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Kernkraftwerk Olkiluoto

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Kernkraftwerk Olkiluoto
Fotomontage des Kernkraftwerks
Fotomontage des Kernkraftwerks
Standort
Land Flag of Finland.svg Finnland
Landschaft Satakunta
Ort Eurajoki
Koordinaten 61° 14′ 19″ N, 21° 26′ 26″ OTerra globe icon light.png 61° 14′ 19″ N, 21° 26′ 26″ O
Reaktordaten
Eigentümer Teollisuuden Voima Oy
Betreiber Teollisuuden Voima Oy
Vertragsjahr 1973
Betriebsaufnahme 1978
Im Bau 1 (1720 MW)
Im Betrieb 2 (1820 MW)
Einspeisung
Eingespeiste Energie im Jahr 2010 14144 GWh
Eingespeiste Energie seit 1978 381122 GWh
Stand der Daten 8. September 2011
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Die Quellen für diese Angaben sind in der Zusatzinformation einsehbar.

Das Kernkraftwerk Olkiluoto (finnisch Olkiluodon ydinvoimalaitos) ist eines von zwei Kernkraftwerken in Finnland, gelegen auf der Halbinsel Olkiluoto am Bottnischen Meerbusen. Bekanntheit erlangte die Anlage besonders durch den dritten Block, der den ersten Kernkraftwerksneubau in Europa im 21. Jahrhundert und nach rund 10 Jahren Stagnation (die letzte Anlage die in Bau ging war 1991 Block zwei des Kernkraftwerks Civaux in Frankreich) darstellte. Direkt neben dem Kernkraftwerk befindet sich das Endlager Olkiluoto.

Geschichte

Im Jahr 1969 wurde das Gemeinschaftsunternehmen Teollisuuden Voima Oy (zu Deutsch Industrielles Energieversorgungsunternehmen) durch den Zusammenschluss von 16 Industriebetrieben und Energieversorgern Finnlands gegründet, dass die Absicht des Baus eines Gemeinschaftskernkraftwerk für die beteiligten Unternehmen hatte,[1] sowie weiterer Großkraftwerke in der Zukunft.[2] Man erörterte den Bau eines 700 MW starken Reaktorblocks am See Päijänne in Südfinnland.[1] Im Jahre 1970 wurde dieser Standort jedoch nicht weiter erörtert und ein Gelände nahe Rauma in Südwestfinnland auf der Halbinsel Olkiluoto vorgezogen.[2] Im Jahr 1972 wurde mit der Standorterkundung seitens Teollisuuden Voima Oy in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten begonnen. Anders als in Loviisa sollten die etwaigen Auswirkungen des Anlagenbetriebs vor, während und nach dem Bau und Betriebsaufnahme des Werkes begutachtet werden um einen Vergleich zu ziehen.[3] Im Mai 1973 verkaufte der Staat Finnland das Land an Teollisuuden Voima Oy[4] und legte per Ministerbeschluss des Industrie- und Handelsministeriums 1974 neben Loviisa und Kopparnäs auch Olkiluoto endgültig als Kernkraftwerksstandort fest.[5]

Block 1 & 2

Anders als das bereits bestellte Werk für Loviisa wollte man für Olkiluoto nicht auf ein sowjetisches Design zurückgreifen, das seitens des staatlichen Energieversorgers Imatran Voima Oy favorisiert wurde, sondern auf ein westeuropäisches Design, vornehmlich einen Siedewasserreaktor von ASEA-Atom aus Schweden oder einem Dampf erzeugenden Schwerwasserreaktor der Nuclear Power Group aus dem Vereinigten Königreich, der bereits vor der Entscheidung für sowjetische Technik als Alternativlösung infrage kam.[1] Bereits 1972 nahm man mit ASEA-Atom intensive Verhandlungen über den Bau eines 660 MW starken Reaktors auf, der von der neuesten Generation sein sollte, wie sie zu dieser Zeit für das Kernkraftwerk Forsmark (Block eins und zwei) in Schweden vorgesehen waren.[2] Im Mai 1973 bestellte das Unternehmen den Reaktor bei ASEA-Atom, der voraussichtlich 270 Millionen Dollar kosten sollte. Das Werk selbst sollte schlüsselfertig errichtet werden. Seitens der Regierung sollte das Projekt nur genehmigt werden, wenn staatliche Firmen mindestens einen 40-prozentigen Anteil an dem Festkapital von Teollisuuden Voima Oy halten werden. Deshalb beteiligten sich zwei staatliche Versorger an dem Unternehmen.[4] Obwohl noch keine Baugenehmigung für die Anlage vorlag, war sich Teollisuuden Voima Oy sicher, dass die Anlage genehmigt werden würde, weshalb bereits im August 1973 mit den Vorarbeiten am Standort begonnen wurde.[5] Der Brennstoff des Reaktors, das heißt der Erstkern und zwei Nachladungen, wurde zur Anreicherung in der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken in Auftrag gegeben.[6]

Etwa zur gleichen Zeit entstand erstmals eine kleine Anti-Atomkraftbewegung in Finnland, die insbesondere durch die Jugendorganisationen der schwedischen Volkspartei (SFP) einen gewissen Schub verliehen bekam. Die Partei selbst stand jedoch der Kernenergienutzung nicht negativ gegenüber, im Gegenteil: Im Rahmen des Ministerbeschlusses im Jahr 1974 bestellte das Industrie- und Handelsministerium neben dem ersten Block einen zweiten, baugleichen Reaktor für Teollisuuden Voima Oy bei ASEA-Atom.[5] Der Auftrag ging am 30. September 1974 bei ASEA-Atom ein.[7] Der Sinn dahinter war, dass der Mindeststrombedarf durch Loviisa und Olkiluoto gedeckt werden sollte, die Anlage in Kopparnäs hingegen sollte nur so groß errichtet werden, wie der Bedarf in den nächsten Jahren ansteigen würde. Zielsetzung war es, so von Stromimporten aus Schweden und der Sowjetunion unabhängiger zu werden.[5]

Bau

Am ersten Februar 1974 ging der erste Block in Bau, Block zwei am ersten November 1975.[8] Die Sicherheitsventile für die Anlage wurden im gleichen Jahr bei der Firma Sulzer bestellt. Die Ventile sind vom neuen Typ Sulzer AV-5.[9] Die gleichen Ventile wurden für den zweiten Block bestellt.[10] Im Jahr 1976 konnte im ersten Block der Reaktordruckbehälter eingehoben werden.[11] Im Jahre 1976 und 1977 wurden die Transformatoren der Anlage bei der Firma Strömberg bei Helsinki gefertigt und hatten eine Leistung von 800 Megavoltampere und arbeiteten mit 415/20 kV Spannung. Jeder einzelne Transformator wog 560 Tonnen.[12] Obwohl die Bauarbeiten nach Plan verliefen gab es teilweise Kostenüberschreitungen beim Bau, was Teollisuuden Voima Oy versuchte herunterzuspielen. Da sich die Kernenergiegegner im Land weiter formierten, und sich bei Umfragen die Hälfte der Finnen gegen die Kernenergienutzung aussprach, brachten diese Mehrkosten Brisanz in das Thema.[13]

Betrieb

Block eins und zwei des Werkes im Jahr 2009

Im Jahre 1972 erwartete man, dass der erste Block bis 1978 den Betrieb aufnehmen würde,[2] der 1974 bestellte zweite Block sollte nach dem Vertrag im Jahr 1982 Elektrizität in das Netz speisen.[5] Ganz nach Zeitplan nahm am zweiten September 1978 der erste Block den Betrieb auf.[8] Im Probebetrieb offenbarten sich jedoch Sicherheitsprobleme, die durch die Kritiker hochgespielt wurden.[13] Nachdem der zweite Block am ersten Oktober 1979 erstmals mit Brennstoff bestückt wurde und am 13. Oktober die Kritikalität erreichte, konnte im Dezember erstmals Dampf zur Turbine gespeist werden. Allerdings lag der Feuchtigkeitsgrad aufgrund eines Herstellungsfehlers an einem der Läufer zu hoch, weshalb dieser nach Schweden zurückgeschickt und gegen einen anderen getauscht wurde.[14] Am zehnten Oktober 1979 konnte der erste Block in den kommerziellen Betrieb gehen[8] und am 12. Oktober dem Betreiber übergeben werden.[15] Der zweite Block wurde am 18. Februar 1980 erstmals mit dem Stromnetz synchronisiert und am zehnten Juli 1982 in den kommerziellen Betrieb überführt.[8] Anders als es in anderen europäischen Ländern der Fall ist gilt die Betriebslizenz für einen Kernkraftwerksblock in Finnland nur für zehn Jahre, begonnen ab dem Zeitpunkt der ersten Kritikalität. Nach diesem zehnjährigen Zeitraum muss eine umfassende Sicherheitsanalyse des entsprechenden Blocks erfolgen. Auf deren Basis wird dann für weitere zehn Jahre eine Betriebslizenz ausgesprochen, sofern die Anforderungen erfüllt werden.[16]

