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Kernkraftwerk Olkiluoto: Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''Kernkraftwerk Olkiluoto''' (finnisch ''Olkiluodon ydinvoimalaitos'') ist eines von zwei Kernkraftwerk in Finnland, gelegen auf der Halbinsel Olkiluoto am Bottnischen Meerbusen. Bekanntheit erlangte die Anlage besonders durch den dritten Block, der den ersten Kernkraftwerksneubau in Europa im 21. Jahrhundert und nach rund 10 Jahren Stagnation (die letzte Anlage die in Bau ging war 1991 Block zwei des [[Kernkraftwerk Civaux|Kernkraftwerks Civaux]] in Frankreich) darstellte. Direkt neben dem Kernkraftwerk befindet sich das [[Endlager Olkiluoto]].
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Das '''Kernkraftwerk Olkiluoto''' (finnisch ''Olkiluodon ydinvoimalaitos'') ist eines von zwei Kernkraftwerken in Finnland, gelegen auf der Halbinsel Olkiluoto am Bottnischen Meerbusen. Bekanntheit erlangte die Anlage besonders durch den dritten Block, der den ersten Kernkraftwerksneubau in Europa im 21. Jahrhundert und nach rund 10 Jahren Stagnation (die letzte Anlage die in Bau ging war 1991 Block zwei des [[Kernkraftwerk Civaux|Kernkraftwerks Civaux]] in Frankreich) darstellte. Direkt neben dem Kernkraftwerk befindet sich das [[Endlager Olkiluoto]].
  
 
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
Im Jahr 1969 wurde das Gemeinschaftsunternehmen ''Teollisuuden Voima Oy'' (zu Deutsch ''Industrielles Energieversorgungsunternehmen'') durch den Zusammenschluss von 16&nbsp;Industriebetrieben und Energieversorger Finnlands gegründet, dass die Absicht des Baus eines Gemeinschaftskernkraftwerk für die beteiligten Unternehmen hatte,<ref name="Platts_power_Bd-114">''Platts power, Band 114,Teil 1''. Hill Pub. Co., 1970. Seite 7.</ref> sowie weiterer Großkraftwerke in der Zukunft.<ref name="ISBN_3211810935">Ludwig Musil: ''Allgemeine Energiewirtschaftslehre''. Springer, 1972. ISBN 3211810935. Seite 118.</ref> Man erörterte den Bau eines 700&nbsp;MW starken Reaktorblocks am See Päijänne in Südfinnland.<ref name="Platts_power_Bd-114"/> Im Jahre 1970 wurde dieser Standort jedoch nicht weiter erörtert und ein Gelände nahe Rauma in Südwestfinnland auf der Halbinsel Olkiluoto vorgezogen.<ref name="ISBN_3211810935"/> Im Jahr 1972 wurde mit der Standorterkundung seitens Teollisuuden Voima Oy in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten begonnen. Anders als in Loviisa sollten die etwaigen Auswirkungen des Anlagenbetriebs vor, während und nach dem Bau und Betriebsaufnahme des Werkes begutachtet werden um einen Vergleich zu ziehen.<ref>Suomen Kemian Seura, u.a.: ''Kemia-kemi, Band 3''. Kemian Kustannus Oy, 1976. Seite 632.</ref> Im Mai 1973 verkaufte der Staat Finnland das Land an Teollisuuden Voima Oy<ref name="Minerals_YB_Bd-1">United States. Bureau of Mines, u.a.: ''Minerals yearbook, Band 1''. The Bureau, 1973. Seite 290.</ref> und legte per Ministerbeschluss des Industrie- und Handelsministerium 1974 neben Loviisa und Kopparnäs auch Olkiluoto endgültig als Kernkraftwerksstandort fest.<ref name="ISBN_3921241472">Lutz Mez: ''Der Atomkonflikt: Atomindustrie u. Anti-Atom-Bewegung im internal. Vergleich''. Olle und Wolter, 1979. ISBN 3921241472. Seite 120, 121, 127.</ref>
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Im Jahr 1969 wurde das Gemeinschaftsunternehmen ''Teollisuuden Voima Oy'' (zu Deutsch ''Industrielles Energieversorgungsunternehmen'') durch den Zusammenschluss von 16&nbsp;Industriebetrieben und Energieversorgern Finnlands gegründet, dass die Absicht des Baus eines Gemeinschaftskernkraftwerk für die beteiligten Unternehmen hatte,<ref name="Platts_power_Bd-114">''Platts power, Band 114,Teil 1''. Hill Pub. Co., 1970. Seite 7.</ref> sowie weiterer Großkraftwerke in der Zukunft.<ref name="ISBN_3211810935">Ludwig Musil: ''Allgemeine Energiewirtschaftslehre''. Springer, 1972. ISBN 3211810935. Seite 118.</ref> Man erörterte den Bau eines 700&nbsp;MW starken Reaktorblocks am See Päijänne in Südfinnland.<ref name="Platts_power_Bd-114"/> Im Jahre 1970 wurde dieser Standort jedoch nicht weiter erörtert und ein Gelände nahe Rauma in Südwestfinnland auf der Halbinsel Olkiluoto vorgezogen.<ref name="ISBN_3211810935"/> Im Jahr 1972 wurde mit der Standorterkundung seitens Teollisuuden Voima Oy in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten begonnen. Anders als in Loviisa sollten die etwaigen Auswirkungen des Anlagenbetriebs vor, während und nach dem Bau und Betriebsaufnahme des Werkes begutachtet werden um einen Vergleich zu ziehen.<ref>Suomen Kemian Seura, u.a.: ''Kemia-kemi, Band 3''. Kemian Kustannus Oy, 1976. Seite 632.</ref> Im Mai 1973 verkaufte der Staat Finnland das Land an Teollisuuden Voima Oy<ref name="Minerals_YB_Bd-1">United States. Bureau of Mines, u.a.: ''Minerals yearbook, Band 1''. The Bureau, 1973. Seite 290.</ref> und legte per Ministerbeschluss des Industrie- und Handelsministeriums 1974 neben Loviisa und Kopparnäs auch Olkiluoto endgültig als Kernkraftwerksstandort fest.<ref name="ISBN_3921241472">Lutz Mez: ''Der Atomkonflikt: Atomindustrie u. Anti-Atom-Bewegung im internal. Vergleich''. Olle und Wolter, 1979. ISBN 3921241472. Seite 120, 121, 127.</ref>
  
 
=== Block 1&2 ===
 
=== Block 1&2 ===
Anders als das bereits bestellte Werk für [[Kernkraftwerk Loviisa|Loviisa]] wollte man für Olkiluoto nicht auf ein sowjetisches Design zurückgreifen, das seitens des Staatlichen Energieversorgers Imatran Voima Oy favorisiert wurde, sondern auf ein westeuropäisches Design, vornehmlich einen [[Siedewasserreaktor]] von [[ASEA-Atom]] aus Schweden oder einem Dampf erzeugenden Schwerwasserreaktor der [[Nuclear Power Group]] aus dem Vereinigten Königreich, der bereits vor der Entscheidung für sowjetische Technik als Alternativlösung infrage kam.<ref name="Platts_power_Bd-114"/> Bereits 1972 nahm man mit ASEA-Atom intensive Verhandlungen über den Bau eines 660&nbsp;MW starken Reaktors, der von der neusten Generation sein sollte wie sie zu dieser Zeit zwei baugleiche Anlagen für das [[Kernkraftwerk Forsmark]] (Block eins und zwei) in Schweden vorgesehen waren.<ref name="ISBN_3211810935"/> Im Mai 1973 bestellte das Unternehmen den Reaktor bei ASEA-Atom, der voraussichtlich 270&nbsp;Millionen Dollar kosten sollte. Das Werk selbst sollte Schlüsselfertig errichtet werden. Seitens der Regierung sollte das Projekt nur genehmigt werden, wenn staatliche Firmen mindestens einen 40&nbsp;Prozentigen Anteil an dem Festkapital von Teollisuuden Voima Oy halten werden. Deshalb beteiligten sich zwei staatliche Versorger an dem Unternehmen.<ref name="Minerals_YB_Bd-1"/> Obwohl noch keine Baugenehmigung für die Anlage vorlag, war sich Teollisuuden Voima Oy sicher, dass die Anlage genehmigt werden würde, weshalb bereits August 1973 mit den Vorarbeiten am Standort begonnen wurden.<ref name="ISBN_3921241472"/> Der Brennstoff des Reaktors, das heißt der Erstkern und zwei Nachladungen, wurde zur Anreicherung in der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken in Auftrag gegeben.<ref>Kagaku Keizai Kenkyūjo (Tokyo, Japan): ''Chemical economy & engineering review: CEER., Band 6''. Chemical Economy Research Institute, 1974. Seite 55.</ref>
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Anders als das bereits bestellte Werk für [[Kernkraftwerk Loviisa|Loviisa]] wollte man für Olkiluoto nicht auf ein sowjetisches Design zurückgreifen, das seitens des Staatlichen Energieversorgers Imatran Voima Oy favorisiert wurde, sondern auf ein westeuropäisches Design, vornehmlich einen [[Siedewasserreaktor]] von [[ASEA-Atom]] aus Schweden oder einem Dampf erzeugenden Schwerwasserreaktor der [[Nuclear Power Group]] aus dem Vereinigten Königreich, der bereits vor der Entscheidung für sowjetische Technik als Alternativlösung infrage kam.<ref name="Platts_power_Bd-114"/> Bereits 1972 nahm man mit ASEA-Atom intensive Verhandlungen über den Bau eines 660&nbsp;MW starken Reaktors, der von der neuesten Generation sein sollte wie sie zu dieser Zeit zwei baugleiche Anlagen für das [[Kernkraftwerk Forsmark]] (Block eins und zwei) in Schweden vorgesehen waren.<ref name="ISBN_3211810935"/> Im Mai 1973 bestellte das Unternehmen den Reaktor bei ASEA-Atom, der voraussichtlich 270&nbsp;Millionen Dollar kosten sollte. Das Werk selbst sollte Schlüsselfertig errichtet werden. Seitens der Regierung sollte das Projekt nur genehmigt werden, wenn staatliche Firmen mindestens einen 40&nbsp;prozentigen Anteil an dem Festkapital von Teollisuuden Voima Oy halten werden. Deshalb beteiligten sich zwei staatliche Versorger an dem Unternehmen.<ref name="Minerals_YB_Bd-1"/> Obwohl noch keine Baugenehmigung für die Anlage vorlag, war sich Teollisuuden Voima Oy sicher, dass die Anlage genehmigt werden würde, weshalb bereits August 1973 mit den Vorarbeiten am Standort begonnen wurden.<ref name="ISBN_3921241472"/> Der Brennstoff des Reaktors, das heißt der Erstkern und zwei Nachladungen, wurde zur Anreicherung in der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken in Auftrag gegeben.<ref>Kagaku Keizai Kenkyūjo (Tokyo, Japan): ''Chemical economy & engineering review: CEER., Band 6''. Chemical Economy Research Institute, 1974. Seite 55.</ref>
  
 
Etwa zur gleichen Zeit entstand erstmals eine kleine [[Anti-Atomkraftbewegung]] in Finnland, die insbesondere durch die Jugendorganisationen der schwedischen Volkspartei (SFP) einen gewissen Schub verliehen bekam. Die Partei selbst stand jedoch der Kernenergie nicht negativ gegenüber, im Gegenteil: Im Rahmen des Ministerbeschlusses im Jahr 1974 bestellte das Industrie- und Handelsministerium neben dem ersten Block einen zweiten, baugleichen Reaktor für Teollisuuden Voima Oy bei ASEA-Atom.<ref name="ISBN_3921241472"/> Der Auftrag ging am 30.&nbsp;September 1974 bei ASEA-Atom ein.<ref>Kerntechnische Gesellschaft im Deutschen Atomforum: ''Atomwirtschaft, Atomtechnik, Band 19''. Handelsblatt GmbH, 1974. Seite 514.</ref> Der Sinn dahinter war, dass der Mindeststrombedarf durch Loviisa und Olkiluoto gedeckt werden sollte, die Anlage in Kopparnäs hingegen sollte nur so groß errichtet werden, wie der Bedarf in den nächsten Jahren ansteigt. Zielsetzung war es so von Exporten aus Schweden und der Sowjetunion unabhängiger zu werden.<ref name="ISBN_3921241472"/>
 
Etwa zur gleichen Zeit entstand erstmals eine kleine [[Anti-Atomkraftbewegung]] in Finnland, die insbesondere durch die Jugendorganisationen der schwedischen Volkspartei (SFP) einen gewissen Schub verliehen bekam. Die Partei selbst stand jedoch der Kernenergie nicht negativ gegenüber, im Gegenteil: Im Rahmen des Ministerbeschlusses im Jahr 1974 bestellte das Industrie- und Handelsministerium neben dem ersten Block einen zweiten, baugleichen Reaktor für Teollisuuden Voima Oy bei ASEA-Atom.<ref name="ISBN_3921241472"/> Der Auftrag ging am 30.&nbsp;September 1974 bei ASEA-Atom ein.<ref>Kerntechnische Gesellschaft im Deutschen Atomforum: ''Atomwirtschaft, Atomtechnik, Band 19''. Handelsblatt GmbH, 1974. Seite 514.</ref> Der Sinn dahinter war, dass der Mindeststrombedarf durch Loviisa und Olkiluoto gedeckt werden sollte, die Anlage in Kopparnäs hingegen sollte nur so groß errichtet werden, wie der Bedarf in den nächsten Jahren ansteigt. Zielsetzung war es so von Exporten aus Schweden und der Sowjetunion unabhängiger zu werden.<ref name="ISBN_3921241472"/>
  
 
==== Bau ====
 
==== Bau ====
Am ersten Februar 1974 ging der erste Block in Bau, Block zwei am ersten November 1975.<ref name="IAEA"/> Die Sicherheitsventile für die Anlage wurden im gleichen Jahr bei der Firma Sulzer bestellt. Die Ventile sind vom neuen Typ ''Sulzer AV-5''.<ref>Gebrüder Sulzer Aktiengesellschaft: ''Sulzer technical review''. Sulzer Brothers Ltd., 1975. Seite 137.</ref> Die gleichen Ventile wurden für den zweiten Block bestellt.<ref>''Kerntechnik, Band 19''. K. Thiemig., 1977. Seite 5.</ref> Im Jahr 1976 konnte im ersten Block der Reaktordruckbehälter eingehoben werden.<ref>''Power engineering, Band 81,Ausgaben 1-6''. PennWell Pub. Co., 1977. Seite 395.</ref> Im Jahre 1976 und 1977 wurden die Transformatoren der Anlage bei der Firma Strömberg bei Helsinki gefertigt und hatten eine Leistung von 800&nbsp;Megavoltampere und arbeiteten mit 415/20&nbsp;kV Spannung. Jeder einzelne Transformator wog 560&nbsp;Tonnen.<ref>''Elektrotechnische Zeitschrift: Beihefte, Band 99,Ausgaben 1-6''. VDE Verlag, 1978. Seite 235.</ref> Obwohl die Bauarbeiten nach Plan verliefen gab es teilweise Kostenüberschreitungen beim Bau, was Teollisuuden Voima Oy versuchte herunterzuspielen. Dadurch sich die Opposition gegen Kernenergie im Land weiter formierte und bei Umfragen bereits die Hälfte der Finnen gegen Kernenergie schienen brachten diese Mehrkosten Brisanz in das Thema.<ref name="Economist_Bd-273">''The Economist, Band 273,Ausgaben 7101-7113''. Charles Reynell, 1979. Seite 8.</ref>
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Am ersten Februar 1974 ging der erste Block in Bau, Block zwei am ersten November 1975.<ref name="IAEA"/> Die Sicherheitsventile für die Anlage wurden im gleichen Jahr bei der Firma Sulzer bestellt. Die Ventile sind vom neuen Typ ''Sulzer AV-5''.<ref>Gebrüder Sulzer Aktiengesellschaft: ''Sulzer technical review''. Sulzer Brothers Ltd., 1975. Seite 137.</ref> Die gleichen Ventile wurden für den zweiten Block bestellt.<ref>''Kerntechnik, Band 19''. K. Thiemig., 1977. Seite 5.</ref> Im Jahr 1976 konnte im ersten Block der Reaktordruckbehälter eingehoben werden.<ref>''Power engineering, Band 81,Ausgaben 1-6''. PennWell Pub. Co., 1977. Seite 395.</ref> Im Jahre 1976 und 1977 wurden die Transformatoren der Anlage bei der Firma Strömberg bei Helsinki gefertigt und hatten eine Leistung von 800&nbsp;Megavoltampere und arbeiteten mit 415/20&nbsp;kV Spannung. Jeder einzelne Transformator wog 560&nbsp;Tonnen.<ref>''Elektrotechnische Zeitschrift: Beihefte, Band 99,Ausgaben 1-6''. VDE Verlag, 1978. Seite 235.</ref> Obwohl die Bauarbeiten nach Plan verliefen gab es teilweise Kostenüberschreitungen beim Bau, was Teollisuuden Voima Oy versuchte herunterzuspielen. Da sich die Opposition gegen Kernenergie im Land weiter formierte und bei Umfragen bereits die Hälfte der Finnen gegen Kernenergie schienen brachten diese Mehrkosten Brisanz in das Thema.<ref name="Economist_Bd-273">''The Economist, Band 273,Ausgaben 7101-7113''. Charles Reynell, 1979. Seite 8.</ref>
  
 
==== Betrieb ====
 
==== Betrieb ====
 
[[Datei:Olkiluoto 1&2.jpg|miniatur|Block eins und zwei des Werkes im Jahr 2009]]
 
