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Nukleare Fernwärme: Unterschied zwischen den Versionen

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Als '''Nukleare Fernwärme''' bezeichnet man Fernwärme, die aus [[Kernreaktoren]] oder gar Heizreaktoren gewonnen wird und zur Versorgung großer Fernwärmenetze dient. In wenigen Ländern, vorrangig in den ehemaligen Ostblockländern, kommen solche Anlagen bereits zum Einsatz, jedoch primär als Abfallprodukt von Reaktoren die hauptsächlich für die Elektrizitätserzeugung dienen. In der Sowjetunion wurde erstmals konkret Geplant im großen Maß nukleare Fernwärme zu Erzeugen mit den Einsatz großer Kernheizkraftwerke.
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Als '''Nukleare Fernwärme''' bezeichnet man Fernwärme, die aus [[Kernreaktoren]] oder gar Heizreaktoren gewonnen wird und zur Versorgung großer Fernwärmenetze dient. In wenigen Ländern, vorrangig in den ehemaligen Ostblockländern, kommen solche Anlagen bereits zum Einsatz, jedoch primär als Abfallprodukt von Reaktoren die hauptsächlich für die Elektrizitätserzeugung dienen. In der Sowjetunion wurde erstmals konkret geplant im großen Maß nukleare Fernwärme zu Erzeugen mit den Einsatz großer Kernheizkraftwerke.
  
 
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
Der beginn zur Nutzung von nuklearer Fernwärme geht auf Pläne in den 1950er Jahren zurück. Schweden ist das erste Land weltweit gewesen, dass die Nutzung der nuklearen Fernwärme anstrebte. Man nahm kurze Zeit darauf das [[Kernkraftwerk Ågesta]] in Betrieb, dass den Stadtteil Farsta in Stockholm mit Fernwärme versorgte. Es befand sich von 1963 bis 1974 in Betrieb. Später hatte die Sowjetunion mit der Entwicklung und dem Bau des Heizreaktors [[AST-Reaktor|AST-500]] erstmals begonnen, im großen Umfang die Entwicklung der nuklearen Fernwärme zum Beheizen von Städten begonnen. Später folgte in Zusammenarbeit mit dem Westen die volksrepublik China mit der Entwicklung des NHR-5. Dieser wurde 1989 in Betrieb genommen. Viele andere Länder nutzen ebenfalls nukleare Fernwärme. Meistens nicht aus speziellen Heizreaktoren, sondern aus ihren Kernkraftwerken. Neben der Fernwärme ist die Nutzung der Abwärme in anderen Maßstäben auch möglich. Siehe hier zu mehr Informationen im Artikel [[Nukleare Prozesswärme]].
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Der Beginn der Nutzung nuklearer Fernwärme geht auf Pläne in den 1950er Jahren zurück. Schweden ist das erste Land weltweit gewesen, dass die Nutzung der nuklearen Fernwärme anstrebte. Man nahm kurze Zeit darauf das [[Kernkraftwerk Ågesta]] in Betrieb, dass den Stadtteil Farsta in Stockholm mit Fernwärme versorgte. Es befand sich von 1963 bis 1974 in Betrieb. Später hatte die Sowjetunion mit der Entwicklung und dem Bau des Heizreaktors [[AST-Reaktor|AST-500]] erstmals begonnen, im großen Umfang die Entwicklung der nuklearen Fernwärme zum Beheizen von Städten zu nutzen. Später folgte in Zusammenarbeit mit dem Westen die Volksrepublik China mit der Entwicklung des NHR-5. Dieser wurde 1989 in Betrieb genommen. Viele andere Länder nutzen ebenfalls nukleare Fernwärme. Meistens nicht aus speziellen Heizreaktoren, sondern aus ihren Kernkraftwerken. Neben der Fernwärme ist die Nutzung der Abwärme in anderen Maßstäben auch möglich. Siehe hier zu mehr Informationen im Artikel [[Nukleare Prozesswärme]].
  