Im Januar 1985 erlaubte das Zentrum für Strahlen- und radioaktive Sicherheit eine thermische Leistungserhöhung von 2000 MW auf 2160 MW. Hierdurch erhöhte sich die Bruttoleistung von den standardmäßigen 683 MW auf 735 MW und die Nettoleistung von 660 MW auf 710 MW.[17] Das ASEA-Atom Reaktordesign hat es standardmäßig an sich, dass die Leistung für geringe Kosten leicht erhöht werden kann. In weiteren Schritten würden Modifizierungen an den Turbinen und dem Brennstoff weitere Leistungserhöhungen bis auf über 130 % der standardmäßigen Nennleistung bringen.[18] Im Jahre 1987 wurde tatsächlich neuer Brennstoff in Olkiluoto erstmals mit einer Gitterung von 9×9 Brennstäben eingesetzt, wodurch der Abbrand um 33 Megawatttage pro Kilo Uran erhöht werden sollte.[19] Im gleichen Jahr kam es im ersten Block zu einem Leck im Primärsystem, bei dem mehrere Liter schwach radioaktives Wasser austraten. Das Problem wurde erst zwei Wochen nach dem Auftreten durch Teollisuuden Voima Oy bekannt gegeben. Das Unternehmen begründete die späte Informierung der Öffentlichkeit damit, dass das Wasser nur leicht radioaktiv gewesen sei und es zudem vollständig aufgefangen werden konnte.[20] Im Jahre 1989 wurde zur Modernisierung und Nachrüstung der beiden Blöcke die deutsche Kraftwerk Union AG beauftragt. Die Nachrüstung betrifft insbesondere ein gefiltertes Entlüftungssystem (neudeutsch als Ventingsystem bezeichnet) für das Containment beider Blöcke.[21] Bis zum Jahr 1989 konnten die beiden Blöcke eine Verfügbarkeit von 90 % erreichen und stellten die baugleichen Anlagen in Schweden weit in den Schatten.[22]

Im Jahre 1990 wurde bei einem Arbeiter im Bindehautsack des Auges während einer routinemäßigen Untersuchung ein 150 Micrometer großer Partikel gefunden, der aus verschiedenen radioaktiven Stoffen bestand und eine Gesamtaktivität von 19,4 Kilobecquerel aufwies. Aufgrund der Zusammensetzung des Partikels ging man davon aus, dass dieser aus einem Brennelement stammte, woher genau blieb jedoch unbekannt. Man wusste allerdings nicht, wie lange der Partikel in der Bindehaut der Person lag, Schätzungen ergaben auf der Basis von Ermittlungen, dass dieser nicht länger als vier Stunden dort unbemerkt blieb. Demnach habe der Partikel über diese vier Stunden eine Fläche von 1,4 Quadratmillimeter dauerhaft bestrahlt und einer effektiven Dosis von einem Sievert (Organdosis) ausgesetzt. Die ärztliche Überwachung ergab jedoch keine sichtbaren Schäden durch die Strahlung.[23]

Am zwölften April 1991 kam es zu einem größeren Zwischenfall im zweiten Block, als es durch Messarbeiten an einem Transformator zu einem Schwelbrand im 6,6 kV-Schaltanlagengebäude in einem Schaltschrank kam, verursacht durch einen Lichtbogen mit Erdschluss des Messgerätes im Schaltschrank des 400 kV-Netzes. Innerhalb des Raumes sprang das Feuer auf drei weitere Schaltschränke des 400 und 110 kV-Systems über. Als direkte Folge schaltete sich die Anbindung an das externe 400 kV-Netz und 110 kV-Netz ab, sodass der Block 7,5 Stunden vollständig ohne externe Stromversorgung war. Die Dieselgeneratoren sicherten die interne Stromversorgung planmäßig ab. Einer der Gründe für den vollständigen Verlust der externen Stromversorgung lag in der Konstruktion der Schränke. Da die Automatik aus dem Kontrollraum nicht mehr auf die Schaltschränke ansprach, hätte eine manuelle Abschaltung der vier redundanten 400 kV-Leitungen geschehen müssen. Jedoch waren die Schalter hierfür in den betroffenen brennenden Schränken, weshalb in der Folge das gesamte System über den Hauptschalter abgeschaltet werden musste. Das gleiche Problem lag im 110 kV-System vor. Die drei treffendsten Kritikpunkte der Aufsichtsbehörde waren die schlechte bauliche Trennung bezüglich des Feuerschutzes, die schlechte bauliche Trennung im Bezug auf die Schalter und die schlechte Konfiguration des Systems, dass ein punktuelles Abschalten der elektrischen Stränge ermöglichen sollte. Der direkte Auslöser hierfür war jedoch ein defekter Prüfstecker am Messgerät, der bereits bei einer routinemäßigen Wartung von 1990 diverse Schäden aufwies, jedoch nicht ausgetauscht wurde. Durch regelmäßige Überhitzung des Steckers aufgrund von großen Strömen durch die Leitungen kam es zu einer Belastung des Kabels, Versprödung und Ionisierung des Leiters.[24]

Als direkte Folge wurde das gesamte Prüfverfahren verändert. Die beschädigten Schaltschränke wurden gegen neue ausgetauscht die ein fest installiertes CO2-Löschsystem besitzen, sowie eine bessere bauliche Trennung zum Feuerschutz. Das elektrische System außerhalb der Anlage wurde um ein zweites, redundantes System erweitert, betreffend das 110 kV-System sowie das 400 kV-System. Um die Syteme gegenseitig zu stützen wurde ein Transformator eingebaut und eine direkte Verbindung zwischen den Systemen geschaffen.[24] Zwischen 1994 und 1996 wurden neue Turbogeneratoren mit einer Scheinleistung von 905 Megavoltampere bei Asea Brown Boverie bestellt. Die Kosten hierfür lagen bei 33 Millionen Dollar. Neben den neuen Generatoren wurde ein Angebot unterbreitet für die Überholung der drei Rotoren der Turbine, sowie ein Tausch der Statoren.[25] Dieses Angebot nahm Teollisuuden Voima Oy an und Asea Brown Boverie bekam einen dreijährigen Wartungsauftrag mit Überholung des Turbinensystems. Die Turbine mit einem Hochdruckläufer und drei Niederdruckläufern wurde durch eine neue mit einem Hochdruckläufer und vier Niederdruckläufer ersetzt. Das direkte Ergebnis war eine Effizeinzsteigerung der Turbine, womit beide Anlagen bei den bisherigen 107 % Leistung die sie gefahren hatten eine Nettoleistung von 775 MW und 790 MW brutto erreichen. Da das Schluckvermögen der Turbine durch den weiteren Läufer erhöht wurde, sollte die Anlage in einer weiteren Überholung im Jahre 1998 mit 115 % Leistung fahren,[26] was eine Erhöhung der Nettoleistung auf 840 MW und der Bruttoleistung auf 870 MW nach sich zog.[27]

Die Gesamtverfügbarkeit des Werkes seit Inbetriebnahme stieg bis 1998 auf 94 % an und erreichte einen zu dieser Zeit von Kernreaktoren ungeschlagenen Verfügbarkeitsrekord. Hinsichtlich der radioaktiven Dosis die das Personal in dem Werk ausgesetzt ist erreichten die Angestellten die geringsten Dosen von Kernkraftwerksarbeitern in ganz Europa.[27] Zum Jahrhundertwechsel 1999/2000 gab es in Russland sowie Finnland ernsthafte Bedenken, ob die Kernkraftwerke diese Umstellung verkraften könnten, oder es aufgrund dessen zu Problemen kommen könnte. Nachdem ein Test für das Kernkraftwerk Leningrad keine Probleme für die Datumsumstellung offenbarte, war es für die beiden Reaktoren in Olkiluoto nicht sicher. Teollisuuden Voima Oy hielt sich jede Option offen und erwog im Zweifelsfall die Reaktoren zur Jahreswende abzuschalten. Obwohl nahezu alle Kernkraftwerke weltweit etwaige Jahr 2000 Tests bestanden hatten gab es nur Probleme bei der Software des US-Herstellers General Electric, der vornehmlich Siedewasserreaktoren vermarktet und keine für das Jahr 2000 gerüstete Systeme besaß.[28]