[[Datei:Olkiluoto 1&2.jpg|miniatur|Block eins und zwei des Werkes im Jahr 2009]]
Im Jahre 1972 erwartete man, dass der erste Block bis 1978 den Betrieb aufnehmen würde,<ref name="ISBN_3211810935"/> der 1974 bestellte zweite Block sollte nach Vertrag im Jahre 1982 Elektrizität in das Netz speisen.<ref name="ISBN_3921241472"/> Nach Zeitplan nahm am zweiten September 1978 der erste Block den Betrieb auf.<ref name="IAEA"/> Im Probebetrieb offenbarten sich jedoch Sicherheitsprobleme die seitens Kritiker hochgespielt wurden.<ref name="Economist_Bd-273"/> Nachdem der zweite Block am ersten Oktober 1979 erstmals mit Brennstoff bestückt wurde und am 13.&nbsp;Oktober die [[Kritikalität]] erreichte konnte im Dezember erstmals Dampf zur Turbine gespeist werden. Allerdings lag der Feuchtigkeitsgrad aufgrund eines Herstellungsfehlers an einen der Läufer zu hoch, weshalb dieser nach Schweden zurückgeschickt und gegen einen anderen getauscht wurde.<ref>Kerntechnische Gesellschaft im Deutschen Atomforum: ''Atomwirtschaft, Atomtechnik, Band 25''. Handelsblatt GmbH, 1980. Seite 315.</ref> Am zehnten Oktober 1979 konnte der erste Block in den kommerziellen Betrieb gehen<ref name="IAEA"/> und am 12.&nbsp;Oktober dem Betreiber übergeben werden.<ref>''Maschinenmarkt: M.M., Band 85,Ausgaben 89-104''. Vogel-Verlag., 1979. Seite 1971.</ref> Der zweite Block wurde am 18.&nbsp;Februar 1980 erstmals mit dem Stromnetz synchronisiert und am zehnten Juli 1982 in den kommerziellen Betrieb überführt.<ref name="IAEA"/> Anders als es in anderen europäischen Ländern der Fall ist gilt die Betriebslizenz für einen Kernkraftwerksblock nur zehn Jahre, begonnen ab dem Zeitpunkt der ersten Kritikalität. Nach diesem zehnjährigen Zeitraum muss eine umfassende Sicherheitsanalyse des entsprechenden Blocks erfolgen und auf der Basis für weitere zehn Jahre eine Betriebslizenz ausgefüllt, sofern die Anforderungen erfüllt werden.<ref>International Atomic Energy Agency, u.a.: ''Reviewing the safety of existing nuclear power plants: proceedings of an International Symposium on Reviewing the Safety of Existing Nuclear Power Plants organized by the International Atomic Energy Agency in co-operation with the Nuclear Energy Agency of the OECD''. In: Ausgabe 1005 von Proceedings series. International Atomic Energy Agency, 1997. Seite 146.</ref>
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Im Jahre 1972 erwartete man, dass der erste Block bis 1978 den Betrieb aufnehmen würde,<ref name="ISBN_3211810935"/> der 1974 bestellte zweite Block sollte nach Vertrag im Jahre 1982 Elektrizität in das Netz speisen.<ref name="ISBN_3921241472"/> Nach Zeitplan nahm am zweiten September 1978 der erste Block den Betrieb auf.<ref name="IAEA"/> Im Probebetrieb offenbarten sich jedoch Sicherheitsprobleme die seitens der Kritiker hochgespielt wurden.<ref name="Economist_Bd-273"/> Nachdem der zweite Block am ersten Oktober 1979 erstmals mit Brennstoff bestückt wurde und am 13.&nbsp;Oktober die [[Kritikalität]] erreichte konnte im Dezember erstmals Dampf zur Turbine gespeist werden. Allerdings lag der Feuchtigkeitsgrad aufgrund eines Herstellungsfehlers an einem der Läufer zu hoch, weshalb dieser nach Schweden zurückgeschickt und gegen einen anderen getauscht wurde.<ref>Kerntechnische Gesellschaft im Deutschen Atomforum: ''Atomwirtschaft, Atomtechnik, Band 25''. Handelsblatt GmbH, 1980. Seite 315.</ref> Am zehnten Oktober 1979 konnte der erste Block in den kommerziellen Betrieb gehen<ref name="IAEA"/> und am 12.&nbsp;Oktober dem Betreiber übergeben werden.<ref>''Maschinenmarkt: M.M., Band 85,Ausgaben 89-104''. Vogel-Verlag., 1979. Seite 1971.</ref> Der zweite Block wurde am 18.&nbsp;Februar 1980 erstmals mit dem Stromnetz synchronisiert und am zehnten Juli 1982 in den kommerziellen Betrieb überführt.<ref name="IAEA"/> Anders als es in anderen europäischen Ländern der Fall ist gilt die Betriebslizenz für einen Kernkraftwerksblock nur zehn Jahre, begonnen ab dem Zeitpunkt der ersten Kritikalität. Nach diesem zehnjährigen Zeitraum muss eine umfassende Sicherheitsanalyse des entsprechenden Blocks erfolgen und auf der Basis für weitere zehn Jahre eine Betriebslizenz ausgefüllt, sofern die Anforderungen erfüllt werden.<ref>International Atomic Energy Agency, u.a.: ''Reviewing the safety of existing nuclear power plants: proceedings of an International Symposium on Reviewing the Safety of Existing Nuclear Power Plants organized by the International Atomic Energy Agency in co-operation with the Nuclear Energy Agency of the OECD''. In: Ausgabe 1005 von Proceedings series. International Atomic Energy Agency, 1997. Seite 146.</ref>
  
Im Januar 1985 erlaubte das Zentrum für Strahlen- und radioaktive Sicherheit eine thermische Leistungserhöhung von 2000&nbsp;MW auf 2160&nbsp;MW. Hierdurch erhöhte sich die Bruttoleistung von den standardmäßigen 683&nbsp;MW auf 735&nbsp;MW und die Nettoleistung von 660&nbsp;MW auf 710&nbsp;MW.<ref>Kerntechnische Gesellschaft im Deutschen Atomforum: ''Atomwirtschaft, Atomtechnik, Band 30''. Handelsblatt GmbH, 1985. Seite 162.</ref> Das ASEA-Atom Reaktordesign hat es standardmäßig an sich, dass sie Leistung für geringe Kosten leicht erhöht werden kann. In weiteren Schritten würde Modifizierungen an den Turbinen und dem Brennstoff weitere Leistungserhöhungen bis auf über 130&nbsp;% der standardmäßigen Nennleistung bringen.<ref>''Nuclear engineering international, Band 30''. Heywood-Temple Industrial Publications Ltd., 1985. Seite 39.</ref> Im Jahre 1987 wurde tatsächlich neuer Brennstoff in Olkiluoto erstmals mit einer Gitterung von 9×9&nbsp;Brennstäben eingesetzt, wodurch der Abbrand um 33&nbsp;Megawatttage pro Kilo Uran erhöht werden sollte.<ref> International Atomic Energy Agency: ''Improvements in water reactor fuel technology and utilization: proceedings of an International Symposium on Improvements in Water Reactor Fuel Technology and Utilization, Band 1986''. International Atomic Energy Agency, 1987. Seite 52.</ref> Im gleichen Jahr kam es im ersten Block zu einem Leck im Primärsystem, bei dem mehrere Liter schwach radioaktives Wasser austraten. Das Problem wurde erst zwei Wochen nach Auftreten seitens Teollisuuden Voima Oy bekann. Das Unternehmen begründete die späte Informierung der Öffentlichkeit damit, dass das Wasser nur leicht radioaktiv gewesen sei und es zudem vollständig aufgefangen werden konnte.<ref>Hans-Rudolf Lutz,u.a.: ''Ausbildung in typografischer Gestaltung, Band 1''. Vlg Hans-Rudolf Lutz, 1987. Seite 112.</ref> Im Jahre 1989 wurde zur Modernisierung und Nachrüstung der beiden Blöcke die deutsche [[Kraftwerk Union]] AG beauftragt. Die Nachrüstung betrifft insbesondere ein gefiltertes [[Entlüftungssystem]] (neudeutsch als ''Ventingsystem'' bezeichnet) für das [[Containment]] beider Blöcke.<ref>''Power, Band 133,Ausgaben 1-6''. Hill Pub. Co., 1989. Seite 83.</ref> Bis zum Jahr 1989 konnten die beiden Blöcke eine Verfügbarkeit von 90&nbsp;% erreichen und stellten die baugleichen Anlagen in Schweden weit in den Schatten.<ref>International Atomic Energy Agency: ''IAEA Yearbook 1989''. International Atomic Energy Agency, 1989. ISBN 9201790899. Seite 5.</ref>
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Im Januar 1985 erlaubte das Zentrum für Strahlen- und radioaktive Sicherheit eine thermische Leistungserhöhung von 2000&nbsp;MW auf 2160&nbsp;MW. Hierdurch erhöhte sich die Bruttoleistung von den standardmäßigen 683&nbsp;MW auf 735&nbsp;MW und die Nettoleistung von 660&nbsp;MW auf 710&nbsp;MW.<ref>Kerntechnische Gesellschaft im Deutschen Atomforum: ''Atomwirtschaft, Atomtechnik, Band 30''. Handelsblatt GmbH, 1985. Seite 162.</ref> Das ASEA-Atom Reaktordesign hat es standardmäßig an sich, dass die Leistung für geringe Kosten leicht erhöht werden kann. In weiteren Schritten würden Modifizierungen an den Turbinen und dem Brennstoff weitere Leistungserhöhungen bis auf über 130&nbsp;% der standardmäßigen Nennleistung bringen.<ref>''Nuclear engineering international, Band 30''. Heywood-Temple Industrial Publications Ltd., 1985. Seite 39.</ref> Im Jahre 1987 wurde tatsächlich neuer Brennstoff in Olkiluoto erstmals mit einer Gitterung von 9×9&nbsp;Brennstäben eingesetzt, wodurch der Abbrand um 33&nbsp;Megawatttage pro Kilo Uran erhöht werden sollte.<ref> International Atomic Energy Agency: ''Improvements in water reactor fuel technology and utilization: proceedings of an International Symposium on Improvements in Water Reactor Fuel Technology and Utilization, Band 1986''. International Atomic Energy Agency, 1987. Seite 52.</ref> Im gleichen Jahr kam es im ersten Block zu einem Leck im Primärsystem, bei dem mehrere Liter schwach radioaktives Wasser austraten. Das Problem wurde erst zwei Wochen nach Auftreten seitens Teollisuuden Voima Oy bekannt. Das Unternehmen begründete die späte Informierung der Öffentlichkeit damit, dass das Wasser nur leicht radioaktiv gewesen sei und es zudem vollständig aufgefangen werden konnte.<ref>Hans-Rudolf Lutz,u.a.: ''Ausbildung in typografischer Gestaltung, Band 1''. Vlg Hans-Rudolf Lutz, 1987. Seite 112.</ref> Im Jahre 1989 wurde zur Modernisierung und Nachrüstung der beiden Blöcke die deutsche [[Kraftwerk Union]] AG beauftragt. Die Nachrüstung betrifft insbesondere ein gefiltertes [[Entlüftungssystem]] (neudeutsch als ''Ventingsystem'' bezeichnet) für das [[Containment]] beider Blöcke.<ref>''Power, Band 133,Ausgaben 1-6''. Hill Pub. Co., 1989. Seite 83.</ref> Bis zum Jahr 1989 konnten die beiden Blöcke eine Verfügbarkeit von 90&nbsp;% erreichen und stellten die baugleichen Anlagen in Schweden weit in den Schatten.<ref>International Atomic Energy Agency: ''IAEA Yearbook 1989''. International Atomic Energy Agency, 1989. ISBN 9201790899. Seite 5.</ref>
  
 
Im Jahre 1990 wurde bei einem Arbeiter im Bindehautsack des Auges während einer routinemäßigen Untersuchung ein 150&nbsp;Micrometer großer Partikel gefunden, der aus verschiedenen radioaktiven Stoffen bestand und eine Gesamtaktivität von 19,4&nbsp;[[Becquerel|Kilobecquerel]] aufwies. Aufgrund der Zusammensetzung des Partikels ging man davon aus, dass dieser aus einem Brennelement stammte, woher genau blieb jedoch unbekannt. Man wusste allerdings nicht, wie lange der Partikel in der Bindehaut der Person lag, Schätzungen ergaben  auf der Basis von Ermittlungen, dass dieser nicht länger als vier Stunden dort unbemerkt blieb. Demnach habe der Partikel über diese vier Stunden eine Fläche von 1,4&nbsp;Quadratmillimeter dauerhaft bestrahlt und einer Dosis von einem [[Sievert]] ausgesetzt. Die ärztliche Überwachung ergab jedoch keine sichtbaren Schäden durch die Strahlung.<ref>National Council on Radiation Protection and Measurements, u.a.: ''Biological effects and exposure limits for "hot particles"''. In: Ausgabe 130 von NCRP report. The Council, 1999. ISBN 0929600630. Seite 115.</ref>
 
Im Jahre 1990 wurde bei einem Arbeiter im Bindehautsack des Auges während einer routinemäßigen Untersuchung ein 150&nbsp;Micrometer großer Partikel gefunden, der aus verschiedenen radioaktiven Stoffen bestand und eine Gesamtaktivität von 19,4&nbsp;[[Becquerel|Kilobecquerel]] aufwies. Aufgrund der Zusammensetzung des Partikels ging man davon aus, dass dieser aus einem Brennelement stammte, woher genau blieb jedoch unbekannt. Man wusste allerdings nicht, wie lange der Partikel in der Bindehaut der Person lag, Schätzungen ergaben  auf der Basis von Ermittlungen, dass dieser nicht länger als vier Stunden dort unbemerkt blieb. Demnach habe der Partikel über diese vier Stunden eine Fläche von 1,4&nbsp;Quadratmillimeter dauerhaft bestrahlt und einer Dosis von einem [[Sievert]] ausgesetzt. Die ärztliche Überwachung ergab jedoch keine sichtbaren Schäden durch die Strahlung.<ref>National Council on Radiation Protection and Measurements, u.a.: ''Biological effects and exposure limits for "hot particles"''. In: Ausgabe 130 von NCRP report. The Council, 1999. ISBN 0929600630. Seite 115.</ref>
  
Am zwölften April 1991 kam es zu einem größeren Zwischenfall im zweiten Block, als durch Messarbeiten an einem Transformator ein Schwelbrand im 6,6&nbsp;kV-Schaltanlagengebäude in einem Schaltschrank kam, verursacht durch einen Lichtbogen mit Erdschluss des Messgerätes im Schaltschrank des 400&nbsp;kV-Netz. Innerhalb des Raumes sprang das Feuer auf drei weitere Schaltschränke des 400 und 110&nbsp;kV-Systems über. Als direkte Folge schaltete sich die Anbindung an das externe 400&nbsp;kV-Netz und 110&nbsp;kV-Netz ab, sodass der Block 7,5&nbsp;Stunden vollständig ohne externe Stromversorgung war. Die Dieselgeneratoren sicherten die interne Stromversorgung planmäßig ab. Einer der Gründe für den vollständigen Verlust der externen Stromversorgung lag in der Konstruktion der Schränke. Dadurch die Automatik aus dem Kontrollraum nicht mehr auf die Schaltschränke ansprach hätte eine manuelle Abschaltung der vier redundanten 400&nbsp;kV-Leitungen geschehen müssen. Jedoch waren die Schalter hierfür in den betroffenen brennenden Schrank, weshalb in der Folge das gesamte System über den Hauptschalter abgeschaltet werden musste. Das gleiche Problem lag im 110&nbsp;kV-System vor. Die drei treffendsten Kritikpunkte seitens der Aufsichtsbehörde waren die schlechte bauliche Trennung bezüglich des Feuerschutzes, die schlechte bauliche Trennung im Bezug auf die Schalter und die schlechte Konfiguration des Systems, dass ein punktuelles Abschalten der elektrischen Stränge ermöglichen sollte. Der direkte Auslöser hierfür war jedoch ein defekter Prüfstecker am Messgerät, der bereits bei einer routinemäßigen Wartung 1990 diverse Schäden aufwies, jedoch nicht ausgetauscht wurde. Durch regelmäßige Überhitzung des Steckers aufgrund von großen Strömen durch die Leitungen kam es zu einer Belastung des Kabels, Versprödung und Ionisierung des Leiters.<ref name="OECD_2000">OECD Nuclear Energy Agency. Committee on the Safety of Nuclear Installations: ''Fire risk analysis, fire simulation, fire spreading and impact of smoke and heat on instrumentation electronics: state-of-the-art report''. In: Band 8,Ausgabe 67 von working papers. OECD, 2000. Seite 61, 62.</ref>
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Am zwölften April 1991 kam es zu einem größeren Zwischenfall im zweiten Block, als durch Messarbeiten an einem Transformator ein Schwelbrand im 6,6&nbsp;kV-Schaltanlagengebäude in einem Schaltschrank kam, verursacht durch einen Lichtbogen mit Erdschluss des Messgerätes im Schaltschrank des 400&nbsp;kV-Netz. Innerhalb des Raumes sprang das Feuer auf drei weitere Schaltschränke des 400 und 110&nbsp;kV-Systems über. Als direkte Folge schaltete sich die Anbindung an das externe 400&nbsp;kV-Netz und 110&nbsp;kV-Netz ab, sodass der Block 7,5&nbsp;Stunden vollständig ohne externe Stromversorgung war. Die Dieselgeneratoren sicherten die interne Stromversorgung planmäßig ab. Einer der Gründe für den vollständigen Verlust der externen Stromversorgung lag in der Konstruktion der Schränke. Da die Automatik aus dem Kontrollraum nicht mehr auf die Schaltschränke ansprach hätte eine manuelle Abschaltung der vier redundanten 400&nbsp;kV-Leitungen geschehen müssen. Jedoch waren die Schalter hierfür in den betroffenen brennenden Schränken, weshalb in der Folge das gesamte System über den Hauptschalter abgeschaltet werden musste. Das gleiche Problem lag im 110&nbsp;kV-System vor. Die drei treffendsten Kritikpunkte seitens der Aufsichtsbehörde waren die schlechte bauliche Trennung bezüglich des Feuerschutzes, die schlechte bauliche Trennung im Bezug auf die Schalter und die schlechte Konfiguration des Systems, dass ein punktuelles Abschalten der elektrischen Stränge ermöglichen sollte. Der direkte Auslöser hierfür war jedoch ein defekter Prüfstecker am Messgerät, der bereits bei einer routinemäßigen Wartung 1990 diverse Schäden aufwies, jedoch nicht ausgetauscht wurde. Durch regelmäßige Überhitzung des Steckers aufgrund von großen Strömen durch die Leitungen kam es zu einer Belastung des Kabels, Versprödung und Ionisierung des Leiters.<ref name="OECD_2000">OECD Nuclear Energy Agency. Committee on the Safety of Nuclear Installations: ''Fire risk analysis, fire simulation, fire spreading and impact of smoke and heat on instrumentation electronics: state-of-the-art report''. In: Band 8,Ausgabe 67 von working papers. OECD, 2000. Seite 61, 62.</ref>
  
