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Kernkraftwerk Süd-Ural

Aus Nucleopedia
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Kernkraftwerk Süd-Ural
Standort
Land Flag of Russia.svg Russische Föderation
Ort Osjorsk
Koordinaten 55° 44′ 46″ N, 60° 53′ 38″ OTerra globe icon light.png 55° 44′ 46″ N, 60° 53′ 38″ O
Reaktordaten
Eigentümer OAO Energoatom Konzern
Betreiber OAO Energoatom Konzern
Bau gestoppt 1. Januar 1993
Geplant 4 (4800 MW)
Pläne gestoppt 1 (800 MW)
Bau gestoppt 2 (1.600 MW)
Stand der Daten 9. Juli 2009
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Die Quellen für diese Angaben sind in der Zusatzinformation einsehbar.

Das Kernkraftwerk Süd-Ural (russisch Южно-Уральская АЭС, transkribiert Yuschno-Uralskaja AES anhörenBeschreibungsseite der Audiodatei mit Lizenzangaben) sollte nahe der Stadt Osjorsk in Russland entstehen. Allerdings wurde der bau aus Mangel an finanziellen Mitteln eingestellt. Die Wiederaufnahme der Bauaktivität war einige zeit lang angedacht, allerdings steht auch ein neubau zur Debatte.

Geschichte

In der Sowjetunion dachte man bereits sehr früh an, einen geschlossenen Brennstoffkreislauf für Kernkraftwerke zu Bilden mit dem Einsatz von Brutreaktoren. Ein Grund dafür ist der abgebrannte Brennstoff aus den sowjetischen Kernkraftwerken, mit dem es bereits in den ersten Jahren Probleme mit der Lagerung und Beförderungen. Im Jahr 1984 begann man mit den ersten Arbeiten an der Anlage. Als Standort wurde ein Gelände unweit der kerntechnischen Anlage Majak gewählt. Ein Grund für die Standortwahl ist unter anderem die Aufbereitungsanlage die sich in Majak befindet. Innerhalb von fünf Jahren sollte eine passende Infrastruktur für das Kernkraftwerk aufgebaut werden. Unter anderem sieht die Infrastruktur den Bau von neuen Straßen vor, eine Feuerwehrstation, ein Kesselhaus, Direktionsgebäude und Wohnräume für die Arbeiter, eingeschlossen ist dabei der Bau von Gas-, Wasser- und Stromanschlüssen.[1]

Bau

Mit dem Bau der Reaktoren eins und zwei wurde am 1. Januar 1986 begonnen.[2][3] Ein dritter Reaktor blieb bis auf weiteres in Planung.[4] Man begann die Fundamente für etwa 400 Millionen sowjetische Rubel zu gießen. Zu dieser Zeit war ein Rubel soviel Wert wie 0,6 Dollar. Allerdings wurde bis 1989 der Bau nicht weiter fortgeführt. Ein Grund liegt in den Protesten von Umweltschutzorganisationen, die keine verantwortliche Lösung für den Rückstand aus den Reaktoren besteht. Ein anschließendes Referendum bestätigte eine breite Ablehnung für das Projekt in der Oblast Tscherljabinsk. Insgesamt stimmten 61 % gegen das Projekt. Der Befürworteranteil lag bei 21 %.[1] Eine Umweltverträglichkeitsprüfung sieht allerdings keine großen Auswirkungen auf die Umwelt, weshalb ein Bau von Block eins bis drei positiv bewertet wurde. Die örtliche Verwaltung befürwortet die Fortsetzung des Bau mit der Errichtung von Block drei.[5]

Im Jahr 1993 wurde nach dem Zerfall der Sowjetunion von den örtlichen Städten und Gemeinden beschlossen, den Bau fortzuführen und zu Beschleunigen. Noch 1994 wurde mit Minatom ein Vertrag für den Bau Unterzeichnet. Allerdings kam es kurz darauf zur Inflation infolge der Umstellung des Wirtschaftssystem, weshalb der Bau als nicht möglich galt.[1] Um das Jahr 1995 ab es erneut Pläne den Bau fortzusetzen. Allerdings sah die finanzielle Lage der Oblast Tscheljabinsk sowie der Staatshaushalt einen Weiterbau nicht vor, obwohl mehrmals Zuschüsse in Millionenhöhe gegeben wurden. Schätzungen aus dem Jahr 2000 sahen für die Fertigstellung etwa 1,2 Milliarden Rubel vor.[5]

Technische Details

Die Brutreaktoren die zum Einsatz kommen sollten waren dafür Ausgelegt, aus abgebrannten Brennelementen anderer Reaktoren Plutonium zu erzeugen, das wiederum in anderen Reaktoren gespalten werden kann. Auch die Verwendung von spaltbaren Plutonium aus Kernwaffen als Brennstoff war angedacht gewesen. Ähnliche Brennelemente mit waffenfähigem Plutonium wurden bereits in anderen Brutreaktoren als MOX-Brennstoff genutzt.[5] Die Reaktoren sollten dabei eine Bruttoleistung von 800 MW haben bei einer Nettoleistung von 750 MW.[2][3][4]

Neubau

Für das föderale Energieprogramm von 2007 bis 2015 und 2020 ist der Bau eines neuen Kernkraftwerks vorgesehen. Allerdings nicht an dem gleichen Standort wie die drei Brutreaktoren. Man plante außerdem vier Reaktoren. Die geplanten Druckwasserreaktoren haben einen größeren Bedarf an Wasser als die Brutreaktoren, bis zu 48 Millionen Kubikmeter. Da die Fertigstellung des künstlichen Kühlsees, der für die Brutreaktoren angedacht war, bis zu einer halben Milliarden Dollar kosten würde, richtete man das Augenmerk auf einen Standort nahe dem Dorf Takhtalym.[1]

Einzelnachweise

Siehe auch