Zwischen 2005 und 2006 wurde die bereits 1999 ausgearbeitete Turbineninselmodernisierung (kurz als TIMO-Projekt bezeichnet) in beiden Blöcken vorgenommen, dass folgende drei Ausbauschritte zusammenfasste:[29]

  • Austausch der einphasigen Überhitzer, Ersatz durch zweiphasige Überhitzer, inkl. die erforderlichen Modifikationen an der Hochdruckturbine
  • Modernisierung der 6,6 kV-Schaltanlage
  • Modernisierung und Modifizierung der Turbinenautomatik

Das primäre Ziel war, durch eine Leistungssteigerung die Kraftwerkseffizienz zu erhöhen und gleichzeitig die Standzeit der Komponenten zu verlängern. Die Entscheidung zur Modernisierung der Turbineninsel fiel zusammen mit der Entscheidung am 31. Mai 2002, beide Blöcke im Turbinensystem auf das Prozessrechnersystem Teleperm XP von Siemens umzustellen. Während der routinemäßigen Wartung von Block zwei ab dem 9. Mai 2005 wurde die Umrüstung begonnen. Innerhalb von 21 Tagen wurde das gesamte Turbinensystem im Einklang mit dem TIMO-Projekt umgerüstet mit einer anschließenden Erprobung unter voller Generatorleistung ohne Last. In Block eins wurden die Modifikationen im Mai 2006 vorgenommen.[29] Hierdurch konnte die Bruttoleistung in beiden Blöcken von 870 MW auf 890 MW angehoben werden, die Nettoleistung auf 860 MW.[30] Bereits 2007 einigte man sich auf ein weiteres Modernisierungsprojekt mit Änderungen des Instrumentierungs- und Kontrollsystems, Austausch der Niederdruckturbinen sowie der Einbau eines neuen Generators in Block eins. Das ausführende Unternehmen war dieses mal Alstom und sollte die Änderungen zwischen 2010 und 2011 vornehmen. Für Block zwei lief bereits ein Vertrag zum Austausch des Generators im Jahre 2009.[31]

Noch im Jahr 2009 gab es Planungen zwischen Block eins und zwei einen neuen Verbindungsgang zu schaffen, im Rahmen des Baus eines neuen Wartungsgebäudes zwischen den beiden Blöcken. Solch ein Gebäude existiert bereits, das jedoch nur während der Wartung der Blöcke verwendet wurde, um wichtige Bauteile zu dekontaminierten und in den anderen Block zu schaffen. Eine direkte Verbindung gab es bisher nicht. Das neue Gebäude soll dazu dienen ohne Verlassen das Kontrollbereichs verschiedene Wartungsgeräte sowie Personal von einem Block in den anderen zu bringen. In Olkiluoto hatte man beim Bau auf solch ein Gebäude verzichtet, während die baugleichen Anlagen in Forsmark diese von Beginn an hatten. Das Gebäude soll als zentraler Eingang zu beiden Blöcken dienen und etwa 3200 Quadratmeter groß werden und eine dauerhafte Beschäftigung für 90 Personen bieten, sowie Umkleideräume für 1250 Männer und 300 Frauen. Weiter soll in dem Gebäude eine neue Kantine untergebracht werden die 100 Personen gleichzeitig versorgen kann. Im Rahmen des Baus dieses Gebäudes soll die Feuerwache um 4100 Quadratmeter erweitert werden.[32]

Im Mai 2010 wurden die Arbeiten zur Überholung der Turbine im ersten Block abgeschlossen, im zweiten Block im Juni 2010. Die Wartung wurde als die bisher umfangreichste bezeichnet, die an den beiden Blöcken jemals vorgenommen wurde. Beide Blöcke erreichen durch die Verbesserung 20 MW mehr Leistung,[33] weshalb die Bruttoleistung nun bei 910 MW und die Nettoleistung bei 880 MW liegt.[8] Am 15. August 2014 gab Westinghouse Electric Sweden AB bekannt, dass Teollisuuden Voima Oy für 40 Millionen Euro zwölf neue fortschrittliche Umwälzumpen für die beiden Blöcke, sechs je Rektor, bestellt habe. Einerseits wolle man den Stand der Technik im Werk haben, andererseits erlaubt der Tausch der Pumpen weitere Leistungserhöhungen an den Blöcken. Die Pumpen sollen nach Plan zwischen 2016 und 2018 eingebaut werden.[34]

Stilllegung

Nach einer Standzeit von 60 Jahren soll der erste Block 2039 und der zweite 2042 vom Netz gehen.[35]

Block 3

Nachdem im geplanten Kernkraftwerk Kopparnäs ein 1000 MW starker Reaktor errichtet werden sollte, sollten dort später zwei weitere 1000 MW starke Blöcke errichtet werden. Als Alternativstandort kam Olkiluoto in Frage.[36]

Im Jahr 1978 wurden die Planungen für einen dritten Block in Olkiluoto näher betrachtet. Allerdings käme nur ein Druckwasserreaktor infrage, da sich dieser Reakortyp anscheinend international durchsetzte, und für die Ausspeisung von Fernwärme im großen Stil besser geeignet schien. Die Anlage sollte bis zu 1000 MW erreichen.[37] Die Pläne blieben jedoch aufgrund des zurückgegangenen Engagements der Politik und des größeren Widerstandes auf der Strecke. Nach der Katastrophe von Tschernobyl wurden etwaige Neubaupläne in naher Zukunft als unrealistisch gesehen.[38] Erst 1991 wurde ein Neubau als Option gesehen, nachdem das Land mehr und mehr von Stromimporten aus der Sowjetunion abhängig wurde. Nach Plan sollte ein neuer Block entweder in Loviisa oder Olkiluoto entstehen.[39] Die Leistung des Reaktors sollte zwischen 1000 und 1400 MW liegen. Angebote für das Werk gab es durch Schweden (1 × ASEA-Atom BWR-90), der Sowjetunion (1 × WWER-1000/466 als AES-91/99), Deutschland (1 × Konvoi '95) und Frankreich (1 × N4+).[40] Der Plan sah vor, dass bei einer Entscheidung für einen Siedewasserreaktor die Anlage in Olkiluoto entstehen sollte, bei einem Druckwasserreaktor in Loviisa. Dies hängt mit den Betriebserfahrungen des Personals vor Ort mit den entsprechenden Reaktortypen zusammen. Der Block sollte bis 2000 am Netz sein.[41] Aus der Sicht Finnlands war ein fünfter Kernreaktor im Land für die Deckung des zukünftigen Energiebedarfs unerlässlich.[42] Die Ausschreibung endete jedoch in den 1990ern ohne Ergebnis oder Auftragsvergabe.

Im Juni 1998 begann man einen neuen Anlauf indem man den Bericht der Umweltverträglichkeitsprüfung dem Ministerium für Handel und Industrie übergab, in dem man auch Loviisa als Standort berücksichtigte.[43] Erst ab dem Jahr 2000 gab es durch Teollisuuden Voima Oy einen Antrag für einen fünften finnischen Reaktor bei der staatlichen Aufsichtsbehörde, der eine Leistung zwischen 1000 und 1600 MW haben sollte, je nachdem welches Design gewählt würde. Die Kosten des Werkes selbst sollten bei rund zwei Milliarden Dollar oder höher liegen. In einer Abstimmung am 25. Mai 2002 stimmten 107 Parlamentarier für den Ausbau des Werkes, 92 Parlamentarier dagegen, womit der Bauvorschlag angenommen war.[44] Europaweit führte diese Entscheidung bei den Grünen Parteien zu Unmut, da ein nicht geringer Teil der Stimmen für das Projekt von Politikern aus grünen Parteien kamen.[45] Die finnische Bevölkerung stand jedoch mehrheitlich hinter dem kernenergiefreundlichen Kurs der Regierung.[46] Seitens Teollisuuden Voima Oy, die neben Kernkraftwerken auch konventionelle Kraftwerke besitzt, gab es mehrere Gründe sich für ein Kernkraftwerk zu entscheiden: Die günstigen Erzeugungskosten, die Versorgungssicherheit des Kraftwerks und Umweltbedenken wie CO2-Ausstoß. Es zeigte sich, dass ein Kernkraftwerk unter diesen Gesichtspunkten die preisgünstigste Alternative ist, obwohl die Kapitalkosten beim Bau etwa dreimal höher sind als bei Gaskraftwerken.[47]