Als direkte Folge wurde das gesamte Prüfverfahren verändert. Die beschädigten Schaltschränke wurden gegen neue ausgetauscht die ein fest installiertes CO2-Löschsystem besitzen sowie eine bessere bauliche Trennung zum Feuerschutz. Das elektrische System außerhalb der Anlage wurde um ein zweites, redundantes System erweitert, betreffend das 110&nbsp;kV-System sowie das 400&nbsp;kV-System. Um die Syteme gegenseitig zu stützen wurde ein Transformator eingebaut und eine direkte Verbindung zwischen den Systeme geschaffen.<ref name="OECD_2000"/> Zwischen 1994 und 1996 wurden neue Turbogeneratoren mit einer Scheinleistung von 905&nbsp;Megavoltampere bei Asea Brown Boverie bestellt. Die KOsten hierfür lagen bei 33&nbsp;Millionen Dollar. Neben den neuen Generatoren wurde ein Angebot unterbreitet für die Überholung der drei Rotoren der Turbine, sowie ein Tausch der Statoren.<ref>Asea Brown Boveri (Zürich).: ''ABB review''. ABB Asea Brown Boveri, 1992. Seite 39.</ref> Dieses Angebot nahm Teollisuuden Voima Oy an und Asea Brown Boverie bekam einen dreijährigen Wartungsauftrag mit Überholung des Turbinensystems. Die Turbine mit dem einen Hochdruckläufer und drei Niederdruckläufern wurde durch eine neue mit einem Hochdruckläufer und vier Niederdruckläufer getauscht. Das direkte Ergebnis war eine Effizeinzsteigerung der Turbine womit beide Anlagen bei den bisherigen 107&nbsp;% Leistung die sie gefahren hatten eine Nettoleistung von 775&nbsp;MW netto und 790&nbsp;MW brutto erreichen. Dadurch das Schluckvermögen der Turbine erhöht wurde durch den weiteren Läufer sollte die Anlage in eienr weiteren Überholung im Jahre 1998 mit 115&nbsp;% Leistung fahren,<ref>Asea Brown Boveri B. V.: ''ABB review''. ABB Asea Brown Boveri, 1997. Seite 30.</ref> was eine Erhöhung der Nettoleistung auf 840&nbsp;MW und der Bruttoleistung auf 870&nbsp;MW nach sich zog.<ref name="OECD_IEA_99">International Energy Agency, u.a.: ''Energy policies of IEA countries: Finland review, Seite 75''. OECD, 1999. Seite 107.</ref>
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Als direkte Folge wurde das gesamte Prüfverfahren verändert. Die beschädigten Schaltschränke wurden gegen neue ausgetauscht die ein fest installiertes CO2-Löschsystem besitzen sowie eine bessere bauliche Trennung zum Feuerschutz. Das elektrische System außerhalb der Anlage wurde um ein zweites, redundantes System erweitert, betreffend das 110&nbsp;kV-System sowie das 400&nbsp;kV-System. Um die Syteme gegenseitig zu stützen wurde ein Transformator eingebaut und eine direkte Verbindung zwischen den Systemen geschaffen.<ref name="OECD_2000"/> Zwischen 1994 und 1996 wurden neue Turbogeneratoren mit einer Scheinleistung von 905&nbsp;Megavoltampere bei Asea Brown Boverie bestellt. Die Kosten hierfür lagen bei 33&nbsp;Millionen Dollar. Neben den neuen Generatoren wurde ein Angebot unterbreitet für die Überholung der drei Rotoren der Turbine, sowie ein Tausch der Statoren.<ref>Asea Brown Boveri (Zürich).: ''ABB review''. ABB Asea Brown Boveri, 1992. Seite 39.</ref> Dieses Angebot nahm Teollisuuden Voima Oy an und Asea Brown Boverie bekam einen dreijährigen Wartungsauftrag mit Überholung des Turbinensystems. Die Turbine mit einem Hochdruckläufer und drei Niederdruckläufern wurde durch eine neue mit einem Hochdruckläufer und vier Niederdruckläufer getauscht. Das direkte Ergebnis war eine Effizeinzsteigerung der Turbine womit beide Anlagen bei den bisherigen 107&nbsp;% Leistung die sie gefahren hatten eine Nettoleistung von 775&nbsp;MW netto und 790&nbsp;MW brutto erreichen. Da das Schluckvermögen der Turbine erhöht wurde durch den weiteren Läufer sollte die Anlage in einer weiteren Überholung im Jahre 1998 mit 115&nbsp;% Leistung fahren,<ref>Asea Brown Boveri B. V.: ''ABB review''. ABB Asea Brown Boveri, 1997. Seite 30.</ref> was eine Erhöhung der Nettoleistung auf 840&nbsp;MW und der Bruttoleistung auf 870&nbsp;MW nach sich zog.<ref name="OECD_IEA_99">International Energy Agency, u.a.: ''Energy policies of IEA countries: Finland review, Seite 75''. OECD, 1999. Seite 107.</ref>
  
 
Die Gesamtverfügbarkeit des Werkes seit Inbetriebnahme stieg bis 1998 auf 94&nbsp;% an und erreichte einen zu dieser Zeit bisher auf der Erde von Kernreaktoren ungeschlagenen Verfügbarkeitsrekord. Hinsichtlich der radioaktiven Dosis die das Personal in dem Werk ausgesetzt ist erreichten die Angestellten die geringsten Dosen von Kernkraftwerksarbeitern in ganz Europa.<ref name="OECD_IEA_99"/> Zum Jahrhundertwechsel 1999/2000 gab es in Russland sowie Finnland ernsthafte Bedenken, ob die Kernkraftwerke diese Umstellung verkraften könnten oder es aufgrund dessen zu Problemen führen könnte. Nachdem ein Test für das [[Kernkraftwerk Leningrad]] keine Probleme für die Datumsumstellung offenbarte, war es für die beiden Reaktoren in Olkiluoto nicht sicher. Teollisuuden Voima Oy hielt sich jede Option offen und erwog im Zweifelsfall die Reaktoren zur Jahreswende abzuschalten. Obwohl nahezu alle Kernkraftwerke weltweit etwaige Jahr 2000 Tests bestanden haben gab es nur Probleme bei der Software des US-Herstellers General Electric der vornehmlich Siedewasserreaktoren vermarktet und keine für das Jahr 2000 gerüstete Systeme besaß.<ref>Ismo Savolainen, u.a.: ''Y2K causes nuclear concerns''. In: Computerworld, Band 32,Nr. 36. ISSN 0010-4841. Seite 46.</ref>
 
Die Gesamtverfügbarkeit des Werkes seit Inbetriebnahme stieg bis 1998 auf 94&nbsp;% an und erreichte einen zu dieser Zeit bisher auf der Erde von Kernreaktoren ungeschlagenen Verfügbarkeitsrekord. Hinsichtlich der radioaktiven Dosis die das Personal in dem Werk ausgesetzt ist erreichten die Angestellten die geringsten Dosen von Kernkraftwerksarbeitern in ganz Europa.<ref name="OECD_IEA_99"/> Zum Jahrhundertwechsel 1999/2000 gab es in Russland sowie Finnland ernsthafte Bedenken, ob die Kernkraftwerke diese Umstellung verkraften könnten oder es aufgrund dessen zu Problemen führen könnte. Nachdem ein Test für das [[Kernkraftwerk Leningrad]] keine Probleme für die Datumsumstellung offenbarte, war es für die beiden Reaktoren in Olkiluoto nicht sicher. Teollisuuden Voima Oy hielt sich jede Option offen und erwog im Zweifelsfall die Reaktoren zur Jahreswende abzuschalten. Obwohl nahezu alle Kernkraftwerke weltweit etwaige Jahr 2000 Tests bestanden haben gab es nur Probleme bei der Software des US-Herstellers General Electric der vornehmlich Siedewasserreaktoren vermarktet und keine für das Jahr 2000 gerüstete Systeme besaß.<ref>Ismo Savolainen, u.a.: ''Y2K causes nuclear concerns''. In: Computerworld, Band 32,Nr. 36. ISSN 0010-4841. Seite 46.</ref>
  
Zwischen 2005 und 2006 wurde das bereits 1999 ausgearbeitete Turbineninselmodernisierung (kurz als ''TIMO-Projekt'' bezeichnet) in beiden Blöcken vorgenommen, dass folgende drei Ausbauschritte Zusammenfasste:<ref name="TIMO_IAEA">Olli Hoikkala: ''Turbine automation modernization project in OL1 and OL2''. [http://entrac.iaea.org/I-and-C/TM_VTT_2005_11/IAEA_papers/051122_Tuesday/IAEA_paper_Hoikkala.pdf Abgerufen] am 07.03.2012. ([http://www.webcitation.org/65zQ8vnyU Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
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Zwischen 2005 und 2006 wurde die bereits 1999 ausgearbeitete Turbineninselmodernisierung (kurz als ''TIMO-Projekt'' bezeichnet) in beiden Blöcken vorgenommen, dass folgende drei Ausbauschritte zusammenfasste:<ref name="TIMO_IAEA">Olli Hoikkala: ''Turbine automation modernization project in OL1 and OL2''. [http://entrac.iaea.org/I-and-C/TM_VTT_2005_11/IAEA_papers/051122_Tuesday/IAEA_paper_Hoikkala.pdf Abgerufen] am 07.03.2012. ([http://www.webcitation.org/65zQ8vnyU Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
 
* Austausch der einphasigen Überhitzer, Ersatz durch zweiphasige Überhitzer, inkl. die erforderlichen Modifikationen an der Hochdruckturbine
 
* Austausch der einphasigen Überhitzer, Ersatz durch zweiphasige Überhitzer, inkl. die erforderlichen Modifikationen an der Hochdruckturbine
 
* Modernisierung der 6,6&nbsp;kV-Schaltanlage
 
* Modernisierung der 6,6&nbsp;kV-Schaltanlage
 
* Modernisierung und Modifizierung der Turbinenautomatik
 
* Modernisierung und Modifizierung der Turbinenautomatik
  
Das primäre Ziel ist durch eine Leistungssteigerung die Kraftwerkseffizienz zu erhöhen und gleichzeitig die Standzeit der Komponenten zu verlängern. Die Entscheidung zur Modernisierung der Turbineninsel fiel jedoch infolge der Entscheidung am 31.&nbsp;Mai 2002 beide Blöcke im Turbinensystem auf das Prozessrechnersystem [[Teleperm XP]] von Siemens umzustellen. Während der routinemäßigen Wartung von Block zwei ab dem neunten Mai 2005 wurde die Umrüstung begonnen. Innerhalb von 21&nbsp;Tagen wurde das gesamte Turbinensystem im Einklang mit dem TIMO-Projekt umgerüstet mit einer anschließenden Erprobung unter voller Generatorleistung ohne Last. In Block eins wurden die Modifikationen im Mai 2006 vorgenommen.<ref name="TIMO_IAEA"/> Hierdurch konnte die Bruttoleistung in beiden Blöcken von 870&nbsp;MW auf 890&nbsp;MW angehoben werden, die Nettoleistung auf 860&nbsp;MW.<ref>Erja Kainulainen: ''Regulatory Control of Nuclear Safety in Finnland, Annual report 2005''. STUK, 2006. Seite 7.</ref> Bereits 2007 wurde sich auf ein weiteres Modernisierungsprojekt geeinigt hinsichtlich Änderungen des Instrumentierungs- und Kontrollsystems, Austausch der Niederdruckturbinen sowie der Einbau eines neuen generators in Block eins. Das ausführende Unternehmen ist dieses mal Alstom und sollte die Änderungen zwischen 2010 und 2011 vornehmen. Für Block zwei lief bereits ein Vertrag zum Austausch des Generators im Jahre 2009.<ref>World Nuclear News: ''More retrofits for Olkiluoto 1 and 2'', 06.06.2007. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=13518 Abgerufen] am 07.03.2012. ([http://www.webcitation.org/65zRs84Zm Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
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Das primäre Ziel ist, durch eine Leistungssteigerung die Kraftwerkseffizienz zu erhöhen und gleichzeitig die Standzeit der Komponenten zu verlängern. Die Entscheidung zur Modernisierung der Turbineninsel fiel jedoch infolge der Entscheidung am 31.&nbsp;Mai 2002 beide Blöcke im Turbinensystem auf das Prozessrechnersystem [[Teleperm XP]] von Siemens umzustellen. Während der routinemäßigen Wartung von Block zwei ab dem neunten Mai 2005 wurde die Umrüstung begonnen. Innerhalb von 21&nbsp;Tagen wurde das gesamte Turbinensystem im Einklang mit dem TIMO-Projekt umgerüstet mit einer anschließenden Erprobung unter voller Generatorleistung ohne Last. In Block eins wurden die Modifikationen im Mai 2006 vorgenommen.<ref name="TIMO_IAEA"/> Hierdurch konnte die Bruttoleistung in beiden Blöcken von 870&nbsp;MW auf 890&nbsp;MW angehoben werden, die Nettoleistung auf 860&nbsp;MW.<ref>Erja Kainulainen: ''Regulatory Control of Nuclear Safety in Finnland, Annual report 2005''. STUK, 2006. Seite 7.</ref> Bereits 2007 wurde sich auf ein weiteres Modernisierungsprojekt geeinigt hinsichtlich Änderungen des Instrumentierungs- und Kontrollsystems, Austausch der Niederdruckturbinen sowie der Einbau eines neuen Generators in Block eins. Das ausführende Unternehmen ist dieses mal Alstom und sollte die Änderungen zwischen 2010 und 2011 vornehmen. Für Block zwei lief bereits ein Vertrag zum Austausch des Generators im Jahre 2009.<ref>World Nuclear News: ''More retrofits for Olkiluoto 1 and 2'', 06.06.2007. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=13518 Abgerufen] am 07.03.2012. ([http://www.webcitation.org/65zRs84Zm Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
  
Noch im Jahr 2009 gab es Planungen zwischen Block eins und zwei einen neuen Verbindungsgang zu schaffen im Rahmen des Baus eines neuen Wartungsgebäudes zwischen den beiden Blöcken. Solch ein Gebäude existiert bereits, das jedoch nur während der Wartung der Blöcke verwendet wurde um wichtige Bauteile zu dekontaminierten und in den anderen Block zu schaffen. Eine direkte Verbindung gab es bisher nicht. Das neue Gebäude soll dazu dienen ohne Verlassen das Kontrollbereichs verschiedene Wartungsgeräte sowie Personal von einem Block in den anderen zubringen. In Olkiluoto hatte man beim Bau auf solch ein Gebäude verzichtet, während die baugleichen Anlagen in Forsmark diese von beginn an hatten. Das Gebäude soll als zentraler Eingang zu beiden Blöcken dienen und etwa 3200&nbsp;Quadratmeter groß werden und eine dauerhafte Beschäftigung für 90&nbsp;Personen bieten sowie Umkleideräume für 1250&nbsp;Männer und 300&nbsp;Frauen. Weiter soll in dem Gebäude eine neue Kantine untergebracht werden die 100&nbsp;Personen gleichzeitig versorgen kann. Im Rahmen des Baus dieses Gebäudes soll die Feuerwache um 4100&nbsp;Quadratmeter erweitert werden.<ref>American Nuclear Society: ''Nuclear news, Band 52,Ausgaben 1-6''. American Nuclear Society, 2009. Seite 48.</ref>
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Noch im Jahr 2009 gab es Planungen zwischen Block eins und zwei einen neuen Verbindungsgang zu schaffen im Rahmen des Baus eines neuen Wartungsgebäudes zwischen den beiden Blöcken. Solch ein Gebäude existiert bereits, das jedoch nur während der Wartung der Blöcke verwendet wurde um wichtige Bauteile zu dekontaminierten und in den anderen Block zu schaffen. Eine direkte Verbindung gab es bisher nicht. Das neue Gebäude soll dazu dienen ohne Verlassen das Kontrollbereichs verschiedene Wartungsgeräte sowie Personal von einem Block in den anderen zu bringen. In Olkiluoto hatte man beim Bau auf solch ein Gebäude verzichtet, während die baugleichen Anlagen in Forsmark diese von beginn an hatten. Das Gebäude soll als zentraler Eingang zu beiden Blöcken dienen und etwa 3200&nbsp;Quadratmeter groß werden und eine dauerhafte Beschäftigung für 90&nbsp;Personen bieten sowie Umkleideräume für 1250&nbsp;Männer und 300&nbsp;Frauen. Weiter soll in dem Gebäude eine neue Kantine untergebracht werden die 100&nbsp;Personen gleichzeitig versorgen kann. Im Rahmen des Baus dieses Gebäudes soll die Feuerwache um 4100&nbsp;Quadratmeter erweitert werden.<ref>American Nuclear Society: ''Nuclear news, Band 52,Ausgaben 1-6''. American Nuclear Society, 2009. Seite 48.</ref>
  
 
Im Mai 2010 wurden die Arbeiten an der vorgenommenen Überholung der Turbine im ersten Block abgeschlossen, im zweiten Block im Juni 2010. Die Wartung wurde als die bisher umfangreichste bezeichnet die an den beiden Blöcken jeher vorgenommen wurde. Beide Blöcke erreichen durch die Verbesserung 20&nbsp;MW mehr Leistung,<ref>World Nuclear News: ''Upgrade completed at Olkiluoto 2'', 10.06.2011. [http://www.world-nuclear-news.org/IT-Upgrade_completed_at_Olkiluoto_2-1006114.html Abgerufen] am 08.03.2012. ([http://www.webcitation.org/660ZpgVFs Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> weshalb die Bruttoleistung nun bei 910&nbsp;MW und die Nettoleistung bei 880&nbsp;MW liegt.<ref name="IAEA"/>
 
Im Mai 2010 wurden die Arbeiten an der vorgenommenen Überholung der Turbine im ersten Block abgeschlossen, im zweiten Block im Juni 2010. Die Wartung wurde als die bisher umfangreichste bezeichnet die an den beiden Blöcken jeher vorgenommen wurde. Beide Blöcke erreichen durch die Verbesserung 20&nbsp;MW mehr Leistung,<ref>World Nuclear News: ''Upgrade completed at Olkiluoto 2'', 10.06.2011. [http://www.world-nuclear-news.org/IT-Upgrade_completed_at_Olkiluoto_2-1006114.html Abgerufen] am 08.03.2012. ([http://www.webcitation.org/660ZpgVFs Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> weshalb die Bruttoleistung nun bei 910&nbsp;MW und die Nettoleistung bei 880&nbsp;MW liegt.<ref name="IAEA"/>
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=== Block 3 ===
 
