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Kernkraftwerk Neckarwestheim

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Kernkraftwerk Neckarwestheim
Atomkraftwerk GKN Neckarwestheim.JPG
Standort
Land Flag of Germany.svg Deutschland
Bundesland Baden-Württemberg
Ort Neckarwestheim
Koordinaten 49° 2′ 28″ N, 9° 10′ 26″ OTerra globe icon light.png 49° 2′ 28″ N, 9° 10′ 26″ O
Reaktordaten
Eigentümer EnBW,
Betreiber EnBW Kernkraft GmbH
Vertragsjahr 1971
Betriebsaufnahme 1976
Im Betrieb 1 (1400 MW)
Stillgelegt 1 (840 MW)
Einspeisung
Eingespeiste Energie im Jahr 2011 12163 GWh
Eingespeiste Energie seit 1976 423780 GWh
Stand der Daten 2012
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Die Quellen für diese Angaben sind in der Zusatzinformation einsehbar.

Das Kernkraftwerk Neckarwestheim (voller Name Gemeinschaftskernkraftwerk Neckar, kurz GKN, oft auch als Kernkraftwerk Neckar bezeichnet) steht nahe der Gemeinde Neckarwestheim im Bundesland Baden-Württemberg. Die Anlage besteht aus zwei Reaktoren, wobei Block 2 der jüngste deutsche in Betrieb befindliche Reaktor ist. Das GKN ist weltweit das einzige Kernkraftwerk, das über einen Generator Bahnstrom erzeugt. Regional ist die Bevölkerung in ihrer Meinung gespalten; insbesondere Block 1 ist bei Umweltgruppen stark umstritten. Die Entfernung der Anlage zu den nächsten größeren Städten beträgt nach Heilbronn zehn Kilometer, nach Neckarsulm, Weinsberg und Ludwigsburg je 15 Kilometer, nach Waiblingen 25 Kilometer und nach Sinsheim, Öhringen und der Landeshauptstadt Stuttgart 30 Kilometer.

Geschichte

Erste Pläne für ein Gemeinschaftskernkraftwerk mit einer Leistung von rund 775 MW gab es seitens der Neckarwerke (350 MW Bedarf), der Technischen Werke der Stadt Stuttgart (250 MW Bedarf), der damaligen Deutschen Bundesbahn (150 MW Bedarf) und dem Portland-Cement-Werk Lauffen (25 MW) erstmals 1961.[1] Bis 1968 konkretisierten sich die Pläne hierfür weiter.[2] Ab 1969 wurde das Projekt offiziell als Kernkraftwerk Neckar oder Kernkraftwerk Lauffen (kurz KKL) bezeichnet, wobei es sich bei Lauffen um den möglichen Standort handelte. Allerdings war bisher keine Wahl getroffen worden, welcher Reaktortyp zum Einsatz kommen sollte.[3] Die Neckarwerke machten den anderen Beteiligten des Projekts ab 1969 starken Druck und hoben die Notwendigkeit eines neuen Großkraftwerks, dessen Bau spätestens 1971 begonnen werden musste, hervor. Ob die Anlage nuklear oder konventionell sein sollte, darüber hatte man keine Entscheidung getroffen, jedoch waren die Erzeugungskosten des Kernkraftwerks mit 2 Pfennig je Kilowattstunde weitaus kostengünstiger.[4]

Die Energie-Versorgung Schwaben beteiligte sich ebenfalls an dem Projekt und erhoffte sich so, bis zur Fertigstellung des Gemeinschaftskernkraftwerks der Energie-Versorgung Schwaben und des Badenwerks in Philippsburg die Stromversorgung Baden-Württembergs über den Winter 1973/74 durch eigene Kernkraftwerke zu decken, ohne Elektrizität aus anderen Bundesländern importieren zu müssen. Da in Lauffen bereits Vorarbeiten geleistet wurden, hätte die Anlage bereits 1973 ans Netz gehen können, ein Jahr früher als ursprünglich geplant.[5] Die Beteiligten erwarteten Mitte 1969 die Vergabe des Projekts. Allerdings stellte die Energie-Versorgung Schwaben einen Änderungsantrag, was ein Scheitern des Projekts in Lauffen zur Folge hatte. Allerdings wurde hierdurch die Planungen für das Kernkraftwerk Philippsburg positiv beeinflusst, sodass dieses Projekt schneller als erwartet realisiert werden konnte.[6]

Standortverschiebung

Im Jahr 1971 wurde im Eilverfahren der Standort nach Neckarwestheim verlegt und der Auftrag für einen Druckwasserreaktor mit rund 800 MW an die Kraftwerk Union vergeben, die die Anlage errichten und den Erstkern liefern sollte.[7] Das Gelände für die Anlage ist ein Steinbruch des Portland-Cement-Werks Lauffen, der größtenteils bereits ausgebeutet war.[8] Die Anlage steht damit auf den Gemarkungen der Gemeinden Neckarwestheim und Gemmrigheim.[9] Die Fläche beläuft sich auf etwa 20 Hektar.[10] Nachdem sich die Energie-Versorgung Schwaben fast aus dem Projekt zurückgezogen hatte, sind lediglich die ursprünglichen Investoren Neckarwerke, Technische Werke Stuttgart, Deutsche Bundesbahn sowie eventuell auch das Portland-Cement-Werk Lauffen als eigentliche Bauherren übriggeblieben. Die Energie-Versorgung Schwaben behielt allerdings einen Anteil von 9 %.[8] Am 20. Juli 1971 wurde die Betreibergesellschaft, die Gemeinschaftskernkraftwerk Neckar (GKN) GmbH gegründet.[11]

Block 1

Die Kosten wurden auf etwa 600 Millionen DM veranschlagt. Der Bau sollte nach Plan am 1. September 1971 beginnen und der Probebetrieb am 1. Dezember 1975 beginnen.[10]

