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Kernkraftwerk Belene

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Kernkraftwerk Belene
Standort
Land Flag of Bulgaria.svg Bulgarien
Oblast Plewen
Ort Belene
Koordinaten 43° 37′ 44″ N, 25° 11′ 24″ OTerra globe icon light.png 43° 37′ 44″ N, 25° 11′ 24″ O
Reaktordaten
Eigentümer Bulgaria's National Electricity Company
Betreiber Kernkraftwerk Kosloduj plc
Bau storniert 2 (2000 MW)
Zusatzfunktion Fernwärme
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Die Quellen für diese Angaben sind in der Zusatzinformation einsehbar.

Das Kernkraftwerk Belene (bulgarisch Белене АЕЦ) sollte zwischen den bulgarischen Städten Belene und Swischtow in der Oblast Plewen entstehen. Das an der Donau gelegene Kraftwerk sollte das zweite Kernkraftwerk Bulgariens werden nach dem Werk in Kosloduj. Obwohl 1986 mit dem Bau begonnen wurde gab es 1991 nach Zerfall der Sowjetunion einen Baustopp. Im Jahre 2003 wurde aufgrund der Entwicklung der Elektrizitätswirtschaft der Bau des Werkes wieder aufgenommen und neu ausgeschrieben. Allerdings gibt es mit dem Gewinner der Ausschreibung, das Russische Unternehmen Atomstroiexport einen jahrelangen Streit über die Kosten für das Werk. Der Bau des Werkes wurde 2012 storniert, allerdings hat die von den Sozialdemokraten geführte Opposition ein Referendum gegen das Werk erwirkt. Die gefertigten Komponenten des ersten Block sollten nun dem siebten Block in Kosloduj dienen, was jedoch auf den Ausgang des Referendums ankommt.

Geschichte

Anfangs de 1970er plante Rumänien und Bulgarien den Bau eines gemeinsamen Wasserkraftwerks an der Donau bei Belene. Das Kraftwerk Belene-Cioara sollte von beiden Staaten genutzt werden.[1] Geplant war die Errichtung der Staustufe etwa 14 Kilometer unterhalb der Stadt Turnu Măgurele entstehen. Bulgarien und Rumänien sollten nach Einzelheiten beide eine Staustufe und die dazugehörige Schleuse errichten. Ein ähnliches baugleiches Projekt sollte bei Cernavodă entstehen. Allerdings verlor Bulgarien sein Interesse, nachdem ein Kernkraftwerk nahe Belene rentabler erschien. Die gleiche Entscheidung fiel auch für das Projekt in Cernavodă.[2] Anfang der 1980er wurde mit entsprechenden Vorarbeiten begonnen.[3] Die Anlage sollte aus vier Reaktoren mit je 1000 MW bestehen,[4] dass bis in die 1990er den betrieb aufnehmen sollte.[5] Der Standort selbst bietet jedoch Platz für insgesamt sechs Reaktoren.[6] Im Jahr 1983 wurde der erste Block bei Atomenergoexport bestellt, 1985 der zweite.[7] Im Jahre 1986 wurden entsprechende Lieferverträge mit Škoda unterzeichnet, die das gesamte Reaktorequipment für die Blöcke liefern sollte. Die Abwicklungen liefen über die Exportsparte Škodaexport.[8] Bis 1987 wurde das technische Design der Blöcke vollendet.[9] Durch die Katastrophe von Tschernobyl ein Jahr zuvor wurden noch konstruktive Änderungen an den Sicherheitseinrichtungen vorgenommen.[10]

Bau

Noch im Jahr 1987 wurde eine Vielzahl von Arbeitern von der Baustelle des Kernkraftwerks Kosloduj nach Belene verlegt,[11] sodass am ersten Januar 1987 der Bau des ersten Blocks begonnen werden konnte.[12] Der Bau des zweiten Blocks begann rund vier Monate später am 31. März 1987.[12] Bereits 1988 war der erste Reaktordruckbehälter von Škoda Pilzen fertiggestellt worden, der erste Druckbehälter der 1000 MW-Klasse der in der Tschechoslowakei gefertigt wurde. Der Wert des Behälters lag bei 140 Millionen Dollar. Zwischen 1988 und 1991 sollte die Auslieferung erfolgen. Ein entsprechendes Protokoll wurde zwischen den Handelsminister der Tschechoslowakei und Bulgarien unterzeichnet.[13] Bis 1989 konnten die Kühlwasserleitungen fertigt verlegt werden und die Ballastmatten für die Fundamente beider Blöcke gelegt werden. Weitere Fortschritte hatte nur Block eins aufzuweisen, bei dem bereits die Fundamente der Reaktorhalle und der Turbinenhalle gegossen waren, das Reaktorgebäude bereits eine Höhe von 13,20 Metern aufwies und die Dieselgneratorengebäude errichtet waren. Weiter waren bereits die ersten Tragstrukturen der Turbinenhalle aufgestellt worden.[9] Dadurch sich jedoch die politische Lage veränderte gab es auch zunehmenden Widerstand gegen die Anlage von Umweltschützern in Bulgarien, was auch ein Folgeeffekt der Katastrophe von Tschernobyl war.[14]

