer von nur 11 Intellektuellen das Russell-Einstein-Manifest, welches der Pugwash Conference on Science and World Affairs von 1957 vorausging, die immerhin 22 Intellektuelle aus den USA, der Sowjetunion, Japan, Großbritannien, Kanada und Australien vorführen konnte.[1] 1958 unterzeichnete Muller und 11.000 andere eine Petition des politischen Wissenschaftlers Linus Pauling an die Vereinten Nationen, die ein Ende der Atomtests verlangte.

Die Linnean Society of London verlieh ihm im selben Jahr die Darwin-Wallace-Medaille, die alle fünfzig Jahre für bedeutende Fortschritte auf dem Gebiet der Evolutionsbiologie vergeben wird. Die American Mathematical Society verlieh ihm ebenfalls 1958 den Gibbs Lecture, ein jährlich vergebener Mathematikpreis, mit dem Anwendungen der Mathematik gewürdigt werden.[6] 1963 berief die Ciba Foundation eine Konferenz zur Zukunft der Menschheit ein, auf der sich die drei renommierten Biologen und Nobelpreisträger Hermann Muller, Joshua Lederberg und Francis Crick für Eugenik aussprachen.[7] Muller kehrte der Indiana University im Juni 1964 den Rücken, um am Institute for Advanced Learning in the Medical Sciences in Kalifornien für ein Jahr zu arbeiten. Am 5. April 1967 starb Hermann J. Muller im Alter von 77 Jahren an Herzinsuffizienz in Indianapolis.[2]

1973 brachte Elof A. Carlson, Genetiker und Doktorand von Muller an der Stony Brook University, zwei Sammlungen von Essays von ihm heraus: The Modern Concept of Nature und Man's Future Birthright. Wie gewohnt warb Muller auch hier für Eugenik und künstliche Befruchtung, und warnte vor einer genetischen Degenerierung der Menschheit durch unkontrollierte Vermehrung.[8] Zeitgeistgemäß prophezeite er die Kolonisierung des Weltraums mittels Nuklear- und Solarenergie, und dass vor 2057 alle größeren und kleineren Himmelskörper des Sonnensystems besucht sein würden. Ferner nahm er an, dass die Regenwälder, Wüsten und Ozeane für die menschliche Besiedelung erschlossen würden, um die steigende Zahl von Menschen unterzubringen. Das Wohlstandsniveau des durchschnittlichen Erdenbürgers würde in Zukunft dank Automatisierung und Kernenergie über dem eines heutigen (ca. 1970) US-Amerikaners liegen.[9]

Werk

Würdigung

Muller beschäftigte sich zusammen mit J. I. und Ruby M. Valencia, I. H. Herskowitz, I. I. Oster, S. Zimmering, S. Abrahamson, A. Schalet, J. D. Telfer, Helen U. Meyer, Sara Frye, Helen Byers und anderen mit dem Einfluss von Umgebungsbedingungen und Substanzen auf die Mutationsrate von Drosophila, wenn diese vor, nach, während oder ohne die Bestrahlung vorlagen. Ebenso wurde der Einfluss der Strahlungsexposition und der Gesamtdosis auf die Mutagenese der verschiedenen Zellstadien untersucht. Dabei wurden sowohl punktuelle als auch nachhaltige Veränderungen der Chromosomen studiert. Mit einer anderen Gruppe mit E. A. Carlson wurden die Wechselbeziehungen zwischen verschiedenen unabhängigen Mutationen von Muller erforscht, ihre Anordnung in den Genen sowie ihre Funktion.[2]

Das Maß an Strahlenschäden von exponierten Individuen zeigte sich langfristig durch die Mortalität, oder, in anderen Worten, einer kürzeren Lebensspanne bzw. einer beschleunigten „Alterung“. Details dazu wurden von I. I. Oster, W. Ostertag und Helen U. Meyer zusammen mit H. J. Muller erforscht. Es wurde der Beweis erbracht, dass dieser Effekt meist durch den Verlust von Chromosomen beim Teilen von somatischen Zellen verursacht wird, wenn die Chromosomen zuvor durch Strahlung gebrochen wurden. Die Gruppe stellte auch fest, dass natürliche Alterung nicht auf diesem Wege, also nicht durch die natürliche Hintergrundstrahlung verursacht wird.[2]