Die Abstimmung ermöglichte Teollisuuden Voima Oy die Bieter (Areva, Atomstroiexport, General Electric und Westinghouse) zur Abgabe ihrer Angebote für die vorgesehenen Rektordesigns (ABWR, BWR '90+, SWR1000, AP1000, EPR und WWER-1000) aufzufordern.[48] Am 19. Dezember 2003[43] wurde der EPR von Areva als Reaktordesign für den neuen Block gewählt, der nach einer Entscheidung im November in Olkiluoto errichtet werden sollte.[49] Zu Beginn des Jahres 2004 erwartete man die Baulizenz für den Reaktor.[50] Die Kosten für das Werk wurden zu diesem Zeitpunkt auf etwa drei Milliarden Euro geschätzt.[51] Mit den Erschließungsarbeiten wurde noch im Dezember 2003 begonnen.[52] Diese Arbeiten umfassten unter anderem das Entfernen von Waldflächen und der Bau der benötigten Zufahrtsstraßen. Für diese Arbeiten wurde UMP Forest beauftragt, die insgesamt 15 Hektar am Standort des Blocks abgeholzte, sowie eine Fläche von 20 Hektar für den Aushub aus der Baugrube. Die Straßen wurden durch das Unternehmen Jalonen-Yhtiöt errichtet. Am 28. Januar 2004 wurde das Unternehmen Maanrakennusliike E. Hartikainen Oy für den Aushub der Baugrube beauftragt, womit das Unternehmen Mitte Februar 2004 begann. Bis Jahresende wurden diese Arbeiten im Bereich des Blocks weitestgehend abgeschlossen und rund 500.000 Kubikmeter Erdreich abgefahren. Ebenfalls waren die Kühlwassertunnel bereits vollendet worden. Am 1. Februar 2005 wurde das fertige Baugelände an Areva übergeben um den Bau des Kernkraftwerks zu beginnen. Im Rahmen dessen vergab Areva die Bauaufträge für den Block. Für den Bau des Reaktorgebäudes, sowie der Hilfsanlagengebäude und des Brennstofflagergebäudes wurde die französische Firma Bouygues Travaux Publics, sowie mehrere finnische Subunternehmen beauftragt. Für den Bau des Maschinenhauses wurde die deutsche Firma Heitkamp GmbH beauftragt. Der Beton für die gesamte Baustelle kam von einem Betonwerk der Firma Forssan Betonituote Oy, das in direkter Nachbarschaft des Blocks ein eigenes Betonwerk errichtete. Hartela Oy wurde für den Guss des Fundaments beauftragt.[43]

Bau

Die Baustelle von Block drei im Jahr 2009

Ehemals sah Teollisuuden Voima Oy vor den Bau des Blocks zwischen dem Jahr 2003 und 2004 zu beginnen.[53] Mit dem Bau wurde schließlich am zwölften August 2005 begonnen.[8] Der Vertrag sieht eine schlüsselfertige Errichtung vor.[54] Die finnische Aufsichtsbehörde Säteilyturvakeskus (kurz STUK) stellte jedoch bereits im Jahr 2005 Unregelmäßigkeiten und Probleme hinsichtlich der Sicherheitssysteme des Designs fest, die bereits im ersten vollem Jahr zu einer Verzögerung der Bauarbeiten von 18 Monaten führte,[55] Während des Gusses der Fundamente gab es einige Probleme mit den Beton, darunter eine unregelmäßige Zusammenstellung des Betons, sowie das Durchfallen mehrerer Betonproben, wie seitens Areva und Hartela Oy festgestellt wurde. Areva unterbrach daher am 24. Januar 2006 zunächst den Betrieb des Betonwerks, der aber am 30. Januar wieder aufgenommen werden konnten. Am 6. Februar wurden die Arbeiten wegen weiterer Probleme beim Beton erneut unterbrochen. Um die Probleme zu beheben entwickelte Areva einige Korrekturen, um diese kurz- und langfristig zu beheben, was seitens der STUK so auch genehmigt wurde. Nach einer Inspektion durch Teollisuuden Voima Oy, STUK und Areva wurden die Arbeiten nach Implementierung der kurzfristigen Maßnahmen am 15. März 2006 wieder aufgenommen.[43]

Im Januar 2007 lag der Verzug bereits bei 19 Monaten. Neben diesen Problemen kam hinzu, dass der Beton nach Prüfungen durch die Aufsichtsbehörde STUK für das Fundament des Werkes einen höheren Wassergehalt aufwies als er sollte. Zwar stand außer Frage, dass der Beton mit diesem Wassergehalt die Sicherheit des Werkes nicht beeinflussen würde, jedoch forderte die Behörde einen Stopp der Gussarbeiten am Fundament. Ein weiteres Problem war die verzögerte Lieferung des Druckhalters, der aufgrund minderer Qualität neu gegossen werden musste. Ein ähnliches Problem betraf einige Schmiedestücke von drei der vier Primärkreise des Reaktors. Nach der Aussage von Beobachtern sind diese Probleme damit zu begründen, dass viele Jahre hinweg in Europa kaum Kernkraftwerkskomponenten gefertigt wurden und erst wieder durch den Bau des Blocks langsam aber sicher das Know-How zurückkehrt. Teollisuuden Voima Oy hingegen gab ein Statement zu diesen Problemen ab und gab bekannt, dass der Konzern mit dem Zeitplan überhaupt nicht zufrieden sei. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 1000 Arbeiter auf dem Baustellengelände.[56]

Im September kam es zu einem Unfall auf der Baustelle als eine Person an der Turbineninsel des Blocks acht Meter in die Tiefe fiel und schwere Knochenbrücke erlitt, an denen er auch in der Folge im Krankenhaus starb. Am 12. September genehmigte die STUK die Wiederaufnahme der Arbeiten an der Stahlauskleidung des Containments, die vorher aufgrund von Unregelmäßigkeiten an Schweißnähten unterbrochen wurden. Diese sollten ausgebessert werden, bevor die Arbeiten fortgeführt wurden.[57] Bis Januar 2008 schaffte man es den Rohbau der Turbinenhalle auf Dachebene zubringen womit der von Siemens zu liefernde sekundäre Anlagenteil ab April in Komponenten am Standort Olkiluoto ankommen sollte.[58] Ein Hauptproblem für Areva, den Lieferanten der Reaktorinsel, waren die starken Kostenüberschreitungen die im Jahr 2008 zu einem Verlust von 285 Millionen Euro führte und die CEO Anne Lauvergeon unter Druck setzte. In der Folge wurden einige Punkte dem Bauvertrag hinzugefügt und 50 Maßnahmen zur Verbesserung der Baudokumentation und zur Arbeitsbeschleunigung vorgenommen.[59] Im Oktober 2008 gab es seitens Teollisuuden Voima Oy ein Statement, in dem der Konzern den Lieferanten des Werkes, das Gemeinschaftsunternehmen Areva für den Verzug verantwortlich machte. Etwa zur gleichen Zeit befanden sich 4000 Arbeiter auf der Baustelle.[60]

Infolge der Unstimmigkeiten zwischen den beiden Vertragspartnern Areva und Teollisuuden Voima Oy gab es ab dem 5. Dezember 2008 ein Schiedsgerichtverfahren, da Areva als Lieferant den Auftraggeber Teollisuuden Voima Oy entschädigen sollte, Areva dies jedoch verweigerte. Teollisuuden Voima Oy beharrte auf dem Fixpreis von drei Milliarden Euro für den Block, seitens Areva gibt es den Vorwurf, dass Teollisuuden Voima Oy die Verzögerungen selbst verursacht hat. Nur der Bau der Turbinenhalle die von Siemens errichtet wurde war nach dem Zeitplan realisiert worden.[61] Von Teollisuuden Voima Oy wird der finanzielle Schaden auf 2,4 Milliarden Euro kalkuliert, Areva selbst forderte Nachzahlungen in Höhe von einer Milliarde Euro sowie eine Fristverlängerung bis zur Fertigstellung des Blocks. Durch Teollisuuden Voima Oy wurden seit Beginn des Schiedsverfahrens mehrfach Artikel veröffentlicht, die Areva stark kritisieren.[62]