Im Jahr 1990 kam es in Swischtow zu Streiks und Protestkundgebung gegen die Anlage,[15] die am 15. Februar zu einer Menschenkette führte, die sich um das Kernkraftwerk Belene aufbaute. Am 26.Februar stoppte die Regierung den Bau des Werkes,[16] offiziell jedoch aufgrund von finanziellen Problemen. Seither wurden weitere finanzielle Anstrengungen in die Erhaltung der bereits angelieferten Komponenten gesteckt.[9] Man erwartete jedoch eine endgültige Entscheidung, was mit dem Werk passieren soll, jedoch wurde diese durch ökologische Probleme erschwert, wobei est 50 % der konventionellen Arbeiten am Werk beendet wurden, der Rest jedoch unvollendet blieb. Aufgrund des Energiemangels in Bulgarien stand jedoch eine Stornierung des Projekts nicht auf dem Plan. Ebenso beeinflussten die Bewertungen zwei OSART-Missionen der Internationalen Atomenergiebehörde zwischen dem zweiten und 20. Januar 1991 und 14. bis 25. Januar 1991 die Entscheidung, die das Design der Anlage prüften hinsichtlich der Sicherheit des Reaktorkerns, der Sicherheitseinrichtungen sowie das Verhalten des Designs bei einem etwaigen Auslegungsunfalls. Die Bewertung fiel eindeutig aus:[17]

  • Das Reaktordesign entspricht Druckwasserreaktoren, die aktuell gebaut werden und damit Stand der Technik
  • Keine problematischen Sicherheitsprobleme wurden am Anlagendesign festgestellt
  • Das Design stellt gute Verbesserungsmöglichkeiten für die Blöcke fünf und sechs des Kernkraftwerks Kosloduj dar

Der Bericht endet mit dem Ergebnis, dass es keinen Grund gebe warum Belene nicht in der Zukunft als Standort für ein neues Kernkraftwerk mit diesem Design geeignet wäre. Seitens der Bulgarischen Aufsichtsbehörde wurde das Design jedoch überdacht, dadurch bereits Betriebserfahrungen mit einem ebenso angepassten, nahezu identischen Design durch den fünften Block des Kernkraftwerks Kosloduj bestehen. Erst nach genauer Analyse dieses Blocks sowie baugleicher Reaktoren in der Sowjetunion sollte die Zukunft des Werkes entschieden werden. Die Genehmigungsbehörde stellte eindeutig klar, dass vorher keine Betriebsgenehmigung für Belene genehmigt werden würde, sofern keine Verbesserungen und Funktionsnachweis gegen folgende Fälle erbracht wurden:[17]

  • Schutz gegen Erdbeben im Falle einer Auslegungsüberschreitung
  • Sicherheit und Wirkung der Sicherheitssysteme
  • Designdokumentation des Sicherheitsbereichs, dadurch die Daten nicht mit den operativen Ergebnissen baugleicher Blöcke übereinstimmen
  • Nachweis der Qualitöätsdokumentationen einzelner Komponenten (Häufiges Problem bei sowjetischen Reaktormodellen)
  • Sicherheitsanalysyen des Designs, dadurch die sowjetische Seite keine Nachweise über die Sicherheit dieser Baulinie zur Verfügung stellte

Weitere Probleme und Kritik stellten die Lage des Werkes selbst dar, dadurch das Gebiet als Erdbebenregion gilt.[18] Besonders Engagiert zeigte sich hinsichtlich dieses Risikos die Protestgruppe Ecoglasnost.[16] Allerdings gab es im Jahr 1991 noch die Entscheidung seitens der Bulgarischen Regierung die Reaktoren in Belene in naher Zeit doch zu vollenden um die beiden ältesten Reaktoren in Kosloduj zu ersetzen. Ein fester Termin wurde jedoch nicht gesetzt,[19] lediglich die Inbetriebnahme der Anlage wurde für frühstens 1994 vorausgesagt. Dies wurde jedoch von den 18 Umweltgruppierungen des Landes stark kritisiert, hauptsächlich aufgrund der Erdbebengefährdung. Durch die starke Unabhängigkeit der Gruppierungen formierte sich eine starke Lobby gegen die Anlage. Obwohl die Anlage in Kosloduj weitaus mehr Gefahrenpotential bietet und Probleme aufweist, fokussierten sich die Gruppierungen hauptsächlich auf Belene.[20] Die Bulgarische Regierung entschied sich jedoch anschließend den Baustopp vorerst zu belassen und bis zum Jahr 2010 den Betrieb der Blöcke drei bis acht des Kernkraftwerks Kosloduj fortzuführen. Erst danach wäre über die Aufhebung des Baustopps zureden. Die Stadt Swischtow wollte im Falle einer Wiederaufnahme des Baus ein Refeendum durchführen. Ein Vertreter der Bezirksverwaltung lehnte dieses jedoch eigenmächtig ab, weshalb vor dem Kriegsgericht in Veliko es zu einem Prozess kam. Allerdings wurde das Referendum vor Gericht abgewiesen, dadurch es keine lokale Angelegenheit sei, sondern eine Nationale ob das Kernkraftwerk errichtet werden würde oder nicht. Auch die Firmen Westinghouse und Siemens äußersten sich zu dem Erdbebenrisiko des Standortes, bewerteten das Gebiet jedoch als kaum Gefährdet, weshalb der Standort Belene bevorzugt werden würde und zudem alle internationalen Sicherheitsstandards garantiert werden können.[21]