Eine Gruppe von Forschungsarbeiten, die Muller zusammen mit Studenten durchführte (namentlich sollten hier Margaret Lieb und S. L. Campbell genannt werden), beschäftigte sich mit Dominanz, also der Durchsetzung von Erbfaktoren. In den Studien wurden sowohl spontane als auch radioinduzierte Mutationshäufigkeiten untersucht, und die Konsequenzen der Selektion. Muller konnte hier zeigen, dass die meisten mutierten Gene unvollständig rezessiv waren, und entsprechend Heterozygot vorlagen. Versuche zur genetischen Dominanz als Dosiskompensierung zeigten, dass die Selektion normalerweise präzise an diesen Genen ansetzt, um Homozygoten zu schaffen. Die meisten genetischen Variationen in einer Population konnten auf die Wiederkehr von schädlichen Mutationen zurückgeführt werden, welche, durch selektive Elimination teilweise kompensiert, eine Erblast darstellten.[2]

Muller und sein Team führten dazu Schätzungen für Drosophila durch, und später mit Newton E. Morton und James F. Crow von der University of Wisconsin für Menschen. Diese Schätzungen beschäftigten sich mit der Mutationsrate, dem Selektionsdruck und der genetischen Last. Muller zeigte hier, das eine eugenische Politik nötig ist um eine genetische Degenerierung der Menschheit zu vermeiden, und um den technischen Fortschritt auf diesem Gebiet zu nutzen.[Ah. 1] Er führte an, dass moderne Reproduktionstechniken wie Keimzelldatenbanken und ein liberalisierter Sittenkodex es möglich machen, die Wahl der Zellen für die Reproduktion freiwillig selbst zu treffen. Dies würde eine praktikable Lösung sein, um die kulturelle Evolution zur biologischen Evolution zu nutzen.[2]

Kontroverse

Die oben aufgeführten Erkenntnisse und Schlussfolgerungen Mullers wurden vom Nobelpreiskomitee ausgiebig gewürdigt (Schweden betrieb bis 1976 eine staatliche Eugenik), ebenso in der Fachwelt. Eine Kontroversen gibt es allerdings um die Frage, welche Dosis-Wirkung-Beziehung aus Mullers Arbeiten hervorgeht. Muller selbst sah auch die sozialen Folgen seiner Entdeckung und warnte vor der unüberlegten Nutzung von Röntgenstrahlen.[1] Dies leitete er aus seinen Untersuchungen ab, welche eine lineare Dosis-Wirkung-Beziehung ohne Schwellenwert unterstützten, es also keine Dosis gab, unterhalb der die ionisierende Strahlung ungefährlich sei.[10][11] Auf Basis dieser Schlussfolgerungen, und aus der Sorge um die Konsequenzen des Fallouts für das menschliche Genom, kämpfte Muller gegen Kernwaffentests an. Mit dem Nobelpreis und der Aussage, dass selbst kleinste Strahlendosen eine Gefahr darstellen, besaß er auch das nötige Gewicht, um Regierungen und die Gesellschaft davon zu überzeugen.[1]

Als Muller Mitglied des Biological Effects of Atomic Radiation (BEAR) Komitee der US National Academy of Sciences (NAS) wurde, konnte er dort 1956 das Linear no-threshold-Modell durchsetzen. Vorher waren Muller und seine Mitstreiter eher Außenseiter gewesen, nun stellten sie den Mainstream. Wenige Jahre später wurde die Regelung auch von der UN übernommen. 1977 legte das NAS Safe Drinking Water Committee, einer Empfehlung des BEAR-Komitee folgend fest, dass das LNT-Modell auch für krebserregende Chemikalien gelten sollte. Dadurch wurde der ökoreligiöse Glaube, dass sich die Menschheit selbst vergiftet, und Grenzwerte stets so niedrig wie möglich sein sollten, pseudowissenschaftlich legitimiert.[12][13][14]

