Herzlich willkommen in der Nucleopedia! Hierbei handelt es sich um eine freie Enzyklopädie, die sich auf den Bereich der Kernenergie spezialisiert hat. Die Inhalte sind frei verfügbar und unter Lizenz frei verwendbar. Auch Sie können zum Inhalt jederzeit beitragen, indem Sie als Benutzer den Seiteninhalt verbessern, erweitern oder neue Artikel erstellen.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung an dem Projekt!

Benutzerkonto beantragen  Benutzerkonto anfordern

Kernkraftwerk Hanhikivi: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Nucleopedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
(korr. Reaktortyp und Leistung)
 
(26 dazwischenliegende Versionen von 3 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
 
{{Infobox Kernkraftwerk
 
{{Infobox Kernkraftwerk
|BILD      =
+
|BILD      =Hanhikivi 1 Power Plant Design 2013.jpg
|BESCHR    =
+
|BESCHR    =Illustration der geplanten Anlage
 
|LAND      =Finnland
 
|LAND      =Finnland
 
|REGION    =Nordösterbotten
 
|REGION    =Nordösterbotten
Zeile 29: Zeile 29:
 
|COMMONSCAT =
 
|COMMONSCAT =
 
}}
 
}}
Das '''Kernkraftwerk Hanhikivi''' (finnisch ''Hanhikivi ydinvoimalaitos''), auch ''Kernkraftwerk Pyhäjoki'' (finnisch ''Pyhäjoen ydinvoimalaitos'') soll nahe der Gemeinde Pyhäjoki in der finnischen Landschaft Nordösterbotten entstehen. Die auf der Halbinsel Hanhikivi geplante Anlage soll von einem Verbund von verschiedenen Gesellschaften durch das Gemeinschaftsunternehmen ''Fennovoima Oy'' geplant, gebaut und betrieben werden. Die Anlage wird das dritte Kernkraftwerk Finnlands. Mit einer Leistung von 1800 MW ist der Kernreaktor der weltweit leistungsstärkste, der sich derzeit in Planung befindet.
+
Das '''Kernkraftwerk Hanhikivi''' (finnisch ''Hanhikivi ydinvoimalaitos''), auch ''Kernkraftwerk Pyhäjoki'' (finnisch ''Pyhäjoen ydinvoimalaitos'') soll nahe der Gemeinde Pyhäjoki in der finnischen Landschaft Nordösterbotten entstehen. Die auf der Halbinsel Hanhikivi geplante Anlage wird von dem Gemeinschaftsunternehmen ''Fennovoima Oy'' geplant, gebaut und betrieben werden. Fennovoima ist ein Zusammenschluss aus verschiedenen Großunternehmen Finnlands sowie der russischen im Ausland operierende Rosatom-Tochter ''Rusatom Overseas''. Die Anlage wird das dritte Kernkraftwerk Finnlands und soll nach Vertrag, der im Dezember 2013 unterzeichnet wurde, spätestens am 1. Januar 2024 voll in Betrieb sein und unter Volllast fahren.
  
 
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
Im Juni 2007 schlossen sich finnische Energieversorgunger mit Industriebetrieben zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen ''Fennovoima Oy'' zusammen, dass zum Ziel hat ein neues Kernkraftwerk in Finnland zu errichten. Beteiligt sind neben den Versorgern E.ON&nbsp;Finnland, Rauman Energia und der Katterno Group auch der Stahlhersteller Outokumpu und die Bergbau- und Stahlhüttengesellschaft Boliden. Der Plan sieht vor ein Kernkraftwerk mit einer Leistung zwischen 1000 und 1800&nbsp;MW zu errichten, dass zwischen 2016 und 2018 den Betrieb aufnehmen soll, vornehmlich zur Deckung des Energiebedarfs der beteiligten Gesellschaften. Insgesamt wird etwa ein Drittel der Energie an die beteiligten Industrien, ein Drittel an die beiden Versorger Rauman Energia und der Katterno Group, und das restliche Drittel an den Mehrheitseigentümer des Konsortiums, E.ON&nbsp;Finnland gehen. Diese Gesellschaften (ohne E.ON&nbsp;Finnland) führten wiederum weitere Vehandlungen mit anderen Unternehmen, die sich an dem Werk beteiligen könnten und entsprechend eine Menge an Energie abnehmen würden. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt nicht sicher ob das Projekt realisiert werden würde, da eine solche Entscheidung nur vom finnischen Parlament getroffen werden kann. Das Projekt selbst war eigentlich überflüssig, da zur gleichen Zeit bereits Umweltverträglichkeitsstudien für zwei neue Reaktoren in [[Kernkraftwerk Loviisa|Loviisa]] und [[Kernkraftwerk Olkiluoto|Olkiluoto]] gestartet wurden. Gleichzeitig hatte E.ON bereits Pläne geäußert, nördlich des bestehenden Kernkraftwerks ein 112&nbsp;Hektar großes Grundstück für ein neues zweiblöckiges Kernkraftwerk zu kaufen, unabhängig vom Werk des Anbieters Fortum. Allerdings lehnte die Stadt Loviisa den Verkauf ab.<ref>World Nuclear News: ''Finnish companies unite to build nuclear plant'', 06.06.2007. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=13516 Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658OI0fai Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
+
Im Juni 2007 schlossen sich finnische Energieversorger mit Industriebetrieben zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen ''Fennovoima Oy'' zusammen, dass zum Ziel hatte ein neues Kernkraftwerk in Finnland zu errichten. Beteiligt waren neben den Versorgern E.ON&nbsp;Finnland, Rauman Energia und der Katterno Group auch der Stahlhersteller Outokumpu und die Bergbau- und Stahlhüttengesellschaft Boliden. Der Plan sieht vor ein Kernkraftwerk mit einer Leistung zwischen 1000 und 1800&nbsp;MW zu errichten, dass zwischen 2016 und 2018 den Betrieb aufnehmen soll, vornehmlich zur Deckung des Energiebedarfs der beteiligten Gesellschaften. Insgesamt wird etwa ein Drittel der Energie an die beteiligten Industrien, ein Drittel an die beiden Versorger Rauman Energia und der Katterno Group, und das restliche Drittel an den Mehrheitseigentümer des Konsortiums, E.ON&nbsp;Finnland gehen. Diese Gesellschaften (ohne E.ON&nbsp;Finnland) führten wiederum weitere Vehandlungen mit anderen Unternehmen, die sich an dem Werk beteiligen könnten und entsprechend eine Menge an Energie abnehmen würden. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt nicht sicher ob das Projekt realisiert werden würde, da eine solche Entscheidung nur vom finnischen Parlament getroffen werden kann. Das Projekt selbst war eigentlich überflüssig, da zur gleichen Zeit bereits Umweltverträglichkeitsstudien für zwei neue Reaktoren in [[Kernkraftwerk Loviisa|Loviisa]] und [[Kernkraftwerk Olkiluoto|Olkiluoto]] gestartet wurden. Gleichzeitig hatte E.ON bereits Pläne geäußert, nördlich des bestehenden Kernkraftwerks ein 112&nbsp;Hektar großes Grundstück für ein neues zweiblöckiges Kernkraftwerk zu kaufen, unabhängig vom Werk des Anbieters Fortum. Allerdings lehnte die Stadt Loviisa den Verkauf ab.<ref>World Nuclear News: ''Finnish companies unite to build nuclear plant'', 06.06.2007. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=13516 Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658OI0fai Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
  
 
{{Markerkarte
 
{{Markerkarte
|ausrichtung=links
+
|ausrichtung=rechts
 
|land=Finnland
 
|land=Finnland
 
|größe=150
 
|größe=150
Zeile 75: Zeile 75:
 
Noch im gleichen Monat sprachen sich sechs Gemeinden in Finnland aus ein Kernkraftwerk von Fennovoima auf dem Gemeindegebiet zu dulden, darunter Simo, Kemijärvi, Tornio und Kemi in Lappland, sowie Himanka in Nordösterbotten. Auch die Gemeinde Ruotsinpyhtää in Uusimaa (neben der Gemeinde Loviisa) willigte ein über ein zweites Kernkraftwerk zu reden.<ref>World Nuclear News: ''Finland mulls over new nuclear sites'', 26.06.2007. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=13614 Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658OsWPZY Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Bis Ende Oktober traten dem Konsortium, das bisher aus den fünf Gründerunternehmen bestand über 60 weitere Firmen bei. Von Fennovoima wurde dies als Bestätigung für das große Interesse am Kraftwerk angesehen. Zu diesem Zeitpunkt wählte das Konsortium außerdem drei mögliche Standorte für das Werk aus,<ref>World Nuclear News: ''More companies participate in Fennovoima'', 30.10.2007. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=14312 Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658PXUP7V Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> im Dezember wurde noch ein möglicher vierter Standort ausgewählt. Für diese vier Standorte nahe Kristinestad, Pyhäjoki, Ruotsinpyhtää und Simo wurden Umweltverträglichkeitsprüfungen durch Fennovoima favorisiert. An allen vier Standorten eröffnete das Konsortium je ein Verwaltungsbüro. Weiter wurde als Alternativangebot zu einem großen Kernreaktor die Option genannt zwei kleinere zu errichten.<ref>World Nuclear News: ''Four possible sites for Fennovoima'', 20.12.2007. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=14604 Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658Pu7j3m Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Das Konsortium Fennovoima reichte im Dezember 2007 die Anträge für die Umweltverträglichkeitsprüfungen beim Ministerium für Arbeit und Wirtschaft ein. Die dazugehörigen Anhörungen wollte Fennovoima im engen Kontakt mit den Anwohnern vornehmen. Nach Plan sollte bis Frühling 2009 das Verfahren beendet sein.<ref>World Nuclear News: ''Fennovoima's EIA program for new nuclear'', 31.01.2008. [http://www.world-nuclear-news.org/NN/Fennovoima_submits_EIA_program_for_new_nuclear_plant_310108.html Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658QKh4Uc Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
 
Noch im gleichen Monat sprachen sich sechs Gemeinden in Finnland aus ein Kernkraftwerk von Fennovoima auf dem Gemeindegebiet zu dulden, darunter Simo, Kemijärvi, Tornio und Kemi in Lappland, sowie Himanka in Nordösterbotten. Auch die Gemeinde Ruotsinpyhtää in Uusimaa (neben der Gemeinde Loviisa) willigte ein über ein zweites Kernkraftwerk zu reden.<ref>World Nuclear News: ''Finland mulls over new nuclear sites'', 26.06.2007. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=13614 Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658OsWPZY Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Bis Ende Oktober traten dem Konsortium, das bisher aus den fünf Gründerunternehmen bestand über 60 weitere Firmen bei. Von Fennovoima wurde dies als Bestätigung für das große Interesse am Kraftwerk angesehen. Zu diesem Zeitpunkt wählte das Konsortium außerdem drei mögliche Standorte für das Werk aus,<ref>World Nuclear News: ''More companies participate in Fennovoima'', 30.10.2007. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=14312 Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658PXUP7V Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> im Dezember wurde noch ein möglicher vierter Standort ausgewählt. Für diese vier Standorte nahe Kristinestad, Pyhäjoki, Ruotsinpyhtää und Simo wurden Umweltverträglichkeitsprüfungen durch Fennovoima favorisiert. An allen vier Standorten eröffnete das Konsortium je ein Verwaltungsbüro. Weiter wurde als Alternativangebot zu einem großen Kernreaktor die Option genannt zwei kleinere zu errichten.<ref>World Nuclear News: ''Four possible sites for Fennovoima'', 20.12.2007. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=14604 Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658Pu7j3m Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Das Konsortium Fennovoima reichte im Dezember 2007 die Anträge für die Umweltverträglichkeitsprüfungen beim Ministerium für Arbeit und Wirtschaft ein. Die dazugehörigen Anhörungen wollte Fennovoima im engen Kontakt mit den Anwohnern vornehmen. Nach Plan sollte bis Frühling 2009 das Verfahren beendet sein.<ref>World Nuclear News: ''Fennovoima's EIA program for new nuclear'', 31.01.2008. [http://www.world-nuclear-news.org/NN/Fennovoima_submits_EIA_program_for_new_nuclear_plant_310108.html Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658QKh4Uc Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
  