Fertigstellung

Bereits 1994 gab es erneute Überlegungen die Anlage zu vollenden und bis 2010 in Betrieb zu setzen, allerdings nur einen der zwei Reaktoren. Theoretisch könnte die Ausrüstung der Anlage preisgünstig aus Russland erworben werden durch die dortige Stornierung zahlreicher Blöcke gleicher Bauart. Allerdings müssten die Untersuchungen des Standortes erneut vorgenommen werden, ebenso die Untersuchung auf die Erdbebenwahrscheinlichkeit. Als Alternativ-Konzept wurde auch der Bau eines Kernkraftwerks einer Firma aus des westlichen Teil der Erde diskutiert. Seitens der Energiekommission Bulgariens gäbe es keine wirtschaftlichere Alternative als die Nutzung der Kernenergie zur Elektrizitätserzeugung.[22] Die Bulgarische Regierung wollte zur Finanzierung die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung um einen Kredit für die Anlage bitten.[23] Seitens der Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung wurde die Anlage in Belene sicherheitstechnisch als akzeptabel eingeordnet. Als Alternativprojekt wurde der Zubau eines weiteren Reaktors in Kosloduj erwogen.[24] Allerdings würden sich westliche Firmen sowie Russland an den Aufbau des Werkes in Belene beteiligen.[25] Allerdings fehlten der Regierung insgesamt 1,3 Milliarden Dollar für eine Fertigstellung des Werkes.[26] Noch am 27. November 1995 unterzeichnete Russland mit Bulgarien ein Abkommen über die Finanzierung des Werkes mit einem Kredit von Russland.[27]

Seitens der Électricité de France gab es Interesse an einer Beteiligung am Werk. Nachdem jedoch der eventuelle Fortbau bekannt wurde begannen die Proteste erneut. Auch Organisationen in anderen Ländern wurden aufgerufen sich an den Protesten zu beteiligen und für alternative Energien in Bulgarien zu demonstrieren.[26] Allerdings stellte bereits die Finanzierung des Projekts Probleme, dadurch sich keiner investor finden konnte, der die noch fehlenden rund eine Milliarden Dollar decken könnte[28] Erst um das Jahr 2000 wurden die Planungen für Belene geändert und der Bau eines 600 MW starken Rektors bevorzugt, der seitens Russland preiswerter wäre und bereits 2006 den Betrieb hätte aufnehmen können.[29]

Neue Ausschreibung

Mit der Verabschiedung des im Juni 2002 beschlossenen neuen Gesetzes zur friedlichen Nutzung der Kernenergie wurden die Ansprüche der Gesetzesvorgaben dem internationalen Stand angepasst.[9] In der Folge bewarben sich für eine neue Ausschreibung insgesamt fünf Firmen, darunter Atomstroiexport, die Škoda-Allianz, Westinghouse, Areva und Atomic Energy of Canada Limited. Allerdings bescheinigte die Presse aufgrund interner Briefe zwischen der kanadischen Anbieterin Atomic Energy of Canada Limited und der Bulgarischen Regierung die besten Chancen auf das Projekt.[30] Ein im November 2004 veröffentlichter Studienbericht zur Analyse der Reaktordesigns auf Wirtschaftlichkeit und die technische Ausrüstung hat jedoch ergeben, dass zwei Druckwasserreaktoren am geeignetsten schienen. Im Januar 2005 wurden entsprechende Anhörungen vor Ort in Belene vorgenommen. Am achten April 2005 wurde schließlich in der Entscheidung 260 des Ministerrates der Bau des Kernkraftwerks Belene gene,hmigt mit einer Kapazität von 2000 MW. Auf der Basis der Ergebnisse wurde am zehnten Mai 2005 ein Auswahlverfahren für die entsprechenden Bieter eröffnet, bei dem sich nur Atomstroiexport und die Škoda-Allianz bewarben.[9] Obwohl beide die gleichen Baulinien vermarkten wollen sind die Angebote unterschiedlich. Jedes der beiden Unternehmen legte mehrere Bauvarianten vor.[31]

Atomstroyexport trat mit insgesamt vier verschiedenen Bauvariantenan:[31]