=== Block 3 ===
Nachdem ein weiterer 1000&nbsp;MW starker Reaktor in Kopparnäs errichtet wurde sollten am gleichen Standort zwei weitere 1000&nbsp;MW starke Blöcke errichtet werden, alternativ in Olkiluoto.<ref>''Nuclear engineering international, Band 20''. Heywood-Temple Industrial Publications Ltd., 1975. Seite 724.</ref> Im Jahr 1978 wurden die Planungen für einen dritten Block in Olkiluoto näher betrachtet, allerdings käme nur ein [[Druckwasserreaktor]] infrage der sich international durchzusetzen schien und für den zweiten Zweck, die Ausspeisung von [[Nukleare Fernwärme|Fernwärme]] im großen Stil besser geeignet schien. Die Anlage sollte bis zu 1000&nbsp;MW erreichen.<ref name="ISBN_0902852949">Leslie Grainger: ''Energy resources: availability and rational use : a digest of the 10th World Energy Conference, Istanbul, 19-23 September, 1977''. IPC Science and Technology Press for the WEC, 1978. ISBN 0902852949. Seite 103.</ref> Die Pläne bleiben jedoch aufgrund des zurückgegangenen Engagements der Politik und des höheren Anteils an Gegnern auf der Strecke. Nach der [[Katastrophe von Tschernobyl]] wurden etwaige Neubaupläne in naher Zukunft als Unrealistisch gesehen.<ref>''The petroleum economist, Band 55''. Petroleum Press Bureau, 1988. Seite 233.</ref> Erst 1991 wurde ein Neubau als Option gesehen nachdem das Land mehr und mehr Abhängiger aus Stromimporten der Sowjetunion wurde. Nach Plan sollte ein neuer Block entweder in Loviisa oder Olkiluoto entstehen.<ref>Suomen Ulkomaankauppaliitto: ''Finnish trade review''. Finnish Foreign Trade Association, 1991.</ref> Die Leistung des Reaktors sollte zwischen 1000 und 1400&nbsp;MW liegen. Angebote für das Werk gab es seitens Schweden (1×[[ASEA-Atom BWR-90]]), der Sowjetunion (1×[[WWER-1000|WWER-1000/392]] als [[AES-91]]), Deutschland (1×[[KWU-Baulinie '80|Konvoi '95]]) und Frankreich (1×[[Nouveau 4|N4+]]).<ref>United States. Foreign Broadcast Information Service: ''Daily report. West Europe, Ausgabe 152''. The Service, 1991. Seite 34.</ref> Der Plan sah vor, dass bei einer Entscheidung für einen Siedewasserreaktor die Anlage in Olkiluoto entstehen sollte, bei einem Druckwasserreaktor in Loviisa. Dies hängt mit den Betriebserfahrungen des Personals vor Ort mit den entsprechenden Reaktortypen zusammen. Nach Plan sollte der Block bis 2000 am Netz sein.<ref>OECD Nuclear Energy Agency, u.a.: ''Uranium resources, production and demand''. Organisation for Economic Co-operation and Development, 1992. Seite 122.</ref> Aus der Sicht Finnlands war ein Verzicht auf einen fünften Kernreaktor im Land für die Deckung des zukünftigen Energiebedarfs unerlässlich.<ref>Economist Intelligence Unit (Great Britain): ''Country profile: Finland''. The Unit, 1995. Seite 16.</ref> Die Ausschreibung endete jedoch innerhalb der 1990er ohne Ergebnis oder Auftragsvergabe.
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Nachdem ein weiterer 1000&nbsp;MW starker Reaktor in Kopparnäs errichtet wurde sollten am gleichen Standort zwei weitere 1000&nbsp;MW starke Blöcke errichtet werden, alternativ in Olkiluoto.<ref>''Nuclear engineering international, Band 20''. Heywood-Temple Industrial Publications Ltd., 1975. Seite 724.</ref> Im Jahr 1978 wurden die Planungen für einen dritten Block in Olkiluoto näher betrachtet, allerdings käme nur ein [[Druckwasserreaktor]] infrage der sich international durchzusetzen schien und für den zweiten Zweck, die Ausspeisung von [[Nukleare Fernwärme|Fernwärme]] im großen Stil besser geeignet schien. Die Anlage sollte bis zu 1000&nbsp;MW erreichen.<ref name="ISBN_0902852949">Leslie Grainger: ''Energy resources: availability and rational use : a digest of the 10th World Energy Conference, Istanbul, 19-23 September, 1977''. IPC Science and Technology Press for the WEC, 1978. ISBN 0902852949. Seite 103.</ref> Die Pläne bleiben jedoch aufgrund des zurückgegangenen Engagements der Politik und des höheren Anteils an Gegnern auf der Strecke. Nach der [[Katastrophe von Tschernobyl]] wurden etwaige Neubaupläne in naher Zukunft als Unrealistisch gesehen.<ref>''The petroleum economist, Band 55''. Petroleum Press Bureau, 1988. Seite 233.</ref> Erst 1991 wurde ein Neubau als Option gesehen nachdem das Land mehr und mehr abhängig aus Stromimporten der Sowjetunion wurde. Nach Plan sollte ein neuer Block entweder in Loviisa oder Olkiluoto entstehen.<ref>Suomen Ulkomaankauppaliitto: ''Finnish trade review''. Finnish Foreign Trade Association, 1991.</ref> Die Leistung des Reaktors sollte zwischen 1000 und 1400&nbsp;MW liegen. Angebote für das Werk gab es seitens Schweden (1×[[ASEA-Atom BWR-90]]), der Sowjetunion (1×[[WWER-1000|WWER-1000/392]] als [[AES-91]]), Deutschland (1×[[KWU-Baulinie '80|Konvoi '95]]) und Frankreich (1×[[Nouveau 4|N4+]]).<ref>United States. Foreign Broadcast Information Service: ''Daily report. West Europe, Ausgabe 152''. The Service, 1991. Seite 34.</ref> Der Plan sah vor, dass bei einer Entscheidung für einen Siedewasserreaktor die Anlage in Olkiluoto entstehen sollte, bei einem Druckwasserreaktor in Loviisa. Dies hängt mit den Betriebserfahrungen des Personals vor Ort mit den entsprechenden Reaktortypen zusammen. Nach Plan sollte der Block bis 2000 am Netz sein.<ref>OECD Nuclear Energy Agency, u.a.: ''Uranium resources, production and demand''. Organisation for Economic Co-operation and Development, 1992. Seite 122.</ref> Aus der Sicht Finnlands war ein Verzicht auf einen fünften Kernreaktor im Land für die Deckung des zukünftigen Energiebedarfs unerlässlich.<ref>Economist Intelligence Unit (Great Britain): ''Country profile: Finland''. The Unit, 1995. Seite 16.</ref> Die Ausschreibung endete jedoch innerhalb der 1990er ohne Ergebnis oder Auftragsvergabe.
  
Erst ab dem Jahr 2000 gab es seitens Teollisuuden Voima Oy einen Antrag für einen fünften finnischen Reaktor bei der staatlichen Aufsichtsbehörde, der eine Leistung zwischen 1000 und 1600&nbsp;MW haben sollte, je nach dem welches Design zum Einsatz kommen würde. Die Kosten des Werkes selbst sollten bei rund zwei Milliarden Dollar oder höher liegen. In einer Abstimmung am 25.&nbsp;Mai 2002 stimmten 107&nbsp;Parlamentarier für den Ausbau des Werkes, 92&nbsp;Parlamentarier dagegen, womit der Bauvorschlag angenommen war.<ref name="Report_Bd-25">Bureau of National Affairs (Arlington, Va.), u.a.: ''International environment reporter: Current report, Band 25''. Bureau of National Affairs, 2002. Seite 576.</ref> Europaweit führte diese Entscheidung bei den Grünen Parteien zu Unmut, dadurch ein nicht zu geringer Teil der Stimmen für das Projekt von Politikern aus grünen Parteien kamen.<ref>Heinrich-Böll-Stiftung: ''Die Grünen in Europa: ein Handbuch''. Westfälisches Dampfboot, 2004. ISBN 3896915711. Seite 161.</ref> Die finnische Bevölkerung stand jedoch mehrheitlich hinter den Kurs der Regierung sich für die Kernenergie entschieden zu haben.<ref>Ralf Jeß: ''Perspektiven zur Deckung des Bedarfs an elektrischer Energie in Deutschland bis 2020''. GRIN Verlag, 2004. ISBN 3638318095. Seite 32.</ref> Seitens Teollisuuden Voima Oy, die neben Kernkraftwerken auch konventionelle Kraftwerke besitzt, gab es mehrere gründe sich für ein Kernkraftwerk zu Entscheiden, so unter anderem die wirtschaftliche Sicht eines im Betrieb preiswerten Kraftwerks, die Versorgungssicherheit des Kraftwerks und etwaige Umwelteinflüsse. Es zeigte sich, dass ein Kernkraftwerk unter diesen Gesichtspunkten die preisgünstigste Alternative sei, jedoch die Kapitalkosten beim Bau etwa dreimal höher sind als bei konventionellen Gaskraftwerken.<ref>J. N. Lillington: ''The future of nuclear power''. Elsevier, 2004. ISBN 008044489X. Seite 174.</ref>
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Erst ab dem Jahr 2000 gab es seitens Teollisuuden Voima Oy einen Antrag für einen fünften finnischen Reaktor bei der staatlichen Aufsichtsbehörde, der eine Leistung zwischen 1000 und 1600&nbsp;MW haben sollte, je nach dem welches Design zum Einsatz kommen würde. Die Kosten des Werkes selbst sollten bei rund zwei Milliarden Dollar oder höher liegen. In einer Abstimmung am 25.&nbsp;Mai 2002 stimmten 107&nbsp;Parlamentarier für den Ausbau des Werkes, 92&nbsp;Parlamentarier dagegen, womit der Bauvorschlag angenommen war.<ref name="Report_Bd-25">Bureau of National Affairs (Arlington, Va.), u.a.: ''International environment reporter: Current report, Band 25''. Bureau of National Affairs, 2002. Seite 576.</ref> Europaweit führte diese Entscheidung bei den Grünen Parteien zu Unmut, da ein nicht zu geringer Teil der Stimmen für das Projekt von Politikern aus grünen Parteien kamen.<ref>Heinrich-Böll-Stiftung: ''Die Grünen in Europa: ein Handbuch''. Westfälisches Dampfboot, 2004. ISBN 3896915711. Seite 161.</ref> Die finnische Bevölkerung stand jedoch mehrheitlich hinter dem Kernenergie-freundlichen Kurs der Regierung.<ref>Ralf Jeß: ''Perspektiven zur Deckung des Bedarfs an elektrischer Energie in Deutschland bis 2020''. GRIN Verlag, 2004. ISBN 3638318095. Seite 32.</ref> Seitens Teollisuuden Voima Oy, die neben Kernkraftwerken auch konventionelle Kraftwerke besitzt, gab es mehrere Gründe sich für ein Kernkraftwerk zu entscheiden, so unter anderem die wirtschaftliche Sicht eines im Betrieb preiswerten Kraftwerks, die Versorgungssicherheit des Kraftwerks und etwaige Umwelteinflüsse. Es zeigte sich, dass ein Kernkraftwerk unter diesen Gesichtspunkten die preisgünstigste Alternative sei, jedoch die Kapitalkosten beim Bau etwa dreimal höher sind als bei konventionellen Gaskraftwerken.<ref>J. N. Lillington: ''The future of nuclear power''. Elsevier, 2004. ISBN 008044489X. Seite 174.</ref>
  
 
Die Abstimmung ermöglichte Teollisuuden Voima Oy die vorgegebenen Bieter (Areva, Atomstroiexport, General Electric und Westinghouse) einige Angebote für die vorgesehenen Rektordesigns ([[Advanced Boiling Water Reactor|ABWR]], [[ASEA-Atom BWR '90|BWR '90+]], [[Areva KERNA|SWR1000]], [[Westinghouse Advanced Passiv 1000|AP1000]], [[Areva EPR|EPR]] und [[WWER-1000]]) abzugeben.<ref>NACE International: ''Materials performance, Band 41''. National Association of Corrosion Engineers, 2002. Seite 6.</ref> Im Jahr 2003 wurde der EPR von Areva als Reaktordesign für den neuen Block gewählt, der nach einer Entscheidung im November in Olkiluoto errichtet werden sollte.<ref>International Atomic Energy Agency, u.a.: ''IAEA bulletin: quarterly journal of the International Atomic Energy Agency, Bände 45-46''. International Atomic Energy Agency, Division of Public Information, 2003. Seite 6.</ref> Zu Beginn des Jahres 2004 erwartete man die Baulizenz für den Reaktor.<ref>International Atomic Energy Agency: ''Country nuclear power profiles, Teil 1''. International Atomic Energy Agency, 2004. ISBN 9201069049. Seite 2003.</ref> Die Kosten für das Werk wurden zu diesem Zeitpunkt auf drei Milliarden Euro geschätzt.<ref>''Keesing's record of world events, Band 50,Ausgaben 1-12''. Longman, 2004.</ref> Mit den Erschließungsarbeiten wurde noch im Dezember 2003 begonnen.<ref>Kerntechnische Gesellschaft (Bonn, Germany): ''ATW: Internationale Zeitschrift für Kernenergie, Band 50''. Verlagsgruppe Handelsblatt, 2005. Seite 40.</ref>
 
Die Abstimmung ermöglichte Teollisuuden Voima Oy die vorgegebenen Bieter (Areva, Atomstroiexport, General Electric und Westinghouse) einige Angebote für die vorgesehenen Rektordesigns ([[Advanced Boiling Water Reactor|ABWR]], [[ASEA-Atom BWR '90|BWR '90+]], [[Areva KERNA|SWR1000]], [[Westinghouse Advanced Passiv 1000|AP1000]], [[Areva EPR|EPR]] und [[WWER-1000]]) abzugeben.<ref>NACE International: ''Materials performance, Band 41''. National Association of Corrosion Engineers, 2002. Seite 6.</ref> Im Jahr 2003 wurde der EPR von Areva als Reaktordesign für den neuen Block gewählt, der nach einer Entscheidung im November in Olkiluoto errichtet werden sollte.<ref>International Atomic Energy Agency, u.a.: ''IAEA bulletin: quarterly journal of the International Atomic Energy Agency, Bände 45-46''. International Atomic Energy Agency, Division of Public Information, 2003. Seite 6.</ref> Zu Beginn des Jahres 2004 erwartete man die Baulizenz für den Reaktor.<ref>International Atomic Energy Agency: ''Country nuclear power profiles, Teil 1''. International Atomic Energy Agency, 2004. ISBN 9201069049. Seite 2003.</ref> Die Kosten für das Werk wurden zu diesem Zeitpunkt auf drei Milliarden Euro geschätzt.<ref>''Keesing's record of world events, Band 50,Ausgaben 1-12''. Longman, 2004.</ref> Mit den Erschließungsarbeiten wurde noch im Dezember 2003 begonnen.<ref>Kerntechnische Gesellschaft (Bonn, Germany): ''ATW: Internationale Zeitschrift für Kernenergie, Band 50''. Verlagsgruppe Handelsblatt, 2005. Seite 40.</ref>
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[[Datei:OL3.jpg|miniatur|Die Baustelle von Block drei im Jahr 2009]]
 
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Ehemals sah Teollisuuden Voima Oy vor den Bau des Blocks zwischen dem Jahr 2003 und 2004 zu beginnen.<ref name="ISBN_1930956002">Laura Mars: ''Nations of the world: a political, economic & business handbook''. In: Nations of the World. Grey House, 2002. ISBN 1930956002. Seite 502.</ref> Mit de, Bau wurde schließlich am zwölften August 2005 begonnen.<ref name="IAEA"/> Der Vertrag sieht eine schlüsselfertige Errichtung vor.<ref>Société française d'énergie nucléaire: ''Revue générale nucléaire: RGN, Band 2005''. Revue Générale de l'Electricité, 2005. Seite 10.</ref> Die finnische Aufsichtsbehörde Säteilyturvakeskus (kurz ''STUK'') stellte jedoch bereits im Jahr 2005 Unregelmäßigkeiten und Probleme hinsichtlich der Sicherheitssysteme des Designs fest, die bereits im ersten vollem Jahr zu einer Verzögerung der Bauarbeiten von 18&nbsp;Monaten führte,<ref>''New scientist, Band 194,Ausgaben 2606-2610''. IPC Magazines, 2007. Seite 6.</ref> im Januar 2007 lag der Verzug bereits bei 19&nbsp;Monaten. Neben diesen Problemen kam hinzu, dass der Beton nach Prüfungen durch die Aufsichtsbehörde STUK für das Fundament des Werkes einen höheren Wassergehalt aufwies als er sollte. Zwar stand außer Frage, dass der Beton mit diesem Wassergehalt die Sicherheit des Werkes nicht beeinflussen würde, jedoch forderte die Behörde einen Stopp der Gussarbeiten am Fundament. Ein weiteres Problem war die verzögerte Lieferung des Druckhalters, der aufgrund minderer Qualität neu gegossen werden musste. Ein ähnliches Problem betraf einige Schmiedestücke von drei der vier Primärkreise des Reaktors. Nach der Aussage von Beobachtern sind diese Probleme damit zu begründen, dass viele Jahre hinweg in Europa kaum Kernkraftwerkskomponenten gefertigt wurden und erst wieder durch den Bau des Blocks langsam aber sicher das know how zurückkehrt. Teollisuuden Voima Oy hingegen gab es Statement zu diesen Problemen ab und gab bekannt, dass der Konzern mit den Zeitplan überhaupt nicht zufrieden sei. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 1000&nbsp;Arbeiter auf dem Baustellengelände.<ref name="WNN_2007-01-11">World Nuclear News: ''New operation date for Olkiluoto 3'', 11.01.2007. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=12602 Abgerufen] am 07.03.2012. ([http://www.webcitation.org/65zOmmbzA Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
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Ehemals sah Teollisuuden Voima Oy vor den Bau des Blocks zwischen dem Jahr 2003 und 2004 zu beginnen.<ref name="ISBN_1930956002">Laura Mars: ''Nations of the world: a political, economic & business handbook''. In: Nations of the World. Grey House, 2002. ISBN 1930956002. Seite 502.</ref> Mit dem Bau wurde schließlich am zwölften August 2005 begonnen.<ref name="IAEA"/> Der Vertrag sieht eine schlüsselfertige Errichtung vor.<ref>Société française d'énergie nucléaire: ''Revue générale nucléaire: RGN, Band 2005''. Revue Générale de l'Electricité, 2005. Seite 10.</ref> Die finnische Aufsichtsbehörde Säteilyturvakeskus (kurz ''STUK'') stellte jedoch bereits im Jahr 2005 Unregelmäßigkeiten und Probleme hinsichtlich der Sicherheitssysteme des Designs fest, die bereits im ersten vollem Jahr zu einer Verzögerung der Bauarbeiten von 18&nbsp;Monaten führte,<ref>''New scientist, Band 194,Ausgaben 2606-2610''. IPC Magazines, 2007. Seite 6.</ref> im Januar 2007 lag der Verzug bereits bei 19&nbsp;Monaten. Neben diesen Problemen kam hinzu, dass der Beton nach Prüfungen durch die Aufsichtsbehörde STUK für das Fundament des Werkes einen höheren Wassergehalt aufwies als er sollte. Zwar stand außer Frage, dass der Beton mit diesem Wassergehalt die Sicherheit des Werkes nicht beeinflussen würde, jedoch forderte die Behörde einen Stopp der Gussarbeiten am Fundament. Ein weiteres Problem war die verzögerte Lieferung des Druckhalters, der aufgrund minderer Qualität neu gegossen werden musste. Ein ähnliches Problem betraf einige Schmiedestücke von drei der vier Primärkreise des Reaktors. Nach der Aussage von Beobachtern sind diese Probleme damit zu begründen, dass viele Jahre hinweg in Europa kaum Kernkraftwerkskomponenten gefertigt wurden und erst wieder durch den Bau des Blocks langsam aber sicher das Know-How zurückkehrt. Teollisuuden Voima Oy hingegen gab ein Statement zu diesen Problemen ab und gab bekannt, dass der Konzern mit dem Zeitplan überhaupt nicht zufrieden sei. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 1000&nbsp;Arbeiter auf dem Baustellengelände.<ref name="WNN_2007-01-11">World Nuclear News: ''New operation date for Olkiluoto 3'', 11.01.2007. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=12602 Abgerufen] am 07.03.2012. ([http://www.webcitation.org/65zOmmbzA Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
  