Am fünften Januar 2009 kam der in Japan gefertigte Reaktordruckbehälter am Standort an.[61] Im Mai 2009 gab es mehrfach Berichte, dass die Bauarbeiten an dem Block gestoppt worden sein aufgrund von fehlerhaften Schweißnähten an den Kühlmittelrohren, was durch Teollisuuden Voima Oy aber dementiert wurde. Nach Medienangaben soll die Aufsichtsbehörde STUK den Baustopp angeordnet haben wegen ein bis zwei Millimeter große Risse die rund 1,8 Millimeter tief seien. Zwar gab es diese Risse, die jedoch vor Ort repariert werden konnten.[63] Im September wurde das Schiedsgerichtsverfahren fortgesetzt in dem Areva seine Forderungen auf 2,3 Milliarden Euro erhöht hatte. Der Konzern gab bekannt, dass das Werk nur vollendet werden würde, sofern es eine Einigung mit Teollisuuden Voima Oy gebe.[64] Etwa zur gleichen Zeit konnte die 200 Tonnen schwere und 47 Meter im Druchmesser große Kuppel des Werkes installiert werden.[65]

Baufortschritt im Juli 2010

Im Juni 2010 gab es erneut Verzögerung bei den Arbeiten am Block: Neben den Problemen mit den Rohrleitungen, die nach Areva zu dieser Zeit wieder unter Kontrolle waren, hatte die Aufsichtsbehörde STUK Änderungen im Instrumentierungs- und Kontrollsystem gefordert, die jedoch nicht direkt die Arbeiten am Werk beeinflussten.[66] Am 21. Juni 2010 konnte der Reaktordruckbehälter in den Block eingebaut werden,[67] ab Mitte November wurde mit der Installation der vier Dampferzeuger begonnen. Der letzte Dampferzeuger konnte am 31. Januar in Position gebracht werden.[68] Gegen Ende Februar 2012 konnte die Turbineninsel an das 110 kV-Netz angebunden werden und damit energetisch in Betrieb genommen werden. Der nächste Schritt sollte die Anbindung an das 400 kV-Netz sein.[69] Im Juli 2012 konnte Areva im Schiedsgerichtsverfahren einen Erfolg verbuchen: Das Gericht entschied, dass Teollisuuden Voima Oy insgesamt 125 Millionen Euro an den Kernkraftwerksbauer zahlen musste. Der Versorger Teollisuuden Voima Oy allerdings forderte im Oktober 2012 rund 1,8 Milliarden Euro von Areva, als Schadensersatzforderung durch die verzögerte Inbetriebnahme.[70] Mitte November 2012 konnte die Turbineninsel an das 400 kV-Netz angebunden werden. Im nächsten Schritt soll auch die Reaktorinsel mit der Turbineninsel energetisch verbunden werden.[71]

Bis zum Stand des 30. Juni 2013 waren sämtliche Bauarbeiten an dem Block weitestgehend abgeschlossen und rund 2500 Arbeiter vor Ort. Die Großkomponenten waren zu diesem Zeitpunkt bereits alle installiert und die Brennstoffanlagen mit Equipment in der Erprobung.[72] Die meisten Anlagen des Blocks waren zu diesem Zeitpunkt soweit vollendet, dass bereits mit den Test- und Inbetriebnahmeprozeduren begonnen werden konnte.[73] Nach Teollisuuden Voima Oy bestandenen zu diesem Zeitpunkt nur noch Verzögerungen aufgrund der unvollständigen Planung, Dokumentation und Lizenzierung der Reaktorautomatik. Bereits einige Zeit zuvor im gleichen Monat nahm Teollisuuden Voima Oy von seinen Anteilseignern einen Kredit in Höhe von 100 Millionen Euro für den Block auf.[72] Nach Plan sollte die Reaktorautomatik im Herbst 2013 erprobt werden, allerdings verzögerten sich die Arbeiten an dieser. Nach Angaben von Petteri Tiippana, Generaldirektor der Aufsichtsbehörde STUK, hat sich die Realisierung der Reaktorautomatik als schwerer herausgestellt, als von Areva ursprünglich vorgesehen. Auch Teollisuuden Voima Oy bestätigte die Probleme bei der Realisierung der Automatik. Bei weiteren Verzögerungen könnte sich die Inbetriebnahme erneut verschieben, zumal das Erproben des Reaktors vor dem Leistungsbetrieb mehr Zeit in Anspruch nehme, als bei einem ausgereiften Reaktormodell. Als FOAK-Anlage müssen die Systeme in Olkiluoto gründlicher geprüft werden.[74] Am 24. Oktober 2013 wurde als letztes großes Bauteil der Deckel des Reaktordruckbehälters auf den Behälter aufgesetzt. Der Reaktor ist nun bereit, mit Kernbrennstoff beladen zu werden.[75][76]

Blick zu den Blöcken mit dem de facto fertiggestellten Block 3 im April 2014

Ende Oktober 2013 erhöhte Areva seine Forderungen im Schiedsgerichtverfahren gegen Teollisuuden Voima Oy von 1,9 Milliarden Euro auf 2,6 Milliarden Euro wegen weiterer Verzögerungen und Kostenüberschreitungen beim Bau des Blocks.[77] Am 17. Februar 2014 wurde die zweiwöchige Prüfperiode für die Dichtigkeitsprüfung des Containments erfolgreich abgeschlossen. Der Druck wurde während der Versuche auf bis zu 6 Bar erhöht. Die längste Zeitspanne unter Druck betrug 30 Stunden. Dabei wurden diverse Parameter zur Verifizierung der Dichtigkeit und der Standfestigkeit gesammelt, darunter die Temperatur des Containments, der Druck und die Luftfeuchtigkeit.[78] Nach Stand vom 27. Februar 2014 ist allerdings unklar, wann der Block in Betrieb gehen wird. Die Anlage kostet ab diesem Stand insgesamt 8,5 Milliarden Euro.[79] Am 1. April 2014 konnte das Instrumentierungs- und Kontrollsystem, eines der Kernsysteme des Blocks, im deutschen Areva-Werk in Erlangen in Betrieb genommen und mit der Erprobung begonnen werden. Nach Erprobung des Systems werden die Rechnersysteme nach Olkiluoto gebracht und im Block installiert. Anschließend wird mit den Systemversuchen vor der Inbetriebnahme fortgefahren.[80][81]

Im April 2015 wurden hohe Kohlenstoffkonzentrationen im Reaktordruckbehälter des EPR Flamanville-3 festgestellt, die auf Fertigungsfehler hinwiesen. Dies führte dazu, dass man weitere Untersuchungen durch Genehmigung der ASN durchführen wollte, um die Integrität des Druckbehälters zu beweisen. Sollte der Beiweis nicht erbracht werden, muss der Druckbehälter getauscht, oder der Block aufgegeben werden. Ebenfalls betroffen seien allerdings nur die Komponenten von Anlagen in der Volksrepublik China, den Vereinigten Staaten von Amerika, sowie dem Vereinigten Königreich, die nach dem Fertigungsverfahren von Areva hergestellt wurden. Daher ist als einzige Anlage Olkiluoto-3 nicht betroffen, da die gesamte Fertigung in Japan stattgefunden hatte und auf bewährte Fertigungsverfahren zurückgriff, während die anderen Druckbehälter teilweise in Frankreich, teilweise im Ausland gefertigt wurden.[82] Dennoch veranlasste die Aufsichtsbehörde STUK von Teollisuuden Voima Oy am 17. April 2015 die Untersuchung des Reaktordruckbehälters.[83] Der Kernkraftwerksdirektor Tapani Virolainen erklärte allerdings, dass die Wahrscheinlichkeit, dass man den selben Fehler wie in Flamanville auch Olkiluoto finde, sehr unwahrscheinlich sei, zumal bereits zuvor der Reaktordruckbehälter vor dem Einbau sehr sorgfältig untersucht wurde.[84] Am 20. Juli 2015 gab Teollisuuden Voima Oy bekannt, dass der Bau des Blocks abgeschlossen war und die Montagearbeiten weiter voran schritten, unter anderem war die Installation von Rohrleitungen in den Notstromgebäuden in Arbeit, sowie das Verlegen weiterer Stromleitungen im Block. Die Erprobung des Instrumentierungs- und Kontrollsystem war in Arbeit, sowie die erste Phase der Turbineninselinbetriebnahme abgeschlossen.[85]

