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Kernkraftwerk Isfahan

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Kernkraftwerk Isfahan
Standort
Land Flag of Iran.svg Iran
Provinz Isfahan
Ort Isfahan
Koordinaten 32° 48′ 10″ N, 51° 28′ 53″ OTerra globe icon light.png 32° 48′ 10″ N, 51° 28′ 53″ O
Reaktordaten
Eigentümer Atomic Energy Organization of Iran
Betreiber Atomic Energy Organization of Iran
Pläne storniert 2 (2606 MW)
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Die Quellen für diese Angaben sind in der Zusatzinformation einsehbar.

Das Kernkraftwerk Isfahan sollte nahe der Stadt Isfahan in der iranischen Provinz Markazi entstehen. Es sollte das vierte Kernkraftwerk des Landes werden. Die Lieferung des Werkes war im Rahmen eines Abkommens mit der Kraftwerk Union AG als Folgeauftrag zum Kernkraftwerk Buschehr am Rande beschlossen worden. Die Islamische Revolution machte das Projekt nach 1979 nahezu nicht umsetzbar, weswegen sich die Kraftwerk Union infolgedessen aus dem Iran zurückzog.

Geschichte

Im Jahr 1977 legte der Iran zwei neue Standorte für Kernkraftwerke offen, die nach Wunsch des Irans mit Reaktoren der Kraftwerk Union ausgestattet werden sollten. Es handelte sich um die Standorte Isfahan, der als erstes realisiert werden sollte für das dritte Kernkraftwerk, sowie Saveh südlich der Hauptstadt Teheran, das nach Isfahan folgen sollte. Beide Kernkraftwerke sollten allerdings innerhalb eines Vertrags bestellt werden mit einem Gesamtwert von 20 Milliarden deutsche Mark. Noch 1977 begann der Iran mit den Vorarbeiten am Standort Isfahan, da das Kernkraftwerk bereits 1984 in Betrieb gehen sollte,[1] der zweite Block 1985.[2] Der Auftrag für die Lieferung dieser Blöcke war der bisher größte Auftrag, der jemals in der internationalen Atomwirtschaft unterzeichnet werden würde, sowohl vom Wert, als auch von der Lieferleistung, 4800 MW.[3] Die Verhandlungen über den Bau der Blöcke begannen im April 1978.[4] Allerdings verzögerte sich die Unterzeichnung, da erst einige Vorverträge mit dem Iran unterzeichnet werden sollten. Die Unterzeichnung war für 1979 geplant gewesen.[5] Nach dem Ausbruch der Islamischen Revolution 1979 zog sich die Kraftwerk Union AG von der Baustelle am Kernkraftwerk Buschehr zurück und unternahm keine weiteren Verhandlungen mit dem Iran über den Bau des Kernkraftwerks Isfahan. Die Stornierung von Isfahan erfolgte allerdings bereits vor Buschehr im Januar 1979.[6]

Standortdetails

Der Standort befindet sich mitten in der Wüste ohne etwaige Wasserquellen sowie in einer Erdbebenregion.[2]

Technische Details

Die Blöcke sollten baugleich mit den Reaktoren in Saveh werden. Aufgrund der Erdbebengefahr sollten die Blöcke in modifizierter Variante errichtet werden, wie sie in Buschehr zum Einsatz kommen, um besser gegen Erdbeben ausgelegt zu sein. Aufgrund des Fehlens von Wasser sollten die Blöcke mit je zwei Trockenkühltürmen gekühlt werden, von denen jeder Turm einen Basisdurchmesser von 170 Meter haben sollte bei einer Höhe von 260 Metern.[2]

Daten der Reaktorblöcke

Das Kernkraftwerk Isfahan sollte aus zwei Blöcke bestehen, deren Planungen storniert wurden.

Reaktorblock[7] Reaktortyp Leistung Baubeginn Netzsyn-
chronisation
Kommer-
zieller Betrieb
Stilllegung
Typ Baulinie Netto Brutto
Isfahan-1 (Iran-5)[6] DWR KWU DWR-1300 MWe 1237 MW 1303 MW Planungen am 01.01.1979 storniert
Isfahan-2 (Iran-6)[6] DWR KWU DWR-1300 MWe 1237 MW 1303 MW Planungen am 01.01.1979 storniert

Einzelnachweise

  1. The Electrical Review, Band 201,Ausgaben 18-24. Electrical Review, Limited, 1977. Seite 47.
  2. a b c American Nuclear Society: Nuclear News, Band 20,Teil 2. American Nuclear Society, 1977. Seite 62.
  3. German International, Band 21. Heinz Möller-Verlag, 1977. Seite 484.
  4. Europa Publications Limited: The Middle East and North Africa, Band 25. Europa Publications, 1978. ISBN 0905118235. Seite 347.
  5. Kerntechnische Gesellschaft im Deutschen Atomforum: Atomwirtschaft, Atomtechnik, Band 23. Handelsblatt GmbH, 1978. Seite 496.
  6. a b c Editions Technip: Guide international de l'énergie nucléaire. Editions TECHNIP, 1987. ISBN 2710805324. Seite 377.
  7. Power Reactor Information System der IAEA: „Iran, Islamic Republic of“ (englisch)

Siehe auch