  • Die Variante AES-88 war das Hauptangebot des Konzerns mit dem Bau von einen der WWER-1000/320 und einen WWER-1000/466B. Das Reaktordesign von Block zwei bietet ein dreifaches redundantes Sicherheitssystem und gleicht mit dem Containment stark dem WWER-1000/320, der bisher in Belene errichtet worden war. Allerdings enthält das Design einen Kernfänger, der im Falle einer Kernschmelze das Corium nach Austreten aus dem Reaktordruckbehälter auffängt. Außerdem sind mehrfach redundante passive Sicherheitseinrichtungen vorhanden. Im Angebot enthalten war die Lieferung beider Turbinen und der Generatoren. Für Block 1 kam eine Turbine vom Typ K-1100-60/1500-2M infrage in Kombination mit einem Generator vom Typ TWW-1000/4UZ. Für Block zwei wiederum eine herkömmliche Turbine vom Typ K-1000-60/300 mit selben Generator. Die elektrische Leistung jedes Block läge dann bei 1040,5 MW brutto, netto bei 1001,6 MW. Die Standzeit des ersten Blocks wäre bei rund 40 Jahren gelegen, die des zweiten bei 60 Jahren. Gleichzeitig hätten die bestehenden Strukturen und Ausrüstungsgegenstände vollständig fort genutzt werden können und das schneller als die anderen Varianten innerhalb von 5,5 Jahren den ersten Block, innerhalb von 6,5% Jahren den zweiten. Allerdings würden zwei unterschiedliche Reaktortypen errichtet werden, die viele neue Technologien mit alten mischen.
  • Die AES-88-Alternativen wurden zusätzlich zum Hauptangebit angeboten und umfassen zwei Konzepte:
    • A87: Errichtung beider Blöcke als WWER-1000/466B, jedoch ohne Lieferung der Turbinen und Generatoren, die allerdings optional in das Angebot integriert werden können.
    • N87: Umfasst ausschließlich den nuklearen Teil der Anlage. Hier wird nur die Errichtung des nuklearen Teil angeboten im AES-88-System.
WWER-1000/392 als AES-92
  • Die Variante AES-92 war ein sekundäres Angebot und sah den Neubau des Werkes vor mit zwei Reaktoren vom Typ WWER-1000/466B. Im Gegensatz zum AES-88 besitzt das Design vierfach redundante Sicherheitssysteme und ein Doppelcontainment. Weiter sind ebenfalls passive Sicherheitseinrichtungen sowie ein Kernfänger bei jedem Block vorhanden. Bei dem Angebot war ebenfalls die Lieferung der Turbinen vom Typ K-1000-60/3000 inbegriffen mit den Generatoren vom Typ TWW-1000-2UZ. Beide Blöcke würden die leistungsstärksten Varianten darstellen, die angeboten wurden mit einer Leistung von 1049,7 MW brutto und 1011 MW netto. Die Standzeit beider Blöcke läge bei 60 Jahren. Jedoch wäre die Bauzeit mir 6,5 Jahren für Blocke ins und 7,5 Jahren für Block zwei relativ lang gewesen. Das war jedoch der einzige bewertete Mangel des Angebotes.

Die Škoda-Allianz bot insgesamt zwei Varianten an, beide auf Basis von zwei WWER-1000/320-CS, wie sie am Standort Temelín betrieben werden:[31]

  • Die Variante Škoda E sah den Bau von zwei Reaktoren vor und die möglichst effiziente Nutzung der existierenden Strukturen. Die Turbinen sollten vom Typ MTD80 1000 MW/3000 sein und in Kombination mit einen Generator vom Typ H682 972/2-HV betrieben werden. Als Alternative wurde die Nutzung der bereits in Fertigung befundene Turbine des ehemaligen Sowjetprojekts vorgeschlagen, wobei für Block zwei eine Turbine von Škoda zum Einsatz kommen muss, da noch keine gefertigt wurde. Mit einer Leistung von 1035,8 MW brutto und 985,8 MW netto stellt dieses Angebot das Leistungsschwächste dar. Zudem beträgt die Standzeit in diesem Falle pro Block nur 40 Jahre. Bei den passiven Sicherheitssystemen fällt das Design vollkommen aus der Reihe, dadurch es außer den aktiven Systemen keine zusätzlichen passiven Systeme gibt. In diesem Falle fällt es sogar aus den Vorgaben der Ausschreibung aus. Die Bauzeit des ersten Blocks würde sechs Jahre betragen, die des zweiten 7,5 Jahre.
  • Die Variante Škoda G sieht das gleiche Angebot vor wie für Škoda E. Der einzige Unterschied liegt in der Bauweise dar Anlage. Bei Škoda E werden die vorhandenen Strukturen abgerissen und vollständig von der grünen Wiese an neu errichtet. Die Bauzeit des ersten Blocks würde hierbei rund 7,5 Jahre betragen, die von Block zwei insgesamt acht Jahre und elf Monate. Die technischen Parameter sind identisch mit denen der Variante Škoda E.

In einem Punkteverfahren wurden die verschiedenen Konzepte bewertet. Am besten schnitt das Angebot AES-92 von Atomstroiexport ab, gefolgt vom Basisangebot mit AES-88. Auf den beiden letzten Plätzen waren die Angebote von der Škoda-Allianz. Einer der wichtigsten Gründe weshalb das AES-92 entsprechend abschnitt war die Fortschrittlichkeit und die Sicherheitskonfiguration der Anlage. Zudem ist diese Reaktoranlage die einzige die nicht in früher Zeit mit Sicherheitsnachrüstungen ausgestattet werden. Im Endergebnis wurden nur noch die beiden besten Angebote beider Bieter gewertet. Den ersten Platz belegte schließlich das AES-92-Angebot von Atomstroiexport mit zwei WWER-1000/466B und einem Preis von 3.997.260.000 Euro, gefolgt vom Angebot der Škoda-Allianz mit Variante Škoda E für zwei WWER-1000/320 bei einem Preis von 4.098.000.000 Euro. Ein weiterer Grund liegt im Erzeugungspreis, der beim Atomstroiexport-Angebot bei 36 bis 37 Euro pro Megawattstunde lag, beim Škoda-Angebot jedoch bei 40 bis 43 Euro je Megawattstunde. Ausschlaggebend war jedoch der Aufkauf der alten Komponenten des Werkes seitens Russland,[31] weshalb sich die Nationale Elektrizitätsgesellschaft für das Angebot von Atomstroiexport mit zwei AES-92 entschied. Am 29. November 2006 wurde ein entsprechendes Abkommen hierfür unterzeichnet.[9] Der Vertrag umfasst neben den Lieferungen von Atomstroiexport die Installation von Leittechnik der Firma Areva. Seitens Atomstroiexport wurde zusätzlich die Beteiligung Siemens an dem Projekt favorisiert.[32]