Bereits im Oktober 2007 kaufte das Unternehmen in Ruotsinpyhtää rund 600&nbsp;Hektar Land für das Werk auf, ebenso an den beiden anderen Standorten nahe Simo am 11.&nbsp;März 2008. Zeitgleich kündigte das Unternehmen auch den Ankauf der Gelände um Kristinestad und Pyhäjoki an.<ref>World Nuclear News: ''Fennovoima buys land for planned nuclear plant'', 12.03.2008. [http://www.world-nuclear-news.org/IT-Fennovoima_buys_land_for_planned_nuclear_plant_120308.html Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658QdhD7K Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Dies geschah auch noch am 26.&nbsp;März in Kristinestad durch den Aufkauf von 100&nbsp;Hektar.<ref>World Nuclear News: ''Fennovoima makes further land acquisition'', 27.03.2008. [http://www.world-nuclear-news.org/IT-Fennovoima_makes_further_land_acquisition-270308.html Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658QlhmLu Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Fennovoima erwarb am 30.&nbsp;April noch 250&nbsp;Hektar zusätzlich an einem anderen Ort, etwas entfernt vom Storträsket See. Seitens Fennovoima wurde auch der Bau von kilometerlangen Kühlwasserleitungen als Option genannt, sofern das Kernkraftwerk weiter entfernt von einem Gewässer errichtet werden würde.<ref>World Nuclear News: ''Fennovoima obtains more land in Kristinestad'', 01.05.2008. [http://www.world-nuclear-news.org/IT-Fennovoima_makes_further_land_acquisition-270308.html Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658QrghaE Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Im Mai wählte das Konsortium drei mögliche Reaktordesigns für das Kernkraftwerk, darunter den von Toshiba entworfenen [[Advanced Boiling Water Reactor]] (1600&nbsp;MW, Referenzwerk [[Kernkraftwerk Hamaoka|Hamaoka&nbsp;5]]), den [[Europäischer Druckwasserreaktor|EPR]] von Areva (1700&nbsp;MW, Referenzwerk [[Kernkraftwerk Olkiluoto|Olkiluoto&nbsp;3]]) und den ebenfalls von Areva entworfenen SWR-1000 (jetzt [[Kerena]], 1250&nbsp;MW, Referenzwerk [[Kernkraftwerk Gundremmingen|Gundremmingen&nbsp;C]]). Die Referenzwerke werden von Fennovoima als Maßstab benutzt, um einen Vergleich zwischen den Reaktoren herzustellen. Das Unternehmen hoffte mit einer Parlamentsentscheidung für das Werk in der ersten Hälfte des Jahres 2010, sodass frühstens 2012 mit dem Bau begonnen worden wäre.<ref>World Nuclear News: ''Fennovoima selects three possible reactor designs'', 21.05.2008. [http://www.world-nuclear-news.org/NN-Fennovoima_selects_three_possible_reactor_designs-2105081.html Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658RUX22C Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
+
Bereits im Oktober 2007 kaufte das Unternehmen in Ruotsinpyhtää rund 600&nbsp;Hektar Land für das Werk auf, ebenso an den beiden anderen Standorten nahe Simo am 11.&nbsp;März 2008. Zeitgleich kündigte das Unternehmen auch den Ankauf der Gelände um Kristinestad und Pyhäjoki an.<ref>World Nuclear News: ''Fennovoima buys land for planned nuclear plant'', 12.03.2008. [http://www.world-nuclear-news.org/IT-Fennovoima_buys_land_for_planned_nuclear_plant_120308.html Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658QdhD7K Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Dies geschah auch noch am 26.&nbsp;März in Kristinestad durch den Aufkauf von 100&nbsp;Hektar.<ref>World Nuclear News: ''Fennovoima makes further land acquisition'', 27.03.2008. [http://www.world-nuclear-news.org/IT-Fennovoima_makes_further_land_acquisition-270308.html Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658QlhmLu Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Fennovoima erwarb am 30.&nbsp;April noch 250&nbsp;Hektar zusätzlich an einem anderen Ort, etwas entfernt vom Storträsket See. Seitens Fennovoima wurde auch der Bau von kilometerlangen Kühlwasserleitungen als Option genannt, sofern das Kernkraftwerk weiter entfernt von einem Gewässer errichtet werden würde.<ref>World Nuclear News: ''Fennovoima obtains more land in Kristinestad'', 01.05.2008. [http://www.world-nuclear-news.org/IT-Fennovoima_makes_further_land_acquisition-270308.html Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658QrghaE Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
 +
 
 +
=== Ausschreibung ===
 +
Im Mai 2008 wählte das Konsortium drei mögliche Reaktordesigns für das Kernkraftwerk, darunter den von Toshiba entworfenen [[Advanced Boiling Water Reactor]] (1600&nbsp;MW, Referenzwerk [[Kernkraftwerk Hamaoka|Hamaoka&nbsp;5]]), den [[Europäischer Druckwasserreaktor|EPR]] von Areva (1700&nbsp;MW, Referenzwerk [[Kernkraftwerk Olkiluoto|Olkiluoto&nbsp;3]]) und den ebenfalls von Areva entworfenen SWR-1000 (jetzt [[Kerena]], 1250&nbsp;MW, Referenzwerk [[Kernkraftwerk Gundremmingen|Gundremmingen&nbsp;C]]). Die Referenzwerke werden von Fennovoima als Maßstab benutzt, um einen Vergleich zwischen den Reaktoren herzustellen. Das Unternehmen hoffte mit einer Parlamentsentscheidung für das Werk in der ersten Hälfte des Jahres 2010, sodass frühstens 2012 mit dem Bau begonnen worden wäre.<ref>World Nuclear News: ''Fennovoima selects three possible reactor designs'', 21.05.2008. [http://www.world-nuclear-news.org/NN-Fennovoima_selects_three_possible_reactor_designs-2105081.html Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658RUX22C Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
  
 
Im Juni 2008 gab Fennovoima die Planungen für den Standort Kristinestad auf, da die Gegebenheiten für ein Kernkraftwerk an den anderen drei Standorten besser geeignet schienen.<ref>World Nuclear News: ''Fennovoima rules out Kristinestad as plant site'', 06.06.2008. [http://www.world-nuclear-news.org/IT-Fennovoima_rules_out_Kristinestad_as_possible_plant_site-0606085.html Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658RldNKC Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Im Oktober 2008 wurde die Umweltverträglichkeitsprüfung für die verbleibenden drei Standorte abgeschlossen mit der Erkenntnis, dass sich alle drei Standorte für ein Kernkraftwerk eigneten. Seitens des ehemaligen finnischen Premierministers Paavo Lipponen gab es die Empfehlung den Block sowie die anderen beiden geplanten Reaktoren in Olkiluoto und Loviisa zu genehmigen.<ref>World Nuclear News: ''Environmental report for third new Finnish nuclear project'', 09.10.2008. [http://www.world-nuclear-news.org/NN-Environmental_report_for_3rd_Finland_project_completed-0910087.html Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658S7IhOJ Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Allerdings kündigte die Regierung an, dass nur ein Projekt genehmigt werden würde.<ref>World Nuclear News: ''Finland approves new climate and energy strategy'', 07.11.2008. [http://www.world-nuclear-news.org/EE-Finland_approves_new_climate_and_energy_strategy-0711085.html Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658SKZuNt Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Eine entsprechende Entscheidung erwartete Fennovoima auch von der Regierung für sie drei verbleibenden Standorte auf der Halbinsel Hanhikivi bei Pyhäjoki, Gäddbergsö bei Ruotsinpyhtää und Karsikko bei Simo. Alle Standorte lagen in entsprechend von der Regierung als Entwicklungsregion gekennzeichneten Gebieten. Eine Entscheidung für einen Standort sollte jedoch erst fallen, nachdem das Parlament das Projekt bestätigt hätte.<ref>World Nuclear News: ''Fennovoima seeks decision on new Finnish plant'', 14.01.2009. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=24308 Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658SeCdfU Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
 
Im Juni 2008 gab Fennovoima die Planungen für den Standort Kristinestad auf, da die Gegebenheiten für ein Kernkraftwerk an den anderen drei Standorten besser geeignet schienen.<ref>World Nuclear News: ''Fennovoima rules out Kristinestad as plant site'', 06.06.2008. [http://www.world-nuclear-news.org/IT-Fennovoima_rules_out_Kristinestad_as_possible_plant_site-0606085.html Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658RldNKC Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Im Oktober 2008 wurde die Umweltverträglichkeitsprüfung für die verbleibenden drei Standorte abgeschlossen mit der Erkenntnis, dass sich alle drei Standorte für ein Kernkraftwerk eigneten. Seitens des ehemaligen finnischen Premierministers Paavo Lipponen gab es die Empfehlung den Block sowie die anderen beiden geplanten Reaktoren in Olkiluoto und Loviisa zu genehmigen.<ref>World Nuclear News: ''Environmental report for third new Finnish nuclear project'', 09.10.2008. [http://www.world-nuclear-news.org/NN-Environmental_report_for_3rd_Finland_project_completed-0910087.html Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658S7IhOJ Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Allerdings kündigte die Regierung an, dass nur ein Projekt genehmigt werden würde.<ref>World Nuclear News: ''Finland approves new climate and energy strategy'', 07.11.2008. [http://www.world-nuclear-news.org/EE-Finland_approves_new_climate_and_energy_strategy-0711085.html Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658SKZuNt Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Eine entsprechende Entscheidung erwartete Fennovoima auch von der Regierung für sie drei verbleibenden Standorte auf der Halbinsel Hanhikivi bei Pyhäjoki, Gäddbergsö bei Ruotsinpyhtää und Karsikko bei Simo. Alle Standorte lagen in entsprechend von der Regierung als Entwicklungsregion gekennzeichneten Gebieten. Eine Entscheidung für einen Standort sollte jedoch erst fallen, nachdem das Parlament das Projekt bestätigt hätte.<ref>World Nuclear News: ''Fennovoima seeks decision on new Finnish plant'', 14.01.2009. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=24308 Abgerufen] am 01.02.2012. ([http://www.webcitation.org/658SeCdfU Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
Zeile 83: Zeile 86:
 