Bau

Block 1 am 29. August 1979

Mit dem Bau des ersten Reaktors wurde am 1. Februar 1972 begonnen.[12] Das Reaktorzentrum Seibersdorf in Wien entwickelte bis 1972 ein neuartiges Verfahren für die Reinigung von radioaktiven Abwässern aus Kernkraftwerken. Dadurch soll die Effektivität im Vergleich zu älteren Verfahren um das hundertfache gesteigert worden sein. Die erste Anlage mit diesem Verfahren wurde für Neckarwestheim[13] im Mai desselben Jahres bei der Firma Böhler in Auftrag gegeben.[14] Da bisher alle sieben Wärmekraftwerke am Neckar mit Durchlaufkühlung projektiert und gebaut wurden, würde sich im Sommer, wenn alle Anlagen auf Volllast liefen, das Wasser über 28 °C erwärmen, teilweise sogar auf 32 bis 35 °C. Aufgrund dessen wurde eine Regelung erlassen, die es zur Pflicht machte, die Anlagen ohne Durchlaufkühlung zu errichten, wovon auch das Kernkraftwerk Neckarwestheim betroffen war.[15] Aufgrund dessen wurden für die Anlage Kühltürme eingeplant.[7] Die beiden 186 Meter hohen Türme wurden 1974 von der baden-württembergischen Landesregierung genehmigt und sollten die Wasserqualität des Neckars positiv beeinflussen. Diese wären die bei einer Realisierung die weltweit höchsten Kühltürme geworden (bis 2000)[16] Aufgrund geringerer Kosten sowie zum Schutz des Landschaftsbildes der Neckarregion entschied man sich später für Zellenkühler.[17]

Neben den Kühlturmkonzept gab es zusätzlich die Untersuchung, Fernwärme aus dem Kernkraftwerk auszuspeisen, parallel zu einer gleichen Studie für das Kernkraftwerk Wyhl, um die Abwärme wirtschaftlich zu nutzen. Während um das Kernkraftwerk Wyhl kein entsprechender Abnehmerkreis vorhanden war, wurde die Frage im Fall des Kernkraftwerks Neckarwestheim für den Raum Stuttgart als machbar beantwortet. Allerdings stellten die hohen Kosten für den Aufbau eines solchen Fernwärmenetzes keine wirtschaftliche Lösung dar.[18] Im Gegensatz zu anderen Kraftwerksgroßprojekten in Baden-Württemberg stellte ein Bericht des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr fest, dass die Bauarbeiten nur in Neckarwestheim nach Plan vorangingen und ohne größere Verzögerungen ablaufen würden. Der Bericht stellte weiter fest, dass es, sollte sich bei den anderen Großprojekten der Bau weiter verzögern, ab 1977 zu Versorgungsengpässen kommen könnte. Die Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke sah dies ähnlich und warnte davor.[19]

Das angereicherte Uran für das Kernkraftwerk Neckarwestheim, betreffend den Erstkern und die Nachladungen bis 1980, wurde 1976/77 zusammen mit den Nachladungen für das Kernkraftwerk Niederaichbach von der Gesellschaft für Kernforschung Karlsruhe bei der sowjetischen Firma Techsnabexport bestellt. Die Kosten für den Erstkern des Gemeinschaftskernkraftwerks Neckarwestheim beliefen sich auf 30 Millionen Deutsche Mark. Zusammen mit der Bestellung des Erstkerns sowie der Nachladungen für das Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich waren dies die ersten Daueraufträge für die Anreicherung von nuklearem Brennstoff für deutsche Kernkraftwerke in der UdSSR. Der Grund hierfür war das Ziel, sich vom Monopol der Vereinigten Staaten zu lösen, die ihre Preise für angereichertes Uran stetig erhöhten. Bereits 1960 schlug deshalb Techsnabexport bei der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien vor, für Staaten, die den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet haben, Uran für Kernreaktoren bis zu fünf Prozent anzureichern.[20] Noch 1975, kurz vor der Fertigstellung des Werkes, geriet der Kunststoffanstrich des Reaktorbeckens in Brand und beschädigte aufgrund der enormen Hitzeentwicklung den dahinter liegenden Beton so stark, dass eine fünf Zentimeter dicke Schicht abgestemmt werden musste. Der Beton wurde durch das Torkretverfahren wieder aufgetragen.[21] Man rechnete trotzdem noch damit, im Winter 1975 den Block in Betrieb zu nehmen.[22]

Am 27. Februar 1976 konnte die Beladung des Reaktors mit Kernbrennstoff abgeschlossen werden. Noch zuvor wurden im ersten Warmprobebetrieb die neuen Hauptkühlmittelpumpen der Firma Andritz überprüft, die erstmals in einem solchen Reaktor verwendet wurden. Gegen Ende März 1976 sollte der zweite Warmprobebetrieb erfolgen, sodass im April der Block erstmals kritisch gefahren werden könnte. Der Zeitplan sah vor, dass zwischen September und Oktober der Probebetrieb des Blocks stattfinden sollte und die Übergabe des Werks somit im November erfolgen könnte.[23] Eine Besonderheit im Bezug auf etwaige Einsprüche gegen das Werk wurde am 8. August 1972 festgelegt, das nur Klagen zuließ, die von Anwohnern in einem Umkreis von zehn Kilometern um das Werk kamen.[24] Insgesamt gab es knapp weniger als 5000 Einsprüche bis zum Baubeginn.[25]

Betrieb

Nahaufnahme des Blocks

Im Jahre 1973 rechnete man mit der Inbetriebnahme des ersten Blocks zwischen 1974 und 1975.[26] Der Block wurde am 26. Mai 1976 erstmals kritisch und am 3. Juni 1976 erstmals mit dem Stromnetz synchronisiert.[12] Die Landesanstalt für Pflanzenschutz wurde beauftragt, während der Testbetriebsphase die Auswirkungen des Kühlturmbetriebs der Zellenkühler auf den Weinbau zu beobachten. An den am stärksten gefährdeten Hängen wurden deshalb entsprechende Schorfwarngeräte installiert, die modifiziert wurden und die Anzahl der aufgelaufenen Infektionen der Pflanzen vergleichen können sollen. Lokal erkannte man eine Häufung von Infektionen, was jedoch auf den Standort der Messgeräte zurückzuführen war. Die Daten des an das Kernkraftwerk angrenzenden Hanges wurden mit einem Hang nahe Kirchheim am Neckar verglichen. Im Vergleich konnten keine Unterschiede festgestellt werden, womit der Kühlturmbetrieb nachweisbar keine Auswirkungen auf den Weinbau und die Pflanzen hatte.[27] Am 1. Dezember 1976 ging der Block in den regulären kommerziellen Betrieb.[12] Aufgrund der fehlenden Qualifikation des Personals und zum Sammeln von Erfahrung fuhr bis September 1977 nur Personal der Kraftwerk Union AG den Reaktor. Der Reaktor wurde bereits im August zu einer Revision mit Brennelementewechsel abgeschaltet. Nach dem Brennelementewechsel wurde der Block am 21. September 1977 durch das eigentliche Betriebspersonal erstmals angefahren. Da aber noch die entsprechende Erfahrung fehlte, kam es zu einigen Bedienungsfehlern und einer Abweichung vom Betriebshandbuch, weshalb der Prozessrechner im falschen Betriebsmodus blieb und der Reaktor schneller als normal kritisch gefahren wurde. Durch den Druck dieses schnellen Anfahrens und das langsame Nachregeln kam es zum Ausdampfen einer der drei Dampferzeuger, was einen Druckabfall nach sich zog und den Block automatisch abschaltete. Diese Störung war eines der ersten größeren Ereignisse in einem Kernkraftwerk in der Bundesrepublik Deutschland und zog scharfe Kritik nach sich, da dieses fehlerhafte Betriebsverhalten erst zwei Monate später bekanntgegeben wurde.[28]