Am zweiten Mai 2007 bot die Nationale Elektrizitätsgesellschaft insgesamt 49 % von dem Werk für einen Partner zum Erwerb an. Die Gesellschaft selber behält jedoch mit 51 % den Mehrheitsanteil. Durch einen zweiten Investor würde die Anlage entsprechend finanziert werden können. Weiter hoffte die bulgarische Regierung auf Förderungen der Europäischen Investmentbank im Rahmen des Euratom-Abkommens.[33] Bis Juli gaben insgesamt sechs Unternehmen ihr Interesse an dem Werk bekannt, darunter Electrabel (Belgien), Enel (Italien), ČEZ (Tschechien), Électricité de France (Frankreich), E.ON und RWE (beide Deutschland). Vier weitere Unternehmen, darunter ATEL, Elektrizitätsgesellschaft Laufenburg (beide Schweiz), Endesa (Spanien) und Kumerio Med (Kuperhütte aus Belgien) waren ebenfalls interessiert, jedoch nur an einer 25 Prozentigen Beteiligung.[34] Bis zum ersten Oktober 2007 wurden von den entsprechenden Unternehmen einige Angebote angefordert für die Beteiligung an dem Werk. Alle fünf großen Interessenten an den 49 % wurden dazu aufgefordert, allerdings lies die Électricité de France als einziges Unternehmen diese Aufforderung bis zum ersten Oktober verstreichen und war somit als möglicher Teilhaber ausgeschieden. Währenddessen wurde seitens Euratom eine Förderung des Projekts mit 300 Millionen Euro bewilligt.[35] Jedoch gab im Dezember die Nationale Elektrizitätsgesellschaft den Bietern für das Projekt bekannt, die Angebote zu Verbessern hinsichtlich einer eventuellen zukünftigen Rolle als Manager des Werkes, nicht nur als Teilhaber.[36]

Seitens Russland stellt Belene einen wichtigen Schritt innerhalb der Europäischen Union dar, denn Atomstroiexport erwartete als Folge eventuelle Folgeaufträge innerhalb der Europäischen Staaten, die neue Perspektiven für dieses Reaktordesign schaffen könnten.[37] Während dessen gab es jedoch neue Probleme beim Projekt. Aufgrund von Protesten seitens Greenpeace gegen eine Kreditvergabe durch die Italienische UniCredit-Group gab diese als Antwort bekannt, dass die Risiken der Kernenergie in zukünftigen Generationen ein schwieriges Thema darstellen.[38] Als direkte Folge stieg die Bank aus etwaigen Finanzierungen von Belene aus.[39] Für Bulgarien selbst wurde Belene jedoch zur Lösung der Energieprobleme des Landes, weshalb Wirtschafts- und Energieminister Petar Dimitrow die Fertigstellung des Kernkraftwerks weitaus höhere Wichtigkeit voranstellt als den Ausbau von Wind- und Solarenergie.[40] Am zwölften März 2008 wurde letztlich eine Endauswahl über die möglichen Investoren des Werkes getroffen, in der sich Electrabel und RWE qualifizierten.[41] Allerdings gab es bereits vorgher Spekulationen, dass RWE sein Interesse an dem Werk verloren habe, weshalb der zuständie Projektmanager für Belene, Holger Biet nach Sofia flog und ein Treffen mit dem Wirtschafts- und Energieminister Petar Dimitrow organisierte, in dem er hervorhob, dass das Unternehmen seine Position für Belene halte und sich beteiligen möchte.[42]

Am dritten September 2008 wurde eine Zeremonie zur Erschließung des Standortes eingehalten und markiert damit den Beginn der ersten Arbeiten am Standort. Anwesend waren der Premierminister Bulgariens, Sergei Stanischew sowie Vertreter von Atomstroiexport, Areva und Siemens. Im Oktober 2008 wurde RWE als 49 % Anteilseigner von Belene bestimmt und hat sich damit gegen den Konkurrenten Electrabel aus Belgien durchgesetzt. Damit muss sich das Unternehmen mit 1,275 Milliarden Euro an dem Projekt beteiligen, wobei zusätzlich 300 Millionen seitens eines Kredits von RWE zur Verfügung standen.[43] Im Juni 2009 wurde mit den Ischora Werken ein 114&nbso;Millionen Dollar Vertrag aufgesetzt für die Lieferung der beiden neuen Reaktordruckbehälter, die entsprechenden Einbauten des Reaktors sowie wichtige Rohrleitungen. Ein zweiter Vertrag für die Lieferung der acht Dampferzeuger wurde separat unterzeichnet und bietet ein Finanzvolumen von 90 Millionen Euro. Die Komponenten sollten Planmäßig zwischen 2010 und 2012 angeliefert werden.[44] Nachdem im Juli 2009 eine neue Regierung gewählt wurde gab es Pläne über die Änderung der Finanzierung des Projekts auf pur privatwirtschaftliche Verfahren. Nebenher gab es auch Differenzen zwischen der Nationalen Elektrizitätsgesellschaft und dem RWE über die Finanzierung, dadurch das RWE in den meisten Fällen Garantien haben wollte, die Bulgarien nicht überall geben konnte. Allerdings stand die neue Bulgarische Regierung zu dem Projekt und schloss eine Stornierung aus.[45] Allerdings gab es auch politische Änderungen, die indirekt Belene betreffen, denn das Wirtschafts- und Energieministerium wurde in zwei eigene Ministerien gesplittert und damit nur noch das Energieministerium für Belene verantwortlich. Der Energieministerposten war allerdings sechs tage vor Aufnahme der Regierungsarbeit nicht besetzt worden, dadurch die bulgarische Regierung eine erfahrene Person haben wollte, vorzüglich wurde auf Vladimir Uruchev spekuliert, ein Mitglied des europäischen Parlaments.[46]