Weiteren Erfolg gab es bei Fennovoima selbst, als sich bereits im August 2011 insgesamt 70&nbsp;Firmen oder Gemeinden an dem Konsortium beteiligten.<ref>World Nuclear News: ''Major power users book into nuclear'', 26.08.2011. [http://www.world-nuclear-news.org/C_Major_power_users_book_into_nuclear_2508111.html Abgerufen] am 02.02.2012. ([http://www.webcitation.org/659Ec4XnZ Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Im Oktober 2011 fiel die endgültige Standortwahl auf die Halbinsel Hanhikivi bei Pyhäjoki. Die Wahl für diesen Standort fiel aufgrund der Sicherheit, der technischen Machbarkeit, der geringen Umweltauswirkungen sowie die entsprechende regionale Unterstützung für dieses Projekt. Seitens Fennovoima wurde als Zusatzgrund die geologischen Gegebenheiten genannt, da der Untergrund in Pyhäjoki fester und dichter sei als in Simo und daher die Erdarbeiten leichter fallen könnten. Ebenso waren die seismischen Eigenschaften des Standortes besser, und die Kühlwasserzufuhr um rund einen Kilometer kürzer. Die Besiedlung der Gemeinde selbst ist eher gering.<ref>World Nuclear News: ''Site selected for new Finnish plant'', 05.10.2011. [http://www.world-nuclear-news.org/NN-Site_selected_for_new_Finnish_plant-0510114.html Abgerufen] am 02.02.2012. ([http://www.webcitation.org/659F70YQZ Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Im Januar 2012 erhielt Fennovoima von den beiden Bewerbern Areva und Toshiba entsprechende Angebote überreicht. Der größte Unterschied liegt in den Umfängen der Angebote. Während Toshiba Reaktor- und Turbineninsel liefern will, gibt Areva die Möglichkeit die Turbineninsel entweder von Siemens oder Alstom liefern zu lassen.<ref>World Nuclear News: ''Bids in for new Finnish plant'', 01.02.2012. [http://www.world-nuclear-news.org/NN-Bids_in_for_new_Finnish_plant-0102124.html Abgerufen] am 02.02.2012. ([http://www.webcitation.org/659FOGS0B Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Wer den Auftrag für den Block ''Hanhikivi&nbsp;1'' (kurz ''HA-1'') erhalten wird soll Ende 2013 entschieden werden.<ref>Fennovima: ''Plant will be supplied by Areva or Toshiba'', 01.10.2012. [http://www.fennovoima.fi/en/construction/plant-supplier Abgerufen] am 15.02.2012. ([http://www.webcitation.org/6BQsXFGPB Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Allerdings wurde aufgrund der Äußerung des Chefingenieur von Fennovima, Juhani Hyvarinen, Anfang Oktober 2012, dass das passive Kühlsystem des ABWR etwas besser sei als das des EPR, in den Medien darauf spekuliert, dass Toshiba wohl eher den Auftrag für das Kernkraftwerk bekommen würde.<ref>Reuters: ''Fennovoima may pick Toshiba reactor over Areva's -report'', 05.10.2012. [http://uk.reuters.com/article/2012/10/05/uk-nuclear-fennovoima-idUKBRE89405C20121005 Abgerufen] am 15.02.2012. ([http://www.webcitation.org/6BQsmUpqL Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
 
Weiteren Erfolg gab es bei Fennovoima selbst, als sich bereits im August 2011 insgesamt 70&nbsp;Firmen oder Gemeinden an dem Konsortium beteiligten.<ref>World Nuclear News: ''Major power users book into nuclear'', 26.08.2011. [http://www.world-nuclear-news.org/C_Major_power_users_book_into_nuclear_2508111.html Abgerufen] am 02.02.2012. ([http://www.webcitation.org/659Ec4XnZ Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Im Oktober 2011 fiel die endgültige Standortwahl auf die Halbinsel Hanhikivi bei Pyhäjoki. Die Wahl für diesen Standort fiel aufgrund der Sicherheit, der technischen Machbarkeit, der geringen Umweltauswirkungen sowie die entsprechende regionale Unterstützung für dieses Projekt. Seitens Fennovoima wurde als Zusatzgrund die geologischen Gegebenheiten genannt, da der Untergrund in Pyhäjoki fester und dichter sei als in Simo und daher die Erdarbeiten leichter fallen könnten. Ebenso waren die seismischen Eigenschaften des Standortes besser, und die Kühlwasserzufuhr um rund einen Kilometer kürzer. Die Besiedlung der Gemeinde selbst ist eher gering.<ref>World Nuclear News: ''Site selected for new Finnish plant'', 05.10.2011. [http://www.world-nuclear-news.org/NN-Site_selected_for_new_Finnish_plant-0510114.html Abgerufen] am 02.02.2012. ([http://www.webcitation.org/659F70YQZ Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Im Januar 2012 erhielt Fennovoima von den beiden Bewerbern Areva und Toshiba entsprechende Angebote überreicht. Der größte Unterschied liegt in den Umfängen der Angebote. Während Toshiba Reaktor- und Turbineninsel liefern will, gibt Areva die Möglichkeit die Turbineninsel entweder von Siemens oder Alstom liefern zu lassen.<ref>World Nuclear News: ''Bids in for new Finnish plant'', 01.02.2012. [http://www.world-nuclear-news.org/NN-Bids_in_for_new_Finnish_plant-0102124.html Abgerufen] am 02.02.2012. ([http://www.webcitation.org/659FOGS0B Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Wer den Auftrag für den Block ''Hanhikivi&nbsp;1'' (kurz ''HA-1'') erhalten wird soll Ende 2013 entschieden werden.<ref>Fennovima: ''Plant will be supplied by Areva or Toshiba'', 01.10.2012. [http://www.fennovoima.fi/en/construction/plant-supplier Abgerufen] am 15.02.2012. ([http://www.webcitation.org/6BQsXFGPB Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Allerdings wurde aufgrund der Äußerung des Chefingenieur von Fennovima, Juhani Hyvarinen, Anfang Oktober 2012, dass das passive Kühlsystem des ABWR etwas besser sei als das des EPR, in den Medien darauf spekuliert, dass Toshiba wohl eher den Auftrag für das Kernkraftwerk bekommen würde.<ref>Reuters: ''Fennovoima may pick Toshiba reactor over Areva's -report'', 05.10.2012. [http://uk.reuters.com/article/2012/10/05/uk-nuclear-fennovoima-idUKBRE89405C20121005 Abgerufen] am 15.02.2012. ([http://www.webcitation.org/6BQsmUpqL Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
  
 +
=== Rückzug E.ON's und Verkleinerung des Projekts ===
 
Im Oktober 2012 gab E.ON Kärnkraft Finland bekannt, dass es seinen Anteil von 34&nbsp;% an Fennovoima verkaufen werde. Grund hierfür war eine strategische Prüfung der Pläne und die Konzentration des Konzerns auf den Ausbau des Smart-Grids in Schweden, den Ausbau von erneuerbaren Energien in Schweden sowie die Modernisierung des [[Kernkraftwerk Oskarsham|Kernkraftwerks Oskarshamn]]. Jonas Abrahamsson, Vorsitzender von E.ON Sverige gab allerdings bekannt, dass der Konzern den Anteilseigner Voimaosakeyhtiö SF weiterhin an der Umsetzung des Kernkraftwerksprojekt unterstützen werde.<ref>World Nuclear News: ''EOn withdraws from Fennovoima'', 24.10.2012. [http://www.world-nuclear-news.org/C-EOn_withdraws_from_Fennovoima-2410124.html Abgerufen] am 24.10.2012. ([http://www.webcitation.org/6BeqP67G6 Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Am 15.&nbsp;Februar 2013 wurde bekannt, dass Voimaosakeyhtiö SF die Anteile von E.ON Kärnkraft Finnland für einen unbekannten Preis übernehmen werde. E.ON bestätigte den Verkauf der Anteile an das Unternehmen.<ref>FinanzNachrichten: ''E.ON findet Käufer für Anteil an finnischem Reaktorbau-Projekt'', 15.02.2013. [http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2013-02/25991176-e-on-findet-kaeufer-fuer-anteil-an-finnischem-reaktorbau-projekt-015.htm Abgerufen] am 02.02.2012. ([http://www.webcitation.org/6ERpmiZ7A Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
 
Im Oktober 2012 gab E.ON Kärnkraft Finland bekannt, dass es seinen Anteil von 34&nbsp;% an Fennovoima verkaufen werde. Grund hierfür war eine strategische Prüfung der Pläne und die Konzentration des Konzerns auf den Ausbau des Smart-Grids in Schweden, den Ausbau von erneuerbaren Energien in Schweden sowie die Modernisierung des [[Kernkraftwerk Oskarsham|Kernkraftwerks Oskarshamn]]. Jonas Abrahamsson, Vorsitzender von E.ON Sverige gab allerdings bekannt, dass der Konzern den Anteilseigner Voimaosakeyhtiö SF weiterhin an der Umsetzung des Kernkraftwerksprojekt unterstützen werde.<ref>World Nuclear News: ''EOn withdraws from Fennovoima'', 24.10.2012. [http://www.world-nuclear-news.org/C-EOn_withdraws_from_Fennovoima-2410124.html Abgerufen] am 24.10.2012. ([http://www.webcitation.org/6BeqP67G6 Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Am 15.&nbsp;Februar 2013 wurde bekannt, dass Voimaosakeyhtiö SF die Anteile von E.ON Kärnkraft Finnland für einen unbekannten Preis übernehmen werde. E.ON bestätigte den Verkauf der Anteile an das Unternehmen.<ref>FinanzNachrichten: ''E.ON findet Käufer für Anteil an finnischem Reaktorbau-Projekt'', 15.02.2013. [http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2013-02/25991176-e-on-findet-kaeufer-fuer-anteil-an-finnischem-reaktorbau-projekt-015.htm Abgerufen] am 02.02.2012. ([http://www.webcitation.org/6ERpmiZ7A Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
  
Zeile 89: Zeile 93:
 
Ende März 2013 wurde die Beurteilung abgeschlossen und der Bau eines Reaktors der mittleren Leistungsklasse als durchführbar befunden. Am 5.&nbsp;April 2013 gab Fennovoima bekannt, offiziell Verhandlungen mit Rosatom zu führen, parallel zu den Verhandlungen mit Toshiba über den [[EU-ABWR]], und zeige Interesse an dem Bau des WWER-1200/491, allerdings als AES-2006, der bereits in Finnland zugelassen ist. Daneben soll in einer eventuell neuen Ausschreibung auch die Reaktormodelle von Areva (KERENA), Atmea ([[ATMEA1]]) und Toshiba ([[ABWR]]) berücksichtigt werden.<ref>Fennovoima: ''Fennovoima invites Rosatom to direct negotiations'', 05.04.2013. [http://www.fennovoima.fi/en/fennovoima/media/press-releases/press-releases/fennovoima-invites-rosatom-to-direct-negotiations Abgerufen] am 08.04.2013. ([http://www.webcitation.org/6FjJdATlj Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Eine Kostenrechnung von Petera Lunda, der einen Lehrstuhl für Angewandte Physik an der Universität Aalto in Helsinki hat zeigte, dass die Kosten und der Nutzen eines Reaktors der 1200&nbsp;MW-Klasse auf Basis des WWER-1200 von Rosatom mit drei bis vier Milliarden Euro weitaus besser ist als für den EU-ABWR, der mit sechs bis acht Milliarden Euro das Budget von Fennovoima belasten würde. Fennovoima setzte sich bereits zuvor selbst eine Obergrenze und wollte für Hanhikivi nicht mehr als 4,6&nbsp;Milliarden Euro zahlen, lies allerdings alle Optionen offen, auch mehr zu bezahlen. Laut Lund wären die Kosten von drei bis vier Milliarden Euro für den WWER-1200 besser angelegt, zumal im Vergleich das [[Kernkraftwerk Loviisa]] zu damaligen Preisen etwa gleichviel kostete, allerdings weniger Leistung erreichte.<ref>Yle: ''Профессор: Росатом выигрывает у Toshiba в стоимости реaктора'', 12.04.2013. [http://yle.fi/novosti/novosti/article3454669.html Abgerufen] am 12.04.2013. ([http://www.webcitation.org/6FpRmrkXj Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
 