Neben den eigentlichen Bedienungsproblemen des wenig erfahrenen Personals gab es auch Probleme mit den Hauptkühlmittelpumpen, die beispielsweise zwischen dem 6. und 10. April 1978 das Werk zu einem Stillstand zwangen.[29] Im Gutachten zum Bau des zweiten Blocks wurde erstmals behandelt, dass die Dampfschwaden der Zellenkühler teilweise Bodenberührungen im Bereich der angrenzenden Wohngebiete aufweisen und so die Wohnqualität mindern. Als weitere Qualitätsminderung wurde die Lärmbelästigung des Werksbetriebs genannt.[30] Am 6. Juni 1983 kam es aufgrund eines Blitzeinschlages im Hauptnetzanschluss des Blocks zu Überspannungen in einigen Signalkabeln. Mehrere elektronische Karten für die Meldeverknüpfungen des Blockbetriebssystem wurden hierbei zerstört, gefolgt von einer Umschaltung der Generatorregelung vom automatischen Betrieb auf Handbetrieb. Nachdem die Hauptkühlmittelpumpe an Drehzahl verlor, sprach der Blockschutz an und schaltete den Reaktor ab. Der Bericht wurde unter Verschluss gehalten und erst seitens der Gesellschaft für Reaktorsicherheit veröffentlicht. In dem Bericht wird vermerkt, dass trotz der technischen Verbesserungen an der Anlage die Anzahl der Störungen nicht abnimmt.[31]

Im Februar 1990 kam es zu einem Hochwasser am Neckar, das dazu führte, dass viel Schwemmgut mitgeführt wurde, wodurch es zu einer Verstopfung der Kühlwasserentnahmestelle für Block 1 kam. In der Folge musste die Betriebsweise des Blocks geändert werden und die Zellenkühler im Rückkühlbetrieb gefahren werden, um die durch das Schwemmgut beeinträchtigte Kühlwasserentnahme auszugleichen und den Betrieb des Blocks unter Volllast zu gewährleisten.[32]

Block 1 mit Reaktorgebäude, Frischdampfarmaturenkammer und Turbinenhalle, im Hintergrund der Kühlturm von Block 2

Zum Jahreswechsel 1999/2000 wurde ein aus 20 Personen bestehendes „Projektteam Jahr 2000“ zusammengestellt, um die Tauglichkeit des Werkes für das neue Jahrhundert festzustellen. Bei einem simulierten Test des Prozessrechners im ersten Block druckte ein Drucker eine fünfstellige Jahreszahl nach der Umstellung auf ein Datum im neuen Jahrhundert.[33] Unter Berufung auf Kreise im Bundesumweltministerium schrieb die Hannoversche Allgemeine Zeitung, dass Block 1 zum Jahreswechsel vom Netz gehen werde. Dies bestritt das Umweltministerum des Landes Baden-Württemberg, da es keinen Grund für das vorsorgliche Abschalten gebe.[34] Im Jahr 2001 wurden im Kernkraftwerk Philippsburg Mängel im ersten Block entdeckt, was zur Sicherheitsüberpfüung anderer Reaktoren der EnBW führte. In der Folge stellte man fest, dass neben Obrigheim auch im ersten Block in Neckarwestheim das Notkühlsystem fehlerhaft war.[35]

Die Aufschrift von Greenpeace auf dem Kühlturm nach der Überstreichung durch die EnBW

Nach der Laufzeitverlängerung 2010 wurde ein Gutachten von Wolfgang Renneberg bekannt, wonach diverse Sicherheitsnachrüstungen für den Block verschleppt wurden. Daraus geht hervor, dass 2007 seitens EnBW diverse Nachrüstmaßnahmen beantragt, jedoch nicht umgesetzt wurden. Zu diesen Nachrüstungen zählen unter anderem die räumliche Trennung der Notstromsysteme, was einen Neubau des Dieselgeneratorgebäudes erfordert hätte, die Installation weiterer Notabschaltsysteme, sowie die Modernisierung der Sicherheitsleittechnik. Nach Kontaktaufnahme mit dem Onlinemagazin SPIEGEL Online stellte die Betreibergesellschaft EnBW klar, dass der aktuelle Technikstand ohne die Nachrüstungen den Anforderungen für die im Atomgesetz verankerten Vorgaben vollständig entspräche. Infolge der Abänderung des Atomgesetzes lief zu diesem Zeitpunkt noch eine anlagenspezifische Bewertung zum Abgleich mit den im Oktober 2010 hinzukommenden neuen Vorgaben. Die EnBW wollte erst diese Analyse abwarten, um etwaige weitere anlagenspezifische Nachrüstungen vorzunehmen. Als einen Grund für die Verschiebung der ehemals vorgesehenen Modernisierungen nannte der Betreiber, dass die Unsicherheit über eine etwaige Laufzeitverlängerung und die eventuelle Abschaltung 2009 ungeklärt im Raum stand.[36] Diese Gründe und die verlegte Stilllegung des Blocks führten zu Widerstand gegen das Werk. Am 28. Februar 2011 überquerten Greenpeace-Aktivisten mit Schlauchbooten den Neckar und drangen gegen 5:30 Uhr auf das Kernkraftwerksgelände ein. Ein Wachmann bemerkte die Eindringlinge, allerdings wurde er von diesen überrannt und in ein Gebüsch gestoßen, wobei er sich leicht verletzte.[37] Eine weitere Wachperson wurde beim Versuch, die Eindringlinge vom Beklettern des Hybridkühlturms abzuhalten, gewaltsam abgedrängt.[38] Die Polizei traf gegen 8:30 Uhr mit großen Hundestaffeln und 194 Beamten am Hubschrauberlandeplatz des Werkes ein. Das Spezialeinsatzkommando war gegen etwa 10:00 Uhr bereit, auf den Kühlturm zu klettern. Insgesamt wurden 53 Personen wegen Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Körperverletzung festgenommen. Gegen 11:00 Uhr verschwand der Nebel um den Kühlturm, sodass ein vor Radioaktivität warnender Totenkopf mit dem Schriftzug „Atomkraft schadet dem Ländle“ auf dem Kühlturm zu sehen war. Der Polizeieinsatz kostete etwa 25.000 Euro.[37]