Der neue Energieminister wurde schließlich Traicho Traikov, der jedoch bereits in den ersten Wochen die letzten Entscheidungen zum Kernkraftwerk Belene auf den Prüfstand stellte und möglicherweise einige Abkommen mit Russland reverdieren würde. Das RWE kündigte währenddessen in der Financial Times an, dass der Konzern jeder Zeit bereit sei aus dem Projekt auszusteigen. Als weiteres Problem kommt hinzu, dass die anderen Bieter die sich an dem Projekt zu 49 % beteiligen wollten, aufgrund des Finanzierungskonzeptes der neuen Regierung ebenso ihr Interesse an dem Projekt verloren haben. Die Financial Times bewertete daher einen eventuellen Ausstieg von RWE aus dem Projekt als ein Ende des Kernkraftwerks Belene. Die Interessengruppierung Bulatom warnte die Regierung ebenso von einem Ausstieg aus dem Projekt, dass die bereits angespannte Netzsituation weiter verschärfen könnte. Seitens der Bulgarischen Regierung wurde neben RWE die Beteiligung der staatlichen Bulgarischen Energieholding diskutiert, die allerdings zusammen mit der Nationalen Elektrizitätsgesellschaft niemals ein zweiblöckiges Kernkraftwerk finanzieren könnte.[47] Allerdings stellte man am ende fest, dass in allen Fällen Geld fehlen würde, auch in der bestehenden Situation, sofern der Staat seinen Anteil dem Werk verringert. Als Lösung focierte man von der Nationalen Elektrizitätsgesellschaft und ihrem Anteil von 51 % etwa 20 % abzusplittern, ein Tochterunternehmen mit der Nationalen Elektrizitätsgesellschaft als Mehrheitseigentümer zu gründen und bulgarische Unternehmen daran teilhaben zulassen. Ein ähnliches Konzept war bisher vorgesehen gewesen zusammen mit RWE zum Betrieb des Werkes.[48]

Im Oktober 2009 wurde ein weiterer Komponentenauftrag von Atomstroiexport an Power Machines vergeben zur Lieferung der zwei Generatoren und Turbinen, einschließlich der Kondensatoren. Weiter enthält der Vertrag ein Abkommen über die Lieferung der entsprechenden Hilfssysteme. Zusammen sollten diese Komponenten zwischen 2011 und 2012 geliefert werden.[49] Allerdings gab es einen großen Rückschlag, nachdem am 28. Oktober 2009 RWE endgültig aus dem Projekt ausstieg und damit seinen 49 Prozentigen Anteil aufgab. Als Grund nannte das RWE die Finanzierung des Projekts, die seitens der Bulgarischen Regierung und der Nationalen Elektrizitätsgesellschaft nicht eindeutig geregelt werden konnte. RWE konnte keine Gesellschaft finden, die deren Anteile übernehmen wollte, weshalb diese an die Nationalen Elektrizitätsgesellschaft zurückgegeben wurden.[50] Seitens der Bulgarischen Regierung wurde als Folge eine neue Ausschreibung angekündigt für etwa 49 % des Projekts. Weiter sollen für etwaige Kredite jedoch keine Staatsgarantien mehr vergeben werden.[51] Allerdings rückte gegen Ende November eine Alternativoption für Belene ins Licht durch einen Neubau ein Kosloduj. Allerdings würde sofern die Marktlage entsprechende Resonanz bildet der Bau von zwei Nuklearprojekten ebenso funktionieren, allerdings gibt es bei Belene eben die Frage der Finanzierung. Seitens Russland stünde das Angebot über einen 3,8 Milliarden Euro-Kredit für das Werk in Aussicht, das jedoch Bulgarien bisher ablehnte.[52]

Im Februar 2010 belief sich das Kreditvolumen das von Russland angeboten wurde auf nur noch zwei Milliarden Euro, eine reduzierte Summe die von Bulgarien maximal angenommen werden würde. Der Bulgarische Finanzminister Simeon Djankow wollte allerdings auf keinen Fall diesen Kredit annehmen. Rosatom bot im Gegenzug auch eine Beteiligung an dem Werk zu 30 bis 35 % an und gleichzeitig eine Beizahlung von zwei Milliarden Euro. Allerdings führen diese finanziellen Fragen zu Spannungen in den Beziehungen zwischen Russland und Bulgarien, die sich bei einem Besuch des Ministerpräsidenten in Sofia widerspiegelten.[53] Bis zur Deadline am ersten April 2010 fällte die Regierung Bulgariens keine Entscheidung zur eventuellen Beteiligung von Rosatom an dem Werk. Die Bulgarian Energy Holding hingegen, die 2008 mit verschiedenen Unternehmen aus Bulgarien gegründet wurde, darunter das Kernkraftwerk Kosloduj, die Nationele Elektrizitätsgesellschaft, Bulgargaz, den Maritsa Istok Minen und dem Kraftwerk Maritsa Istok II, möchte das gesamte Finanzierungsmodell des Werkes weiter abändern. Obwohl die Holding einen Beitrag von vier Milliarden Euro leisten kann, fehlen weiter rund zwei Milliarden Euro zur Vollendung des Werkes.[54] Ein weiteres Problem war jedoch, dass Nachrechnungen den ehemaligen Preis des Werkes für rund vier Milliarden für unrealistisch hielten. Mit eingerechneter Inflationsrate lägen die Kosten zwischen sechs und zehn Milliarden Dollar.[55] Damit wurde prognostiziert, dass die Megawattstunde aus dem Werk nicht nur 40, sonder 60 Euro kosten würde.[56]

