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Kernkraftwerk Emden

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Kernkraftwerk Emden
Standort
Land Flag of Germany.svg Deutschland
Bundesland Niedersachsen
Ort Rysum
Koordinaten 53° 26′ 38″ N, 7° 2′ 3″ OTerra globe icon light.png 53° 26′ 38″ N, 7° 2′ 3″ O
Reaktordaten
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Die Quellen für diese Angaben sind in der Zusatzinformation einsehbar.

Das Kernkraftwerk Emden (auch Rysumer Nacken oder Rysumer Sand) sollte nahe der niedersächsischen Stadt Emden nahe der Ortschaft Rysum auf dem Gebiet der Gemeinde Krummhörn entstehen. Die an der Nordsee geplante Anlage wurde niemals errichtet. Die Planungen wurden formell nie aufgegeben. Die Entfernung zu den nächsten größeren Städten beträgt nach Emden und Delfzijl (Niederlande) zwölf Kilometer, nach Norden 20 Kilometer, nach Leer, Winschoten sowie Groningen (Niederlande) rund je 35 Kilometer. Zu den nächsten Inseln beträgt die Distanz nach Borkum 22 Kilometer, nach Juist 25  Kilometer und nach Norderney 30 Kilometer.

Geschichte

Nachdem Anfang der 1970er klar war, dass in der Bundesrepublik nur noch Kernkraftwerke mit Leistungen über 1200 MW errichtet werden würden, wurden mögliche neue Standorte in Norden Deutschlands genannt, die für ein Kernkraftwerk infrage kommen würden, darunter Cuxhaven, am Rysumer Nacken bei Emden und Hitzacker (Elbe) im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Die Planungen für die Kernkraftwerke Cuxhaven und Emden wurden konkret seitens der Nordwestdeutsche Kraftwerke AG aufgenommen und für jeden Standort ein 1300 MW-Reaktor geplant, die Anlage in Emden unter Beteiligung der PreussenElektra.[1] Am 5. Januar 1973 stellte die Nordwestdeutsche Kraftwerke AG die Standortgenehmigung für die Anlage, wobei zeitgleich als Alternativstandort Brokdorf infrage kommen würde. Geplant wurde ein Leichtwasserreaktor, wobei nicht entschieden wurde, ob es sich um einen Druck- oder Siedewasserreaktor handeln werde.[2] Die Anlage sollte Teil eines späteren Kraftwerkspark mit einer installierten Kapazität von rund 5000 MW werden, der sich über den gesamten Rysumer Nacken erstrecken sollte.[3] Eventuell sollte die gesamte Kapazität durch Kernenergie bereitgestellt werden.[4]

Die Planungen selbst wurden formell nie beendet oder eingestellt. Im Jahr 1986 wurde der Bau des Kernkraftwerks aufgrund Änderungen in der Landesraumordnung unmöglich.[5] Seitens des Oberbürgermeisters der Stadt Emden, Alwin Brinkmann, sei ein Bau eines Kernkraftwerks am Rysumer Nacken aufgrund des Landesraumordnungsprogrammes durchaus möglich und versuchte so ein Kampfthema für das Jahr 2010 zu finden, in dem es um den möglichen Bau eines Kohlekraftwerks am Standort ginge. Allerdings ist durch den Atomausstieg und der Änderung des Atomgesetzes der Neubau von Kernkraftwerken unmöglich geworden.[6] Der niedersächsische FDP-Wirtschaftsminister Jörg Bode äußerte sich dazu und meinte, dass niemals am Rysumer Nacken ein Kernkraftwerk konkret geplant gewesen wäre.[7]

Daten des Reaktorblocks

Das Kernkraftwerk Emden sollte mit einem Reaktor ausgestattet werden.

Reaktorblock Reaktortyp Leistung Baubeginn Netzsyn-
chronisation
Kommer-
zieller Betrieb
Stilllegung
Typ Baulinie Netto Brutto
Emden[8] Planungen nicht beendet

Einzelnachweise

  1. Kerntechnik, Band 15. K. Thiemig., 1973.
  2. Kerntechnische Gesellschaft im Deutschen Atomforum: Atomwirtschaft, Atomtechnik, Band 19. Handelsblatt GmbH, 1974.
  3. Holger Strohm: Friedlich in die Katastrophe: eine Dokumentation über Atomkraftwerke. Zweitausendeins, 1981.
  4. Geographische Rundschau, Band 33. G. Westermann., 1981.
  5. Grüne Emden: Rede zur Resolution "Kein AKW in Eemshaven". 30.03.2006 (Online-Version)
  6. Erich Bolinius: Bau eines Atomkraftwerkes auf dem Rysumer Nacken ist ausgeschlossen . FDP Emden, 30.11.2010. (Online-Version)
  7. Ute Kabernagel: Minister: Atommeiler in Emden nicht erlaubt. In: Ostfriesen Zeitung, 01.06.2010. ([tt_news=28928&cHash=fb296af4e0&ftu=d9cc06129c Online-Version])
  8. Power Reactor Information System der IAEA: „Nuclear Power Reactor Details - EMDEN“ (englisch)

Siehe auch

Icon NuclearPowerPlant-green.svg Portal Kernkraftwerk