Am 12. März 2011 war eine Großkundgebung mit rund 40.000 Teilnehmern geplant gewesen. Einen Tag vor dem geplanten Termin kam es an der Küste von Japan zum Tōhoku-Erdbeben mit einer Momenten-Magnitude der Stärke 9,0. Der folgende Tsunami war Auslöser des Reaktorunfalls von Fukushima-Daiichi, der vier Reaktoren des Kernkraftwerks Fukushima-Daiichi betraf. Hinsichtlich dessen flammte auch die Diskussion über die Erdbebensicherheit des Kernkraftwerks Neckarwestheim auf.[39] Die von den Medien geschürte Hysterie führte dazu, dass statt 40.000 ganze 60.000 Personen eine 45 Kilometer lange Menschenkette von Neckarwestheim bis in die Landeshauptstadt Stuttgart bildeten. Am gleichen Tag explodierte der erste Block des Kernkraftwerks Fukushima-Daiichi. In der Folge kritisierte der damalige Grünen-Fraktionsvorsitzende Jürgen Trittin, dass die älteren deutschen Kernkraftwerke – auch Neckarwestheim-1 – nicht gegen solch einen Zwischenfall (Kernschmelze) ausgelegt seien.[40] Infolge der Naturkatastrophe in Japan beschloss die Bundesregierung am 14. März 2011 die vorläufige Aussetzung der Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke, wovon Block 1 in Neckarwestheim betroffen war und sofort vom Netz gehen musste.[41] Einen Tag später wurde bekanntgegeben, dass der Block nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft stillgelegt werde, so die Entscheidung des EnBW-Vorstands Hans-Peter Villis.[42] Noch am gleichen Tag gab EnBW eine entsprechende Pressemitteilung heraus, dass der Block aufgegeben wird. In dieser heißt es, „dass ein dauerhaft wirtschaftlicher Betrieb von GKN 1 und damit ein Wiederanfahren des Kernkraftwerks voraussichtlich nicht mehr darstellbar ist“.[43] Am Abend des 16. März 2011 wurde der Block abgefahren und in der Nacht endgültig stillgelegt, zusammen mit dem ersten Block des Kernkraftwerks Philippsburg.[44]

Stilllegung

Proteste gegen das Werk am 20. März 2011

Im Vorfeld der Bundestagswahl 1998 gab es zwischen Bündnis 90/Die Grünen und der SPD den Konsens, bei einem Wahlsieg den Ausstieg aus der zivilen Nutzung der Kernenergie zur Stromerzeugung einzuleiten. Im August kündigten die potenziellen Koalitionspartner an, bei einer gewonnenen Wahl unter anderem Neckarwestheim-1 noch innerhalb der ersten Legislaturperiode vom Netz zu nehmen.[45] Bis Juni 1999 stand der Zeitplan, wonach Block 1 2011 vom Netz gehen sollte.[46] Der Termin war jedoch nicht sicher, so pochte Umweltminister Jürgen Trittin darauf, den Block noch in der ersten Legislaturperiode abzuschalten. Weiter wurde gefordert, die Restlaufzeit in Jahren festzulegen, während die Betreiber die Festlegung in Volllaststunden forderten.[47] Man einigte sich letztlich auf Restlaufzeiten, die für den Block so ausgelegt wurden, dass das Werk 2008 vom Netz gehen würde. Seitens der EnBW gab es 2006 den Antrag, den Block acht Jahre länger in Betrieb zu lassen und dafür im Gegenzug Block 2 gleichzeitig mit Block 1 vom Netz zu nehmen. Allerdings stieß dies auf Unverständnis und es wurde vermutet, den ersten Block über die Bundestagswahl 2009 in Betrieb lassen zu wollen, da man sich bei einem Regierungswechsel eine eventuelle Revidierung des Atomausstiegs versprach.[48] Der damalige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) kündigte allerdings bereits im Vorfeld an, diese Laufzeitverlängerung nicht zu genehmigen.[49]

Nach der Bundestagswahl 2005 forderte der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger eine Laufzeitverlängerung für den ersten Block über das Jahr 2009 hinaus. Die CDU versprach den Unternehmen längere Laufzeiten, was allerdings der damalige Koalitionspartner SPD nicht wollte.[50] Noch 2007 schlug er vor, die sieben ältesten deutschen Kernkraftwerke vom Netz zu nehmen, wovon auch Neckarwestheim-1 betroffen gewesen wäre.[51] Im Juni 2008 wurde der Antrag auf die Übertragung der Stromkontingente von Block 2 auf Block 1 abgelehnt. Als Begründung wurden die Sicherheitsreserven der Blöcke genannt, von denen Block 1 weniger besitze als Block 2.[52] Gegen diese Entscheidung erhob der Betreiber EnBW im Juli 2008 Klage am Verwaltungsgerichtshof Mannheim gegen das Bundesumweltministerium, um beide Blöcke 2017 vom Netz nehmen zu können. Grund für die Klage sei die politisch motivierte Ablehnung des Ministeriums, der keine Sachentscheidung zugrunde läge.[53]