 
=== Deutsche Demokratische Republik ===
 
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=== Polen ===
 
=== Polen ===
In Polen war die Nutzung von Kernheizkraftwerken angedacht wie auch die Nutzung von Kernheizwerke. Allerdings wurden diese Pläne nie realisiert. Man dachte später noch an für Danzig Fernwärme aus dem [[Kernkraftwerk Zarnowiec]] zu beziehen. Nachdem der Bau für das Kernkraftwerk storniert wurde, hat man das Projekt auch aufgegeben.{{Ref|2}} Auch das zweite Kernkraftwerk nahe Klempicz sollte Fernwärme für die Stadt Posen zur Verfügung stellen, die 50 Kilometer vom [[Kernkraftwerk Warta]] entfernt liegt.
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In Polen war die Nutzung von Kernheizkraftwerken angedacht wie auch die Nutzung von Kernheizwerken. Allerdings wurden diese Pläne nie realisiert. Man dachte später noch an, für Danzig Fernwärme aus dem [[Kernkraftwerk Zarnowiec]] zu beziehen. Nachdem der Bau für das Kernkraftwerk storniert wurde, hat man das Projekt auch aufgegeben.{{Ref|2}} Auch das zweite Kernkraftwerk nahe Klempicz sollte Fernwärme für die Stadt Posen zur Verfügung stellen, die 50 Kilometer vom [[Kernkraftwerk Warta]] entfernt liegt.
  
 
=== Slowakei & Tschechien ===
 
=== Slowakei & Tschechien ===
In der ehemaligen Tschechoslowakei hatte man Interesse an nuklearer Fernwärme bekundet. Man ging davon aus, dass man es ohne Kernenergie zur Erzeugung von Elektrizität wie auch zur Wärmeversorgung es auf lange zeit hinweg gesehen nicht schaffen könnte, den Wärme- und Elektrizitätsbedarf zu decken. Man hatte ein Programm vorgeschlagen, dass die Erzeugung von 41000 Terajoule Fernwärme durch Kernenergie bis zum Jahr 2000 gewährleisten sollte. Im Jahr 1981 wurde deshalb beschlossen, alle Turbogeneratoren in den Tschechoslowakischen Kernkraftwerken aufzurüsten für die Auskopplung von Fernwärme. Nach dem Beschluss wurde der Bau von kleineren Anlagen reduziert.{{Ref|2}}
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In der ehemaligen Tschechoslowakei hatte man Interesse an nuklearer Fernwärme bekundet. Man ging davon aus, dass man es ohne Kernenergie zur Erzeugung von Elektrizität wie auch zur Wärmeversorgung auf lange Zeit hinweg gesehen nicht schaffen könnte, den Wärme- und Elektrizitätsbedarf zu decken. Man hatte ein Programm vorgeschlagen, dass die Erzeugung von 41000 Terajoule Fernwärme durch Kernenergie bis zum Jahr 2000 gewährleisten sollte. Im Jahr 1981 wurde deshalb beschlossen, alle Turbogeneratoren in den Tschechoslowakischen Kernkraftwerken aufzurüsten für die Auskopplung von Fernwärme. Nach dem Beschluss wurde der Bau von kleineren Anlagen reduziert.{{Ref|2}}
  
Noch im Jahr 1981 wurden Vorkerhungen getroffen alle in Bau befindlichen Kernkraftwerke für die Auskopplung von Fernwärme aufzurüsten. Unter anderem die Kernkraftwerke [[Kernkraftwerk Bohunice|Bohunice V2]] das die anliegende Stadt Trnava mit Fernwärme Versorgen soll, das [[Kernkraftwerk Dukovany|Dukovany]] zur Versorgung der Stadt Brünn und das [[Kernkraftwerk Mochovce|Mochovce]] zur Versorgung der der Gegend und der Stadt Levice. Die Turbogeneratoren in Bohunice V1 und V2 sind nicht ausgelegt um Fernwärme Auskoppeln zu können. Dadurch ist die Kapazität auf 170 MWth für die Fernwärmenutzung beschränkt. Beim Kernkraftwerk Mochovce wurde die Konstruktion der Turbine noch einmal geändert, sodass ein Reaktor bis zu 230 MWth als Fernwärme zur Verfügung stellen kann. Im Kernkraftwerk Dukovany sollen für die Nutzung von Fernwärme 500 MWth bereitgestellt werden. Das Netz das gebaut werden soll, wird sich voraussichtlich in zehn Jahren wirtschaftlich rentieren.{{Ref|2}}
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Noch im Jahr 1981 wurden Vorkehrungen getroffen alle in Bau befindlichen Kernkraftwerke für die Auskopplung von Fernwärme aufzurüsten, unter anderem die Kernkraftwerke [[Kernkraftwerk Bohunice|Bohunice V2]] das die anliegende Stadt Trnava mit Fernwärme Versorgen soll, das [[Kernkraftwerk Dukovany|Dukovany]] zur Versorgung der Stadt Brünn und das [[Kernkraftwerk Mochovce|Mochovce]] zur Versorgung der der Gegend und der Stadt Levice. Die Turbogeneratoren in Bohunice V1 und V2 sind nicht ausgelegt um Fernwärme auskoppeln zu können. Dadurch ist die Kapazität auf 170 MWth für die Fernwärmenutzung beschränkt. Beim Kernkraftwerk Mochovce wurde die Konstruktion der Turbine noch einmal geändert, sodass ein Reaktor bis zu 230 MWth als Fernwärme zur Verfügung stellen kann. Im Kernkraftwerk Dukovany sollen für die Nutzung von Fernwärme 500 MWth bereitgestellt werden. Das Netz das gebaut werden soll, wird sich voraussichtlich in zehn Jahren wirtschaftlich rentieren.{{Ref|2}}
  