Ende März 2013 wurde die Beurteilung abgeschlossen und der Bau eines Reaktors der mittleren Leistungsklasse als durchführbar befunden. Am 5.&nbsp;April 2013 gab Fennovoima bekannt, offiziell Verhandlungen mit Rosatom zu führen, parallel zu den Verhandlungen mit Toshiba über den [[EU-ABWR]], und zeige Interesse an dem Bau des WWER-1200/491, allerdings als AES-2006, der bereits in Finnland zugelassen ist. Daneben soll in einer eventuell neuen Ausschreibung auch die Reaktormodelle von Areva (KERENA), Atmea ([[ATMEA1]]) und Toshiba ([[ABWR]]) berücksichtigt werden.<ref>Fennovoima: ''Fennovoima invites Rosatom to direct negotiations'', 05.04.2013. [http://www.fennovoima.fi/en/fennovoima/media/press-releases/press-releases/fennovoima-invites-rosatom-to-direct-negotiations Abgerufen] am 08.04.2013. ([http://www.webcitation.org/6FjJdATlj Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Eine Kostenrechnung von Petera Lunda, der einen Lehrstuhl für Angewandte Physik an der Universität Aalto in Helsinki hat zeigte, dass die Kosten und der Nutzen eines Reaktors der 1200&nbsp;MW-Klasse auf Basis des WWER-1200 von Rosatom mit drei bis vier Milliarden Euro weitaus besser ist als für den EU-ABWR, der mit sechs bis acht Milliarden Euro das Budget von Fennovoima belasten würde. Fennovoima setzte sich bereits zuvor selbst eine Obergrenze und wollte für Hanhikivi nicht mehr als 4,6&nbsp;Milliarden Euro zahlen, lies allerdings alle Optionen offen, auch mehr zu bezahlen. Laut Lund wären die Kosten von drei bis vier Milliarden Euro für den WWER-1200 besser angelegt, zumal im Vergleich das [[Kernkraftwerk Loviisa]] zu damaligen Preisen etwa gleichviel kostete, allerdings weniger Leistung erreichte.<ref>Yle: ''Профессор: Росатом выигрывает у Toshiba в стоимости реaктора'', 12.04.2013. [http://yle.fi/novosti/novosti/article3454669.html Abgerufen] am 12.04.2013. ([http://www.webcitation.org/6FpRmrkXj Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
  
Im Juli 2013 gab Fennovoima bekannt, dass man sich beim Bau des Kernkraftwerks auf die Alternative mit dem Konzern Rusatom Overseas konzentrieren wolle, der beim Bau des WWER-1200 zukünftig eventuell einen Anteil von 34&nbsp;% an der Projektgesellschaft Fennovoima übernehmen wird. Damit würde Rusatom Overseas den Teil von E.ON in dem Projekt vollständig ersetzen, allerdings wurden dazu separate Verhandlungen begonnen. Aufgrund dieser Entscheidung könnte Ende 2013 ein Vertrag abgeschlossen werden und bereits 2014 der Block in Bau gehen, sofern die Entscheidung seitens der Regierung steht, mit einem Betriebsbeginn im Jahr 2020. Fennovoima hat sich damit direkt für den Bau eines kleineren Reaktors entschieden.<ref>World Nuclear News: ''Fennovoima focuses on Rosatom'', 03.07.2013. [http://www.world-nuclear-news.org/NN_Fennovoima_focuses_on_Rosatom_0306131.html Abgerufen] am 03.07.2013. ([http://www.webcitation.org/6Hq7ArDg7 Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
+
Am 3.&nbsp;Juli 2013 gab Fennovoima bekannt, dass man sich beim Bau des Kernkraftwerks auf die Alternative mit dem Konzern Rusatom Overseas konzentrieren wolle, der beim Bau des WWER-1200 zukünftig eventuell einen Anteil von 34&nbsp;% an der Projektgesellschaft Fennovoima übernehmen wird. Damit würde Rusatom Overseas den Teil von E.ON in dem Projekt vollständig ersetzen, allerdings wurden dazu separate Verhandlungen begonnen. Aufgrund dieser Entscheidung könnte Ende 2013 ein Vertrag abgeschlossen werden und bereits 2014 der Block in Bau gehen, sofern die Entscheidung seitens der Regierung steht, mit einem Betriebsbeginn im Jahr 2020. Fennovoima hat sich damit direkt für den Bau eines kleineren Reaktors entschieden.<ref>World Nuclear News: ''Fennovoima focuses on Rosatom'', 03.07.2013. [http://www.world-nuclear-news.org/NN_Fennovoima_focuses_on_Rosatom_0306131.html Abgerufen] am 03.07.2013. ([http://www.webcitation.org/6Hq7ArDg7 Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Eine entsprechende Entscheidung steht aus. Das Rosatom nicht als Lieferant infrage kam muss diese Frage neu im Parlament entschieden werden, einen entsprechenden Antrag reichte Fennovoima noch am gleichen Tag ein. Die Gespräche mit dem japanischen Konkurrenten Toshiba wurden beendet.<ref>Reuters: ''UPDATE 2-Fennovoima homes in on Rosatom for nuclear project'', 03.07.2013. [http://www.reuters.com/article/2013/07/03/fennovoima-rosatom-idUSL5N0F90VI20130703 Abgerufen] am 03.07.2013. ([http://www.webcitation.org/6Hq7vRpHi Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Kernkraftgegner aus Schweden zeigten sich enttäuscht, dass Rosatom sich am Projekt beteiligen werde. Weniger wegen der zum Einsatz kommenden Technik, sondern aufgrund der Tatsache, dass die Realisierung des Kernkraftwerks aufgrund der finanziellen Reserven des Konzerns weitaus wahrscheinlicher umgesetzt werden kann.<ref>Svenska Yle: ''Svensk aktivist rasar mot Pyhäjoki'', 05.07.2013. [http://svenska.yle.fi/artikel/2013/07/05/svensk-aktivist-rasar-mot-pyhajoki Abgerufen] am 05.07.2013. ([http://www.webcitation.org/6HtB3ic1h Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
 +
 
 +
Am 5.&nbsp;Juli 2013 unterzeichnete Fennovoima mit Rusatom Overseas einen Handelsvertrag zur Entwicklung des spezifizierten Projekts für Hanhikivi.<ref>Energy Business Review: ''Fennovoima, Rusatom sign project development deal for Finnish nuclear plant'', 05.07.2013. [http://nuclear.energy-business-review.com/news/fennovoima-rusatom-sign-project-development-deal-for-finnish-nuclear-plant-050713 Abgerufen] am 05.07.2013. ([http://www.webcitation.org/6HtBLTOOs Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref><ref>Power Engineering International: ''Fennovoima opts for Rosatom subsidiary for Hanhikivi reactor'', 05.07.2013. [http://www.powerengineeringint.com/articles/2013/07/fennovoima-opts-for-rosatom-subsidiary-for-hanhikivi-reactor.html Abgerufen] am 05.07.2013. ([http://www.webcitation.org/6HtBQbQ9h Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Am 10.&nbsp;Juli 2013 berichtete der Kommersant, dass Rusatom Overseas den Kauf der 34&nbsp;% Anteile plane. Damit würde sich der Konzern bei Gesamtkosten zwischen 5 und 6&nbsp;Milliarden Dollar mir rund 1,7 bis 2&nbsp;Milliarden Dollar an dem Werk beteiligen. Rusatom Overseas gab dazu aber keinen Kommentar ab.<ref>Power Engineering International: ''M&A: Rosatom plans to co-own Hanhikivi 1 NPP in Finland'', 10.07.2013. [http://www.powerengineeringint.com/news/2013/07/10/m-amp-a-rosatom-plans-to-co-own-hanhikivi-1-npp-in-finland.html Abgerufen] am 12.07.2013. ([http://www.webcitation.org/6I2fciUVO Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Seitens der finnischen Aufsichtsbehörde STUK gab es am 21.&nbsp;August 2013 die Anmerkung, dass das Reaktordesign für die Genehmigung in Finnland diverse Modifikationen benötige. Dies ginge bereits aus einer Sicherheitsanalyse des AES-2006 aus dem Jahr 2009 hervor, so fehlen unter anderem diverse Pläne zu internen Ereignissen wie eine Überflutung des Gebäudes von innen, sowie bei Feuer. Gegen Auswirkungen von außen fehlen ebenso Daten zu ungewöhnlichen Wetterlagen und Erdbeben. Ebenfalls nicht dem Standard entsprechen die berücksichtigten Einwirkungen eines Flugzeugabsturzes sowie bei industriellen Unfällen. Ein Defizit am Design wurde ebenfalls in der Automatisierung des Blocks gefunden. Das Drucksteuersystem für den Primärkreislauf, das extra dafür ausgelegt wurde bei Unfällen eine [[Kernschmelze]] zu verhindern, entspricht nicht den finnischen Vorgaben. Fennovoima gab zwar an, dass das Werk den internationalen Standards und den EUR-Anforderungen entspräche, gab aber bekannt, dass man dennoch das Design für Finnland abändern werde. Die Aufsichtsbehörde STUK war zuversichtlich, dass die vorgeschlagenen Änderungen umgesetzt werden können, sodass der Block den finnischen Vorgaben entspricht. Ebenso müsse die Umweltverträglichkeitsprüfung angepasst werden und eine Entscheidung gefällt werden, ob das Parlament erneut über das Projekt abstimmen muss oder nicht. Verfassungsmäßig wäre das Projekt ohne erneute Abstimmung durchsetzbar.<ref>Yle uutiset: ''Authorities demand safety upgrade for nuclear plant plan'', 21.08.2013. [http://yle.fi/uutiset/authorities_demand_safety_upgrade_for_nuclear_plant_plan/6786786 Abgerufen] am 21.08.2013. ([http://www.webcitation.org/6J2n2mnjm Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
 +
 
 +
Bis zum 3.&nbsp;September 2013 haben sowohl Fennovoima, als auch Rusatom Overseas ihre Sichtweisen erläutert und bekanntgegeben, dass eine Entscheidung über den Bau des Werkes gegen Ende 2013 fallen solle. Entsprechend sollte eine detaillierte Ausarbeitung des Projekts, die finanziellen Hintergründe und die Übernahme der 34&nbsp;% von E.ON hinterlassenen Anteile durch die russische Seite evaluiert werden.<ref>World Nuclear News: ''Hanhikivi contract by year end'', 03.09.2013. [http://world-nuclear-news.org/NN-Hanhikivi_contract_by_year_end-0309137.html Abgerufen] am 09.09.2013. ([http://archive.is/ZV90j Archivierte Version] bei [http://archive.is/ Archive.is])</ref> Der frühestmögliche Termin für die Entscheidung über die Umsetzung des Projekts sollte seitens der Fennovoima-Anteilseigner im Oktober 2013 sein.<ref>The Moscow Times: ''Rosatom Seeks to Build Reactor'', 03.09.2013. [http://www.themoscowtimes.com/business/article/rosatom-seeks-to-build-reactor/485494.html Abgerufen] am 09.09.2013. ([http://archive.is/l8Mje Archivierte Version] bei [http://archive.is/ Archive.is])</ref> Der Schritt seitens Fennovoima und der Neubehandlung des Projekts ist in der Regierung Finnlands ein ernster Konfliktpunkt. Ministerpräsident Jyrki Katainen erklärte in einem Interview mit ''Yle'', dass sich die Regierung keine Splitterung wegen dem Fennvoima-Projekt leisten könne. Grund für diese Aussage war eine Äußerung der Finanzministerin Jutta Urpilainen, die sich für eine möglichst schnelle Genehmigung des geänderten Projekts seitens der Regierung aussprach. Ville Niinistö, Mitglied in der Koalitionspartei ''Grüner Bund'', kritisierte diese Aussage, da man erst eine politische Entscheidung treffen sollte, wenn erste Berichte zum geplanten Werk vorliegen. Auch der Arbeits- und Wirtschaftsminister Jan Vapaavuori warnte vor einer überstürzten politischen Entscheidung. Katainen erklärte daraufhin, dass man die Genehmigung mit Vorsicht evaluieren werden, auch wenn im Prinzip die Genehmigung für den Bau des Kernkraftwerks bereit erteilt ist. Dass das Projekt jetzt noch scheitere hielt der Ministerpräsident für unwahrscheinlich, wenn auch nicht für unmöglich.<ref>Yle uutiset: ''PM Katainen: Gov’t "can’t afford splits" over Fennovoima'', 28.10.2013. [http://yle.fi/uutiset/pm_katainen_govt_cant_afford_splits_over_fennovoima/6903404 Abgerufen] am 17.11.2013. ([http://web.archive.org/web/20131102150732/http://yle.fi/uutiset/pm_katainen_govt_cant_afford_splits_over_fennovoima/6903404 Archivierte Version] vom 02.11.2013 bei [http://web.archive.org Archive.org])</ref>
 +
 