Im Herbst 2008 ging der Block für eine ausgedehnte Wartungsperiode vom Netz. Laut EnBW-Kritikern sei dies ein Versuch gewesen, die Laufzeit so künstlich bis Anfang 2010 zu strecken, sodass der Block mit seinen Reststrommengen nicht Mitte 2009 vom Netz gehen müsse. Laut EnBW wurde der Block über mehrere Monate im Streckbetrieb und der Lastfolge gefahren, um so das Überangebot und den Preisverfall im Netz zu begrenzen.[54] Seitens der CSU wurde nach dem Wahlerfolg 2009 im Januar 2010 eilig gefordert, die Kernreaktoren Isar-1 und Neckarwestheim-1 nicht vor der Novellierung des Atomgesetzes vom Netz zu nehmen.[55] Zu diesem Zeitpunkt reichten die Reststrommengen von Block 1 des Kernkraftwerks Neckarwestheim noch bis etwa Ende April 2010.[56] Seitens der Regierung wurde den Betreibern zugesichert, dass keiner der 17 deutschen Kernreaktoren vom Netz gehen werde. Allerdings war eine Gesetzesänderung erst im Oktober mit Vorliegen des neuen Energiekonzepts angedacht. Um Biblis A und Neckarwestheim-1 in Betrieb zu halten, sollten Reststromkontingente von anderen alten Anlagen auf diese Blöcke übertragen werden.[57] Am 28. Oktober 2010 wurde der Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke im deutschen Bundestag zugestimmt, sodass Block 1 nun bis 2019 am Netz bleiben sollte.[58]

Infolge der Katastrophe von Fukushima-Daiichi wurde der Block am 16. März 2011 abgeschaltet[44] und mit der Novellierung des Atomgesetzes 2011 per Gesetz am 6. August 2011 endgültig die Stilllegung vollzogen.[12] Die Folge der Abschaltung war ein großer finanzieller Verlust für die EnBW, der sich einschließlich der Verluste aufgrund der Abschaltung des Siedewasserreaktors Philippsburg-1 auf 600 Millionen Euro innerhalb des ersten Halbjahres 2011 belief.[59]

Rückbau

Abrissarbeiten an den Zellenkühlern

Als erste eigentliche Maßnahme zur Stilllegung des Werkes beantragte am 28. März 2012 die EnBW Kernkraft GmbH bei der Gemeinde Neckarwestheim eine Abrissgenehmigung für die Zellenkühler des Werkes. Grund für den eiligen Abbau ist der dadurch gewonnene Platz, der für den Rückbau des ersten Blocks genutzt werden soll. Ein entsprechender Änderungsantrag für die betrieblichen Regelungen, da die Zellenkühler ein Teil des Blocksystems sind, jedoch nicht dem Atomgesetz unterliegen, wurde beim Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg eingereicht.[60] Am 21. Mai wurde die Genehmigung seitens der Gemeinde Neckarwestheim zum Abbau der Zellenkühler gegeben. Der Schutt und die Teile der Zellenkühler sollten über den Neckar verschifft werden.[61] Am 2. August 2012 verabschiedete das Unternehmen die Rückbaustrategie für das Werk. Weil das Unternehmen den Rückbau „nicht auf die lange Bank“ schieben möchte, wählte EnBW den direkten Rückbau des Blocks. Der sichere Einschluss als Alternative wurde abgelehnt. Begründet wurde die Entscheidung aus sicherheitstechnischen und ökonomischen Aspekten. Nach der Festlegung des Abbaukonzeptes wurde mit der Ausarbeitung der ersten Stilllegungs- und Abbaugenehmigung begonnen, was zwischen einem und zwei Jahren in Anspruch nehmen soll.[62] Im Februar 2017 erhielt die EnBW die Genehmigung für die Stilllegung und Rückbau von GKN-1[63]

Block 2

Block zwei

Im Jahre 1974 äußerte der Vorstandsvorsitzende der Neckarwerke, Beichter, erstmals die Absicht, einen zweiten Block in Neckarwestheim errichten zu wollen.[64] Im gleichen Jahr wurde seitens des Landtages ein Ersuchen für eine Baugenehmigung eines baugleichen Werkes bis auf weiteres abgelehnt, da man erst die Auswirkungen des noch in Bau befindlichen Blocks erwiesen haben wollte, insbesondere der beiden Nasskühltürme,[65][22] die jedoch nicht errichtet wurden. An den Planungen für einen baugleichen Block wurden jedoch auch über das Jahr 1976 weiterhin festgehalten.[66] Allerdings veränderten sich über die Jahre hinweg die bestellten Blockgrößen der Kernkraftwerke in der Bundesrepublik Deutschland vornehmlich auf eine Leistungsklasse von 1.300 MW, wovon Block 2 des Kernkraftwerks Neckarwestheim als einzige Anlage noch abwich und auf rund 800 MW projektiert war.[67] In der Folge wurde der Block 1980 in das Konvoi-Bauprogramm der KWU-Baulinie '80 übernommen.[68] Allerdings ging aus einem Gutachten hervor, dass der Block hinsichtlich der ökologischen Richtlinien eine schwer zumutbare Belastung sei. Zum einen besagte das Gutachten, dass die Emissionen des Naturzug-Nasskühlturms langfristig zu einer Einschwämmung der Oberflächengewässer und folglich zu einer Abwertung des betroffenen Landwerts inklusive verminderter Erträge von diesen Feldern führen würden. Weiter musste mit einer Einschränkung der Sonnenscheindauer in einem bis 1,2 Kilometern Entfernung vom Werk an ungünstigen Tagen gerechnet werden. Aufgrund des hohen Grundwasserspiegels im Steinbruch ging man davon aus, dass bei einer etwaigen Störung radioaktive Abwässer direkt in das Grundwasser einsickern könnten. Als weiteres Problem sah man eine Rückstauung des Neckars und die Niederschläge des Kühlturmes, die nicht mit den Zielen und Auflagen des Naturschutzes vereinbar waren. Laut dem Bericht gefährde der Bau der neuen Schaltanlagen „die landwirtschaftliche Struktur des Gebietes ernsthaft“.[30]