In der Tschechoslowakei hatte man vor allem viel Industrie, die Dampf benötigt. Deshalb plante man für das Südböhmische [[Kernkraftwerk Temelín]] die Auskopplung von Prozessdampf für die Stadt Budweis. Zudem ist ein Kernheizwerk mit einem AST-300 bei Ostrava-Karvina eingeplant gewesen für das Jahr 1995 und später ein weiteres für die Stadt Bratislava im Jahr 2000. Da jedoch die Leistung dieser Reaktoren auf lange Sicht zu groß ist, wurde die Entwicklung einer verkleinerten Version mit 100 bis 200 MW Heizkapazität angestrebt.{{Ref|2}} nach dem Zerfall der Tschechoslowakei wurde das Kernkraftwerk Temelín als einzigstes projektiertes Kernkraftwerk aus der Tschechoslowakischen zeit fertiggestellt und speist heute Fernwärme für die Stadt Budweis aus.
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In der Tschechoslowakei hatte man vor allem viel Industrie, die Dampf benötigt. Deshalb plante man für das Südböhmische [[Kernkraftwerk Temelín]] die Auskopplung von Prozessdampf für die Stadt Budweis. Zudem ist ein Kernheizwerk mit einem AST-300 bei Ostrava-Karvina eingeplant gewesen für das Jahr 1995 und später ein weiteres für die Stadt Bratislava im Jahr 2000. Da jedoch die Leistung dieser Reaktoren auf lange Sicht zu groß ist, wurde die Entwicklung einer verkleinerten Version mit 100 bis 200 MW Heizkapazität angestrebt.{{Ref|2}} nach dem Zerfall der Tschechoslowakei wurde das Kernkraftwerk Temelín als einziges projektiertes Kernkraftwerk aus der tschechoslowakischen Zeit fertiggestellt und speist heute Fernwärme für die Stadt Budweis aus.
  
 
=== Sowjetunion und Russland ===
 
=== Sowjetunion und Russland ===
Im weltweiten Vergleich galt die Sowjetunion als führender Staat in der Entwicklung von nuklearen Fernwärmequellen. Über 55 % der erzeugten Fernwärme in der Sowjetunion wird in extra dafür gebauten Anlagen erzeugt. Die restlichen 45 % in über 250000 kleinen Kesseln, die überall im ganzen Land in den Städten stehen. Diese sind sehr unwirtschaftlich im Vergleich zu großen Anlagen, zumal dadurch der Verbrauch von Brennstoff erheblich gesteigert wird, geschweige denn die Emissionen. Aufgrund dessen wollte man den Bau von Heizwerken vermehren auf fossiler Basis und auch über längere Zeiträme auf nuklearer Basis. Um vorerst den Wärmebedarf zu decken wurde begonnen, Fernwärme aus den bestehenden Kernkraftwerken Abzuleiten. Die Sowjetunion war die erste Nation die im großen Umfang Fernwärme aus Kernkraftwerken über Kraft-Wärme-Kopplung gewann. unter anderem im [[Kernkraftwerk Belojarsk]], [[Kernkraftwerk Kola|Kola]], [[Kernkraftwerk Kursk|Kursk]], [[Kernkraftwerk Nowoworonesch|Nowoworonesch]], [[Kernkraftwerk Tschernobyl|Tschernobyl]] und anderen Kernkraftwerken im Land.{{Ref|2}}
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Im weltweiten Vergleich galt die Sowjetunion als führender Staat in der Entwicklung von nuklearen Fernwärmequellen. Über 55 % der erzeugten Fernwärme in der Sowjetunion wird in extra dafür gebauten Anlagen erzeugt. Die restlichen 45 % in über 250000 kleinen Kesseln, die überall im ganzen Land in den Städten stehen. Diese sind sehr unwirtschaftlich im Vergleich zu großen Anlagen, zumal dadurch der Verbrauch von Brennstoff erheblich gesteigert wird, geschweige denn die Emissionen. Aufgrund dessen wollte man den Bau von Heizwerken vermehren auf fossiler Basis und auch über längere Zeiträme auf nuklearer Basis. Um vorerst den Wärmebedarf zu decken wurde begonnen, Fernwärme aus den bestehenden Kernkraftwerken abzuleiten. Die Sowjetunion war die erste Nation die im großen Umfang Fernwärme aus Kernkraftwerken über Kraft-Wärme-Kopplung gewann. unter anderem im [[Kernkraftwerk Belojarsk]], [[Kernkraftwerk Kola|Kola]], [[Kernkraftwerk Kursk|Kursk]], [[Kernkraftwerk Nowoworonesch|Nowoworonesch]], [[Kernkraftwerk Tschernobyl|Tschernobyl]] und anderen Kernkraftwerken im Land.{{Ref|2}}
  