Im Dezember 2015 wurde seitens der STUK die Prüfung des Reaktordruckbehälters abgeschlossen, in der festgestellt werden konnte, dass es keine ähnlichen Anomalien im Material gibt, wie sie beim Kernkraftwerk Flamanville 3 aufgetreten waren. Ebenso wurde eine Untersuchung des Druckhalters vorgenommen, der aus dem gleichen Werk in Frankreich kam wie der Druckbehälter in Flamanville. Die Untersuchungen am Druckhalter brachten ebenfalls keinerlei Anomalien zutage. Ebenso führte Teollisuuden Voima Oy weitere Untersuchungen an anderen Komponenten des Primärsystems durch, in denen ebenfalls keinerlei Auffälligkeiten gefunden wurden. Am 8. Dezember 2015 genehmigte die STUK daher den Bericht und bestätigte die Fehlerfreiheit der Komponenten.[86] Am 12. Januar 2016 begann die Inbetriebnahme und Prüfung der mittlerweile in den Block eingebauten Leittechnik,[87] die ab der erste vollen Aprilwoche in die Erprobung ging. Begonnen wurde mit dem dritten Kühlkreislauf, der Meerwasser für die Kühlung des Blocks aus der Ostsee entnimmt. Für Ende des zweiten Quartals 2016 erwartete Areva, dass die elektromechanischen Systeme des Blocks fertiggestellt werden, um den Primärkreislauf zu reinigen.[88]

Am 18. Dezember 2017 wurde der Warmprobebetrieb des Blocks gestartet als letzter Schritt der nötig ist, bevor eine Betriebsgenehmigung für den Block beantragt werden kann.[89]

Betrieb

Nach den Planungen um Mai 2002 sollte der Block gegen das Jahr 2009 in Betrieb sein.[44] Im November ging man sogar von einer Inbetriebnahme um das Jahr 2008 aus.[53] Im Jahr 2004 wurde jedoch eine Inbetriebnahme nicht vor 2009 erwartet.[90] Im Januar 2007 wurde aufgrund verschiedener Probleme die Inbetriebnahme auf Ende 2010 verschoben.[56] Im August 2007 wurde ein etwaiger Inbetriebnahmetermin aufgehoben und nur noch von der Fertigstellung auf das Jahre 2011 gelegt, die eigentlich für den EPR selbst veranschlagte Zeitspanne für den Bau eines solchen Blocks.[91] Im Dezember legte man den Termin auf Sommer 2011 fest.[58] Im Oktober 2008 verschob Teollisuuden Voima Oy die Fertigstellung in das Jahr 2012 mit starker Kritik am Vertragspartners Areva.[60] Obwohl der Block ehemals der weltweit erste in Betrieb befindliche EPR werden sollte wird es nach Stand 2009 wahrscheinlich der vierte, da sowohl der Block im französischen Kernkraftwerk Flamanville früher in Betrieb gehen soll wie auch die beiden Blöcke im chinesischen Kernkraftwerk Taishan.[92] Im Juni 2010 wurde die Inbetriebnahme in das Jahr 2013 verschoben.[66] Im Oktober 2011 verschob Teollisuuden Voima Oy die Inbetriebnahme auf 2014, zum Erstaunen des Vorstandsvorsitzenden von Areva, Luc Oursel der in einem Interview mit Reuters davon überrascht wurde. Laut dem Vorstandsvorsitzenden ist die Beladung des Blocks gegen Ende des Jahres 2012 weiterhin fest geplant gewesen, die energetische Inbetriebnahme im Jahr 2013.[93] Im Dezember 2011 setzte Teollisuuden Voima Oy den Termin auf August 2014.[94] Im Juli 2012 wurde dieser Termin ebenfalls als nicht realistisch angesehen, nachdem neue Informationen über den Stand der Arbeiten durch Siemens und Areva übermittelt wurden. Demnach gab es bei der Ausbesserung der Kontroll- und Sicherheitsleittechnik, sowie bei der Lizenzierung des Blocks Verzögerungen, wonach der Block erst nach 2014 ans Netz gehen sollte, nach Einschätzung von Teollisuuden Voima Oy.[95] Im Februar 2013 stellte sich Teollisuuden Voima Oy aufgrund des langsamen Fortschritts am Bau darauf ein, dass der Block wohl erst 2016 in den kommerziellen Betrieb werde. Seitens Areva und Siemens wurde bis zu diesem Zeitpunkt der Betreiber nicht informiert, wie der neue Zeitplan aussehe, Areva räumte allerdings ein, dass es Verzögerung bei der Installation der Computerleittechnik gäbe und zusammen mit Teollisuuden Voima Oy eine engere Kooperation für das endgültige Design dieses Systems benötigt werde.[96]

Teollisuuden Voima Oy machte im Juni 2014 einen Schritt auf Areva zu und schlug vor eine Gemeinschaft mit Électricité de France zu gründen und zusammen mit dem Versorger die Inbetriebnahme des Blocks vorzunehmen. Teollisuuden Voima Oy erklärte dabei, dass man neben neuen Verhandlungen des Endpreises für Teollisuuden Voima Oy und damit des Baubudgets mit Areva eingehen würde und auch einen neuen Zeitplan zu setzen, allerdings nur unter der Bedingung, dass Électricité de France aus teilnehme und dieser letzte Termin verbindlich sei.[97] Am 1. September 2014 gab Areva dem Betreiber Teollisuuden Voima Oy einen neuen Plan bekannt, wonach der Block im Jahr 2018 in den kommerziellen Betrieb gehen soll. Die eigentliche Inbetriebnahme des Blocks ist damit Mitte 2016 vorgesehen. Für Teollisuuden Voima Oy waren diese Daten schwer zu akzeptieren, da es damit eine weitere Verschiebung der Inbetriebnahme um zwei Jahre von 2016 war, zumal der Block bereits in einem fortgeschrittenen Fertigstellungszustand ist.[98][99][100] Am 20. Juli 2015 gab Teollisuuden Voima Oy offiziell bekannt, dass man mit der kommerziellen Inbetriebnahme des Blocks nicht mehr vor Ende 2018 rechne, womit sich die gesamte Verzögerung der kommerziellen Inbetriebnahme auf neun Jahre belaufen würde.[85]

Am 14. April 2016 beantragte die Teollisuuden Voima Oy die Betriebsgenehmigung für Olkiluoto 3 beim Ministerium für Arbeit und Wirtschaft mit der kommerziellen Betriebsnutzung im Jahr 2018.[101][102]

Block 4

Im Januar 2008 gab Teollisuuden Voima Oy bekannt, dass man überlege einen vierten Block in Olkiluoto zu errichten. Seitens der lokalen Wirtschaft wurde diese Überlegung sehr positiv aufgenommen. Am 14. Februar reichte das Unternehmen hierzu eine Anfrage für eine Umweltverträglichkeitsprüfung beim Ministerium für Arbeit und Wirtschaft ein. Für die Prüfung wurde seitens Teollisuuden Voima Oy nur spezifiziert, dass der Block entweder aus einen Druck- oder Siedewasserreaktor bestehen soll mit einer Leistung zwischen 1000 und 1800 MW. Weiter wurden zwei mögliche Standorte auf der Halbinsel Olkiluoto für den Block genannt, die geprüft werden sollten. Die Beeinflussung des vierten Blocks könnte dazu führen, dass sich über die Wintermonate nur eine dünne oder gar keine Eisschicht mehr um Olkiluoto bilden könnte, was zu einer direkten Beeinträchtigung der Fischereiindustrie in der Umgebung führen könnte, da die Vegetationsperiode der Flora und Fauna im Wasser stark steigt.[103] Aufgrund der Probleme beim Bau des dritten Blocks gaben die Anteilseigner von Teollisuuden Voima Oy im Oktober 2008 bekannt, dass ein vierter Block wenn überhaupt erst gebaut wird, wenn der dritte Block am Netz ist und Gewinn abwirft.[60] Gegen Ende Mai 2009 gab die Aufsichtsbehörde STUK bekannt, dass es keine Einwände gegen den Bau des vierten Block am Standort Olkiluoto gebe.[104]