 +
Im November 2013 beschlossen von den 60 finnischen Anteilseignern an Fennvoima, dass 45&nbsp;Anteilseigner mit dem Rosatom-Projekt vorangehen wollen, während 15&nbsp;Anteilseigner entschieden ihren Anteil aufzugeben. Von dem 1200&nbsp;MW-Block wären damit rund 84&nbsp;% der Kapazität bereits für die Anteilseigner fest verplant. Um die restliche Leistung des Blocks zu vergeben sollen in den kommenden Monaten die Anteile reorganisiert werden und entweder erhöht, gesenkt oder neue Anteilseigner der Weg in das Gemeinschaftsunternehmen geöffnet werden. Fennovoima sei allerdings davon überzeugt, dass Ende 2013 noch ein Vertrag mit Rosatom über die Lieferung des Blocks abgeschlossen werde.<ref>World Nuclear News: ''Shareholders committed to Finnish plant'', 14.11.2013. [http://world-nuclear-news.org/C_Shareholders-committed-to-Finnish-plant-1411138.html Abgerufen] am 17.11.2013. ([http://archive.is/RLTfp Archivierte Version] bei [http://archive.is/ Archive.is])</ref>
 +
 
 +
=== Planung ===
 +
Am 21.&nbsp;Dezember 2013 unterzeichneten Fennovoima und Rosatom in Helsinki die drei Verträge für den Bau des Kernkraftwerks Hanhikivi, für die Haftungsfrage, sowie die Lieferung des Kernbrennstoffs. Darin wurde unter anderem festgelegt, dass sich die Haftung gleichmäßig auf die Anteilshaber des Kernkraftwerks aufsplittet. Rusatom Overseas besitzt einen Anteil von 34&nbsp;% am Unternehmen und damit an der Finanzierung; die Lieferung des Kernbrennstoffs wird durch die Firma TWEL übernommen. Mit Hanhikivi hat Russland den 20.&nbsp;Auftrag für den Bau eines Kernkraftwerks im Ausland an Land gezogen und hält damit die Stellung des größten Kernkraftwerksexporteurs weltweit mit einem Auftragsvolumen von 74&nbsp;Milliarden Dollar, darin enthalten der Export von Kernbrennstoff und die Anreicherung von Uran für das Ausland.<ref>Российское атомное сообщество: ''Подписан пакет соглашений по проекту «Ханхикиви-1»'', 23.12.2013. [http://www.atomic-energy.ru/news/2013/12/23/45799 Abgerufen] am 28.12.2013. ([http://www.webcitation.org/6MCSYb6ti Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Die Kosten für Hanhikivi werden sich auf 6,7&nbsp;Milliarden Dollar belaufen, mit Brennstoff 7,3&nbsp;Milliarden Dollar, und damit doppelt so teuer sein wie die baugleichen Anlagen in Russland, womit die Kapitalkosten bei 5812&nbsp;Dollar pro installiertes Kilowatt betragen werden. Die Kilowattstunde wird allerdings zu einem Festpreis vertrieben und nicht mehr als 0,05&nbsp;€ kosten. Die Abschreibungsdauer beträgt 18&nbsp;Jahre und 6&nbsp;Monate. Im Vergleich dazu benötigen die in Russland errichteten baugleiche Anlage bei Kapitalkosten von 2900&nbsp;Dollar pro installiertes Kilowatt nur einen Abschreibungszeitraum von 7 bis 8&nbsp;Jahren, bei größeren Kostenüberschreitungen etwa 15 bis 20&nbsp;Jahre. Bei einer projektierten Laufzeit von 60&nbsp;Jahren beträgt die Rendite des Kernkraftwerks Hanhikivi in Verhältnis zu den Investitionen rund 7,8&nbsp;% in Euro, bei baugleiche Anlagen in Russland beträgt die Rendite etwa 14 bis 15&nbsp;% in Rubel.<ref name="RAS_26-12-2013">Российское атомное сообщество: ''Финская АЭС будет вдвое дороже российских, но окупится на несколько лет быстрее'', 26.12.2013. [http://www.atomic-energy.ru/news/2013/12/26/45896 Abgerufen] am 28.12.2013. ([http://www.webcitation.org/6MCTRANG5 Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
 +
 
 +
Am 23.&nbsp;Mai 2014 wurde seitens der Aufsichtsbehörde STUK die Sicherheit des Projekts und die Zulässigkeit in der vorläufigen Sicherheitsbewertung des Projekts bestätigt und die Dokumente dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft zugesandt. In dem Bericht sind bereits die Modifikationen berücksichtigt worden, die durch Rosatom am Projekt vorgenommen werden um den Reaktor in Finnland genehmigungsfähig zu machen. Maßnahmen wurden insbesondere gegen Flugzeugabstürze, Binnenhochwässer und Brände vorgenommen, und eine Verbesserung des Unfallmanagements bei schweren Zwischenfällen durchgeführt.<ref>Российское атомное сообщество: ''Надзорный орган подтвердил безопасность проекта «АЭС-2006» для АЭС «Ханхикиви»'', 28.05.2014. [http://www.atomic-energy.ru/news/2014/05/28/49197 Abgerufen] am 30.05.2014. ([http://www.webcitation.org/6PwaNdsVY Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Am 16.&nbsp;September 2014 vollzogen die vier Vorstände von Fennovoima den ersten Spatenstich am Kernkraftwerk im Vorfeld zur parlamentarischen Genehmigung des Projekts, die am 18.&nbsp;September fallen sollte, deren positiver Ausgang mit hoher Wahrscheinlichkeit prognostiziert wurde.<ref>Yle: ''Wednesday's papers: Nuclear decision-time, Finland's the weakest link, and 13,000 jobs to go'', 17.09.2014. [http://yle.fi/uutiset/wednesdays_papers_nuclear_decision-time_finlands_the_weakest_link_and_13000_jobs_to_go/7475519 Abgerufen] am 17.09.2014. ([http://www.webcitation.org/6SevUhhAI Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Mit einer Abstimmung innerhalb der Regierungskoalition, die 10 zu 7&nbsp;Stimmen für die Genehmigung des Kernkraftwerks ausfiel, traten infolge die an der Regierung beteiligten Grünen aus der Koalition zurück. Die regierende SDP hat damit nur eine geringe Mehrheit mit 101&nbsp;Sitze gegen 98&nbsp;Sitze der Opposition, weshalb die Grünen damit rechnen, dass das Projekt nicht in das Parlament zur Abstimmung eingebracht wird, da die Abstimmung scheitern könnte.<ref>Yle: ''Gov't accepts Fennovoima changes--Greens leave cabinet'', 18.09.2014. [http://yle.fi/uutiset/govt_accepts_fennovoima_changes--greens_leave_cabinet/7478754 Abgerufen] am 20.09.2014. ([http://www.webcitation.org/6SitWvbtT Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Eine andere Gefährdung kommt vom Europaparlament aus Strassburg, das Sanktionen gegen Russland im Bereich der Atomwirtschaft prüfe. Rosatom könnte womöglich dann nicht mehr am Kernkraftwerk Hanhikivi mitarbeiten, zumal das Kernkraftwerk einer der Hauptschwerpunkte der Sanktionen sein sollte und damit gestoppt werden soll.<ref>Yle: ''EU Parliament resolution takes aim at Fennovoima-Rosatom project'', 18.09.2014. [http://yle.fi/uutiset/eu_parliament_resolution_takes_aim_at_fennovoima-rosatom_project/7479966 Abgerufen] am 20.09.2014. ([http://www.webcitation.org/6SitqdliM Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
 +
 
 +
[[Datei:Hanhikivi001.jpg|mini|Bau der Zufahrtsstraßen im August 2015]]
 +
Während den Erschießungsarbeiten am Standort des Kernkraftwerks kam es am 13.&nbsp;Oktober 2014 zu Widerstand an einer Straßenbaustelle durch Demonstranten, die die Zufahrt blockierten. Da die Demonstranten auf die Verhandlungen mit der Polizei nicht eingehen wollten, wurden sechs von neun Demonstranten in Polizeigewahrsam genommen. Einer der Demonstranten musste in Handschellen abgeführt werden, da er bei der Festnahme Widerstand leistete. Gegen die sechs Demonstranten wurde ein Ermittlungsverfahren eingereicht wegen Gehorsamsverweigerung gegen Polizeibeamte, zwei weitere wurden in Untersuchungshaft überführt.<ref>Yle: ''Police arrest Pyhäjoki protesters '', 13.10.2014. [http://yle.fi/uutiset/police_arrest_pyhajoki_protesters/7525932 Abgerufen] am 24.10.2014. ([http://www.webcitation.org/6TZ5tmZk7 Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
 +
 
 +
=== Bau ===
 +
Mit dem Bau der Anlage soll nach Plan nicht später als im Jahr 2015 begonnen werden.<ref>Российское атомное сообщество: ''Проект строительства АЭС при участии "Росатома" вызвал неоднозначную реакцию в правительстве Финляндии'', 29.10.2013. [http://www.atomic-energy.ru/news/2013/10/29/44760 Abgerufen] am 28.12.2013. ([http://www.webcitation.org/6MCTadT5J Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
 +
 
 +
=== Betrieb ===
 +
Im Jahr 2013 Vertraglich festgelegt muss die Anlage bis spätestens 1.&nbsp;Januar 2024 vollständig fertiggestellt sein und unter Volllast laufen.<ref name="RAS_26-12-2013"/>
 +
 
 +
== Technik ==
 +
Ausgestattet werden soll das Kernkraftwerk Hanhikivi mit einer abgewandelten Variante des WWER-1200/491, bezeichnet als WWER-1200/522.
 +
 
 +
== Wissenswertes ==
 +
* Ehemals trug der erste Block das Kürzel ''HA-1'' für ''Hanhikivi-1'', nach Übernahme durch Rosatom wurde das Kürzel jedoch in ''FH-1'' f+r ''Fennovoima Hanhikivi-1'' geändert.
  
 
== Daten der Reaktorblöcke ==
 
== Daten der Reaktorblöcke ==
Das Kernkraftwerk Hanhikivi soll aus einem Reaktor bestehen, der sich derzeit noch in Planung befindet.
+
Das Kernkraftwerk Hanhikivi soll aus einem Reaktor bestehen, der sich derzeit in Planung befindet.
 
{| class="prettytable" width="100%"
 
{| class="prettytable" width="100%"
 
|-
 
|-
Zeile 108: Zeile 138:
 
! width="10%" | Brutto
 
! width="10%" | Brutto
 
|-
 
|-
| Hanhikivi-1 (HA-1)
+
| Hanhikivi-1 (FH-1)
 
| align="center" | DWR
 
| align="center" | DWR
| align="center" | WWER-1200/491
+
| align="center" | WWER-1200/522
| align="right" | 1150 MW
+
| align="right" | 1115 MW
 
| align="right" | 1200 MW
 
| align="right" | 1200 MW
 
| align="right" |  
 
| align="right" |  

Aktuelle Version vom 9. Oktober 2017, 14:52 Uhr

Kernkraftwerk Hanhikivi
Illustration der geplanten Anlage
Illustration der geplanten Anlage
Standort
Land Flag of Finland.svg Finnland
Landschaft Nordösterbotten
Ort Pyhäjoki
Koordinaten 64° 31′ 45″ N, 24° 16′ 2″ OTerra globe icon light.png 64° 31′ 45″ N, 24° 16′ 2″ O
Reaktordaten
Eigentümer Fennovoima Oy
Betreiber Fennovoima Oy
Geplant 1 (1200 MW)
Spacer.gif
Gtk-dialog-info.svg
Die Quellen für diese Angaben sind in der Zusatzinformation einsehbar.