Block zwei im Vordergrund, im Hintergrund Block eins

Dieses Gutachten selbst wurde bereits seit 1976 seitens des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr ausgearbeitet und kam zu dem Schluss, dass sich Neckarwestheim für einen weiteren Kernkraftwerksblock nicht eignen würde. Als Alternativen aufgrund von Widerstand seitens der Landjugend des Kreisbauernverbandes wurden noch Sersheim und Lauffen als alternative Standorte vorgeschlagen, was aber von diesen jeweils abgelehnt wurde. Neckarwestheim wurde später aufgrund der Toleranz vor Ort doch akzeptiert. Der Bericht zu dem Gutachten wurde allerdings seitens der Landesregierung unter Verschluss gehalten, sodass nur Auszüge daraus bekannt waren. Die Landesregierung sowie der Kernkraftwerksbetreiber stellten sich allerdings über dieses Gutachten und leiteten das Genehmigungsverfahren für einen 1.300 MW starken Block zwischen dem ersten Juli und dem 31. August 1981 ein. Im Rathaus der Gemeinde Neckarwestheim lagen rund 50 Gutachten zum Werk und dessen Sicherheit mit rund 3.000 Seiten aus. Im Gegensatz zum Bau von Block 1 gab es gegen Block 2 seitens der Neckarwestheimer kaum Widerstand, eher breiten Zuspruch. Damit Neckarwestheim und Gemmrigheim dem neuen Block zustimmen würden, forderten die beiden Gemeinden bereits 1979 eine Handreichung von fünf Millionen DM, die der Betreiber bezahlte. Da andere Gemeinden außen vor gelassen wurden, forderte der damalige Bürgermeister der Gemeinde Kirchheim, Erwin Biedermann, die Eingemeindung der Standortgemeinden, um auch von den erheblichen Steuereinnahmen zu profitieren.[69] Bis zum 31. August gingen insgesamt 27.000 schriftliche Einwände gegen den neuen Block ein, von denen alleine 25.000 von der Öko-Organisation Bund Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar stammten. Der Neckarwestheimer Gemeinderat entschied sich unterdessen mit einer Mehrheit von acht CDU-Stimmen gegen fünf SPD-Stimmen für den neuen Block.[70] Seitens der Grünen gab es Kritik an der Nichtbeachtung des Gutachtens. Durch die Gemeinschaftskernkraftwerk Neckarwestheim GmbH wurde argumentiert, dass das Dokument wissenschaftlich bedenklich und in Teilen schlichtweg falsch sei, was die Grünen als Verschwörung zwischen dem Staat und der Atomindustrie ansahen.[71]

Ein Streitpunkt waren auch die Kühltürme des Blocks. Im ehemaligen Konzept waren zwei 150 Meter hohe Naturzug-Nasskühltürme vorgesehen,[65] im späteren Konzept mit 1.300 MW ein 160 Meter hoher Kühlturm. Aufgrund des Landschaftsbildes wurde die Höhe stufenweise über 100 und 80 Meter auf 56 m im Jahre 1981 als Hybridkühlturm heruntergesetzt.[72]

Bau

Am 9. November 1982 ging der zweite Block offiziell in Bau.[12] Die Kosten für den Block wurden auf 5,7 Milliarden DM geschätzt. Bis 1987 gab es jedoch ein gewisses Überangebot an Elektrizität sowie Prognosen, die eine geringere Nachfrage voraussagten, weshalb der Block überflüssig schien. Um die Energie trotzdem abzunehmen, gab es seitens der Technischen Werke der Stadt Stuttgart, die selbst 260 MW aus dem Block als Anteil besaßen, die Initiative, kostenfrei Elektroheizungen mit kostenfreier Belieferung mit Elektrizität beispielsweise in Schulen einzubauen. Der Sinn dahinter war, die Nachfrage an Elektrizität prophylaktisch zu erhöhen, besonders die Abnahme des sogenannten Nachtstroms zwischen 22:00 Uhr und 6:00 Uhr über die eher niedrigen Lastzeiten. Das Konzept, die Heizungen kostenfrei einzubauen, fand großen Anklang, weshalb 300 Altenwohnungen in Bad Cannstatt mit Elektroheizungen ausgestattet wurden und auch Daimler ein neues Verwaltungszentrum mit Elektroheizung plante. Die Technischen Werke der Stadt Stuttgart bezogen bereits rund 70 % ihres Stroms aus Kernenergie, genauer aus Block 1, mit dem erhöhten Anteil von Block 2 sogar rund 90 %, was allerdings einen Regelverstoß in der Branche darstellte: Da das Kernkraftwerk Neckarwestheim vornehmlich Grundlast lieferte, jedoch außerhalb der Spitzenzeiten der Strombedarf kaum vorhanden ist, wird mehr Energie erzeugt als benötigt wird. Die Folge ist das Abfahren anderer Kraftwerke sowie das Abfallen des Strompreises auf ein sehr niedriges Niveau während der Nacht. Tagsüber steigen die Kosten wieder auf ein normales Niveau an, mit einem Aufschlag, um den finanziellen Verlust des Nachtstroms wieder einzufahren. Um dies zu umgehen, versuchten die Technischen Werke der Stadt Stuttgart, den Stromverbrauch künstlich anzuheben. Sekundär wurde so der Markt für andere Heizquellen untergraben: So wurde billiger Atomstrom der Versorgung durch Fernwärme und Blockheizkraftwerke vorgezogen. Die Folge war ein steigender Stromverbrauch und die Verdrängung der anderen Versorgungsarten, sowie die Nachfrage nach weiteren neuen Kernkraftwerken.[73]

Lothar Späth 1987 auf dem Bundesparteitag der CDU

Innerhalb Baden-Württembergs war der Block stark umstritten, insbesondere um 1988 aufgrund der Landtagswahlen. Während die CDU unter Führung von Ministerpräsident Lothar Späth den Block unter allen Umständen ans Netz gehen lassen wollte, war die SPD unter Führung von Dieter Spöri für die Einmottung.[74] Mit der Inbetriebnahme des Blocks sollte der Atomstromanteil im "Ländle" auf rund 70 % steigen. Ein Problem war neben politischen Debatten der Neckar als Kühlwasserlieferant, aus dem sämtliche Kraftwerke zusammen 112.000 bis 140.000 Kubikmeter Wasser entnahmen und dessen Pegelstand im Sommer ohnehin bereits niedrig war. In der Folge beschloss man, die Betriebslizenz für den Block zu begrenzen, sodass die Anlage im Falle eines niedrigen Pegelstandes abfahren muss. Selbst die CDU argumentierte, dass die Anlage im Falle einer nicht gesicherten Kühlung des Blocks nicht angefahren werde. Als alternative Lösungen diskutierte man den Bau von Speicherbecken am Neckar, was jedoch im Laufe der Debatte scheiterte.[75] Ein ähnliches Prinzip verwendet auch das bereits 1988 in Betrieb genommene Kernkraftwerk Emsland, das bei niedrigem Wasserstand Kühlwasser aus dem Speicherbecken in den Dortmund-Ems-Kanal nachspeist.[76] Da das Projekt scheiterte, erwog man als Alternative, von der kleinen Kinzigtalsperre in Hessen einen neun Kilometer langen Tunnel zum Heimbach zu graben. Das Wasser könnte so über die Glatt zwischen Sulz und Horb in den Neckar geleitet werden und den Pegelstand ausgleichen. Allerdings handelte es hierbei um Trinkwasser, weshalb das Projekt von Ökoideologen mit Parolen wie „Kein Trinkwasser für Atomstrom“ stark kritisiert wurde. Der Zweckverband, der die Talsperre betreibt, war dem Projekt allerdings mehrheitlich zugeneigt.[75] Das Projekt wurde dennoch nie realisiert.