Die Kapazität die diese Kernkraftwerke decken konnten lag zwischen 30 und 200 Gigakalorie (Gcal) pro Stunde. Genutzt wurde es meist zur Versorgung von ansässigen Industrien, zur Versorgung der Stadt in der das Kernkraftwerk steht, für Gebäude die zum Bau des Kernkraftwerks benötigt werden und noch für ähnliche Zwecke. Ausgespeißt wird es in Form von heißen Wasser. Prozessdampf wird nur in kleinen Mengen erzeugt. Für die Auskopplung von Fernwärme müssen allerdings die Turbogeneratoren ausgetauscht werden. Für den WWER-440 wurde die Turbine vom Typ K-220-44 entwickelt, die etwa 25 Gcal pro Stunde ableiten kann und für den WWER-1000 die Turbine vom Typ K-1000-60/1500 mit einer Fernwärmeproduktion von etwa 200 Gcal pro Stunde. Die Förderkapazität kann durch das Vorwärmen des Wassers weiter gesteigert werden. Ein weiterer neuer Turbogenerator mit einer Wärmekapazität von 500 Gcal pro Stunde wurde ebenfalls entwickelt und kommt erstmals im zweiten Block des [[Kernkraftwerk Rostow|Kernkraftwerks Rostow]] zum Einsatz.{{Ref|2}}
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Die Kapazität die diese Kernkraftwerke decken konnten lag zwischen 30 und 200 Gigakalorie (Gcal) pro Stunde. Genutzt wurde es meist zur Versorgung von ansässigen Industrien, zur Versorgung der Stadt in der das Kernkraftwerk steht, für Gebäude die zum Bau des Kernkraftwerks benötigt werden und noch für ähnliche Zwecke. Ausgespeist wird es in Form von heißen Wasser. Prozessdampf wird nur in kleinen Mengen erzeugt. Für die Auskopplung von Fernwärme müssen allerdings die Turbogeneratoren ausgetauscht werden. Für den WWER-440 wurde die Turbine vom Typ K-220-44 entwickelt, die etwa 25 Gcal pro Stunde ableiten kann und für den WWER-1000 die Turbine vom Typ K-1000-60/1500 mit einer Fernwärmeproduktion von etwa 200 Gcal pro Stunde. Die Förderkapazität kann durch das Vorwärmen des Wassers weiter gesteigert werden. Ein weiterer neuer Turbogenerator mit einer Wärmekapazität von 500 Gcal pro Stunde wurde ebenfalls entwickelt und kommt erstmals im zweiten Block des [[Kernkraftwerk Rostow|Kernkraftwerks Rostow]] zum Einsatz.{{Ref|2}}
  