Das Kernkraftwerk Hanhikivi (finnisch Hanhikivi ydinvoimalaitos), auch Kernkraftwerk Pyhäjoki (finnisch Pyhäjoen ydinvoimalaitos) soll nahe der Gemeinde Pyhäjoki in der finnischen Landschaft Nordösterbotten entstehen. Die auf der Halbinsel Hanhikivi geplante Anlage wird von dem Gemeinschaftsunternehmen Fennovoima Oy geplant, gebaut und betrieben werden. Fennovoima ist ein Zusammenschluss aus verschiedenen Großunternehmen Finnlands sowie der russischen im Ausland operierende Rosatom-Tochter Rusatom Overseas. Die Anlage wird das dritte Kernkraftwerk Finnlands und soll nach Vertrag, der im Dezember 2013 unterzeichnet wurde, spätestens am 1. Januar 2024 voll in Betrieb sein und unter Volllast fahren.

Geschichte

Im Juni 2007 schlossen sich finnische Energieversorger mit Industriebetrieben zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen Fennovoima Oy zusammen, dass zum Ziel hatte ein neues Kernkraftwerk in Finnland zu errichten. Beteiligt waren neben den Versorgern E.ON Finnland, Rauman Energia und der Katterno Group auch der Stahlhersteller Outokumpu und die Bergbau- und Stahlhüttengesellschaft Boliden. Der Plan sieht vor ein Kernkraftwerk mit einer Leistung zwischen 1000 und 1800 MW zu errichten, dass zwischen 2016 und 2018 den Betrieb aufnehmen soll, vornehmlich zur Deckung des Energiebedarfs der beteiligten Gesellschaften. Insgesamt wird etwa ein Drittel der Energie an die beteiligten Industrien, ein Drittel an die beiden Versorger Rauman Energia und der Katterno Group, und das restliche Drittel an den Mehrheitseigentümer des Konsortiums, E.ON Finnland gehen. Diese Gesellschaften (ohne E.ON Finnland) führten wiederum weitere Vehandlungen mit anderen Unternehmen, die sich an dem Werk beteiligen könnten und entsprechend eine Menge an Energie abnehmen würden. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt nicht sicher ob das Projekt realisiert werden würde, da eine solche Entscheidung nur vom finnischen Parlament getroffen werden kann. Das Projekt selbst war eigentlich überflüssig, da zur gleichen Zeit bereits Umweltverträglichkeitsstudien für zwei neue Reaktoren in Loviisa und Olkiluoto gestartet wurden. Gleichzeitig hatte E.ON bereits Pläne geäußert, nördlich des bestehenden Kernkraftwerks ein 112 Hektar großes Grundstück für ein neues zweiblöckiges Kernkraftwerk zu kaufen, unabhängig vom Werk des Anbieters Fortum. Allerdings lehnte die Stadt Loviisa den Verkauf ab.[1]

Finnland
Kristianstad
Kristianstad
Pyhäjoki
Pyhäjoki
Ruotsinpyhtää
Ruotsinpyhtää
Simo
Simo
Mögliche Standorte

Noch im gleichen Monat sprachen sich sechs Gemeinden in Finnland aus ein Kernkraftwerk von Fennovoima auf dem Gemeindegebiet zu dulden, darunter Simo, Kemijärvi, Tornio und Kemi in Lappland, sowie Himanka in Nordösterbotten. Auch die Gemeinde Ruotsinpyhtää in Uusimaa (neben der Gemeinde Loviisa) willigte ein über ein zweites Kernkraftwerk zu reden.[2] Bis Ende Oktober traten dem Konsortium, das bisher aus den fünf Gründerunternehmen bestand über 60 weitere Firmen bei. Von Fennovoima wurde dies als Bestätigung für das große Interesse am Kraftwerk angesehen. Zu diesem Zeitpunkt wählte das Konsortium außerdem drei mögliche Standorte für das Werk aus,[3] im Dezember wurde noch ein möglicher vierter Standort ausgewählt. Für diese vier Standorte nahe Kristinestad, Pyhäjoki, Ruotsinpyhtää und Simo wurden Umweltverträglichkeitsprüfungen durch Fennovoima favorisiert. An allen vier Standorten eröffnete das Konsortium je ein Verwaltungsbüro. Weiter wurde als Alternativangebot zu einem großen Kernreaktor die Option genannt zwei kleinere zu errichten.[4] Das Konsortium Fennovoima reichte im Dezember 2007 die Anträge für die Umweltverträglichkeitsprüfungen beim Ministerium für Arbeit und Wirtschaft ein. Die dazugehörigen Anhörungen wollte Fennovoima im engen Kontakt mit den Anwohnern vornehmen. Nach Plan sollte bis Frühling 2009 das Verfahren beendet sein.[5]

Bereits im Oktober 2007 kaufte das Unternehmen in Ruotsinpyhtää rund 600 Hektar Land für das Werk auf, ebenso an den beiden anderen Standorten nahe Simo am 11. März 2008. Zeitgleich kündigte das Unternehmen auch den Ankauf der Gelände um Kristinestad und Pyhäjoki an.[6] Dies geschah auch noch am 26. März in Kristinestad durch den Aufkauf von 100 Hektar.[7] Fennovoima erwarb am 30. April noch 250 Hektar zusätzlich an einem anderen Ort, etwas entfernt vom Storträsket See. Seitens Fennovoima wurde auch der Bau von kilometerlangen Kühlwasserleitungen als Option genannt, sofern das Kernkraftwerk weiter entfernt von einem Gewässer errichtet werden würde.[8]

Ausschreibung

Im Mai 2008 wählte das Konsortium drei mögliche Reaktordesigns für das Kernkraftwerk, darunter den von Toshiba entworfenen Advanced Boiling Water Reactor (1600 MW, Referenzwerk Hamaoka 5), den EPR von Areva (1700 MW, Referenzwerk Olkiluoto 3) und den ebenfalls von Areva entworfenen SWR-1000 (jetzt Kerena, 1250 MW, Referenzwerk Gundremmingen C). Die Referenzwerke werden von Fennovoima als Maßstab benutzt, um einen Vergleich zwischen den Reaktoren herzustellen. Das Unternehmen hoffte mit einer Parlamentsentscheidung für das Werk in der ersten Hälfte des Jahres 2010, sodass frühstens 2012 mit dem Bau begonnen worden wäre.[9]

Im Juni 2008 gab Fennovoima die Planungen für den Standort Kristinestad auf, da die Gegebenheiten für ein Kernkraftwerk an den anderen drei Standorten besser geeignet schienen.[10] Im Oktober 2008 wurde die Umweltverträglichkeitsprüfung für die verbleibenden drei Standorte abgeschlossen mit der Erkenntnis, dass sich alle drei Standorte für ein Kernkraftwerk eigneten. Seitens des ehemaligen finnischen Premierministers Paavo Lipponen gab es die Empfehlung den Block sowie die anderen beiden geplanten Reaktoren in Olkiluoto und Loviisa zu genehmigen.[11] Allerdings kündigte die Regierung an, dass nur ein Projekt genehmigt werden würde.[12] Eine entsprechende Entscheidung erwartete Fennovoima auch von der Regierung für sie drei verbleibenden Standorte auf der Halbinsel Hanhikivi bei Pyhäjoki, Gäddbergsö bei Ruotsinpyhtää und Karsikko bei Simo. Alle Standorte lagen in entsprechend von der Regierung als Entwicklungsregion gekennzeichneten Gebieten. Eine Entscheidung für einen Standort sollte jedoch erst fallen, nachdem das Parlament das Projekt bestätigt hätte.[13]

Am 18. Mai gab Ruotsinpyhtää ein Statement ab und stimmte für das Kernkraftwerk. Ebenso in Pyhäjoki, wo von den Stadträten insgesamt 16 Personen für das Werk stimmten, fünf waren dagegen. Die Räte der Nachbargemeinde Raahe mussten ebenfalls darüber abstimmen, da das Kraftwerk teilweise auch auf diesem Gemeindegebiet stehen würde. Eine Abstimmung in Simo fand am 15. Juni statt. Das Werk selbst würde jährlich zwischen 3,8 und fünf Millionen Euro Steuereinnahmen bringen und sollte 400 bis 500 Arbeitsplätze schaffen.[14] Im April 2010 fiel im Parlament letztlich die Entscheidung für zwei Neubauprojekte, darunter ein vierter Block am Standort Olkiluoto und das Projekt von Fennovoima. Der dritte Block für den Standort Loviisa wurde abgelehnt, weshalb der Standort Ruotsinpyhtää automatisch wegfiel.[15] Im August 2010 genehmigte die Gemeinde Pyhäjoki den Flächennutzungsplan für das eventuelle Werk, für Simo wurde seitens des Ministerium für Umwelt bereits der Flächennutzungsplan genehmigt. Innerhalb der ersten Jahreshälfte 2011 wollte Fennovoima den endgültigen Standort bekannt geben.[16] Bereits im Dezember 2010 reduzierte Fennovoima die Zahl der möglichen Reaktordesigns und nahm den SWR-1000 als möglichen Reaktortyp aus der Liste. In der Folge schloss das Unternehmen mit Areva und Toshiba entsprechende Abkommen.[17]

Weiteren Erfolg gab es bei Fennovoima selbst, als sich bereits im August 2011 insgesamt 70 Firmen oder Gemeinden an dem Konsortium beteiligten.[18] Im Oktober 2011 fiel die endgültige Standortwahl auf die Halbinsel Hanhikivi bei Pyhäjoki. Die Wahl für diesen Standort fiel aufgrund der Sicherheit, der technischen Machbarkeit, der geringen Umweltauswirkungen sowie die entsprechende regionale Unterstützung für dieses Projekt. Seitens Fennovoima wurde als Zusatzgrund die geologischen Gegebenheiten genannt, da der Untergrund in Pyhäjoki fester und dichter sei als in Simo und daher die Erdarbeiten leichter fallen könnten. Ebenso waren die seismischen Eigenschaften des Standortes besser, und die Kühlwasserzufuhr um rund einen Kilometer kürzer. Die Besiedlung der Gemeinde selbst ist eher gering.[19] Im Januar 2012 erhielt Fennovoima von den beiden Bewerbern Areva und Toshiba entsprechende Angebote überreicht. Der größte Unterschied liegt in den Umfängen der Angebote. Während Toshiba Reaktor- und Turbineninsel liefern will, gibt Areva die Möglichkeit die Turbineninsel entweder von Siemens oder Alstom liefern zu lassen.[20] Wer den Auftrag für den Block Hanhikivi 1 (kurz HA-1) erhalten wird soll Ende 2013 entschieden werden.[21] Allerdings wurde aufgrund der Äußerung des Chefingenieur von Fennovima, Juhani Hyvarinen, Anfang Oktober 2012, dass das passive Kühlsystem des ABWR etwas besser sei als das des EPR, in den Medien darauf spekuliert, dass Toshiba wohl eher den Auftrag für das Kernkraftwerk bekommen würde.[22]

Rückzug E.ON's und Verkleinerung des Projekts

Im Oktober 2012 gab E.ON Kärnkraft Finland bekannt, dass es seinen Anteil von 34 % an Fennovoima verkaufen werde. Grund hierfür war eine strategische Prüfung der Pläne und die Konzentration des Konzerns auf den Ausbau des Smart-Grids in Schweden, den Ausbau von erneuerbaren Energien in Schweden sowie die Modernisierung des Kernkraftwerks Oskarshamn. Jonas Abrahamsson, Vorsitzender von E.ON Sverige gab allerdings bekannt, dass der Konzern den Anteilseigner Voimaosakeyhtiö SF weiterhin an der Umsetzung des Kernkraftwerksprojekt unterstützen werde.[23] Am 15. Februar 2013 wurde bekannt, dass Voimaosakeyhtiö SF die Anteile von E.ON Kärnkraft Finnland für einen unbekannten Preis übernehmen werde. E.ON bestätigte den Verkauf der Anteile an das Unternehmen.[24]