Seitens des finnischen Parlaments wurde im April über die drei Kernkraftwerksprojekte in Finnland abgestimmt. Während ein dritter Block in Loviisa abgelehnt wurde gab es für einen neuen Block der Firma Fennovoima und für den vierten Block des Kernkraftwerks Olkiluoto bis auf eine Stimme große Zustimmung.[105] Nach der Ablehnung des neuen Blocks in Loviisa der Firma Fortum gab das Unternehmen im November 2011 bekannt, dass es sich am vierten Block in Olkiluoto beteiligen wolle, sowohl in der Finanzierung, als auch in der Ausschreibungs- und Planungsphase. Fortum ist ein Anteilseigner an dem Gemeinschaftsunternehmen Teollisuuden Voima Oy. Das Unternehmen erwartete zu diesem Zeitpunkt eine Baugenehmigung im Juni 2015.[106] Als mögliche Reaktormodelle wurden neben einem EPR wie er im dritten Block zum Einsatz kommt ein ESBWR von General Electric, APR-1400 von Korea Hydro and Nuclear Power, ein APWR von Mitsubishi und der ABWR von Toshiba erwogen.[107] Am 26. März 2012 wurde durch Teollisuuden Voima Oy die Bieterrunde für die fünf Unternehmen eröffnet. Bis Anfang 2013 sollten die entsprechenden Angebote dem Versorgungsunternehmen vorliegen. Nach Plan könnte 2015 der Block seine Baugenehmigung erhalten. Gemäß TVO sollen innerhalb dieses Zeitraumes entsprechende Prüfungen der Reaktormodelle vorgenommen werden, ob diese unter den finnischen Vorschriften auch genehmigungsfähig sind. Von Mitsubishi Heavy Industries wurde bereits zugesagt das Design des APWR entsprechend anzupassen, sofern er nicht den Standards entsprechen würde.[108]

Bis zur Deadline am 1. Februar 2013 bewarben sich tatsächlich alle erwogenen Bieter mit den erwogenen Reaktormodellen. Die eingereichten Angebote sollten laut Jarmo Tanhua, Vorstand von Teollisuuden Voima Oy, von einem 150 Personen starken Team ausgewertet werden. Der Betreiber erwägt Mitte des Jahres 2015 ein Baugesuch für den Block bei der Regierung einzureichen, rund ein Jahr nach Wahl des Reaktordesigns.[109] Im Juni 2013 nahm Teollisuuden Voima Oy bei seinen Anteilseignern einen Kredit in Höhe von 10 Millionen Euro auf für die Bezahlung der Ausschreibungsphase, sowie für die Entwicklungsphase für das spezifische Projekt.[72] Im Mai 2014 stellte Teollisuuden Voima Oy eine offizielle Anfrage an das Ministerium für Beschäftigung und Wirtschaft die Entscheidung über den Bau des Blocks um fünf Jahre zu verschieben. Grund hierfür ist der extreme Verzug an Block 3. Demnach würde die Baugenehmigung frühstens im Juni 2020 beantragt werden.[110] Teollisuuden Voima Oy führte weiter aus, dass die aktuelle Genehmigung für die Ausschreibung um den Block im Juni 2015 ablaufe und das Unternehmen aufgrund der Probleme an Block 3 unmöglich bis zu diesem Zeitpunkt eine Entscheidung treffen könne. Die Entscheidung zu der Aufschiebung bis 2020 könnte möglicherweise zusammen mit der Entscheidung über die Genehmigung des Blocks für das Kernkraftwerk Hanhikivi im Herbst 2014 erfolgen.[111]

Teollisuuden Voima Oy führte an, dass bei keiner Aufschiebung der aktuellen Genehmigung der Block wahrscheinlich nicht mehr errichtet werde. Die Arbeiten an der Ausschreibung und dem Projekt selbst wurden bis Juni 2015 unterbrochen. Finnische Politiker sprechen sich allerdings teilweise auch für eine Neubewertung des Projekts aus, da sich seit 2010 viele Dinge geändert haben, so unter anderem in der finnischen Atomwirtschaft mit dem Bau eines Kernkraftwerks ohne gelöste Endlagerfrage in Pyhäjoki, sowie großen Änderungen in der Energiewirtschaft. Diese Argumentationen stützen Teollisuuden Voima Oy allerdings mit der Verschiebung, da eine neue Evaluierung des Projekts viel Zeit in Anspruch nehmen würde und der Block dann noch später realisiert werden könnte, abseits von der Tatsache, dass die getätigten Investitionen in das Projekt sonst als Verlust abzuschreiben wären. Der Vorsitzende des parlamentarischen Wirtschaftsausschusses, Mauri Pekkarinen, tritt hingegen für einen Rückzug der Genehmigung ein, da keine Genehmigungen an Unternehmen für den nuklearen Sektor vergeben werden sollten, wenn diese nur vor sich her geschoben werden.[112] Um den damals für diese Genehmigung erbrachten Sicherheitsnachweis auf seine Aktualität zu prüfen fragte das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft bei der Aufsichtsbehörde STUK über den Stand nach. Die STUK bestätigte allerdings, dass der Sicherheitsnachweis nach wie vor dem aktuellen Stand entspricht und daher eine Neubewertung das gleiche Ergebnis erbringen würde, weshalb die Aufsichtsbehörde kein Problem darin sehe, die Lizenz um fünf Jahre zu verlängern. Die STUK unterstütze dieses Gesuch sogar, da man sich von Teollisuuden Voima Oy erwarte, dass möglicherweise genauere Analysen der Reaktordesigns durchgeführt werden hinsichtlich der nuklearen Sicherheit, mehr Untersuchungen am Standort vorgenommen werden könnten sowie das Verwaltungssystem des Unternehmens verbessert werden könnte.[113]

Am 18. September 2014 sollte über die Verlängerung der Genehmigung abgestimmt werden, allerdings wurde die Entscheidung verschoben, da der Finanzminister Zugang zu weiteren Dokumenten gefordert habe um mit der Entscheidung weiter in die Tiefe zu gehen.[114] Der Minister für Arbeit und Wirtschaft, Jan Vapaavuoren, ist allerdings eher gegen die Verlängerung der Genehmigung aufgrund nicht näher genannter Gründe. Spekulationen gingen auch davon aus, dass man das Projekt ablehnen würde und eher den Bau von Loviisa 3, das als ehemaliges Folgeprojekt nach Olkiluoto 4 vorgesehen war, vorzieht, da man erwarten würde, dass Fortum den Block ohne Verzögerung errichtet. Die Kapazität eines weiteren Kernkraftwerks wird dennoch von allen Seiten als Nötig angesehen um die Energiesicherheit des Landes zu gewährleisten.[115] Teollisuuden Voima Oy gab am 13. Mai 2015 offiziell bekannt, keine Baugenehmigung für den Block zu beantragen, somit man die Deadline für das Einrichen mit der aktuellen Genehmigung verpasse. Das Unternehmen gab desweiteren bekannt, aufgrund der Probleme mit Block 3, das Projekt für Block 4 aufzugeben. Eine etwaige Entscheidung für den Bau der Anlage werde in der Zukunft separat gefällt werden. Da es in Finnland aber nach wie vor Bedarf an neuen Kapazitäten für die Grundlastdeckung gibt, steht die Option für den Konkurrenten Fortum offen, einen neuen Block zu errichten. Fraglich bleibt jedoch, ob dies noch gewollt ist, da das Unternehmen nach der Ablehnung von Loviisa 3 und Genehmigung von Olkiluoto 4 sich am Fennovoima-Projekt in Hanhikivi beteiligte.[116][117]

Standortdetails

Panorama über alle drei Blöcke im Jahr 2009

Das Kühlmittel aller Reaktoren und zukünftiger Blöcke wird südlich der Halbinsel Olkiluoto entnommen und nördlich wieder in das Meer zurück geleitet. Man verlässt sich bei der Rückleitung weitestgehend auf die vorherrschende Meeresströmung. Beim Bau der Blöcke eins und zwei hatte man besonders Sorge, dass das Wasser nach Süden zirkulieren könnte und das Frischwasser zur Kühlung zu stark erwärmen könnte. Solange das Wasser aber mit einer Strömung von mehr als einem Meter pro Sekunde aus dem Rücklauf in das Meer zurück fließt, kommt das erwärmte Wasser direkt in die nordwärts abgehende Strömung. Ein kleiner, kaum nach verfolgbare Teil der Abwärme zirkuliert in die Gegenströmung die nach Süden zirkuliert, jedoch das Wasser nicht nachhaltig erwärmt, dass es die Kühlung der Blöcke beeinflussen könnte.[118]