 
Im September kam es zu einem Unfall auf der Baustelle als eine Person an der Turbineninsel des Blocks acht Meter in die Tiefe fiel und schwere Knochenbrücke erlitt, an denen er auch in der Folge im Krankenhaus starb. Am 12.&nbsp;September genehmigte die STUK die Wiederaufnahme der Arbeiten an der Stahlauskleidung des Containments, die vorher unterbrochen wurden aufgrund von Unregelmäßigkeiten an Schweißnähten, die vorher ausgebessert werden sollten bevor die Arbeiten fortgeführt werden sollten.<ref>World Nuclear News: ''Accident at nuclear construction site'', 19.09.2007. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=14076 Abgerufen] am 07.03.2012. ([http://www.webcitation.org/65zX6WIFH Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Bis Januar 2008 schaffte man es den Rohbau der Turbinenhalle auf Dachebene zubringen womit der von Siemens zu liefernde sekundäre Anlagenteil ab April in Komponenten am Standort Olkiluoto ankommen sollte.<ref name="WNN_2008-01-02">World Nuclear News: ''Completion of Olkiluoto 3 set for 2011'', 02.01.2008. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=14610 Abgerufen] am 07.03.2012. ([http://www.webcitation.org/65zXPrkf2 Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Ein Problem das jedoch immer schwerer für Areva, den Lieferanten der Reaktorinsel zu managen war sind die starken Kostenüberschreitungen die im Jahr 2008 zu einem Verlust von 285&nbsp;Millionen Euro führte und Anne Lauvergeon unter Druck setzte. In der Folge wurden einige Punkte dem Bauvertrag hinzugefügt und 50&nbsp;Maßnahmen zur Verbesserung der Baudokumentation und zur Arbeitsbeschleunigung vorgenommen.<ref>World Nuclear News: ''Areva: Outlook bright despite OL3 overruns'', 01.09.2008. [http://www.world-nuclear-news.org/C-Areva_Outlook_bright_despite_Olkiluoto_overruns-0209087.html Abgerufen] am 07.03.2012. ([http://www.webcitation.org/65zcFZc3x Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Im Oktober 2008 gab es seitens Teollisuuden Voima Oy ein Statement, in dem der Konzern den Lieferanten des Werkes, das Gemeinschaftsunternehmen Areva für den Verzug verantwortlich machte. Etwa zur gleichen Zeit befanden sich 4000&nbsp;Arbeiter auf der Baustelle.<ref name="WNN_2008-10-17">World Nuclear News: ''Olkiluoto 3 start-up 'may be postponed until 2012' '', 17.10.2008. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=23202 Abgerufen] am 07.03.2012. ([http://www.webcitation.org/65zcpDlo9 Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
 
Im September kam es zu einem Unfall auf der Baustelle als eine Person an der Turbineninsel des Blocks acht Meter in die Tiefe fiel und schwere Knochenbrücke erlitt, an denen er auch in der Folge im Krankenhaus starb. Am 12.&nbsp;September genehmigte die STUK die Wiederaufnahme der Arbeiten an der Stahlauskleidung des Containments, die vorher unterbrochen wurden aufgrund von Unregelmäßigkeiten an Schweißnähten, die vorher ausgebessert werden sollten bevor die Arbeiten fortgeführt werden sollten.<ref>World Nuclear News: ''Accident at nuclear construction site'', 19.09.2007. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=14076 Abgerufen] am 07.03.2012. ([http://www.webcitation.org/65zX6WIFH Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Bis Januar 2008 schaffte man es den Rohbau der Turbinenhalle auf Dachebene zubringen womit der von Siemens zu liefernde sekundäre Anlagenteil ab April in Komponenten am Standort Olkiluoto ankommen sollte.<ref name="WNN_2008-01-02">World Nuclear News: ''Completion of Olkiluoto 3 set for 2011'', 02.01.2008. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=14610 Abgerufen] am 07.03.2012. ([http://www.webcitation.org/65zXPrkf2 Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Ein Problem das jedoch immer schwerer für Areva, den Lieferanten der Reaktorinsel zu managen war sind die starken Kostenüberschreitungen die im Jahr 2008 zu einem Verlust von 285&nbsp;Millionen Euro führte und Anne Lauvergeon unter Druck setzte. In der Folge wurden einige Punkte dem Bauvertrag hinzugefügt und 50&nbsp;Maßnahmen zur Verbesserung der Baudokumentation und zur Arbeitsbeschleunigung vorgenommen.<ref>World Nuclear News: ''Areva: Outlook bright despite OL3 overruns'', 01.09.2008. [http://www.world-nuclear-news.org/C-Areva_Outlook_bright_despite_Olkiluoto_overruns-0209087.html Abgerufen] am 07.03.2012. ([http://www.webcitation.org/65zcFZc3x Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Im Oktober 2008 gab es seitens Teollisuuden Voima Oy ein Statement, in dem der Konzern den Lieferanten des Werkes, das Gemeinschaftsunternehmen Areva für den Verzug verantwortlich machte. Etwa zur gleichen Zeit befanden sich 4000&nbsp;Arbeiter auf der Baustelle.<ref name="WNN_2008-10-17">World Nuclear News: ''Olkiluoto 3 start-up 'may be postponed until 2012' '', 17.10.2008. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=23202 Abgerufen] am 07.03.2012. ([http://www.webcitation.org/65zcpDlo9 Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
  
Infolge der Unstimmigkeiten zwischen den beiden Vertragspartnern Areva und Teollisuuden Voima Oy gab es ab dem fünften Dezember 2008 ein Schiedsgerichtverfahren, dadurch Areva als Lieferanten den Auftraggeber Teollisuuden Voima Oy entschädigen sollte, Areva dies jedoch verweigerte. Teollisuuden Voima Oy beharrt auf den Fixpreis für drei Milliarden Euro für den Block, seitens Areva gibt es den Vorwurf, dass Teollisuuden Voima Oy die Verzögerungen selbst verursacht hat. Nur der Bau der Turbinenhalle die von Siemens errichtet wurde war nach Zeitplan realisiert worden.<ref name="WNN_2009-01-05"/> Seitens Teollisuuden Voima Oy wird der finanzielle Schaden auf 2,4&nbsp;Milliarden Euro kalkuliert, Areva selbst forderte Nachzahlungen in Höhe von einer Milliarde Euro sowie eine Fristverlängerung bis zur Fertigstellung des Blocks. Seitens Teollisuuden Voima Oy wurden seit dem Beginn des Verfahrens vor dem Schiedsgericht mehrfach sehr kritische Artikel veröffentlicht die Areva stark kritisieren.<ref>World Nuclear News: ''Huge potential costs for OL3 delay'', 29.01.2009. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=24553 Abgerufen] am 08.03.2012. ([http://www.webcitation.org/660WSgTvN Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
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Infolge der Unstimmigkeiten zwischen den beiden Vertragspartnern Areva und Teollisuuden Voima Oy gab es ab dem fünften Dezember 2008 ein Schiedsgerichtverfahren, da Areva als Lieferanten den Auftraggeber Teollisuuden Voima Oy entschädigen sollte, Areva dies jedoch verweigerte. Teollisuuden Voima Oy beharrt auf den Fixpreis für drei Milliarden Euro für den Block, seitens Areva gibt es den Vorwurf, dass Teollisuuden Voima Oy die Verzögerungen selbst verursacht hat. Nur der Bau der Turbinenhalle die von Siemens errichtet wurde war nach Zeitplan realisiert worden.<ref name="WNN_2009-01-05"/> Seitens Teollisuuden Voima Oy wird der finanzielle Schaden auf 2,4&nbsp;Milliarden Euro kalkuliert, Areva selbst forderte Nachzahlungen in Höhe von einer Milliarde Euro sowie eine Fristverlängerung bis zur Fertigstellung des Blocks. Seitens Teollisuuden Voima Oy wurden seit dem Beginn des Verfahrens vor dem Schiedsgericht mehrfach sehr kritische Artikel veröffentlicht die Areva stark kritisieren.<ref>World Nuclear News: ''Huge potential costs for OL3 delay'', 29.01.2009. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=24553 Abgerufen] am 08.03.2012. ([http://www.webcitation.org/660WSgTvN Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
  
 
Am fünften Januar 2009 kam der in Japan gefertigte [[Reaktordruckbehälter]] am Standort an.<ref name="WNN_2009-01-05">World Nuclear News: ''Arbitration over delays in nuclear build'', 05.01.2009. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=24227 Abgerufen] am 08.03.2012. ([http://www.webcitation.org/660VwgQxi Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Im Mai 2009 gab es mehrfach Berichte, dass die Bauarbeiten an dem Block gestoppt worden sein aufgrund von fehlerhaften Schweißnähten an den Kühlmittelrohren, was durch Teollisuuden Voima Oy aber dementiert wurde. Nach Medienangaben soll die Aufsichtsbehörde STUK den Baustopp angeordnet haben wegen ein bis zwei Millimeter große Risse die rund 1,8&nbsp;Millimeter tief seien. Zwar gab es diese Risse, die jedoch vor Ort repariert werden konnten.<ref>World Nuclear News: ''TVO: Welding won't delay Olkiluoto 3'', 13.05.2009. [http://www.world-nuclear-news.org/IT-TVO_Faulty_welding_wont_delay_Olkiluoto_3-1305095.html Abgerufen] am 08.03.2012. ([http://www.webcitation.org/660XbAfYr Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Im September wurde das Schiedsgerichtsverfahren fortgesetzt in dem Areva seine Forderungen auf 2,3&nbsp;Milliarden Euro erhöht hatte. Der Konzern gab bekannt, dass das Werk nur vollendet werden würde, sofern eine Einigung mit Teollisuuden Voima Oy gebe.<ref>World Nuclear News: ''Areva talks tough on Olkiluoto 3'', 01.09.2009. [http://www.world-nuclear-news.org/c_areva_talks_tough_on_ol3_0109092.html Abgerufen] am 08.03.2012. ([http://www.webcitation.org/660Y6hWkl Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Etwa zur gleichen Zeit konnte die 200&nbsp;Tonnen schwere und 47&nbsp;Meter im Druchmesser große Kuppel des Werkes installiert werden.<ref>World Nuclear News: ''Olkiluoto 3 gets its dome'', 08.09.2009. [http://www.world-nuclear-news.org/NN-Olkiluoto_3_gets_its_dome-0809098.html Abgerufen] am 08.03.2012. ([http://www.webcitation.org/660YJfD0o Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
 
Am fünften Januar 2009 kam der in Japan gefertigte [[Reaktordruckbehälter]] am Standort an.<ref name="WNN_2009-01-05">World Nuclear News: ''Arbitration over delays in nuclear build'', 05.01.2009. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=24227 Abgerufen] am 08.03.2012. ([http://www.webcitation.org/660VwgQxi Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Im Mai 2009 gab es mehrfach Berichte, dass die Bauarbeiten an dem Block gestoppt worden sein aufgrund von fehlerhaften Schweißnähten an den Kühlmittelrohren, was durch Teollisuuden Voima Oy aber dementiert wurde. Nach Medienangaben soll die Aufsichtsbehörde STUK den Baustopp angeordnet haben wegen ein bis zwei Millimeter große Risse die rund 1,8&nbsp;Millimeter tief seien. Zwar gab es diese Risse, die jedoch vor Ort repariert werden konnten.<ref>World Nuclear News: ''TVO: Welding won't delay Olkiluoto 3'', 13.05.2009. [http://www.world-nuclear-news.org/IT-TVO_Faulty_welding_wont_delay_Olkiluoto_3-1305095.html Abgerufen] am 08.03.2012. ([http://www.webcitation.org/660XbAfYr Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Im September wurde das Schiedsgerichtsverfahren fortgesetzt in dem Areva seine Forderungen auf 2,3&nbsp;Milliarden Euro erhöht hatte. Der Konzern gab bekannt, dass das Werk nur vollendet werden würde, sofern eine Einigung mit Teollisuuden Voima Oy gebe.<ref>World Nuclear News: ''Areva talks tough on Olkiluoto 3'', 01.09.2009. [http://www.world-nuclear-news.org/c_areva_talks_tough_on_ol3_0109092.html Abgerufen] am 08.03.2012. ([http://www.webcitation.org/660Y6hWkl Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Etwa zur gleichen Zeit konnte die 200&nbsp;Tonnen schwere und 47&nbsp;Meter im Druchmesser große Kuppel des Werkes installiert werden.<ref>World Nuclear News: ''Olkiluoto 3 gets its dome'', 08.09.2009. [http://www.world-nuclear-news.org/NN-Olkiluoto_3_gets_its_dome-0809098.html Abgerufen] am 08.03.2012. ([http://www.webcitation.org/660YJfD0o Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
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Nach den Planungen um Mai 2002 sollte der Block gegen das Jahr 2009 in Betrieb sein.<ref name="Report_Bd-25"/> Im November ging man sogar von einer Inbetriebnahme um das Jahr 2008 aus.<ref name="ISBN_1930956002"/> Im Jahr 2004 wurde jedoch eine Inbetriebnahme nicht vor 2009 erwartet.<ref>IEA Greenhouse Gas R & D Programme: ''Greenhouse issues, Ausgaben 72-84''. The Programme, 2004. Seite 15.</ref> Im Januar 2007 wurde aufgrund verschiedener Probleme die Inbetriebnahme auf Ende 2010 verschoben.<ref name="WNN_2007-01-11"/> Im August 2007 wurde ein etwaiger Inbetriebnahmetermin aufgehoben und nur noch von der Fertigstellung auf das Jahre 2011 gelegt, die eigentlich für den EPR selbst veranschlagte Zeitspanne für den Bau eines solchen Blocks.<ref>World Nuclear News: ''Dates revised again for Olkiluoto 3'', 10.08.2007. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=13848 Abgerufen] am 07.03.2012. ([http://www.webcitation.org/65zSHgWCt Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Im Dezember legte man den Termin auf Sommer 2011 fest.<ref name="WNN_2008-01-02"/> Im Oktober 2008 verschob Teollisuuden Voima Oy die Fertigstellung in das Jahr 2012 mit starker Kritik am Vertragspartners Areva.<ref name="WNN_2008-10-17"/> Obwohl der Block ehemals der weltweit erste in Betrieb befindliche EPR werden sollte wird es nach Stand 2009 wahrscheinlich der vierte, dadurch sowohl der Block im französischen [[Kernkraftwerk Flamanville]] früher in Betrieb gehen soll wie auch die beiden Blöcke im chinesischen [[Kernkraftwerk Taishan]].<ref>''The petroleum economist, Band 76''. Petroleum Press Bureau, 2009. Seite 32.</ref> Im Juni 2010 wurde die Inbetriebnahme in das Jahr 2013 verschoben.<ref name="WNN_2010-06-08"/> Im Oktober 2011 verschob Teollisuuden Voima Oy die Inbetriebnahme auf 2014, zum Erstaunen des Vorstandsvorsitzenden von Areva, Luc Oursel der in einem Interview mit Reuters davon überrascht wurde. Laut dem Vorstandsvorsitzenden ist die Beladung des Blocks gegen Ende des Jahres 2012 weiterhin fest geplant gewesen, die energetische Inbetriebnahme im Jahr 2013.<ref>World Nuclear News: ''Olkiluoto date dispute'', 12.10.2011. [http://www.world-nuclear-news.org/NN_Olkiluoto_date_dispute_1210111.html Abgerufen] am 08.03.2012. ([http://www.webcitation.org/660a8vq5t Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Im Dezember 2011 setzte Teollisuuden Voima Oy den termin auf august 2014.<ref>World Nuclear News: ''New date for Olkiluoto 3'', 21.12.2011. [http://www.world-nuclear-news.org/IT_New_date_for_Olkiluoto_3_2112112.html Abgerufen] am 08.03.2012. ([http://www.webcitation.org/660akUrBE Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
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Nach den Planungen um Mai 2002 sollte der Block gegen das Jahr 2009 in Betrieb sein.<ref name="Report_Bd-25"/> Im November ging man sogar von einer Inbetriebnahme um das Jahr 2008 aus.<ref name="ISBN_1930956002"/> Im Jahr 2004 wurde jedoch eine Inbetriebnahme nicht vor 2009 erwartet.<ref>IEA Greenhouse Gas R & D Programme: ''Greenhouse issues, Ausgaben 72-84''. The Programme, 2004. Seite 15.</ref> Im Januar 2007 wurde aufgrund verschiedener Probleme die Inbetriebnahme auf Ende 2010 verschoben.<ref name="WNN_2007-01-11"/> Im August 2007 wurde ein etwaiger Inbetriebnahmetermin aufgehoben und nur noch von der Fertigstellung auf das Jahre 2011 gelegt, die eigentlich für den EPR selbst veranschlagte Zeitspanne für den Bau eines solchen Blocks.<ref>World Nuclear News: ''Dates revised again for Olkiluoto 3'', 10.08.2007. [http://www.world-nuclear-news.org/newsarticle.aspx?id=13848 Abgerufen] am 07.03.2012. ([http://www.webcitation.org/65zSHgWCt Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Im Dezember legte man den Termin auf Sommer 2011 fest.<ref name="WNN_2008-01-02"/> Im Oktober 2008 verschob Teollisuuden Voima Oy die Fertigstellung in das Jahr 2012 mit starker Kritik am Vertragspartners Areva.<ref name="WNN_2008-10-17"/> Obwohl der Block ehemals der weltweit erste in Betrieb befindliche EPR werden sollte wird es nach Stand 2009 wahrscheinlich der vierte, da sowohl der Block im französischen [[Kernkraftwerk Flamanville]] früher in Betrieb gehen soll wie auch die beiden Blöcke im chinesischen [[Kernkraftwerk Taishan]].<ref>''The petroleum economist, Band 76''. Petroleum Press Bureau, 2009. Seite 32.</ref> Im Juni 2010 wurde die Inbetriebnahme in das Jahr 2013 verschoben.<ref name="WNN_2010-06-08"/> Im Oktober 2011 verschob Teollisuuden Voima Oy die Inbetriebnahme auf 2014, zum Erstaunen des Vorstandsvorsitzenden von Areva, Luc Oursel der in einem Interview mit Reuters davon überrascht wurde. Laut dem Vorstandsvorsitzenden ist die Beladung des Blocks gegen Ende des Jahres 2012 weiterhin fest geplant gewesen, die energetische Inbetriebnahme im Jahr 2013.<ref>World Nuclear News: ''Olkiluoto date dispute'', 12.10.2011. [http://www.world-nuclear-news.org/NN_Olkiluoto_date_dispute_1210111.html Abgerufen] am 08.03.2012. ([http://www.webcitation.org/660a8vq5t Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref> Im Dezember 2011 setzte Teollisuuden Voima Oy den Termin auf august 2014.<ref>World Nuclear News: ''New date for Olkiluoto 3'', 21.12.2011. [http://www.world-nuclear-news.org/IT_New_date_for_Olkiluoto_3_2112112.html Abgerufen] am 08.03.2012. ([http://www.webcitation.org/660akUrBE Archivierte Version] bei [http://www.webcitation.org/ WebCite])</ref>
  