Abseits von der Ausschreibung für den ersten Block, die zwischen Areva und Toshiba ausgetragen wird, gab am 23. Februar 2013 Rosatom bekannt, dass man in Verhandlungen mit Fennovoima über das Kernkraftwerk stehe. Laut Rosatom kam die erste Anfrage überraschend seitens Fennovoima, sich an dem Kernkraftwerk zu beteiligen. Abseits davon stehe Fennovima bereits in Verhandlungen mit anderen russischen Firmen. Möglicherweise möchte das Unternehmen so die Kosten der Anteilseigner drücken, die sich zuletzt durch den Wegfall von E.ON erhöht hatten. Fennovoima selbst gab zu den Verhandlungen und den Hintergründen keine Stellungnahme ab.[25] Rosatom erklärte, dass die Größe des Kernkraftwerks und das Ausmaß der Bauarbeiten eine Rolle dabei spiele, ob man sich an Hanhikivi beteilige.[26] Am 25. Februar wurde die Ausschreibung gestoppt und Fennovoima ging in direkte Verhandlungen mit Toshiba über, einen EU-ABWR mit 1600 MWe zu errichten. Parallel zu den Verhandlungen mit Toshiba über den Block wurde mit einer Studie begonnen, welche bis März 2013 evaluieren soll, ob der Bau eines Reaktors mittlerer Größe (1000–1300 MWe) wirtschaftlich vorteilhafter wäre hinsichtlich der technischen, ökonomischen und finanziellen Parameter, sowie der Lizenzierungsfähigkeit in Finnland. Wenn dies der Fall wäre, würde ein zweiter Ausschreibungsprozess gestartet werden. Fennovoima hat großes Interesse an Modellen der Reaktorbauer Rosatom, Toshiba und Areva,[27] prüfte aber als primäre konkrete Alternative vornehmlich den Bau eines WWER-1200/491 als MIR.1200 und sprach Rosatom darauf an, ob diese Reaktorlinie in Finnland genehmigungsfähig sei. Tatsächlich wurde das Modell bereit zweimal erfolgreich in Finnland zugelassen: Als AES-91/99 mit WWER-1000/466 und als AES-2006 mit WWER-1200/491, beide für das Kernkraftwerk Loviisa. Zwischen 2013 und 2014 plante Rosatom ohnehin den MIR.1200 in Finnland genehmigen zu lassen.[28]

Ende März 2013 wurde die Beurteilung abgeschlossen und der Bau eines Reaktors der mittleren Leistungsklasse als durchführbar befunden. Am 5. April 2013 gab Fennovoima bekannt, offiziell Verhandlungen mit Rosatom zu führen, parallel zu den Verhandlungen mit Toshiba über den EU-ABWR, und zeige Interesse an dem Bau des WWER-1200/491, allerdings als AES-2006, der bereits in Finnland zugelassen ist. Daneben soll in einer eventuell neuen Ausschreibung auch die Reaktormodelle von Areva (KERENA), Atmea (ATMEA1) und Toshiba (ABWR) berücksichtigt werden.[29] Eine Kostenrechnung von Petera Lunda, der einen Lehrstuhl für Angewandte Physik an der Universität Aalto in Helsinki hat zeigte, dass die Kosten und der Nutzen eines Reaktors der 1200 MW-Klasse auf Basis des WWER-1200 von Rosatom mit drei bis vier Milliarden Euro weitaus besser ist als für den EU-ABWR, der mit sechs bis acht Milliarden Euro das Budget von Fennovoima belasten würde. Fennovoima setzte sich bereits zuvor selbst eine Obergrenze und wollte für Hanhikivi nicht mehr als 4,6 Milliarden Euro zahlen, lies allerdings alle Optionen offen, auch mehr zu bezahlen. Laut Lund wären die Kosten von drei bis vier Milliarden Euro für den WWER-1200 besser angelegt, zumal im Vergleich das Kernkraftwerk Loviisa zu damaligen Preisen etwa gleichviel kostete, allerdings weniger Leistung erreichte.[30]

Am 3. Juli 2013 gab Fennovoima bekannt, dass man sich beim Bau des Kernkraftwerks auf die Alternative mit dem Konzern Rusatom Overseas konzentrieren wolle, der beim Bau des WWER-1200 zukünftig eventuell einen Anteil von 34 % an der Projektgesellschaft Fennovoima übernehmen wird. Damit würde Rusatom Overseas den Teil von E.ON in dem Projekt vollständig ersetzen, allerdings wurden dazu separate Verhandlungen begonnen. Aufgrund dieser Entscheidung könnte Ende 2013 ein Vertrag abgeschlossen werden und bereits 2014 der Block in Bau gehen, sofern die Entscheidung seitens der Regierung steht, mit einem Betriebsbeginn im Jahr 2020. Fennovoima hat sich damit direkt für den Bau eines kleineren Reaktors entschieden.[31] Eine entsprechende Entscheidung steht aus. Das Rosatom nicht als Lieferant infrage kam muss diese Frage neu im Parlament entschieden werden, einen entsprechenden Antrag reichte Fennovoima noch am gleichen Tag ein. Die Gespräche mit dem japanischen Konkurrenten Toshiba wurden beendet.[32] Kernkraftgegner aus Schweden zeigten sich enttäuscht, dass Rosatom sich am Projekt beteiligen werde. Weniger wegen der zum Einsatz kommenden Technik, sondern aufgrund der Tatsache, dass die Realisierung des Kernkraftwerks aufgrund der finanziellen Reserven des Konzerns weitaus wahrscheinlicher umgesetzt werden kann.[33]

Am 5. Juli 2013 unterzeichnete Fennovoima mit Rusatom Overseas einen Handelsvertrag zur Entwicklung des spezifizierten Projekts für Hanhikivi.[34][35] Am 10. Juli 2013 berichtete der Kommersant, dass Rusatom Overseas den Kauf der 34 % Anteile plane. Damit würde sich der Konzern bei Gesamtkosten zwischen 5 und 6 Milliarden Dollar mir rund 1,7 bis 2 Milliarden Dollar an dem Werk beteiligen. Rusatom Overseas gab dazu aber keinen Kommentar ab.[36] Seitens der finnischen Aufsichtsbehörde STUK gab es am 21. August 2013 die Anmerkung, dass das Reaktordesign für die Genehmigung in Finnland diverse Modifikationen benötige. Dies ginge bereits aus einer Sicherheitsanalyse des AES-2006 aus dem Jahr 2009 hervor, so fehlen unter anderem diverse Pläne zu internen Ereignissen wie eine Überflutung des Gebäudes von innen, sowie bei Feuer. Gegen Auswirkungen von außen fehlen ebenso Daten zu ungewöhnlichen Wetterlagen und Erdbeben. Ebenfalls nicht dem Standard entsprechen die berücksichtigten Einwirkungen eines Flugzeugabsturzes sowie bei industriellen Unfällen. Ein Defizit am Design wurde ebenfalls in der Automatisierung des Blocks gefunden. Das Drucksteuersystem für den Primärkreislauf, das extra dafür ausgelegt wurde bei Unfällen eine Kernschmelze zu verhindern, entspricht nicht den finnischen Vorgaben. Fennovoima gab zwar an, dass das Werk den internationalen Standards und den EUR-Anforderungen entspräche, gab aber bekannt, dass man dennoch das Design für Finnland abändern werde. Die Aufsichtsbehörde STUK war zuversichtlich, dass die vorgeschlagenen Änderungen umgesetzt werden können, sodass der Block den finnischen Vorgaben entspricht. Ebenso müsse die Umweltverträglichkeitsprüfung angepasst werden und eine Entscheidung gefällt werden, ob das Parlament erneut über das Projekt abstimmen muss oder nicht. Verfassungsmäßig wäre das Projekt ohne erneute Abstimmung durchsetzbar.[37]

Bis zum 3. September 2013 haben sowohl Fennovoima, als auch Rusatom Overseas ihre Sichtweisen erläutert und bekanntgegeben, dass eine Entscheidung über den Bau des Werkes gegen Ende 2013 fallen solle. Entsprechend sollte eine detaillierte Ausarbeitung des Projekts, die finanziellen Hintergründe und die Übernahme der 34 % von E.ON hinterlassenen Anteile durch die russische Seite evaluiert werden.[38] Der frühestmögliche Termin für die Entscheidung über die Umsetzung des Projekts sollte seitens der Fennovoima-Anteilseigner im Oktober 2013 sein.[39] Der Schritt seitens Fennovoima und der Neubehandlung des Projekts ist in der Regierung Finnlands ein ernster Konfliktpunkt. Ministerpräsident Jyrki Katainen erklärte in einem Interview mit Yle, dass sich die Regierung keine Splitterung wegen dem Fennvoima-Projekt leisten könne. Grund für diese Aussage war eine Äußerung der Finanzministerin Jutta Urpilainen, die sich für eine möglichst schnelle Genehmigung des geänderten Projekts seitens der Regierung aussprach. Ville Niinistö, Mitglied in der Koalitionspartei Grüner Bund, kritisierte diese Aussage, da man erst eine politische Entscheidung treffen sollte, wenn erste Berichte zum geplanten Werk vorliegen. Auch der Arbeits- und Wirtschaftsminister Jan Vapaavuori warnte vor einer überstürzten politischen Entscheidung. Katainen erklärte daraufhin, dass man die Genehmigung mit Vorsicht evaluieren werden, auch wenn im Prinzip die Genehmigung für den Bau des Kernkraftwerks bereit erteilt ist. Dass das Projekt jetzt noch scheitere hielt der Ministerpräsident für unwahrscheinlich, wenn auch nicht für unmöglich.[40]

Im November 2013 beschlossen von den 60 finnischen Anteilseignern an Fennvoima, dass 45 Anteilseigner mit dem Rosatom-Projekt vorangehen wollen, während 15 Anteilseigner entschieden ihren Anteil aufzugeben. Von dem 1200 MW-Block wären damit rund 84 % der Kapazität bereits für die Anteilseigner fest verplant. Um die restliche Leistung des Blocks zu vergeben sollen in den kommenden Monaten die Anteile reorganisiert werden und entweder erhöht, gesenkt oder neue Anteilseigner der Weg in das Gemeinschaftsunternehmen geöffnet werden. Fennovoima sei allerdings davon überzeugt, dass Ende 2013 noch ein Vertrag mit Rosatom über die Lieferung des Blocks abgeschlossen werde.[41]

Planung

Am 21. Dezember 2013 unterzeichneten Fennovoima und Rosatom in Helsinki die drei Verträge für den Bau des Kernkraftwerks Hanhikivi, für die Haftungsfrage, sowie die Lieferung des Kernbrennstoffs. Darin wurde unter anderem festgelegt, dass sich die Haftung gleichmäßig auf die Anteilshaber des Kernkraftwerks aufsplittet. Rusatom Overseas besitzt einen Anteil von 34 % am Unternehmen und damit an der Finanzierung; die Lieferung des Kernbrennstoffs wird durch die Firma TWEL übernommen. Mit Hanhikivi hat Russland den 20. Auftrag für den Bau eines Kernkraftwerks im Ausland an Land gezogen und hält damit die Stellung des größten Kernkraftwerksexporteurs weltweit mit einem Auftragsvolumen von 74 Milliarden Dollar, darin enthalten der Export von Kernbrennstoff und die Anreicherung von Uran für das Ausland.[42] Die Kosten für Hanhikivi werden sich auf 6,7 Milliarden Dollar belaufen, mit Brennstoff 7,3 Milliarden Dollar, und damit doppelt so teuer sein wie die baugleichen Anlagen in Russland, womit die Kapitalkosten bei 5812 Dollar pro installiertes Kilowatt betragen werden. Die Kilowattstunde wird allerdings zu einem Festpreis vertrieben und nicht mehr als 0,05 € kosten. Die Abschreibungsdauer beträgt 18 Jahre und 6 Monate. Im Vergleich dazu benötigen die in Russland errichteten baugleiche Anlage bei Kapitalkosten von 2900 Dollar pro installiertes Kilowatt nur einen Abschreibungszeitraum von 7 bis 8 Jahren, bei größeren Kostenüberschreitungen etwa 15 bis 20 Jahre. Bei einer projektierten Laufzeit von 60 Jahren beträgt die Rendite des Kernkraftwerks Hanhikivi in Verhältnis zu den Investitionen rund 7,8 % in Euro, bei baugleiche Anlagen in Russland beträgt die Rendite etwa 14 bis 15 % in Rubel.[43]