Zwar zeigt seine Korrespondenz mit Curt Stern, welche die American Philosophical Society veröffentlichte, dass er von der wissenschaftlichen Kontroverse um die lineare Dosis-Wirkung-Beziehung wusste.[15] Dies ist allerdings nicht mit seiner Nobelpreisrede zu vereinbaren, wo er erklärte, dass an einer linearen Dosis-Wirkung-Beziehung kein Zweifel bestehen könne. Als Beweis führte er die Arbeiten verschiedener Wissenschaftler an (Oliver 1930,[16] Hanson und Heys 1932,[17] Timofejew-Ressowski u.a. 1935[18]), bei denen Linearität die Strahlenschäden auf Zellen am Besten beschreiben konnte. Muller verschwieg, dass bei diesen Versuchsserien die Strahlendosis extrem hoch war, zu hoch, um für die menschliche Gesundheit relevant zu sein. Er verschwieg ebenfalls die wissenschaftlichen Untersuchungen, welche die lineare Dosis-Wirkung-Beziehung nicht unterstützten (Hanson und Heys 1929,[19] Weinstein 1928,[20] Stadler 1930,[21] Serebrovsky und Dubinin 1930[22]). Besonders seine Aussage, dass durch die Untersuchungen seines Doktoranten Raychaudhuri keine andere Schlussfolgerung möglich sei, als dass es keinen Schwellenwert gebe war obszön: Muller erwähnte nicht, dass seine Fachkollegen bereits damals Zweifel an der Untersuchung hegten, unter anderem über die Eignung der Kontrollgruppe, die hohe Varianz der Ergebnisse, ungenaue Angaben zur Vorgehensweise, kleine Probengröße, mangelnde Qualitätskontrolle, Probleme mit der Temperaturkontrolle, fehlende Daten zu letalen Genclustern, Sterilität, Geschlechterverhältnissen und dem Grund, warum nur männliche Fliegen selektiert wurden. Die Krönung war, dass der Fliegenstamm während des Versuches gewechselt wurde,[Ah. 2] und die „sehr niedrigen Dosen“ im Test zig-tausendfach über der natürlichen Hintergrundstrahlung lagen (min. Dosisleistung 0,01 r/min, dh 6 mGy/h).[23][15]

Pikant ist dabei, dass Muller von einem großen Experiment wusste, das drei Monate vor seiner Nobelpreisrede von Ernst Caspari und Curt Stern an der University of Rochester durchgeführt wurde, und keinen linearen Zusammenhang zwischen Dosis und Wirkung zeigen konnte. Diese Untersuchung war wichtig, da mit der (damals) niedrigsten Dosis bestrahlt wurde, die jemals in einem Experiment verwendet wurde: 2,5 Röntgen pro Tag, oder 25 mGy/d. Die Versuchsserie unterstützte die Vermutung, dass es einen Schwellenwert geben könnte. Der Sozialist Muller war nun in einer Zwickmühle, da er den Fliegenstamm an Stern geliefert hatte, und als Berater beteiligt war. Aus der veröffentlichten Korrespondenz zwischen Muller und Stern geht hervor, dass er um die große Bedeutung des Experimentes wusste, aber dennoch am LNT-Modell festhielt.[15] Die Aussagen Mullers in der Nobelpreisrede zur Unvermeidlichkeit des LNT-Modells sind deshalb falsch, was dieser selbst wusste. Die Untersuchung von Caspari und Stern war zwar zum Zeitpunkt der Nobelpreisrede noch geheim, da diese im Auftrag der US-Regierung durchgeführt wurde, trotzdem ist Edward J. Calabrese von der University of Massachusetts überzeugt, dass Muller bei der Nobelpreisrede eine bewußte Irreführung begang, um eine lineare Risikomodellierung durchzusetzen.[23][Ah. 3] Später ermutigte Muller Stern das Caspari-Stern-Paper zu veröffentlichen. In ihrer Korrespondenz diskutierten Muller und Stern über Unterschiede zwischen der Studie, und der von Spencer und Stern, welche LNT unterstützte. Im Caspari-Stern-Paper von 1948 wurde schließlich erwähnt, dass die Ergebnisse des Papers nicht akzeptiert werden sollten, solange der Unterschied zwischen Caspari/Stern und Spencer/Stern nicht erklärbar sei.[24] Dies war absurd und rein politisch motiviert, denn beide Studien unterschieden sich in gut zwei Dutzend Punkten: Röntgen gegen Gammastrahlen, erwachsene Männchen gegen Weibchen, Expositionszeit 2 Std. gegen 21 Tage, Unterschiede in der Dosisleistung um den Faktor 15.000, 18 °C gegen 24 °C Umgebungstemperatur, verschiedene Ernährungen usw.[11][25]