 
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Das Kühlmittel aller Reaktoren und zukünftiger Blöcke wird südlich der Halbinsel Olkiluoto entnommen und nördlich wieder in das Meer zurück geleitet. Man verlässt sich bei der Rückleitung weitestgehend auf die vorherrschende Meeresströmung. Beim Bau der Blöcke eins und zwei hatte man besonders sorge, dass das Wasser nach Süden zirkulieren könnte und das Frischwasser zur Kühlung zu stark erwärmen könnte. Solange das Wasser aber mit einer Strömung von mehr als ein Meter pro Sekunde aus dem Rücklauf in das Meer zurück fließt, kommt das erwärmte Wasser direkt in die nordwärts abgehende Strömung. Ein kleiner, kaum nach verfolgbare Teil der Abwärme zirkuliert in die Gegenströmung die nach Süden zirkuliert, jedoch das Wasser nicht nachhaltig erwärmt, dass es die Kühlung der Blöcke beeinflussen könnte.<ref>International Atomic Energy Agency, u.a.: ''Environmental effects of cooling systems at nuclear power plants: proceedings of a Symposium on the Physical and Biological Effects on the Environment of Cooling Systems and Thermal Discharges at Nuclear Power Stations, Band 378''. In: Proceedings series. The Agency, 1975. ISBN 9200200753. Seite 145.</ref>
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Das Kühlmittel aller Reaktoren und zukünftiger Blöcke wird südlich der Halbinsel Olkiluoto entnommen und nördlich wieder in das Meer zurück geleitet. Man verlässt sich bei der Rückleitung weitestgehend auf die vorherrschende Meeresströmung. Beim Bau der Blöcke eins und zwei hatte man besonders Sorge, dass das Wasser nach Süden zirkulieren könnte und das Frischwasser zur Kühlung zu stark erwärmen könnte. Solange das Wasser aber mit einer Strömung von mehr als einem Meter pro Sekunde aus dem Rücklauf in das Meer zurück fließt, kommt das erwärmte Wasser direkt in die nordwärts abgehende Strömung. Ein kleiner, kaum nach verfolgbare Teil der Abwärme zirkuliert in die Gegenströmung die nach Süden zirkuliert, jedoch das Wasser nicht nachhaltig erwärmt, dass es die Kühlung der Blöcke beeinflussen könnte.<ref>International Atomic Energy Agency, u.a.: ''Environmental effects of cooling systems at nuclear power plants: proceedings of a Symposium on the Physical and Biological Effects on the Environment of Cooling Systems and Thermal Discharges at Nuclear Power Stations, Band 378''. In: Proceedings series. The Agency, 1975. ISBN 9200200753. Seite 145.</ref>
  
Als Alternative zur Rückleitung der Abwärme der ersten beiden Blöcke ins Meer gab es die Überlegung Prozess- und [[Nukleare Fernwärme|Fernwärme]] auszuspeisen.<ref>International Atomic Energy Agency: ''Urban district heating using nuclear heat: proceedings of an Advisory Group, Band 1''. In: Panel proceedings series. International Atomic Energy Agency, 1977. Seite 4.</ref> Im Rahmen der Planung des dritten Blocks 1978 wurde eine entsprechende Studie aufgestellt, die technische und ökonomische Probleme des Werkes aufwarf. Die thermische Lastnachfrage war jedoch im Vergleich gering: 136&nbsp;MW an Prozessdampf für Industrien und 60&nbsp;MW Grundlast-Fernwärme für die Umgebung und die Stadt Rauma selbt, die 14,5&nbsp;Kilometer südlich des Werkes liegt. Die Kosten pro Megawattstunde beliefen sich auf 10,5&nbsp;Dollar und damit konkurrenzfähig zu konventionellen Heiz- und Heizkraftwerken.<ref name="ISBN_0902852949"/> Man betrachtete eine etwaige Fernwärmenutzung als Modellprojekt für ein eventuelles Kernkraftwerksprojekt in einer moderaten Nähe zur Hauptstadt Helsinki um diese Stadt mit Fernwärme zu versorgen.<ref>International Atomic Energy Agency: ''Revista de energia atomica, Band 17,Seiten 603-950''. International Atomic Energy Agency., 1979. Seite 936.</ref>
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Als Alternative zur Rückleitung der Abwärme der ersten beiden Blöcke ins Meer gab es die Überlegung Prozess- und [[Nukleare Fernwärme|Fernwärme]] auszuspeisen.<ref>International Atomic Energy Agency: ''Urban district heating using nuclear heat: proceedings of an Advisory Group, Band 1''. In: Panel proceedings series. International Atomic Energy Agency, 1977. Seite 4.</ref> Im Rahmen der Planung des dritten Blocks 1978 wurde eine entsprechende Studie aufgestellt, die technische und ökonomische Probleme des Werkes aufwarf. Die thermische Lastnachfrage war jedoch im Vergleich gering: 136&nbsp;MW an Prozessdampf für Industrien und 60&nbsp;MW Grundlast-Fernwärme für die Umgebung und die Stadt Rauma selbt, die 14,5&nbsp;Kilometer südlich des Werkes liegt. Die Kosten pro Megawattstunde beliefen sich auf 10,5&nbsp;Dollar und waren damit konkurrenzfähig zu konventionellen Heiz- und Heizkraftwerken.<ref name="ISBN_0902852949"/> Man betrachtete eine etwaige Fernwärmenutzung als Modellprojekt für ein eventuelles Kernkraftwerksprojekt in einer moderaten Nähe zur Hauptstadt Helsinki um diese Stadt mit Fernwärme zu versorgen.<ref>International Atomic Energy Agency: ''Revista de energia atomica, Band 17,Seiten 603-950''. International Atomic Energy Agency., 1979. Seite 936.</ref>
  
 
Neben der Abwärmenutzung gab es 1987 die Überlegung mit den warmen Abwässern Fischzucht zu betreiben, genauer mit atlantischen Lachsen. In Finnland wird dieser Lachs bereits gezüchtet, allerdings könnte die gesamte Anzucht durch die warmen Abwässer um ein Jahr verkürzt werden. Durch Betriebserfahrungen konnte man sicherstellen, dass die Abwassertemperatur im Herbst und Frühjahr nicht mehr als 15&nbsp;°C übersteigen werde.<ref>Environment Information Center, u.a.: ''Environment abstracts, Band 17''. Environment Information Center, 1987. Seite 19.</ref> Seit 2001 wird die Abwärme des Werkes für die Weinproduktion des ''Château Olkiluoto'' genutzt.<ref>''Profil, Band 32''. Wirtschafts-trend Zeitschriftenverlag., 2001. Seite 123.</ref>
 
Neben der Abwärmenutzung gab es 1987 die Überlegung mit den warmen Abwässern Fischzucht zu betreiben, genauer mit atlantischen Lachsen. In Finnland wird dieser Lachs bereits gezüchtet, allerdings könnte die gesamte Anzucht durch die warmen Abwässer um ein Jahr verkürzt werden. Durch Betriebserfahrungen konnte man sicherstellen, dass die Abwassertemperatur im Herbst und Frühjahr nicht mehr als 15&nbsp;°C übersteigen werde.<ref>Environment Information Center, u.a.: ''Environment abstracts, Band 17''. Environment Information Center, 1987. Seite 19.</ref> Seit 2001 wird die Abwärme des Werkes für die Weinproduktion des ''Château Olkiluoto'' genutzt.<ref>''Profil, Band 32''. Wirtschafts-trend Zeitschriftenverlag., 2001. Seite 123.</ref>
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=== Technik Block 3 ===
 
=== Technik Block 3 ===
Block drei ist ausgestattet mit einem [[Druckwasserreaktor]] vom Typ EPR.<ref name="IAEA"/> Der Reaktordruckbehälter hat einen Durchmesser von 5,3&nbsp;Meter und eine Höhe von 10,6&nbsp;Meter bei einem Gewicht von 420&nbsp;Tonnen.<ref name="WNN_2010-06-21"/> Die vier Dampferzeuger sind jeweil 25&nbsp;Meter hoch und haben einen Druchmesser über fünf Meter. Jeder einzelne erzeuger wiegt 550&nbsp;Tonnen.<ref name="WNN_2011-02-08"/> Der Block soll eine Bruttoleistung von 1720&nbsp;MW erreichen von denen 1600&nbsp;ME in das Elektrizitätsnetz gespeist werden sollen. Der Reaktor wird aktuell der leistungsstärkste Kernreaktor in Europa.<ref name="IAEA"/>
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Block drei ist ausgestattet mit einem [[Druckwasserreaktor]] vom Typ EPR.<ref name="IAEA"/> Der Reaktordruckbehälter hat einen Durchmesser von 5,3&nbsp;Meter und eine Höhe von 10,6&nbsp;Meter bei einem Gewicht von 420&nbsp;Tonnen.<ref name="WNN_2010-06-21"/> Die vier Dampferzeuger sind jeweil 25&nbsp;Meter hoch und haben einen Druchmesser über fünf Meter. Jeder einzelne erzeuger wiegt 550&nbsp;Tonnen.<ref name="WNN_2011-02-08"/> Der Block soll eine Bruttoleistung von 1720&nbsp;MW erreichen von denen 1600&nbsp;ME in das Elektrizitätsnetz gespeist werden sollen. Der Reaktor ist aktuell der leistungsstärkste Kernreaktor in Europa.<ref name="IAEA"/>
  
 
== Daten der Reaktorblöcke ==
 
== Daten der Reaktorblöcke ==

Version vom 9. März 2012, 15:42 Uhr

Kernkraftwerk Olkiluoto
Fotomontage des Kernkraftwerks
Fotomontage des Kernkraftwerks
Standort
Land Flag of Finland.svg Finnland
Landschaft Satakunta
Ort Eurajoki
Koordinaten 61° 14′ 19″ N, 21° 26′ 26″ OTerra globe icon light.png 61° 14′ 19″ N, 21° 26′ 26″ O
Reaktordaten
Eigentümer Teollisuuden Voima Oy
Betreiber Teollisuuden Voima Oy
Vertragsjahr 1973
Betriebsaufnahme 1978
Im Bau 1 (1720 MW)
Im Betrieb 2 (1820 MW)
Einspeisung
Eingespeiste Energie im Jahr 2010 14144 GWh
Eingespeiste Energie seit 1978 381122 GWh
Stand der Daten 8. September 2011
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Die Quellen für diese Angaben sind in der Zusatzinformation einsehbar.

Das Kernkraftwerk Olkiluoto (finnisch Olkiluodon ydinvoimalaitos) ist eines von zwei Kernkraftwerken in Finnland, gelegen auf der Halbinsel Olkiluoto am Bottnischen Meerbusen. Bekanntheit erlangte die Anlage besonders durch den dritten Block, der den ersten Kernkraftwerksneubau in Europa im 21. Jahrhundert und nach rund 10 Jahren Stagnation (die letzte Anlage die in Bau ging war 1991 Block zwei des Kernkraftwerks Civaux in Frankreich) darstellte. Direkt neben dem Kernkraftwerk befindet sich das Endlager Olkiluoto.

Geschichte

Im Jahr 1969 wurde das Gemeinschaftsunternehmen Teollisuuden Voima Oy (zu Deutsch Industrielles Energieversorgungsunternehmen) durch den Zusammenschluss von 16 Industriebetrieben und Energieversorgern Finnlands gegründet, dass die Absicht des Baus eines Gemeinschaftskernkraftwerk für die beteiligten Unternehmen hatte,[1] sowie weiterer Großkraftwerke in der Zukunft.[2] Man erörterte den Bau eines 700 MW starken Reaktorblocks am See Päijänne in Südfinnland.[1] Im Jahre 1970 wurde dieser Standort jedoch nicht weiter erörtert und ein Gelände nahe Rauma in Südwestfinnland auf der Halbinsel Olkiluoto vorgezogen.[2] Im Jahr 1972 wurde mit der Standorterkundung seitens Teollisuuden Voima Oy in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten begonnen. Anders als in Loviisa sollten die etwaigen Auswirkungen des Anlagenbetriebs vor, während und nach dem Bau und Betriebsaufnahme des Werkes begutachtet werden um einen Vergleich zu ziehen.[3] Im Mai 1973 verkaufte der Staat Finnland das Land an Teollisuuden Voima Oy[4] und legte per Ministerbeschluss des Industrie- und Handelsministeriums 1974 neben Loviisa und Kopparnäs auch Olkiluoto endgültig als Kernkraftwerksstandort fest.[5]

Block 1&2

Anders als das bereits bestellte Werk für Loviisa wollte man für Olkiluoto nicht auf ein sowjetisches Design zurückgreifen, das seitens des Staatlichen Energieversorgers Imatran Voima Oy favorisiert wurde, sondern auf ein westeuropäisches Design, vornehmlich einen Siedewasserreaktor von ASEA-Atom aus Schweden oder einem Dampf erzeugenden Schwerwasserreaktor der Nuclear Power Group aus dem Vereinigten Königreich, der bereits vor der Entscheidung für sowjetische Technik als Alternativlösung infrage kam.[1] Bereits 1972 nahm man mit ASEA-Atom intensive Verhandlungen über den Bau eines 660 MW starken Reaktors, der von der neuesten Generation sein sollte wie sie zu dieser Zeit zwei baugleiche Anlagen für das Kernkraftwerk Forsmark (Block eins und zwei) in Schweden vorgesehen waren.[2] Im Mai 1973 bestellte das Unternehmen den Reaktor bei ASEA-Atom, der voraussichtlich 270 Millionen Dollar kosten sollte. Das Werk selbst sollte Schlüsselfertig errichtet werden. Seitens der Regierung sollte das Projekt nur genehmigt werden, wenn staatliche Firmen mindestens einen 40 prozentigen Anteil an dem Festkapital von Teollisuuden Voima Oy halten werden. Deshalb beteiligten sich zwei staatliche Versorger an dem Unternehmen.[4] Obwohl noch keine Baugenehmigung für die Anlage vorlag, war sich Teollisuuden Voima Oy sicher, dass die Anlage genehmigt werden würde, weshalb bereits August 1973 mit den Vorarbeiten am Standort begonnen wurden.[5] Der Brennstoff des Reaktors, das heißt der Erstkern und zwei Nachladungen, wurde zur Anreicherung in der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken in Auftrag gegeben.[6]

Etwa zur gleichen Zeit entstand erstmals eine kleine Anti-Atomkraftbewegung in Finnland, die insbesondere durch die Jugendorganisationen der schwedischen Volkspartei (SFP) einen gewissen Schub verliehen bekam. Die Partei selbst stand jedoch der Kernenergie nicht negativ gegenüber, im Gegenteil: Im Rahmen des Ministerbeschlusses im Jahr 1974 bestellte das Industrie- und Handelsministerium neben dem ersten Block einen zweiten, baugleichen Reaktor für Teollisuuden Voima Oy bei ASEA-Atom.[5] Der Auftrag ging am 30. September 1974 bei ASEA-Atom ein.[7] Der Sinn dahinter war, dass der Mindeststrombedarf durch Loviisa und Olkiluoto gedeckt werden sollte, die Anlage in Kopparnäs hingegen sollte nur so groß errichtet werden, wie der Bedarf in den nächsten Jahren ansteigt. Zielsetzung war es so von Exporten aus Schweden und der Sowjetunion unabhängiger zu werden.[5]