Weil Kernkraftwerke in erster Linie dazu gebaut wurden um Elektrizität zu erzeugen, hatte man die Entwicklung eines neuen Turbogenerators begonnen, um im großen Kernheizkraftwerken Elektrizität und eine große Menge an Fernwärme zu erzeugen. Durch diesen neuen Turbogenerator können aus einem 1000 MW-Reaktor etwa 900 Gcal pro Stunde oder mehr erzeugt werden. In der Sowjetunion sollte dieses Konzept erstmals im [[Kernheizkraftwerk Odessa]] zum Einsatz kommen in zwei Reaktoren vom Typ WWER-1000. Jeder Reaktor soll zwei dieser Turbinen vom Typ TK-450-500/60 haben. Die Kapazität der Anlage wurde im Winter mit etwa 3000 Gcal pro Stunde errechnet. Nach Odessa sollten weiter Anlagen folgen in [[Kernheizkraftwerk Charkiw|Charkiw]], [[Kernheizkraftwerk Minsk|Minsk]] und [[Kernheizkraftwerk Wolgograd|Wolgograd]].{{Ref|2}}
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Weil Kernkraftwerke in erster Linie dazu gebaut wurden um Elektrizität zu erzeugen, hatte man die Entwicklung eines neuen Turbogenerators begonnen, um in großen Kernheizkraftwerken Elektrizität und eine große Menge an Fernwärme zu erzeugen. Durch diesen neuen Turbogenerator können aus einem 1000 MW-Reaktor etwa 900 Gcal pro Stunde oder mehr erzeugt werden. In der Sowjetunion sollte dieses Konzept erstmals im [[Kernheizkraftwerk Odessa]] zum Einsatz kommen in zwei Reaktoren vom Typ WWER-1000. Jeder Reaktor soll zwei dieser Turbinen vom Typ TK-450-500/60 haben. Die Kapazität der Anlage wurde im Winter mit etwa 3000 Gcal pro Stunde errechnet. Nach Odessa sollten weitere Anlagen folgen in [[Kernheizkraftwerk Charkiw|Charkiw]], [[Kernheizkraftwerk Minsk|Minsk]] und [[Kernheizkraftwerk Wolgograd|Wolgograd]].{{Ref|2}}
  
 
Zusätzlich wurde in der Sowjetunion ein spezieller Heizreaktor vom Typ AST-500 entwickelt. Diese sollen zur Nutzung in kleinen [[Kernheizwerk]]en zum Einsatz kommen. 1983 wurde vom Politbüro angekündigt solche Heizreaktoren zu Bauen und bis zum Jahr 1990 zu Betreiben. Man begann mit dem Bau zweier AST-500 in [[Kernheizwerk Gorki|Gorki]] und [[Kernheizwerk Woronesch|Woronesch]].{{Ref|2}}
 
Zusätzlich wurde in der Sowjetunion ein spezieller Heizreaktor vom Typ AST-500 entwickelt. Diese sollen zur Nutzung in kleinen [[Kernheizwerk]]en zum Einsatz kommen. 1983 wurde vom Politbüro angekündigt solche Heizreaktoren zu Bauen und bis zum Jahr 1990 zu Betreiben. Man begann mit dem Bau zweier AST-500 in [[Kernheizwerk Gorki|Gorki]] und [[Kernheizwerk Woronesch|Woronesch]].{{Ref|2}}

Version vom 3. Februar 2012, 16:27 Uhr

Als Nukleare Fernwärme bezeichnet man Fernwärme, die aus Kernreaktoren oder gar Heizreaktoren gewonnen wird und zur Versorgung großer Fernwärmenetze dient. In wenigen Ländern, vorrangig in den ehemaligen Ostblockländern, kommen solche Anlagen bereits zum Einsatz, jedoch primär als Abfallprodukt von Reaktoren die hauptsächlich für die Elektrizitätserzeugung dienen. In der Sowjetunion wurde erstmals konkret geplant im großen Maß nukleare Fernwärme zu Erzeugen mit den Einsatz großer Kernheizkraftwerke.

Geschichte

Der Beginn der Nutzung nuklearer Fernwärme geht auf Pläne in den 1950er Jahren zurück. Schweden ist das erste Land weltweit gewesen, dass die Nutzung der nuklearen Fernwärme anstrebte. Man nahm kurze Zeit darauf das Kernkraftwerk Ågesta in Betrieb, dass den Stadtteil Farsta in Stockholm mit Fernwärme versorgte. Es befand sich von 1963 bis 1974 in Betrieb. Später hatte die Sowjetunion mit der Entwicklung und dem Bau des Heizreaktors AST-500 erstmals begonnen, im großen Umfang die Entwicklung der nuklearen Fernwärme zum Beheizen von Städten zu nutzen. Später folgte in Zusammenarbeit mit dem Westen die Volksrepublik China mit der Entwicklung des NHR-5. Dieser wurde 1989 in Betrieb genommen. Viele andere Länder nutzen ebenfalls nukleare Fernwärme. Meistens nicht aus speziellen Heizreaktoren, sondern aus ihren Kernkraftwerken. Neben der Fernwärme ist die Nutzung der Abwärme in anderen Maßstäben auch möglich. Siehe hier zu mehr Informationen im Artikel Nukleare Prozesswärme.