Trivia

Berliner Gedenktafel
  • 2008 wurde Hermann Joseph Muller zu Ehren eine Gedenktafel auf dem Campus Berlin-Buch enthüllt. Seine Tochter, Prof. em. Helen Juliette Muller (University of New Mexico), Prof. Hans-Jörg Rheinberger (Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte) und der Wissenschaftliche Vorstand des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch, Prof. Walter Birchmeier, posierten vor der Tafel am ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Institut (KWI) für Hirnforschung, dem heutigen Oskar- und Cécile-Vogt-Haus. In seiner Rede betrieb Prof. Rheinberger Geschichtsfälschung, indem er behauptete, Muller habe sich auf dem 3. Internationalen Eugenik-Kongress in New York von der Eugenik distanziert, und sei trotz der Warnung von Freunden in die Sowjetunion gegangen.[26]
  • Die von Muller in seinem späteren Leben propagierte liberale Eugenik ist heute praktisch weltweit verwirklicht. Durch Humangenetische Beratung, Präimplantationsdiagnostik, Pränataldiagnostik, Samen- und Eizellenbanken und Schwangerschaftsabbrüchen mit embryopathischer Indikation, oder einem liberalen Abtreibungrecht ist die Reproduktion nicht mehr von der natürlichen Selektion abhängig. Neben Banken die nur Professoren als Spender zulassen (zb in China) werden auch normale Spender sorgfältig nach Krankheitsrisiken untersucht, inklusive drei bis vier Generationen zurück.
  • Wie Linus Pauling sorgte sich Muller nicht direkt um die Gesundheit von Menschen, wenn er die genetischen Gefahren ionisierender Strahlung ansprach, sondern leitete diese aus seiner eugenischen Haltung ab.[2] Da Linus Pauling im Gegensatz zu Muller ein eugenischer Hardliner war – so forderte er 1968, dass Personen mit der genetischen Disposition eine Erbkrankeit zu entwickeln auf der Stirn tätowiert werden sollten[27][28] – kämpfte er wesentlich entschiedener gegen Kernwaffentests an als Hermann J. Muller.
  • Nach Muller ist die Muller’s ratchet benannt, ein Konzept der Evolutionsbiologie, das erklärt, warum Organismengruppen oder Populationen bestimmte Merkmale oder deren Entwicklungsrichtungen beibehalten und nicht verlassen oder umkehren können. Mit den Muller's morphs führte Muller die Begriffe amorph, hypomorph, hypermorph, antimorph und neomorph in die Genetik ein.

Weblinks

Anhang

  1. Dieser politisch inkorrekte Satz wurde wörtlich von der Internetseite des Nobelpreiskomitees übernommen. Dort steht: „Estimates were made of the effects of changes in mutation frequency, on the one hand, and of selection pressure, on the other hand, on the load. It was shown that eugenic policies are needed to avoid genetic degeneration in man as well as to bring about the genetic enhancement called for by his advances in technology and in other aspects of his culture. It was pointed out that modern reproductive technologies, such as germ-cell banks, and.....“ Die Formulierung legt also nahe, Muller habe bewiesen, dass Eugenik notwendig sei, um eine Degenerierung der Menschheit zu vermeiden.
  2. Vermutlich wollten die Fliegen nicht mitspielen, und mussten deshalb durch willigere Exemplare ersetzt werden
  3. Darin unterscheidet sich Muller nicht von anderen politisch motivierten Wissenschaftlern, die i.d.R. ebenfalls der politischen Linken zuzurechnen sind.