Bau

Am ersten Februar 1974 ging der erste Block in Bau, Block zwei am ersten November 1975.[8] Die Sicherheitsventile für die Anlage wurden im gleichen Jahr bei der Firma Sulzer bestellt. Die Ventile sind vom neuen Typ Sulzer AV-5.[9] Die gleichen Ventile wurden für den zweiten Block bestellt.[10] Im Jahr 1976 konnte im ersten Block der Reaktordruckbehälter eingehoben werden.[11] Im Jahre 1976 und 1977 wurden die Transformatoren der Anlage bei der Firma Strömberg bei Helsinki gefertigt und hatten eine Leistung von 800 Megavoltampere und arbeiteten mit 415/20 kV Spannung. Jeder einzelne Transformator wog 560 Tonnen.[12] Obwohl die Bauarbeiten nach Plan verliefen gab es teilweise Kostenüberschreitungen beim Bau, was Teollisuuden Voima Oy versuchte herunterzuspielen. Da sich die Opposition gegen Kernenergie im Land weiter formierte und bei Umfragen bereits die Hälfte der Finnen gegen Kernenergie schienen brachten diese Mehrkosten Brisanz in das Thema.[13]

Betrieb

Block eins und zwei des Werkes im Jahr 2009

Im Jahre 1972 erwartete man, dass der erste Block bis 1978 den Betrieb aufnehmen würde,[2] der 1974 bestellte zweite Block sollte nach Vertrag im Jahre 1982 Elektrizität in das Netz speisen.[5] Nach Zeitplan nahm am zweiten September 1978 der erste Block den Betrieb auf.[8] Im Probebetrieb offenbarten sich jedoch Sicherheitsprobleme die seitens der Kritiker hochgespielt wurden.[13] Nachdem der zweite Block am ersten Oktober 1979 erstmals mit Brennstoff bestückt wurde und am 13. Oktober die Kritikalität erreichte konnte im Dezember erstmals Dampf zur Turbine gespeist werden. Allerdings lag der Feuchtigkeitsgrad aufgrund eines Herstellungsfehlers an einem der Läufer zu hoch, weshalb dieser nach Schweden zurückgeschickt und gegen einen anderen getauscht wurde.[14] Am zehnten Oktober 1979 konnte der erste Block in den kommerziellen Betrieb gehen[8] und am 12. Oktober dem Betreiber übergeben werden.[15] Der zweite Block wurde am 18. Februar 1980 erstmals mit dem Stromnetz synchronisiert und am zehnten Juli 1982 in den kommerziellen Betrieb überführt.[8] Anders als es in anderen europäischen Ländern der Fall ist gilt die Betriebslizenz für einen Kernkraftwerksblock nur zehn Jahre, begonnen ab dem Zeitpunkt der ersten Kritikalität. Nach diesem zehnjährigen Zeitraum muss eine umfassende Sicherheitsanalyse des entsprechenden Blocks erfolgen und auf der Basis für weitere zehn Jahre eine Betriebslizenz ausgefüllt, sofern die Anforderungen erfüllt werden.[16]

Im Januar 1985 erlaubte das Zentrum für Strahlen- und radioaktive Sicherheit eine thermische Leistungserhöhung von 2000 MW auf 2160 MW. Hierdurch erhöhte sich die Bruttoleistung von den standardmäßigen 683 MW auf 735 MW und die Nettoleistung von 660 MW auf 710 MW.[17] Das ASEA-Atom Reaktordesign hat es standardmäßig an sich, dass die Leistung für geringe Kosten leicht erhöht werden kann. In weiteren Schritten würden Modifizierungen an den Turbinen und dem Brennstoff weitere Leistungserhöhungen bis auf über 130 % der standardmäßigen Nennleistung bringen.[18] Im Jahre 1987 wurde tatsächlich neuer Brennstoff in Olkiluoto erstmals mit einer Gitterung von 9×9 Brennstäben eingesetzt, wodurch der Abbrand um 33 Megawatttage pro Kilo Uran erhöht werden sollte.[19] Im gleichen Jahr kam es im ersten Block zu einem Leck im Primärsystem, bei dem mehrere Liter schwach radioaktives Wasser austraten. Das Problem wurde erst zwei Wochen nach Auftreten seitens Teollisuuden Voima Oy bekannt. Das Unternehmen begründete die späte Informierung der Öffentlichkeit damit, dass das Wasser nur leicht radioaktiv gewesen sei und es zudem vollständig aufgefangen werden konnte.[20] Im Jahre 1989 wurde zur Modernisierung und Nachrüstung der beiden Blöcke die deutsche Kraftwerk Union AG beauftragt. Die Nachrüstung betrifft insbesondere ein gefiltertes Entlüftungssystem (neudeutsch als Ventingsystem bezeichnet) für das Containment beider Blöcke.[21] Bis zum Jahr 1989 konnten die beiden Blöcke eine Verfügbarkeit von 90 % erreichen und stellten die baugleichen Anlagen in Schweden weit in den Schatten.[22]

Im Jahre 1990 wurde bei einem Arbeiter im Bindehautsack des Auges während einer routinemäßigen Untersuchung ein 150 Micrometer großer Partikel gefunden, der aus verschiedenen radioaktiven Stoffen bestand und eine Gesamtaktivität von 19,4 Kilobecquerel aufwies. Aufgrund der Zusammensetzung des Partikels ging man davon aus, dass dieser aus einem Brennelement stammte, woher genau blieb jedoch unbekannt. Man wusste allerdings nicht, wie lange der Partikel in der Bindehaut der Person lag, Schätzungen ergaben auf der Basis von Ermittlungen, dass dieser nicht länger als vier Stunden dort unbemerkt blieb. Demnach habe der Partikel über diese vier Stunden eine Fläche von 1,4 Quadratmillimeter dauerhaft bestrahlt und einer Dosis von einem Sievert ausgesetzt. Die ärztliche Überwachung ergab jedoch keine sichtbaren Schäden durch die Strahlung.[23]

Am zwölften April 1991 kam es zu einem größeren Zwischenfall im zweiten Block, als durch Messarbeiten an einem Transformator ein Schwelbrand im 6,6 kV-Schaltanlagengebäude in einem Schaltschrank kam, verursacht durch einen Lichtbogen mit Erdschluss des Messgerätes im Schaltschrank des 400 kV-Netz. Innerhalb des Raumes sprang das Feuer auf drei weitere Schaltschränke des 400 und 110 kV-Systems über. Als direkte Folge schaltete sich die Anbindung an das externe 400 kV-Netz und 110 kV-Netz ab, sodass der Block 7,5 Stunden vollständig ohne externe Stromversorgung war. Die Dieselgeneratoren sicherten die interne Stromversorgung planmäßig ab. Einer der Gründe für den vollständigen Verlust der externen Stromversorgung lag in der Konstruktion der Schränke. Da die Automatik aus dem Kontrollraum nicht mehr auf die Schaltschränke ansprach hätte eine manuelle Abschaltung der vier redundanten 400 kV-Leitungen geschehen müssen. Jedoch waren die Schalter hierfür in den betroffenen brennenden Schränken, weshalb in der Folge das gesamte System über den Hauptschalter abgeschaltet werden musste. Das gleiche Problem lag im 110 kV-System vor. Die drei treffendsten Kritikpunkte seitens der Aufsichtsbehörde waren die schlechte bauliche Trennung bezüglich des Feuerschutzes, die schlechte bauliche Trennung im Bezug auf die Schalter und die schlechte Konfiguration des Systems, dass ein punktuelles Abschalten der elektrischen Stränge ermöglichen sollte. Der direkte Auslöser hierfür war jedoch ein defekter Prüfstecker am Messgerät, der bereits bei einer routinemäßigen Wartung 1990 diverse Schäden aufwies, jedoch nicht ausgetauscht wurde. Durch regelmäßige Überhitzung des Steckers aufgrund von großen Strömen durch die Leitungen kam es zu einer Belastung des Kabels, Versprödung und Ionisierung des Leiters.[24]

Als direkte Folge wurde das gesamte Prüfverfahren verändert. Die beschädigten Schaltschränke wurden gegen neue ausgetauscht die ein fest installiertes CO2-Löschsystem besitzen sowie eine bessere bauliche Trennung zum Feuerschutz. Das elektrische System außerhalb der Anlage wurde um ein zweites, redundantes System erweitert, betreffend das 110 kV-System sowie das 400 kV-System. Um die Syteme gegenseitig zu stützen wurde ein Transformator eingebaut und eine direkte Verbindung zwischen den Systemen geschaffen.[24] Zwischen 1994 und 1996 wurden neue Turbogeneratoren mit einer Scheinleistung von 905 Megavoltampere bei Asea Brown Boverie bestellt. Die Kosten hierfür lagen bei 33 Millionen Dollar. Neben den neuen Generatoren wurde ein Angebot unterbreitet für die Überholung der drei Rotoren der Turbine, sowie ein Tausch der Statoren.[25] Dieses Angebot nahm Teollisuuden Voima Oy an und Asea Brown Boverie bekam einen dreijährigen Wartungsauftrag mit Überholung des Turbinensystems. Die Turbine mit einem Hochdruckläufer und drei Niederdruckläufern wurde durch eine neue mit einem Hochdruckläufer und vier Niederdruckläufer getauscht. Das direkte Ergebnis war eine Effizeinzsteigerung der Turbine womit beide Anlagen bei den bisherigen 107 % Leistung die sie gefahren hatten eine Nettoleistung von 775 MW netto und 790 MW brutto erreichen. Da das Schluckvermögen der Turbine erhöht wurde durch den weiteren Läufer sollte die Anlage in einer weiteren Überholung im Jahre 1998 mit 115 % Leistung fahren,[26] was eine Erhöhung der Nettoleistung auf 840 MW und der Bruttoleistung auf 870 MW nach sich zog.[27]

Die Gesamtverfügbarkeit des Werkes seit Inbetriebnahme stieg bis 1998 auf 94 % an und erreichte einen zu dieser Zeit bisher auf der Erde von Kernreaktoren ungeschlagenen Verfügbarkeitsrekord. Hinsichtlich der radioaktiven Dosis die das Personal in dem Werk ausgesetzt ist erreichten die Angestellten die geringsten Dosen von Kernkraftwerksarbeitern in ganz Europa.[27] Zum Jahrhundertwechsel 1999/2000 gab es in Russland sowie Finnland ernsthafte Bedenken, ob die Kernkraftwerke diese Umstellung verkraften könnten oder es aufgrund dessen zu Problemen führen könnte. Nachdem ein Test für das Kernkraftwerk Leningrad keine Probleme für die Datumsumstellung offenbarte, war es für die beiden Reaktoren in Olkiluoto nicht sicher. Teollisuuden Voima Oy hielt sich jede Option offen und erwog im Zweifelsfall die Reaktoren zur Jahreswende abzuschalten. Obwohl nahezu alle Kernkraftwerke weltweit etwaige Jahr 2000 Tests bestanden haben gab es nur Probleme bei der Software des US-Herstellers General Electric der vornehmlich Siedewasserreaktoren vermarktet und keine für das Jahr 2000 gerüstete Systeme besaß.[28]

Zwischen 2005 und 2006 wurde die bereits 1999 ausgearbeitete Turbineninselmodernisierung (kurz als TIMO-Projekt bezeichnet) in beiden Blöcken vorgenommen, dass folgende drei Ausbauschritte zusammenfasste:[29]

  • Austausch der einphasigen Überhitzer, Ersatz durch zweiphasige Überhitzer, inkl. die erforderlichen Modifikationen an der Hochdruckturbine
  • Modernisierung der 6,6 kV-Schaltanlage
  • Modernisierung und Modifizierung der Turbinenautomatik

Das primäre Ziel ist, durch eine Leistungssteigerung die Kraftwerkseffizienz zu erhöhen und gleichzeitig die Standzeit der Komponenten zu verlängern. Die Entscheidung zur Modernisierung der Turbineninsel fiel jedoch infolge der Entscheidung am 31. Mai 2002 beide Blöcke im Turbinensystem auf das Prozessrechnersystem Teleperm XP von Siemens umzustellen. Während der routinemäßigen Wartung von Block zwei ab dem neunten Mai 2005 wurde die Umrüstung begonnen. Innerhalb von 21 Tagen wurde das gesamte Turbinensystem im Einklang mit dem TIMO-Projekt umgerüstet mit einer anschließenden Erprobung unter voller Generatorleistung ohne Last. In Block eins wurden die Modifikationen im Mai 2006 vorgenommen.[29] Hierdurch konnte die Bruttoleistung in beiden Blöcken von 870 MW auf 890 MW angehoben werden, die Nettoleistung auf 860 MW.[30] Bereits 2007 wurde sich auf ein weiteres Modernisierungsprojekt geeinigt hinsichtlich Änderungen des Instrumentierungs- und Kontrollsystems, Austausch der Niederdruckturbinen sowie der Einbau eines neuen Generators in Block eins. Das ausführende Unternehmen ist dieses mal Alstom und sollte die Änderungen zwischen 2010 und 2011 vornehmen. Für Block zwei lief bereits ein Vertrag zum Austausch des Generators im Jahre 2009.[31]

Noch im Jahr 2009 gab es Planungen zwischen Block eins und zwei einen neuen Verbindungsgang zu schaffen im Rahmen des Baus eines neuen Wartungsgebäudes zwischen den beiden Blöcken. Solch ein Gebäude existiert bereits, das jedoch nur während der Wartung der Blöcke verwendet wurde um wichtige Bauteile zu dekontaminierten und in den anderen Block zu schaffen. Eine direkte Verbindung gab es bisher nicht. Das neue Gebäude soll dazu dienen ohne Verlassen das Kontrollbereichs verschiedene Wartungsgeräte sowie Personal von einem Block in den anderen zu bringen. In Olkiluoto hatte man beim Bau auf solch ein Gebäude verzichtet, während die baugleichen Anlagen in Forsmark diese von beginn an hatten. Das Gebäude soll als zentraler Eingang zu beiden Blöcken dienen und etwa 3200 Quadratmeter groß werden und eine dauerhafte Beschäftigung für 90 Personen bieten sowie Umkleideräume für 1250 Männer und 300 Frauen. Weiter soll in dem Gebäude eine neue Kantine untergebracht werden die 100 Personen gleichzeitig versorgen kann. Im Rahmen des Baus dieses Gebäudes soll die Feuerwache um 4100 Quadratmeter erweitert werden.[32]

Im Mai 2010 wurden die Arbeiten an der vorgenommenen Überholung der Turbine im ersten Block abgeschlossen, im zweiten Block im Juni 2010. Die Wartung wurde als die bisher umfangreichste bezeichnet die an den beiden Blöcken jeher vorgenommen wurde. Beide Blöcke erreichen durch die Verbesserung 20 MW mehr Leistung,[33] weshalb die Bruttoleistung nun bei 910 MW und die Nettoleistung bei 880 MW liegt.[8]

Stilllegung

Nach einer Standzeit von 60 Jahren soll der erste Block 2039 und der zweite 2042 vom Netz gehen.[34]

Block 3

Nachdem ein weiterer 1000 MW starker Reaktor in Kopparnäs errichtet wurde sollten am gleichen Standort zwei weitere 1000 MW starke Blöcke errichtet werden, alternativ in Olkiluoto.[35] Im Jahr 1978 wurden die Planungen für einen dritten Block in Olkiluoto näher betrachtet, allerdings käme nur ein Druckwasserreaktor infrage der sich international durchzusetzen schien und für den zweiten Zweck, die Ausspeisung von Fernwärme im großen Stil besser geeignet schien. Die Anlage sollte bis zu 1000 MW erreichen.[36] Die Pläne bleiben jedoch aufgrund des zurückgegangenen Engagements der Politik und des höheren Anteils an Gegnern auf der Strecke. Nach der Katastrophe von Tschernobyl wurden etwaige Neubaupläne in naher Zukunft als Unrealistisch gesehen.[37] Erst 1991 wurde ein Neubau als Option gesehen nachdem das Land mehr und mehr abhängig aus Stromimporten der Sowjetunion wurde. Nach Plan sollte ein neuer Block entweder in Loviisa oder Olkiluoto entstehen.[38] Die Leistung des Reaktors sollte zwischen 1000 und 1400 MW liegen. Angebote für das Werk gab es seitens Schweden (1×ASEA-Atom BWR-90), der Sowjetunion (1×WWER-1000/392 als AES-91), Deutschland (1×Konvoi '95) und Frankreich (1×N4+).[39] Der Plan sah vor, dass bei einer Entscheidung für einen Siedewasserreaktor die Anlage in Olkiluoto entstehen sollte, bei einem Druckwasserreaktor in Loviisa. Dies hängt mit den Betriebserfahrungen des Personals vor Ort mit den entsprechenden Reaktortypen zusammen. Nach Plan sollte der Block bis 2000 am Netz sein.[40] Aus der Sicht Finnlands war ein Verzicht auf einen fünften Kernreaktor im Land für die Deckung des zukünftigen Energiebedarfs unerlässlich.[41] Die Ausschreibung endete jedoch innerhalb der 1990er ohne Ergebnis oder Auftragsvergabe.