Am 23. Mai 2014 wurde seitens der Aufsichtsbehörde STUK die Sicherheit des Projekts und die Zulässigkeit in der vorläufigen Sicherheitsbewertung des Projekts bestätigt und die Dokumente dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft zugesandt. In dem Bericht sind bereits die Modifikationen berücksichtigt worden, die durch Rosatom am Projekt vorgenommen werden um den Reaktor in Finnland genehmigungsfähig zu machen. Maßnahmen wurden insbesondere gegen Flugzeugabstürze, Binnenhochwässer und Brände vorgenommen, und eine Verbesserung des Unfallmanagements bei schweren Zwischenfällen durchgeführt.[44] Am 16. September 2014 vollzogen die vier Vorstände von Fennovoima den ersten Spatenstich am Kernkraftwerk im Vorfeld zur parlamentarischen Genehmigung des Projekts, die am 18. September fallen sollte, deren positiver Ausgang mit hoher Wahrscheinlichkeit prognostiziert wurde.[45] Mit einer Abstimmung innerhalb der Regierungskoalition, die 10 zu 7 Stimmen für die Genehmigung des Kernkraftwerks ausfiel, traten infolge die an der Regierung beteiligten Grünen aus der Koalition zurück. Die regierende SDP hat damit nur eine geringe Mehrheit mit 101 Sitze gegen 98 Sitze der Opposition, weshalb die Grünen damit rechnen, dass das Projekt nicht in das Parlament zur Abstimmung eingebracht wird, da die Abstimmung scheitern könnte.[46] Eine andere Gefährdung kommt vom Europaparlament aus Strassburg, das Sanktionen gegen Russland im Bereich der Atomwirtschaft prüfe. Rosatom könnte womöglich dann nicht mehr am Kernkraftwerk Hanhikivi mitarbeiten, zumal das Kernkraftwerk einer der Hauptschwerpunkte der Sanktionen sein sollte und damit gestoppt werden soll.[47]

Bau der Zufahrtsstraßen im August 2015

Während den Erschießungsarbeiten am Standort des Kernkraftwerks kam es am 13. Oktober 2014 zu Widerstand an einer Straßenbaustelle durch Demonstranten, die die Zufahrt blockierten. Da die Demonstranten auf die Verhandlungen mit der Polizei nicht eingehen wollten, wurden sechs von neun Demonstranten in Polizeigewahrsam genommen. Einer der Demonstranten musste in Handschellen abgeführt werden, da er bei der Festnahme Widerstand leistete. Gegen die sechs Demonstranten wurde ein Ermittlungsverfahren eingereicht wegen Gehorsamsverweigerung gegen Polizeibeamte, zwei weitere wurden in Untersuchungshaft überführt.[48]

Bau

Mit dem Bau der Anlage soll nach Plan nicht später als im Jahr 2015 begonnen werden.[49]

Betrieb

Im Jahr 2013 Vertraglich festgelegt muss die Anlage bis spätestens 1. Januar 2024 vollständig fertiggestellt sein und unter Volllast laufen.[43]

Technik

Ausgestattet werden soll das Kernkraftwerk Hanhikivi mit einer abgewandelten Variante des WWER-1200/491, bezeichnet als WWER-1200/522.

Wissenswertes

  • Ehemals trug der erste Block das Kürzel HA-1 für Hanhikivi-1, nach Übernahme durch Rosatom wurde das Kürzel jedoch in FH-1 f+r Fennovoima Hanhikivi-1 geändert.

Daten der Reaktorblöcke

Das Kernkraftwerk Hanhikivi soll aus einem Reaktor bestehen, der sich derzeit in Planung befindet.

Reaktorblock[50] Reaktortyp Leistung Baubeginn Netzsyn-
chronisation
Kommer-
zieller Betrieb
Stilllegung
Typ Baulinie Netto Brutto
Hanhikivi-1 (FH-1) DWR WWER-1200/522 1115 MW 1200 MW

Einzelnachweise

  1. World Nuclear News: Finnish companies unite to build nuclear plant, 06.06.2007. Abgerufen am 01.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  2. World Nuclear News: Finland mulls over new nuclear sites, 26.06.2007. Abgerufen am 01.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  3. World Nuclear News: More companies participate in Fennovoima, 30.10.2007. Abgerufen am 01.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  4. World Nuclear News: Four possible sites for Fennovoima, 20.12.2007. Abgerufen am 01.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  5. World Nuclear News: Fennovoima's EIA program for new nuclear, 31.01.2008. Abgerufen am 01.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  6. World Nuclear News: Fennovoima buys land for planned nuclear plant, 12.03.2008. Abgerufen am 01.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  7. World Nuclear News: Fennovoima makes further land acquisition, 27.03.2008. Abgerufen am 01.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  8. World Nuclear News: Fennovoima obtains more land in Kristinestad, 01.05.2008. Abgerufen am 01.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  9. World Nuclear News: Fennovoima selects three possible reactor designs, 21.05.2008. Abgerufen am 01.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  10. World Nuclear News: Fennovoima rules out Kristinestad as plant site, 06.06.2008. Abgerufen am 01.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  11. World Nuclear News: Environmental report for third new Finnish nuclear project, 09.10.2008. Abgerufen am 01.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  12. World Nuclear News: Finland approves new climate and energy strategy, 07.11.2008. Abgerufen am 01.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  13. World Nuclear News: Fennovoima seeks decision on new Finnish plant, 14.01.2009. Abgerufen am 01.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  14. World Nuclear News: Finnish municipality favours Fennovoima plant, 10.06.2009. Abgerufen am 01.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  15. World Nuclear News: Two out of three for Finland, 21.04.2010. Abgerufen am 01.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  16. World Nuclear News: Land use plan for nuclear approved, 26.08.2010. Abgerufen am 02.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  17. World Nuclear News: Plans and partners develop for Fennovoima, 21.12.2010. Abgerufen am 02.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  18. World Nuclear News: Major power users book into nuclear, 26.08.2011. Abgerufen am 02.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  19. World Nuclear News: Site selected for new Finnish plant, 05.10.2011. Abgerufen am 02.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  20. World Nuclear News: Bids in for new Finnish plant, 01.02.2012. Abgerufen am 02.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  21. Fennovima: Plant will be supplied by Areva or Toshiba, 01.10.2012. Abgerufen am 15.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  22. Reuters: Fennovoima may pick Toshiba reactor over Areva's -report, 05.10.2012. Abgerufen am 15.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  23. World Nuclear News: EOn withdraws from Fennovoima, 24.10.2012. Abgerufen am 24.10.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  24. FinanzNachrichten: E.ON findet Käufer für Anteil an finnischem Reaktorbau-Projekt, 15.02.2013. Abgerufen am 02.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  25. Chicago Tribune: Russia's Rosatom says in talks with Finnish firm on nuclear reactor, 23.02.2013. Abgerufen am 23.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  26. yle: Fennovoima рассматривает возможность заказaть АЭС у ГК Росатом, 23.02.2013. Abgerufen am 23.02.2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  27. World Nuclear News: Fennovoima selects Toshiba but keeps options open, 25.02.2013. Abgerufen am 25.02.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
  28. advis: Перспективные проекты СПбАЭП найдут отражение в годовом отчете, 21.03.2013. Abgerufen am 25.02.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
  29. Fennovoima: Fennovoima invites Rosatom to direct negotiations, 05.04.2013. Abgerufen am 08.04.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
  30. Yle: Профессор: Росатом выигрывает у Toshiba в стоимости реaктора, 12.04.2013. Abgerufen am 12.04.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
  31. World Nuclear News: Fennovoima focuses on Rosatom, 03.07.2013. Abgerufen am 03.07.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
  32. Reuters: UPDATE 2-Fennovoima homes in on Rosatom for nuclear project, 03.07.2013. Abgerufen am 03.07.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
  33. Svenska Yle: Svensk aktivist rasar mot Pyhäjoki, 05.07.2013. Abgerufen am 05.07.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
  34. Energy Business Review: Fennovoima, Rusatom sign project development deal for Finnish nuclear plant, 05.07.2013. Abgerufen am 05.07.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
  35. Power Engineering International: Fennovoima opts for Rosatom subsidiary for Hanhikivi reactor, 05.07.2013. Abgerufen am 05.07.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
  36. Power Engineering International: M&A: Rosatom plans to co-own Hanhikivi 1 NPP in Finland, 10.07.2013. Abgerufen am 12.07.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
  37. Yle uutiset: Authorities demand safety upgrade for nuclear plant plan, 21.08.2013. Abgerufen am 21.08.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
  38. World Nuclear News: Hanhikivi contract by year end, 03.09.2013. Abgerufen am 09.09.2013. (Archivierte Version bei Archive.is)
  39. The Moscow Times: Rosatom Seeks to Build Reactor, 03.09.2013. Abgerufen am 09.09.2013. (Archivierte Version bei Archive.is)
  40. Yle uutiset: PM Katainen: Gov’t "can’t afford splits" over Fennovoima, 28.10.2013. Abgerufen am 17.11.2013. (Archivierte Version vom 02.11.2013 bei Archive.org)
  41. World Nuclear News: Shareholders committed to Finnish plant, 14.11.2013. Abgerufen am 17.11.2013. (Archivierte Version bei Archive.is)
  42. Российское атомное сообщество: Подписан пакет соглашений по проекту «Ханхикиви-1», 23.12.2013. Abgerufen am 28.12.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
  43. a b Российское атомное сообщество: Финская АЭС будет вдвое дороже российских, но окупится на несколько лет быстрее, 26.12.2013. Abgerufen am 28.12.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
  44. Российское атомное сообщество: Надзорный орган подтвердил безопасность проекта «АЭС-2006» для АЭС «Ханхикиви», 28.05.2014. Abgerufen am 30.05.2014. (Archivierte Version bei WebCite)
  45. Yle: Wednesday's papers: Nuclear decision-time, Finland's the weakest link, and 13,000 jobs to go, 17.09.2014. Abgerufen am 17.09.2014. (Archivierte Version bei WebCite)
  46. Yle: Gov't accepts Fennovoima changes--Greens leave cabinet, 18.09.2014. Abgerufen am 20.09.2014. (Archivierte Version bei WebCite)
  47. Yle: EU Parliament resolution takes aim at Fennovoima-Rosatom project, 18.09.2014. Abgerufen am 20.09.2014. (Archivierte Version bei WebCite)
  48. Yle: Police arrest Pyhäjoki protesters , 13.10.2014. Abgerufen am 24.10.2014. (Archivierte Version bei WebCite)
  49. Российское атомное сообщество: Проект строительства АЭС при участии "Росатома" вызвал неоднозначную реакцию в правительстве Финляндии, 29.10.2013. Abgerufen am 28.12.2013. (Archivierte Version bei WebCite)
  50. Power Reactor Information System der IAEA: „Finland“ (englisch)

Siehe auch

Icon NuclearPowerPlant-green.svg Portal Kernkraftwerk