Betrieb

Am 29. Dezember 1988 wurde der Reaktor erstmals kritisch und am 3. Januar 1989 erstmals mit dem Stromnetz synchronisiert.[12] GKN 2 war der letzte Kernkraftwerksblock auf dem Gebiet der alten Bundesrepublik und der vorletzte auf dem heutigen deutschen Bundesgebiet, der seinen Betrieb aufnahm.[77] Von vielen Kernkraftwerksgegnern wurde der Block als endgültig letztes deutsches Kernkraftwerk bezeichnet,[78] womit sie einige Jahre später recht behalten sollten.[46] Nach dem Testbetrieb und der Erprobung, ob der Neckar die Wärmebelastung aushalten würde, gab im Sommer 1989 die Reaktorsicherheitskommission bekannt, dass der Block auf Volllast fahren dürfte.[79]

Im Jahr 2002 wurde im Nachhinein festgestellt, dass das Notboriersystem des Blocks blockiert war und nicht zur Verfügung gestanden hätte.[80]

Stilllegung

Nach Plan sollte der Block bis mindestens 2029 – insgesamt 40 Jahre – Elektrizität erzeugen, die Mindeststandzeit des gesamten Werks.[81] Im Vorfeld der Bundestagswahl 1998 gab es zwischen Bündnis 90/Die Grünen und der SPD das Versprechen, bei einem Wahlsieg den Ausstieg aus der zivilen Nutzung der Kernenergie zur Stromerzeugung einzuleiten. Im August kündigten die potenziellen Koalitionspartner an, im Falle einer gewonnenen Wahl unter anderem Neckarwestheim-2 am Netz zu lassen und die gesetzliche Laufzeit auf 40 Jahre zu begrenzen, womit das Datum der Standzeit des Reaktors entsprechen würde.[45] Diese Zeiträume verkürzten sich nach dem Wahlsieg der beiden Parteien zunächst auf 35 Jahre, wonach Block 2 bereits 2024 vom Netz gehen würde, sekundär standen auch 30 Jahre zur Diskussion.[82] Man einigte sich letztlich darauf, dass der Block 2024 nach 35 Jahren Betrieb als letzter deutscher Kernreaktor vom Netz gehen sollte.[46] Allerdings gab es aus den Reihen der Grünen, sowie der SPD Widerstand von Politikern, die dieses Zeitfenster als zu lang ablehnten. Der grüne Umweltminister Jürgen Trittin sprach von einer mximalen Laufzeit von 25 Jahren und gab bekannt, man werde sich darauf einigen.[83] Ein weiterer Streitpunkt war die Tatsache, dass Trittin die Restlaufzeiten in festen Jahren veranschlagen wollte, die Betreiber jedoch die Restlaufzeiten in Volllaststunden aufteilen wollten.[47]

Man einigte sich letztlich auf 2021 als Zeitpunkt der Stilllegung des Blocks in Form von Reststrommengen.[48] Im Jahr 2002 wollte die EnBW vom zweiten Block Reststrommengen auf das Kernkraftwerk Obrigheim übertragen, wobei eigentlich nur die Übertragung von Reststrommengen von alten auf neue Reaktoren möglich war.[84] In einer geheimen Absprache wurde dieses Vorhaben durch die EnBW mit SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder abgesprochen, laut der Wochenzeitung Die Zeit unter Wissen des Umweltministers Jürgen Trittin. Als diese geheime Unterredung zutage kam, gab es einen großen Aufschrei in der grünen Basis darüber. Jürgen Trittins Sprecher, Michael Schroeren, dementierte die Unterstellung, dass Trittin hiervon wusste. Die zu übertragenden Reststromkontingente beliefen sich auf 15 Terrawattstunden, womit Obrigheim noch bis 2006 Strom hätte produzieren können. Seitens der Grünen wurde Druck auf Trittin ausgeübt, den Antrag der EnBW abzulehnen.[85] Anders als erwartet wurde der Kompromiss zwischen Kanzler Gerhard Schröder und der EnBW vom Umweltminister an einer Abstimmung der grünen Basis vorbei gelenkt. Man fand letztlich einen Kompromiss, wonach Obrigheim zwei Jahre lang länger laufen dürfte und die verringerten Kontingente von 5,5 Terrawattstunden nicht von Neckarwestheim 2, sondern von Philippsburg-1 übertragen werden sollten.[86]

Am 28. Oktober 2010 wurde der Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke im deutschen Bundestag zugestimmt, sodass Block 2 nun bis 2036 am Netz hätte bleiben dürfen.[58] Infolge der Katastrophe von Fukushima-Daiichi und der Novellierung des Atomgesetzes 2011 wurde die Laufzeit von Neckarwestheim auf das Jahr 2022 beschränkt.[87] Seitens des Umweltministers des Landes Baden-Württemberg, Franz Untersteller, gab es im November 2013 den Vorschlag, im Gegenzug zum Transport von CASTOR-Behältern aus dem Kernkraftwerk Obrigheim zum Zwischenlager in Neckarwestheim, zur Kompensation des zusätzlichen Risikos, die Laufzeit des Blocks zu verkürzen. Seitens EnBW wurde dieser Vorschlag zurückgewiesen und auf die feste Laufzeit bis zum 31. Dezember 2022, wie im Atomgesetz verankert, hingewiesen. Untersteller plante, dass die Laufzeit um etwa die 15 CASTOR-Behälter, die aus dem Kernkraftwerk Obrigheim hergebracht werden sollen, reduziert werden solle.[88]