Deutsche Demokratische Republik

In der DDR wurde diskutiert auf lange Sicht die Braunkohlekraftwerke im Ballungsraum Halle/Leipzig durch Kernheizwerke vom Typ AST-500 zu ersetzen. Unter anderem durch die Kernheizwerke Buna, Leuna und Lippendorf.[2]

Mainarticle-yellow.svg Hauptartikel: Kernenergie in der Deutschen Demokratischen Republik

Polen

In Polen war die Nutzung von Kernheizkraftwerken angedacht wie auch die Nutzung von Kernheizwerken. Allerdings wurden diese Pläne nie realisiert. Man dachte später noch an, für Danzig Fernwärme aus dem Kernkraftwerk Zarnowiec zu beziehen. Nachdem der Bau für das Kernkraftwerk storniert wurde, hat man das Projekt auch aufgegeben.[2] Auch das zweite Kernkraftwerk nahe Klempicz sollte Fernwärme für die Stadt Posen zur Verfügung stellen, die 50 Kilometer vom Kernkraftwerk Warta entfernt liegt.

Slowakei & Tschechien

In der ehemaligen Tschechoslowakei hatte man Interesse an nuklearer Fernwärme bekundet. Man ging davon aus, dass man es ohne Kernenergie zur Erzeugung von Elektrizität wie auch zur Wärmeversorgung auf lange Zeit hinweg gesehen nicht schaffen könnte, den Wärme- und Elektrizitätsbedarf zu decken. Man hatte ein Programm vorgeschlagen, dass die Erzeugung von 41000 Terajoule Fernwärme durch Kernenergie bis zum Jahr 2000 gewährleisten sollte. Im Jahr 1981 wurde deshalb beschlossen, alle Turbogeneratoren in den Tschechoslowakischen Kernkraftwerken aufzurüsten für die Auskopplung von Fernwärme. Nach dem Beschluss wurde der Bau von kleineren Anlagen reduziert.[2]

Noch im Jahr 1981 wurden Vorkehrungen getroffen alle in Bau befindlichen Kernkraftwerke für die Auskopplung von Fernwärme aufzurüsten, unter anderem die Kernkraftwerke Bohunice V2 das die anliegende Stadt Trnava mit Fernwärme Versorgen soll, das Dukovany zur Versorgung der Stadt Brünn und das Mochovce zur Versorgung der der Gegend und der Stadt Levice. Die Turbogeneratoren in Bohunice V1 und V2 sind nicht ausgelegt um Fernwärme auskoppeln zu können. Dadurch ist die Kapazität auf 170 MWth für die Fernwärmenutzung beschränkt. Beim Kernkraftwerk Mochovce wurde die Konstruktion der Turbine noch einmal geändert, sodass ein Reaktor bis zu 230 MWth als Fernwärme zur Verfügung stellen kann. Im Kernkraftwerk Dukovany sollen für die Nutzung von Fernwärme 500 MWth bereitgestellt werden. Das Netz das gebaut werden soll, wird sich voraussichtlich in zehn Jahren wirtschaftlich rentieren.[2]

In der Tschechoslowakei hatte man vor allem viel Industrie, die Dampf benötigt. Deshalb plante man für das Südböhmische Kernkraftwerk Temelín die Auskopplung von Prozessdampf für die Stadt Budweis. Zudem ist ein Kernheizwerk mit einem AST-300 bei Ostrava-Karvina eingeplant gewesen für das Jahr 1995 und später ein weiteres für die Stadt Bratislava im Jahr 2000. Da jedoch die Leistung dieser Reaktoren auf lange Sicht zu groß ist, wurde die Entwicklung einer verkleinerten Version mit 100 bis 200 MW Heizkapazität angestrebt.[2] nach dem Zerfall der Tschechoslowakei wurde das Kernkraftwerk Temelín als einziges projektiertes Kernkraftwerk aus der tschechoslowakischen Zeit fertiggestellt und speist heute Fernwärme für die Stadt Budweis aus.