Als Alternative zur Rückleitung der Abwärme der ersten beiden Blöcke ins Meer gab es die Überlegung Prozess- und Fernwärme auszuspeisen.[119] Im Rahmen der Planung des dritten Blocks 1978 wurde eine entsprechende Studie aufgestellt, die technische und ökonomische Probleme des Werkes aufwarf. Die thermische Lastnachfrage war jedoch im Vergleich gering: 136 MW an Prozessdampf für Industrien und 60 MW Grundlast-Fernwärme für die Umgebung und die Stadt Rauma selbst, die 14,5 Kilometer südlich des Werkes liegt. Die Kosten pro Megawattstunde beliefen sich auf 10,5 Dollar und waren damit konkurrenzfähig zu konventionellen Heizkraftwerken.[37] Man betrachtete eine etwaige Fernwärmenutzung als Modellprojekt für ein eventuelles Kernkraftwerksprojekt in einer moderaten Nähe zur Hauptstadt Helsinki, um diese Stadt mit Fernwärme zu versorgen.[120]

Neben der Abwärmenutzung gab es 1987 die Überlegung mit den warmen Abwässern Fischzucht zu betreiben, genauer mit atlantischen Lachsen. In Finnland wird dieser Lachs bereits gezüchtet, allerdings könnte die gesamte Anzucht durch die warmen Abwässer um ein Jahr verkürzt werden. Durch Betriebserfahrungen konnte man sicherstellen, dass die Abwassertemperatur im Herbst und Frühjahr nicht mehr als 15 °C übersteigen werde.[121] Seit 2001 wird die Abwärme des Werkes für die Weinproduktion des Château Olkiluoto genutzt.[122] Hierfür wurde eine 1000 Quadratmeter große Plantage mit Weinreben der Sorte Zilga angelegt. Olkiluoto ist der nördlichste Ort weltweit, an dem Wein angebaut wird. Im Jahr 2005 konnten insgesamt 80 Flaschen hergestellt werden, die Produktion sollte allerdings auf 400 Flaschen im Jahr 2006 erweitert werden.[123] Tatsächlich konnte 2006 mit einer Ernte von rund 800 Kilo Wein eine Rekordernte erzielt werden.[124] Um den Château Olkiluoto handelt es sich um einen Rotwein, der eine sanfte Note haben soll, laut Angestellten des Werkes, die einige Flaschen bekommen hatten. Der eigentliche Zweck dieser Weinplantage war es allerdings nicht, im industriellen Umfang Wein herzustellen, sondern um die Fortnutzbarkeit der Abwärme des Werkes zu demonstrieren. Da es im näheren Umfeld keine größeren Felder gibt, die diese Wärmemengen abnehmen können, handelte es sich hierbei lediglich um eine allgemeine Demonstration über die Möglichkeiten der Fortnutzung von Abwärme. Vor dem Wagnis, empfindliche Weinreben aufzubauen, wurden andere agrokulturelle Experimente mit dem am Projekt beteiligten Agrifood Research aus Helsinki organisiert, darunter der Anbau von Wassermelonen und Getreide.[123] Der Anbau des Wein erfolgt weiterhin, parallel zur Zucht von Krebsen und Stören. Diese werden experimentell gezüchtet und der Kaviar gewonnen. Keiner der Produkte ist im freien Handel erwerblich, mit dem Bau eines vierten Blocks steht diese Option allerdings offen, um den Maßstab der Produktion zu vergrößern.[125]

Technik Block 1&2

Die Blöcke eins und zwei bestehen aus zwei Asea-Atom BWR-69 Siedewasserreaktoren. Das Design zeichnet sich durch ein viersträngiges Sicherheitssystem aus, von dem je ein Strang 50 % der Nachzerfallswärme bei Betriebsabweichungen übernehmen kann. Weitere Verbesserungen im Gegensatz zu den Vorgängerreaktoren sind fortschrittliche Einbauten wie eine Umwälzung des Wassers im Reaktor durch Pumpen die direkt in den Reaktor integriert sind, Fine-Motion-Kontrollmechanismen für die Steuerstäbe, ein Spannbetoncontainment und die Möglichkeit in einer Lastfolge zu fahren. Das Kraftwerksdesign stellt die Basis für einen verbesserten BWR-69 dar, die in Block drei der Kernkraftwerke Oskarshamn und Forsmark realisiert wurden und die ersten fortschrittlichen Siedewasserreaktoren der Erde waren.[126] Standardmäßig sind die Blöcke für eine Standzeit von 40 Jahren ausgelegt.[27] Durch Nachrüstungen soll – gemäß der Sicherheitsprüfung, die jedes Jahrzehnt stattfindet – die Standzeit auf 60 Jahre erhöht worden sein.[35]

Anders als die bisherigen Siedewasserreaktoren von ASEA-Atom kommt bei diesen Anlagen sowie in Loviisa ein britisches Prozessrechnersystem auf Hybridbasis zum Einsatz.[127] 1987 wurde das gesamte System durch das amerikanische VAX-Prozessrechnersystem ersetzt, sowohl in Olkiluoto als auch in Loviisa.[128] Im Jahr 2002 wurde das Turbinensystem auf das Prozessrechnersystem Teleperm XP umgestellt.[29]

Beide Blöcke erreichen eine Bruttoleistung von 910 MW, von denen 880 MW in das Elektrizitätsnetz eingespeist werden.[8]

Technik Block 3

Block drei ist ausgestattet mit einem Druckwasserreaktor vom Typ Areva EPR.[8] Der Reaktordruckbehälter hat einen Durchmesser von 5,3 Meter und eine Höhe von 10,6 Meter bei einem Gewicht von 420 Tonnen.[67] Die vier Dampferzeuger sind jeweil 25 Meter hoch und haben einen Druchmesser über fünf Meter. Jeder einzelne erzeuger wiegt 550 Tonnen.[68] Der Block soll eine Bruttoleistung von 1720 MW erreichen von denen 1600 MW in das Elektrizitätsnetz gespeist werden sollen. Der Reaktor ist aktuell der leistungsstärkste Kernreaktor in Europa.[8]

Daten der Reaktorblöcke

Das Kernkraftwerk Olkiluoto besteht aus zwei aktiven Reaktoren, ein dritter ist im Bau, ein vierter in Planung.

Reaktorblock[8] Reaktortyp Leistung Baubeginn Netzsyn-
chronisation
Kommer-
zieller Betrieb
Stilllegung
Typ Baulinie Netto Brutto
Olkiluoto-1 SWR BWR-69 880 MW 910 MW 01.02.1974 02.09.1978 10.10.1979
Olkiluoto-2 SWR BWR-69 880 MW 910 MW 01.11.1975 18.02.1980 10.07.1982
Olkiluoto-3 DWR EPR 1600 MW 1720 MW 12.08.2005 (2014) (2016)

Einzelnachweise

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  2. a b c d Ludwig Musil: Allgemeine Energiewirtschaftslehre. Springer, 1972. ISBN 3211810935. Seite 118.
  3. Suomen Kemian Seura, u.a.: Kemia-kemi, Band 3. Kemian Kustannus Oy, 1976. Seite 632.
  4. a b United States. Bureau of Mines, u.a.: Minerals yearbook, Band 1. The Bureau, 1973. Seite 290.
  5. a b c d e Lutz Mez: Der Atomkonflikt: Atomindustrie u. Anti-Atom-Bewegung im internal. Vergleich. Olle und Wolter, 1979. ISBN 3921241472. Seite 120, 121, 127.
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  9. Gebrüder Sulzer Aktiengesellschaft: Sulzer technical review. Sulzer Brothers Ltd., 1975. Seite 137.
  10. Kerntechnik, Band 19. K. Thiemig., 1977. Seite 5.
  11. Power engineering, Band 81,Ausgaben 1-6. PennWell Pub. Co., 1977. Seite 395.
  12. Elektrotechnische Zeitschrift: Beihefte, Band 99,Ausgaben 1-6. VDE Verlag, 1978. Seite 235.
  13. a b The Economist, Band 273,Ausgaben 7101-7113. Charles Reynell, 1979. Seite 8.
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  17. Kerntechnische Gesellschaft im Deutschen Atomforum: Atomwirtschaft, Atomtechnik, Band 30. Handelsblatt GmbH, 1985. Seite 162.
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  20. Hans-Rudolf Lutz,u.a.: Ausbildung in typografischer Gestaltung, Band 1. Vlg Hans-Rudolf Lutz, 1987. Seite 112.
  21. Power, Band 133,Ausgaben 1-6. Hill Pub. Co., 1989. Seite 83.
  22. International Atomic Energy Agency: IAEA Yearbook 1989. International Atomic Energy Agency, 1989. ISBN 9201790899. Seite 5.
  23. National Council on Radiation Protection and Measurements, u.a.: Biological effects and exposure limits for "hot particles". In: Ausgabe 130 von NCRP report. The Council, 1999. ISBN 0929600630. Seite 115.
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Siehe auch

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