In der Folge der Preiskalkulationen setze sich Bulgarien eine Preisgrenze von sieben Milliarden Euro und damit eine vorläufige Verlängerung des Vertrags mit Atomstroiexport um sechs Monate. Bojko Borissow wollte jedoch das Projekt noch um 700 bis 800 Millionen Euro im Preis drücken. Nach Rechnungen des Finanzministers wird das projekt jedoch nicht billiger, sondern bis 2020 zwischen acht und neun Milliarden Euro kosten. Aufgrund dieser Preisprobleme stufte die Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit der Nationalen Elektrizitätsgesellschaft von BB auf BB- ab. Die direkte Folge ist eine offene Frage, ob die Gesellschaft überhaupt in der Lage ist das Kernkraftwerk noch Finanzieren zu können.[57] Bojko Borissow hat sich allerdings für die Anlage selbst im Ausland stark gemacht, sodass Koratien und Serbien ihr Interesse an dem Projekt äußerten, allerdings nur zwischen ein und zwei Prozent. Er selber erhoffte eine Entscheidung bis zum 13. November 2010, bis der Russische Premierminister Wladimir Putin in Sofia für wichtige Gespräche anreist.[58] Bei diesem Gespräch mit Putin wurde erstmals ein fester Preis für die Anlage erörtert, der zwischen sechs und zehn Milliarden Euro liegen solle. Borissow machte Puten dabei auf die falschen Kalkulationen aufmerksam.[59] Am 30. November wurde ein Memorandum of Understanding zwischen Bulgarien und Russland unterzeichnet bezüglich einer Investorsuche. Rosatom warb die finnische Gesellschaft Fortum an, die an 1 % des Werkes, oder anders 20 MW interessiert war. Ein ähnliches Beteiligungsinteresse gab es auch vom Bundesland Bayern.[60]

Stornierung

Anfang des Jahres 2012 sollte das Projekt mit der Europäischen Union und den Russischen Partnern noch einmal erörtert werden. Seitens des Energieministers Trajtscho Trajkow wurde eher der Bau neuer Reaktoren in Kosloduj angeregt. In drei Wochen sollte abgeklärt werden, ob die Anlage nun errichtet werden würde oder nicht.[61] Im März des gleichen Jahres ersetzte Deljan Dobrew den bisherigen Minister Trajtscho Trajkow aufgrund von Meinungsverschiedeneheiten im Zusammenhang mit dem Kernkraftwerk Belene.[62] Seitens des Premierministers Bojko Borissow wurde in Aussicht gestellt den bereits bestellten Block in Kosloduj zu errichten. Ob Belene dann aufgegeben würde war nicht klar.[63] Russland lenkte gegen Ende März 2012 ein und gab bekannt, dass im Zweifelsfall neue Verhandlungen mit der bulgarischen Regierung über Belene geführt werden würden, sofern Bulgarien sich zu einer endgültigen Position in der Frage um Belene bemüht. Sseitens des Ministerialen Vorstands des Staatskonzerns Rosatom, Sergei Kirijenko wurde festgelegt, dass sofern das Projekt storniert werde Bulgarien den bereits gefertigten Reaktordruckbehälter gerne für Kosloduj erwerben könnte.[64] Am 28. März 2012 wurde das Werk offiziell aufgegeben zugunsten von Kosloduj-7.[65]

Am 26. April 2012 gründete sich ein Komitee, dass eine Petition für ein Referendum in Bulgarien ausarbeiten will. Das Referendum soll grundsätzlich der Entwicklung der Kernenergie in Bulgarien fördern und den Bau des Kernkraftwerks Belene fordern.[66] Zwei Monate nach der Aufgabe des Projekts wurde bekannt, dass sich die Kosten für die Stornierung auf rund 12,5 Milliarden Euro belaufen würde. Die Kosten teilen sich in 2,79 Milliarden Euro als direkte Kosten auf, davon rund 910 Millionen Euro als Kompensationszahlung an Atomstroiexport sowie weiteren 9,8 Milliarden Euro als indirekte Verluste. Die Rückzahlung der Kredite wird 16 Jahre in Anspruch nehmen.[67] Anfang August gab die von den Sozialdemokraten geführte Opposition bekannt, über 770000 Unterschriften für das Referendum gesammelt zu haben, womit die Mindestanzahl von 500000 Unterschriften überschritten wurde und ein Referendum ermöglicht. Der Premierminister Bojko Borissow gab allerdings zu verstehen, dass der Bevölkerung die Faktenlage klargemacht werden müsse und im Falle des Votums für das Kernkraftwerk Belene die Mehrkosten der Steuerzahler tragen müsste.[68] Sekundär betonte der Minister Deljan Dobrew, dass das Werk mittlerweile rund 10,35 Milliarden Euro kosten werde und damit doppelt soviel wie ursprünglich veranschlagt. Dieser Preis für die beiden Reaktoren wird allerdings nur gehalten werden können, wenn die finanzielle Situation in Russland, Bulgarien oder der europäischen Union unverändert bleiben sollten. Sekundär kann sich das Unternehmen selbst das Werk nicht leisten. Das finanzielle Vermögen der Nationalen Elektrizitätsgesellschaft beläuft sih auf rund 12 Milliarden Lew, während die 10,35 Milliarden Euro rund 20 Milliarden Lew entsprechen und somit Belene das teuerste Energieprojekt des Landes wäre, teurer als die bestehende Infrastruktur, inklusive des Kernkraftwerks Kosloduj wert wäre.[69]