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p Carlson, Elof Axel: Genes, radiation, and society: the life and work of H. J. Muller. Ithaca: Cornell University Press, 1981. ISBN 0801413044
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q Nobelprize: Hermann J. Muller - Biographical, abgerufen am 19. November 2013
  3. H. J. Muller: Out of the Night: A Biologist's View of the Future Vangard, 1935
  4. John Glad, University of Maryland: Hermann J. Muller’s 1936 Letter to Stalin, The Mankind Quarterly 43 (3), Spring 2003, pp.305-319. Abgerufen am 19. November 2013
  5. Journal of Heredity: The 'Geneticists Manifesto' , 30:371-73, 1939; reprinted in: H. J. Muller: Studies in Genetics: The Selected Papers of H. J. Muller, Bloomington: Indiana University Press, pp. 545-548, 1962
  6. Muller, H. J.: Evolution by mutation, Bull. Amer. Math. Soc. 64 (4): pp 137–160, 1958
  7. John Glad: Future Human Evolution: Eugenics in the Twenty-First Century, Hermitage Publishers, 2006. ISBN 1557791546
  8. Theodosius Dobzhansky: Man's future birthright: Essays on science and humanity by H. J. Muller, Am J Hum Genet. 26(4); pp 527–528, 1974
  9. Hermann J. Muller (Author); Elof A. Carlson (Editor): Man's Future Birthright Essays on Science and Humanity, SUNY Press, 1973. ISBN 0-87395-097-6
  10. Calabrese, E.J.: The road to linearity: why linearity at low doses became the basis for carcinogen risk assessment. Arch Toxicol 83; pp 203–225, 2009
  11. a b Calabrese, E.J.: Key studies used to support cancer risk assessment questioned. Environ Mol Mut 52, 2011
  12. Bolt, H.M.; Marchan, R; Hengstler, J.G.: Low-dose extrapolation in toxicology: an old controversy revisited. Arch Toxicol 83; pp 197–198, 2009
  13. Calabrese, E.J.; Baldwin, L.A.: Toxicology rethinks its central belief. Nature 421; pp 691–692, 2003
  14. Hoffmann, G.R.: A perspective on the scientific, philosophical, and policy dimensions of hormesis., Dose-Response 7; pp 1–51, 2009
  15. a b c American Philosophical Society, Philadelphia: (1946/1947a) Curt Stern Papers, Hermann J. Muller File
  16. Oliver, C.P.: The effect of varying the duration of X-ray treatment upon the frequency of mutation. Science 71 pp 44–46, 1930
  17. Hanson, F.B.; Heys, F.: Radium and lethal mutations in Drosophila further evidence of the proportionality rule from a study of the effects of equivalent doses differently applied. Am Nat 66 pp 335–345, 1932
  18. Timofeeff-Ressovsky, N.W.; Zimmer, K.G.; Delbruck, M.: Nachrichten von der Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen. Über die Natur der Genmutation und der Genstruktur, Biologie Band I, Nr. 13, 1935
  19. Hanson, F.B.; Heys, F.: An analysis of the effect of the different rays of radium in producing lethal mutations in Drosophila. Am Nat 63 pp 201–213, 1929
  20. Weinstein, A.: The production of mutations and rearrangements of genes by X-rays., Science LXVII pp 376–377, 1928
  21. Stadler, L.J.: Some genetic effects of X-rays in plants. J Hered 21 pp 3–19, 1930
  22. Serebrovsky, A.S.; Dubinin, N.P.: X-ray experiments with Drosophila. J Hered 21 pp 259–265, 1930
  23. a b Calabrese E.J.: Muller’s Nobel lecture on dose–response for ionizing radiation: ideology or science?, Arch Toxicol 85; pp 1495–1498, 2011
  24. Caspari, E; Stern, C.: The influence of chronic irradiation with gamma-rays at low dosages on the mutation rate in Drosophila melaogaster. Genetics 33 pp 75–95, 1948
  25. WARREN P. SPENCER AND CURT STERN: Experiments to Test the Validity of the Linear R-Dose/Mutation Frequency Relation in Drosophila at Low Dosage. Genetics 33(1) pp 43–74, Januar 1948, Interne Veröffentlichung vom 25. November 1947
  26. Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC): „Berliner Gedenktafel“ für amerikanischen Genetiker Hermann Joseph Muller, Nr. 24/ 27. Mai 2008, abgerufen am 21. November 2013
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