Erst ab dem Jahr 2000 gab es seitens Teollisuuden Voima Oy einen Antrag für einen fünften finnischen Reaktor bei der staatlichen Aufsichtsbehörde, der eine Leistung zwischen 1000 und 1600 MW haben sollte, je nach dem welches Design zum Einsatz kommen würde. Die Kosten des Werkes selbst sollten bei rund zwei Milliarden Dollar oder höher liegen. In einer Abstimmung am 25. Mai 2002 stimmten 107 Parlamentarier für den Ausbau des Werkes, 92 Parlamentarier dagegen, womit der Bauvorschlag angenommen war.[42] Europaweit führte diese Entscheidung bei den Grünen Parteien zu Unmut, da ein nicht zu geringer Teil der Stimmen für das Projekt von Politikern aus grünen Parteien kamen.[43] Die finnische Bevölkerung stand jedoch mehrheitlich hinter dem Kernenergie-freundlichen Kurs der Regierung.[44] Seitens Teollisuuden Voima Oy, die neben Kernkraftwerken auch konventionelle Kraftwerke besitzt, gab es mehrere Gründe sich für ein Kernkraftwerk zu entscheiden, so unter anderem die wirtschaftliche Sicht eines im Betrieb preiswerten Kraftwerks, die Versorgungssicherheit des Kraftwerks und etwaige Umwelteinflüsse. Es zeigte sich, dass ein Kernkraftwerk unter diesen Gesichtspunkten die preisgünstigste Alternative sei, jedoch die Kapitalkosten beim Bau etwa dreimal höher sind als bei konventionellen Gaskraftwerken.[45]

Die Abstimmung ermöglichte Teollisuuden Voima Oy die vorgegebenen Bieter (Areva, Atomstroiexport, General Electric und Westinghouse) einige Angebote für die vorgesehenen Rektordesigns (ABWR, BWR '90+, SWR1000, AP1000, EPR und WWER-1000) abzugeben.[46] Im Jahr 2003 wurde der EPR von Areva als Reaktordesign für den neuen Block gewählt, der nach einer Entscheidung im November in Olkiluoto errichtet werden sollte.[47] Zu Beginn des Jahres 2004 erwartete man die Baulizenz für den Reaktor.[48] Die Kosten für das Werk wurden zu diesem Zeitpunkt auf drei Milliarden Euro geschätzt.[49] Mit den Erschließungsarbeiten wurde noch im Dezember 2003 begonnen.[50]

Bau

Die Baustelle von Block drei im Jahr 2009

Ehemals sah Teollisuuden Voima Oy vor den Bau des Blocks zwischen dem Jahr 2003 und 2004 zu beginnen.[51] Mit dem Bau wurde schließlich am zwölften August 2005 begonnen.[8] Der Vertrag sieht eine schlüsselfertige Errichtung vor.[52] Die finnische Aufsichtsbehörde Säteilyturvakeskus (kurz STUK) stellte jedoch bereits im Jahr 2005 Unregelmäßigkeiten und Probleme hinsichtlich der Sicherheitssysteme des Designs fest, die bereits im ersten vollem Jahr zu einer Verzögerung der Bauarbeiten von 18 Monaten führte,[53] im Januar 2007 lag der Verzug bereits bei 19 Monaten. Neben diesen Problemen kam hinzu, dass der Beton nach Prüfungen durch die Aufsichtsbehörde STUK für das Fundament des Werkes einen höheren Wassergehalt aufwies als er sollte. Zwar stand außer Frage, dass der Beton mit diesem Wassergehalt die Sicherheit des Werkes nicht beeinflussen würde, jedoch forderte die Behörde einen Stopp der Gussarbeiten am Fundament. Ein weiteres Problem war die verzögerte Lieferung des Druckhalters, der aufgrund minderer Qualität neu gegossen werden musste. Ein ähnliches Problem betraf einige Schmiedestücke von drei der vier Primärkreise des Reaktors. Nach der Aussage von Beobachtern sind diese Probleme damit zu begründen, dass viele Jahre hinweg in Europa kaum Kernkraftwerkskomponenten gefertigt wurden und erst wieder durch den Bau des Blocks langsam aber sicher das Know-How zurückkehrt. Teollisuuden Voima Oy hingegen gab ein Statement zu diesen Problemen ab und gab bekannt, dass der Konzern mit dem Zeitplan überhaupt nicht zufrieden sei. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 1000 Arbeiter auf dem Baustellengelände.[54]

Im September kam es zu einem Unfall auf der Baustelle als eine Person an der Turbineninsel des Blocks acht Meter in die Tiefe fiel und schwere Knochenbrücke erlitt, an denen er auch in der Folge im Krankenhaus starb. Am 12. September genehmigte die STUK die Wiederaufnahme der Arbeiten an der Stahlauskleidung des Containments, die vorher unterbrochen wurden aufgrund von Unregelmäßigkeiten an Schweißnähten, die vorher ausgebessert werden sollten bevor die Arbeiten fortgeführt werden sollten.[55] Bis Januar 2008 schaffte man es den Rohbau der Turbinenhalle auf Dachebene zubringen womit der von Siemens zu liefernde sekundäre Anlagenteil ab April in Komponenten am Standort Olkiluoto ankommen sollte.[56] Ein Problem das jedoch immer schwerer für Areva, den Lieferanten der Reaktorinsel zu managen war sind die starken Kostenüberschreitungen die im Jahr 2008 zu einem Verlust von 285 Millionen Euro führte und Anne Lauvergeon unter Druck setzte. In der Folge wurden einige Punkte dem Bauvertrag hinzugefügt und 50 Maßnahmen zur Verbesserung der Baudokumentation und zur Arbeitsbeschleunigung vorgenommen.[57] Im Oktober 2008 gab es seitens Teollisuuden Voima Oy ein Statement, in dem der Konzern den Lieferanten des Werkes, das Gemeinschaftsunternehmen Areva für den Verzug verantwortlich machte. Etwa zur gleichen Zeit befanden sich 4000 Arbeiter auf der Baustelle.[58]

Infolge der Unstimmigkeiten zwischen den beiden Vertragspartnern Areva und Teollisuuden Voima Oy gab es ab dem fünften Dezember 2008 ein Schiedsgerichtverfahren, da Areva als Lieferanten den Auftraggeber Teollisuuden Voima Oy entschädigen sollte, Areva dies jedoch verweigerte. Teollisuuden Voima Oy beharrt auf den Fixpreis für drei Milliarden Euro für den Block, seitens Areva gibt es den Vorwurf, dass Teollisuuden Voima Oy die Verzögerungen selbst verursacht hat. Nur der Bau der Turbinenhalle die von Siemens errichtet wurde war nach Zeitplan realisiert worden.[59] Seitens Teollisuuden Voima Oy wird der finanzielle Schaden auf 2,4 Milliarden Euro kalkuliert, Areva selbst forderte Nachzahlungen in Höhe von einer Milliarde Euro sowie eine Fristverlängerung bis zur Fertigstellung des Blocks. Seitens Teollisuuden Voima Oy wurden seit dem Beginn des Verfahrens vor dem Schiedsgericht mehrfach sehr kritische Artikel veröffentlicht die Areva stark kritisieren.[60]

Am fünften Januar 2009 kam der in Japan gefertigte Reaktordruckbehälter am Standort an.[59] Im Mai 2009 gab es mehrfach Berichte, dass die Bauarbeiten an dem Block gestoppt worden sein aufgrund von fehlerhaften Schweißnähten an den Kühlmittelrohren, was durch Teollisuuden Voima Oy aber dementiert wurde. Nach Medienangaben soll die Aufsichtsbehörde STUK den Baustopp angeordnet haben wegen ein bis zwei Millimeter große Risse die rund 1,8 Millimeter tief seien. Zwar gab es diese Risse, die jedoch vor Ort repariert werden konnten.[61] Im September wurde das Schiedsgerichtsverfahren fortgesetzt in dem Areva seine Forderungen auf 2,3 Milliarden Euro erhöht hatte. Der Konzern gab bekannt, dass das Werk nur vollendet werden würde, sofern eine Einigung mit Teollisuuden Voima Oy gebe.[62] Etwa zur gleichen Zeit konnte die 200 Tonnen schwere und 47 Meter im Druchmesser große Kuppel des Werkes installiert werden.[63]

Datei:OL3 11-2011.jpg
Der Block im November 2011

Im Juni 2010 gab es erneut Verzögerung bei den Arbeiten am Block, neben den Probleme mit den Rohrleitungen die nach Areva zu dieser Zeit wieder unter Kontrolle waren hat die Aufsichtsbehörde STUK Änderungen im Intreumentierungs- und Kontrollsystem gefordert, die jedoch nicht direkt die Arbeiten am Werk beeinflussten.[64] Am 21. Juni 2010 konnte der Reaktordruckbehälter in den Block eingebaut werden,[65] ab Mitte November wurde mit der Installation der vier Dampferzeuger begonnen. Der letzte Dampferzeuger konnte am 31. Januar in Position gebracht werden.[66] Gegen Ende Februar 2012 konnte die Turbineninsel an das 110 kV-Netz angebunden werden und damit energetisch in Betrieb genommen werden. Der nächste Schritt sollte die Anbindung an das 400 kV-Netz sein.[67]

Betrieb

Nach den Planungen um Mai 2002 sollte der Block gegen das Jahr 2009 in Betrieb sein.[42] Im November ging man sogar von einer Inbetriebnahme um das Jahr 2008 aus.[51] Im Jahr 2004 wurde jedoch eine Inbetriebnahme nicht vor 2009 erwartet.[68] Im Januar 2007 wurde aufgrund verschiedener Probleme die Inbetriebnahme auf Ende 2010 verschoben.[54] Im August 2007 wurde ein etwaiger Inbetriebnahmetermin aufgehoben und nur noch von der Fertigstellung auf das Jahre 2011 gelegt, die eigentlich für den EPR selbst veranschlagte Zeitspanne für den Bau eines solchen Blocks.[69] Im Dezember legte man den Termin auf Sommer 2011 fest.[56] Im Oktober 2008 verschob Teollisuuden Voima Oy die Fertigstellung in das Jahr 2012 mit starker Kritik am Vertragspartners Areva.[58] Obwohl der Block ehemals der weltweit erste in Betrieb befindliche EPR werden sollte wird es nach Stand 2009 wahrscheinlich der vierte, da sowohl der Block im französischen Kernkraftwerk Flamanville früher in Betrieb gehen soll wie auch die beiden Blöcke im chinesischen Kernkraftwerk Taishan.[70] Im Juni 2010 wurde die Inbetriebnahme in das Jahr 2013 verschoben.[64] Im Oktober 2011 verschob Teollisuuden Voima Oy die Inbetriebnahme auf 2014, zum Erstaunen des Vorstandsvorsitzenden von Areva, Luc Oursel der in einem Interview mit Reuters davon überrascht wurde. Laut dem Vorstandsvorsitzenden ist die Beladung des Blocks gegen Ende des Jahres 2012 weiterhin fest geplant gewesen, die energetische Inbetriebnahme im Jahr 2013.[71] Im Dezember 2011 setzte Teollisuuden Voima Oy den Termin auf august 2014.[72]

Block 4

Im Januar 2008 gab Teollisuuden Voima Oy bekannt, dass man überlege einen vierten Block in Olkiluoto zu errichten. Seitens der lokalen Wirtschaft wurde diese Überlegung sehr positiv aufgenommen. Am 14. Februar reichte das Unternehmen hierzu eine Anfrage für eine Umweltverträglichkeitsprüfung beim Ministerium für Arbeit und Wirtschaft ein. Für die Prüfung wurde seitens Teollisuuden Voima Oy nur spezifiziert, dass der Block entweder aus einen Druck- oder Siedewasserreaktor bestehen soll mit einer Leistung zwischen 1000 und 1800 MW. Weiter wurden zwei mögliche Standorte auf der Halbinsel Olkiluoto für den Block genannt die geprüft werden sollten. Die größte Beeinflussung des vierten blocks könnte dazu führen, dass sich über die Wintermonate nur eine dünne oder gar keine Eisschicht mehr bilden könnte um Olkiluoto was zu einer direkten Beeinträchtigung der Fischereiindustrie in der Umgebung führen könnte, hinsichtlich der dadurch stark steigenden Vegetationsperioden der Flora und Fauna im Wasser.[73] Aufgrund der Probleme beim Bau des dritten Blocks gaben die Anteilseigner von Teollisuuden Voima Oy im Oktober 2008 bekannt, dass ein vierter Block wenn überhaupt erst gebaut wird, wenn der dritte Block am Netz ist und Gewinn abwirft.[58] Gegen Ende Mai 2009 gab die Aufsichtsbehörde STUK bekannt, dass es keine Einwände gegen den Bau des vierten Block auf Olkiluoto gebe.[74]

Seitens des finnischen Parlaments wurde im April über die drei Kernkraftwerksprojekte in Finnland abgestimmt. Während ein dritter Block in Loviisa abgelehnt wurde gab es für einen neuen Block der Firma Fennovoima und für den vierten Block des Kernkraftwerks Olkiluoto bis auf eine Stimme große Zustimmung.[75] Nach der Ablehnung des neuen Blocks in Loviisa der Firma Fortum gab im November 2011 das Unternehmen bekannt, dass es sich am vierten Block in Olkiluoto beteiligen Wolle, sowohl in der Finanzierung, als auch in der Ausschreibungs- und Planungsphase. Fortum ist ein Anteilseigner an dem Gemeinschaftsunternehmen Teollisuuden Voima Oy. Das Unternehmen erwartete zu diesem Zeitpunkt eine Baugenehmigung im Juni 2015.[76] Als mögliche Reaktormodelle wurden neben einem EPR wie er im dritten Block zum Einsatz kommt ein ESBWR von General Electric, APR-1400 von Korea Hydro and Nuclear Power, ein APWR von Mitsubishi und der ABWR von Toshiba erwogen.[77]

Standortdetails

Panorama über alle drei Blöcke im Jahr 2009

Das Kühlmittel aller Reaktoren und zukünftiger Blöcke wird südlich der Halbinsel Olkiluoto entnommen und nördlich wieder in das Meer zurück geleitet. Man verlässt sich bei der Rückleitung weitestgehend auf die vorherrschende Meeresströmung. Beim Bau der Blöcke eins und zwei hatte man besonders Sorge, dass das Wasser nach Süden zirkulieren könnte und das Frischwasser zur Kühlung zu stark erwärmen könnte. Solange das Wasser aber mit einer Strömung von mehr als einem Meter pro Sekunde aus dem Rücklauf in das Meer zurück fließt, kommt das erwärmte Wasser direkt in die nordwärts abgehende Strömung. Ein kleiner, kaum nach verfolgbare Teil der Abwärme zirkuliert in die Gegenströmung die nach Süden zirkuliert, jedoch das Wasser nicht nachhaltig erwärmt, dass es die Kühlung der Blöcke beeinflussen könnte.[78]

Als Alternative zur Rückleitung der Abwärme der ersten beiden Blöcke ins Meer gab es die Überlegung Prozess- und Fernwärme auszuspeisen.[79] Im Rahmen der Planung des dritten Blocks 1978 wurde eine entsprechende Studie aufgestellt, die technische und ökonomische Probleme des Werkes aufwarf. Die thermische Lastnachfrage war jedoch im Vergleich gering: 136 MW an Prozessdampf für Industrien und 60 MW Grundlast-Fernwärme für die Umgebung und die Stadt Rauma selbt, die 14,5 Kilometer südlich des Werkes liegt. Die Kosten pro Megawattstunde beliefen sich auf 10,5 Dollar und waren damit konkurrenzfähig zu konventionellen Heiz- und Heizkraftwerken.[36] Man betrachtete eine etwaige Fernwärmenutzung als Modellprojekt für ein eventuelles Kernkraftwerksprojekt in einer moderaten Nähe zur Hauptstadt Helsinki um diese Stadt mit Fernwärme zu versorgen.[80]

Neben der Abwärmenutzung gab es 1987 die Überlegung mit den warmen Abwässern Fischzucht zu betreiben, genauer mit atlantischen Lachsen. In Finnland wird dieser Lachs bereits gezüchtet, allerdings könnte die gesamte Anzucht durch die warmen Abwässer um ein Jahr verkürzt werden. Durch Betriebserfahrungen konnte man sicherstellen, dass die Abwassertemperatur im Herbst und Frühjahr nicht mehr als 15 °C übersteigen werde.[81] Seit 2001 wird die Abwärme des Werkes für die Weinproduktion des Château Olkiluoto genutzt.[82]

Technik Block 1&2

Die Blöcke eins und zwei bestehen aus zwei Asea-Atom BWR-75 Siedewasserreaktoren. Das Design zeichnet sich durch ein viersträngiges Sicherheitssystem aus von dem je ein Strang 50 % des Blockbetriebs in Betriebsabweichungen übernehmen kann. Weitere Verbesserungen im Gegensatz zu den Vorgängerreaktoren zeichnet sich das Design durch fortschrittliche Einbauten wie eine Umwälzung des Wassers im Reaktor durch Pumpen die direkt in den Reaktor integriert sind aus, Fine Motion Kontrollmechanismen für die Steuerstäbe, ein Spannbetoncontainment und die Möglichkeit in einer Lastfolge zu fahren. Das Kraftwerksdesign stellt die Basis für einen verbesserten BWR-75 dar die in Block drei der Kernkraftwerke Oskarshamn und Forsmark realisiert wurden und die ersten fortschrittlichen Siedewasserreaktoren der Erde waren.[83] Standardmäßig sind die Blöcke für eine Standzeit von 40 Jahren ausgelegt.[27] Durch Nachrüstungen soll zufolge der Sicherheitsprüfung die jedes Jahrzehnt stattfindet die Standzeit auf 60 Jahre erhöht worden sein.[34]

Anders als die bisherigen Siedewasserreaktoren von ASEA-Atom kommt bei diesen Anlagen sowie in Loviisa ein britisches Prozessrechnersystem zum Einsatz auf Hybridbasis.[84] 1987 wurde das gesamte System durch das amerikanische VAX-Prozessrechnersystem ersetzt, sowohl in Olkiluoto als auch in Loviisa.[85] Im Jahr 2002 wurde das Turbinensystem auf das Prozessrechnersystem Temleperm XP umgestellt.[29]

Beide Blöcke erreichen eine Bruttoleistung von 910 MW, von denen 880 MW in das Elektrizitätsnetz eingespeist werden.[8]

Technik Block 3

Block drei ist ausgestattet mit einem Druckwasserreaktor vom Typ EPR.[8] Der Reaktordruckbehälter hat einen Durchmesser von 5,3 Meter und eine Höhe von 10,6 Meter bei einem Gewicht von 420 Tonnen.[65] Die vier Dampferzeuger sind jeweil 25 Meter hoch und haben einen Druchmesser über fünf Meter. Jeder einzelne erzeuger wiegt 550 Tonnen.[66] Der Block soll eine Bruttoleistung von 1720 MW erreichen von denen 1600 ME in das Elektrizitätsnetz gespeist werden sollen. Der Reaktor ist aktuell der leistungsstärkste Kernreaktor in Europa.[8]

Daten der Reaktorblöcke

Das Kernkraftwerk Olkiluoto besteht aus zwei aktiven Reaktoren, ein dritter ist im Bau, ein vierter in Planung.

Reaktorblock[8] Reaktortyp Leistung Baubeginn Netzsyn-
chronisation
Kommer-
zieller Betrieb
Abschal-
tung
Netto Brutto
Olkiluoto-1 BWR-75 880 MW 910 MW 01.02.1974 02.09.1978 10.10.1979
Olkiluoto-2 BWR-75 880 MW 910 MW 01.11.1975 18.02.1980 10.07.1982
Olkiluoto-3 EPR 1600 MW 1720 MW 12.08.2005 (01.08.2013)

Einzelnachweise

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Siehe auch

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