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WWER-500

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WWER-500
Grundlegende Informationen
Entwicklungsland Sowjetunion
Entwicklungsjahr 1960er
Entwickler OKBM
Hersteller Ischora, Skoda[1]
Auslegung
Reaktortyp Druck- und Siedewasserreaktor
Bauart Druckbehälter
Moderator Wasser
Kühlmittel Wasser
Reaktivitätskoeffizient Fairytale down.png negativ
Brennstoff
Brennstoff UO2
Form Pellets
Geometrie Hexagonal
Wechsel Im abgeschalteten Zustand

Der WWER-500 (russisch ВВЭР-500) wurde parallel zum WWER-1000 entwickelt und sollte eine alternative Lösung für kleinere Stromnetze sein, in denen der Bau von 1000 MW-Blöcken nicht wirtschaftlich erscheint.[2][3] Zwar kam das Design zunächst für das Kernkraftwerk Nowoworonesch infrage,[4] allerdings gab eher Überlegungen diese Anlagen für Kernheizwerke und Kernheizkraftwerke zu nutzen, sowohl in der Konfiguration eines Siedewasserreaktors, als auch als Druckwasserreaktor.[5]

Der Aufbau des WWER-500 ist bezüglich der Komponenten mit dem WWER-1000 nahezu vollständig identisch. Alleine die Anordnung beschränkt sich auf die Installation von nur zwei Primärschleifen anstatt vier wie beim größeren Schwestermodell. Modifikationen gibt es weiter im Reaktordruckbehälter der kleinere und kompaktere Kerneinbauten beinhaltet, jedoch von den Maßen identisch mit denen des 1000 MW-Modells ist. Durch die geringere Zahl an Komponenten konnte der Kraftwerksaufbau vereinfacht werden, auch hinsichtlich des Wegfalls von Sperrventilen für die einzelnen Primärschleifen, da beim Ausfall einer Schleife der Betrieb mit der Verbleibenden nicht möglich ist. Der Reaktor wird in solchen Fällen vollständig abgeschaltet.[6] Das Design selbst war für die sowjetischen und internationalen Verhältnisse evolutionär, da bereits frühzeitig die Schutzfunktion von passiven Sicherheitssystemen eine wichtige Rolle neben den aktiven Systemen spielten. International war es das erste Reaktordesign welches mit solchen Systemen ausgestattet war.[7][8]

Einsatz

Zwar gab es mehrfach Planungen für Leistungsreaktoren dieses Typs nahe Primorsk in Fernost, allerdings kamen dieser Reaktortyp nur in der Form von Kernheizwerken des Typs AST in Woronesch und Gorki zum Einsatz.[9] Obwohl das Design selbst nur dreimal errichtet wurde, gab man das Projekt auf und entwickelte für den Einsatz in Kernkraftwerken auf Basis des WWER-500 den WWER-600, der unter dem Projektnamen WPBER-600 entworfen wurde.[10] Für den Standort Sosnowy Bor kam ein solches Modell infrage, wurde aber durch die modernere Variante, dem WWER-640 verdrängt.[11]

Einzelnachweise

  1. Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde: Osteuropa, Band 30,Ausgaben 10-12. Deutsche Verlags-Anstalt, 1980. Seite 1216.
  2. Akademii︠a︡ nauk SSSR: Soviet science review, Bände 1-2. Published by IPC Science and Technology Press in co-operation with the Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart, the Novosti Press Agency, and the Academy of Sciences of the USSR, 1970. Seite 33.
  3. Akademii︠a︡ nauk SSSR.: Ideen des exakten Wissens. Deutsche Verlags-Anstalt., 1970. Seite 159.
  4. Nuclear engineering international, Band 16. Heywood-Temple Industrial Publications Ltd., 1971. Seite 118.
  5. British Library. Lending Division, u.a.: Thermal engineering, Band 20. Pergamon Press, 1973. Seite 23.
  6. Andranik Melkonovich Petrosʹi︠a︡nt︠s︡: Problems of nuclear science and technology: the Soviet Union as a world nuclear power. Pergamon Press, 1981. ISBN 0080254624. Seite 147.
  7. International Atomic Energy Agency: The safety of nuclear power: strategy for the future : proceedings of an International Conference on the Safety of Nuclear Power--Strategy for the Future, Band 1991. International Atomic Energy Agency, 1992. Seite 206.
  8. Karlsruhe (Germany) Kernforschungszentrum, u.a.: KFK., Ausgabe 5326. 1994. Seite 3.
  9. Joint Committee on Soviet Studies (U.S.): Soviet economy, Band 2. V.H. Winston, 1986. Seite 167.
  10. Consultants Bureau, u.a.: Soviet atomic energy, Band 69. In: Band 2 von Soviet research in geophysics in English translation. Consultants Bureau, 1990. Seite 628.
  11. Kerntechnische Gesellschaft (Bonn, Germany): Atomwirtschaft, Atomtechnik, Band 39. Handelsblatt GmbH, 1994. Seite 23.

Siehe auch