Betrieb

Nach dem Stand vom zwölften März 2008 sollte der erste Block 2014 und der zweite 2015 den Betrieb aufnehmen.[41] Am ersten Dezember 2010 sahen die zahlen anders aus und mit einer Betriebnahme des ersten Reaktors im Jahr 2016 und des zweiten im Jahr 2017 gerechnet.[60]

Technische Details

Die beiden Reaktoren die in Belene errichtet werden sollten sind vom Typ WWER-1000/446B als AES-92. Die Standzeit der Reaktoren liegt bei 60 Jahren und weisen neben einer Hochdruckborierung, einer passiven Nachwärmeabfuhr und eines Kernfängers in allen Reaktorsicherheitssystemen eine vierfache Redundanz auf.[9] Beide Blöcke sollten eine elektrische Bruttoleistung von 1000 MW erreichen und eine Nettoleistung von 953 MW.[12][70]

Ehemaliges Projekt

Neben Elektrizität sollte zusätzlich Fernwärme aus gespeist werden und die 58 Kilometer entferne Stadt Plewen, die 14 Kilometer entfernete Stadt Swischtow und die drei Kilometer entfernte Stadt Belene versorgen. Die Wärmeleistung des Werkes mit zwei Blöcke wurde auf 700 MWth kalkuliert.[71]

Daten der Reaktorblöcke

Das Kernkraftwerk Belene hat zwei in Bau befindliche Reaktoren.

Reaktorblock[72] Reaktortyp Leistung Baubeginn Netzsyn-
chronisation
Kommer-
zieller Betrieb
Stilllegung
Typ Baulinie Netto Brutto
Belene-1[12] DWR WWER-1000/466B 953 MW 1000 MW 01.01.1987 Bau am 28.03.2012 storniert
Belene-2[70] DWR WWER-1000/466B 953 MW 1000 MW 31.03.1987 Bau am 28.03.2012 storniert

Einzelnachweise

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  3. Jochen Bethkenhagen: DDR und Osteuropa: Wirtschaftssystem, Wirtschaftspolitik, Lebensstandard : ein Handbuch. Leske und Budrich, 1981. ISBN 3810003859. Seite 235.
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  5. Karl Wilhelm Fricke: D.D.R.-Staatssicherheit. Verl. Wiss. u. Politik, 1982. ISBN 3804686087. Seite 1101.
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  10. Jochen Bethkenhagen: Die Energiewirtschaft in den kleineren Mitgliedstaaten des Rates für Gegenseitige Wirtschaftshilfe: Entwicklungstendenzen in den achtziger Jahren. In: Ausgabe 113 von Beiträge zur Strukturforschung. Duncker & Humblot, 1990. ISBN 3428068696. Seite 47.
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  23. Günther Handl: Yearbook of international environmental law, Band 4. Graham & Trotman, 1994. ISBN 019825895X. Seite 292.
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  27. Peter Robejsek: Plädoyer für eine sanfte NATO-Osterweiterung: including English summary. P. Lang, 1999. ISBN 3631342888. Seite 108.
  28. Bureau of National Affairs (Arlington, Va.): International environment reporter: current report, Band 20,Ausgabe 1. Bureau of National Affairs, 1997. Seite 538.
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  61. Europe Online Magazin: Bulgarien wird Atomkraftwerk-Projekt mit Brüssel erörternk, 12.01.2012. Abgerufen am 15.01.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  62. Europe online magazine: Neue Minister in Bulgarien - Bau von AKW Belene unklar, 21.03.2012. Abgerufen am 24.03.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  63. relevant.at: Belene-Reaktor könnte in Kosloduj eingebaut werden, 16.03.2012. Abgerufen am 24.03.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  64. novinite.com: Rosatom Offers Bulgaria Yet Another Extension of Belene NPP Contract, 23.03.2012. Abgerufen am 24.03.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  65. Nuklearforum Schweiz: Bulgarien verzichtet auf Belene zugunsten Kosloduj-Ausbaus, 04.04.2012. Abgerufen am 05.04.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  66. FOCUS News Agency: Initiative committee for referendum on Belene NPP to be established on Thursday, 26.04.2012. Abgerufen am 27.04.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  67. Nora Stoichkova: NPP Belene Cancellation to Cost Bulgaria EUR 12.5 Billion, Standart News 22.05.2012. Abgerufen am 22.05.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  68. Rudolf Hermann: Bulgaren müssen über AKW Belene abstimmen, Neue Züricher Zeitung 02.08.2012. Abgerufen am 03.08.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  69. FOCUS News Agency: Belene NPP costs almost twice the price of Bulgaria’s entire energy sector: minister, 02.08.2012. Abgerufen am 03.08.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  70. a b Power Reactor Information System der IAEA: „Nuclear Power Reactor Details - BELENE-2“
  71. International Atomic Energy Agency: International Atomic Energy Agency bulletin, Bände 31-32. The Agency, 1989. Seite 48.
  72. Power Reactor Information System der IAEA: „Bulgaria“ (englisch)

Siehe auch