Sowjetunion und Russland

Im weltweiten Vergleich galt die Sowjetunion als führender Staat in der Entwicklung von nuklearen Fernwärmequellen. Über 55 % der erzeugten Fernwärme in der Sowjetunion wird in extra dafür gebauten Anlagen erzeugt. Die restlichen 45 % in über 250000 kleinen Kesseln, die überall im ganzen Land in den Städten stehen. Diese sind sehr unwirtschaftlich im Vergleich zu großen Anlagen, zumal dadurch der Verbrauch von Brennstoff erheblich gesteigert wird, geschweige denn die Emissionen. Aufgrund dessen wollte man den Bau von Heizwerken vermehren auf fossiler Basis und auch über längere Zeiträme auf nuklearer Basis. Um vorerst den Wärmebedarf zu decken wurde begonnen, Fernwärme aus den bestehenden Kernkraftwerken abzuleiten. Die Sowjetunion war die erste Nation die im großen Umfang Fernwärme aus Kernkraftwerken über Kraft-Wärme-Kopplung gewann. unter anderem im Kernkraftwerk Belojarsk, Kola, Kursk, Nowoworonesch, Tschernobyl und anderen Kernkraftwerken im Land.[2]

Die Kapazität die diese Kernkraftwerke decken konnten lag zwischen 30 und 200 Gigakalorie (Gcal) pro Stunde. Genutzt wurde es meist zur Versorgung von ansässigen Industrien, zur Versorgung der Stadt in der das Kernkraftwerk steht, für Gebäude die zum Bau des Kernkraftwerks benötigt werden und noch für ähnliche Zwecke. Ausgespeist wird es in Form von heißen Wasser. Prozessdampf wird nur in kleinen Mengen erzeugt. Für die Auskopplung von Fernwärme müssen allerdings die Turbogeneratoren ausgetauscht werden. Für den WWER-440 wurde die Turbine vom Typ K-220-44 entwickelt, die etwa 25 Gcal pro Stunde ableiten kann und für den WWER-1000 die Turbine vom Typ K-1000-60/1500 mit einer Fernwärmeproduktion von etwa 200 Gcal pro Stunde. Die Förderkapazität kann durch das Vorwärmen des Wassers weiter gesteigert werden. Ein weiterer neuer Turbogenerator mit einer Wärmekapazität von 500 Gcal pro Stunde wurde ebenfalls entwickelt und kommt erstmals im zweiten Block des Kernkraftwerks Rostow zum Einsatz.[2]

Weil Kernkraftwerke in erster Linie dazu gebaut wurden um Elektrizität zu erzeugen, hatte man die Entwicklung eines neuen Turbogenerators begonnen, um in großen Kernheizkraftwerken Elektrizität und eine große Menge an Fernwärme zu erzeugen. Durch diesen neuen Turbogenerator können aus einem 1000 MW-Reaktor etwa 900 Gcal pro Stunde oder mehr erzeugt werden. In der Sowjetunion sollte dieses Konzept erstmals im Kernheizkraftwerk Odessa zum Einsatz kommen in zwei Reaktoren vom Typ WWER-1000. Jeder Reaktor soll zwei dieser Turbinen vom Typ TK-450-500/60 haben. Die Kapazität der Anlage wurde im Winter mit etwa 3000 Gcal pro Stunde errechnet. Nach Odessa sollten weitere Anlagen folgen in Charkiw, Minsk und Wolgograd.[2]

Zusätzlich wurde in der Sowjetunion ein spezieller Heizreaktor vom Typ AST-500 entwickelt. Diese sollen zur Nutzung in kleinen Kernheizwerken zum Einsatz kommen. 1983 wurde vom Politbüro angekündigt solche Heizreaktoren zu Bauen und bis zum Jahr 1990 zu Betreiben. Man begann mit dem Bau zweier AST-500 in Gorki und Woronesch.[2]

Heute wird in Russland weiterhin die Fernwärme aus den bestehenden Kernkraftwerken bezogen. Keiner der Heizreaktoren wurde jemals in Betrieb genommen. Gleiches gilt für die Kernheizkraftwerke, die nach der Katastrophe von Tschernobyl storniert wurden.

Einzelnachweise

Siehe auch

Icon NuclearPowerPlant-green.svg Portal Kernkraftwerk