Standortdetails

Luftaufnahme des Werkes aus dem Jahr 2011

Der Standort des Kernkraftwerks ist seismisch ruhig gelegen und statistisch bei einem Beben Beschleunigungswerten von 70 bis 220 cm×s-2 ausgesetzt. Da dieser Wert nicht sehr aussagekräftig ist, gab die Genehmigungsbehörde beim Institut für Geophysik ein Gutachten in Auftrag, das das Auftreten, die Stärke und etwaige weitere Auswirkungen eines Bebens auf das Kernkraftwerk Neckarwestheim analysierte. Entsprechend dieses Gutachtens sind beide Blöcke gegen Beben im großen Umfang ausgelegt, ausgenommen das Notnebenkühlwasserpumpenbauwerk. Geologisch gesehen ist das Gelände des Kernkraftwerks, ein ausgedienter Steinbruch, im Verbreitungsgebiet des oberen Muschelkalks gelegen, überlagert von Deckschichten aus Löss und Neckarschotter, die auf die Eisenzeit zurück gehen. Die meisten Schichten sind hierbei im Steinbruch aufgeschlossen. Um die tieferen Schichten zu untersuchen, wurden zum Bau des ersten sowie des zweiten Blocks 1980 Bohrungen bis in Tiefen von maximal 94,25 Meter vorgenommen. Der Untergrund wurde als tragfähig bewertet.[11] Allerdings wurde bereits 1977 in einem anderen Gutachten festgestellt, dass sich Neckarwestheim eher weniger für ein weiteres Kernkraftwerk eignen würde, da das Gestein, auf dem der zweite Block errichtet werden sollte, nicht sehr tragfähig sei. Die unter dem Werk liegenden Gipsschichten neigten dazu, Wasser aufzunehmen und aufzuquellen, was in der Folge zur Auslaugung dieser Schichten führen und dadurch ein Hohlraum entstehen könnte. Im ungünstigsten Fall könnten diese einstürzen und ganze Gebäudeteile des Blocks absenken. Im Falle eines Erdbebens könnten diese Hohlräume noch einfacher verfallen. Rund fünf Kilometer vom Kernkraftwerk entfernt ist dies bereits ohne Beben mehrmals im Neckar passiert, wovon ein Wehr betroffen war und notdürftig mit Beton unterfüttert wurde. Deshalb wurde vorsorglich beim Bau unter dem zweiten Block eine acht Meter dicke Pufferschicht aus Beton errichtet.[89]

Das Gelände selbst liegt im Oberwasser der Staustufe Lauffen am Neckar bei Flusskilometer 129,250. Das Gelände selbst hat eine Höhe von 172,5 Meter über Normalnull und damit 2,8 Meter über dem Wasserspiegel des Neckars, der auf 169,7 Meter über Normalnull angestaut ist. Die Abflussmenge beträgt maximal 2.400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, entsprechend der Auslegung der Lauffener Staustufe. Nach den letzten Untersuchungen vom Mai 1978 überschritt der Neckar auf Höhe des Standortes in den vorherigen 100 Jahren niemals die Marke von 171 Metern über Normalnull.[11] Allerdings sinkt der Wasserstand an heißen Sommertagen gelegentlich unter den Mindeststand, weshalb die Blöcke ihre Leistung verringern mussten.[90] Um die Kühlung und den Wasserstand des Neckars auszugleichen, wurde 2001 das Hochwasserrückhaltebecken Ehmetsklinge um zwei Drittel vergrößert. Die Kapazität der Einleitung des Wassers über die Zaber in den Neckar liegt bei 800 Liter pro Sekunde.[91] Von einem Volumen von 590.000 Kubikmeter sind rund 335.000 Kubikmeter Wasser für die Nachspeisung in den Neckar vorgesehen, womit der Staudamm einen sieben- bis achttägigen Volllastbetrieb beider Blöcke ausgleichen könnte.[90] Neben dieser Maßnahme besitzen beide Blöcke mechanische Kühlmöglichkeiten: die Zellenkühler und den Hybridkühlturm.[11] Die Entnahmemenge des Kernkraftwerks aus dem Neckar ist begrenzt auf 43,7 Kubikmeter pro Sekunde.[11]

Das Gelände selbst ist aufgrund der Tatsache, dass es sich um einen ehemaligen Steinbruch handelt, in seiner Größe und Topografie begrenzt. Während der erste Block eher im südwestlichen Teil des Steinbruchs angelegt ist, wurde Block 2 im Südosten positioniert. Die Turbinenhalle von Block 1 ist längs von Südwest nach Nordost ausgerichtet, im Südosten befindet sich das Reaktorgebäude des Blocks mit den davor gelagerten Hilfsanlagen. Die Zellenkühler des Blocks befinden sich nördlich des Blocks, parallel zu den Gebäudeanordnungen mit einem Längsverlauf von Südost nach Nordwest. Die Turbinenhalle des zweiten Blocks ist längs von Südost nach Nordwest positioniert, nordwestlich davon gelegen das Reaktorgebäude mit den Hilfsanlagen. Ganz im Norden des Steinbruchs befindet sich der Hybridkühlturm des zweiten Blocks, etwas abseits der Hauptgebäude. In südwestlicher Richtung von Block 2, bzw. in südöstlicher Richtung von Block 1 aus gesehen befinden sich die von Block 1 und 2 gemeinsam genutzten Anlagenteile. Südwestlich der Turbinenhalle von Block 1 befindet sich die Kernkraftwerksverwaltung mit den Parkplätzen. Anders als die Blöcke mit ihren Anlagen befindet sich die Verwaltung nicht im Steinbruch.

Öffentliche Kommunikation

Blick über Neckarwestheim

Um einerseits die Anwohner über die Vorgänge im Kernkraftwerk zu informieren, und aufzuklären, aber auch um Einblicke in die Kernenergetik selbst zu gewähren, veröffentlichte die Gemeinschaftskernkraftwerk Neckarwestheim GmbH seit 1980 die Werbezeitung „Nachbar“, die kostenlos an 20.000 Haushalte in und um Neckarwestheim verteilt wurde.[92] Heute verteilt EnBW lediglich ein Informationsblatt des Konzerns, nicht auf das Kernkraftwerk spezifiziert, informiert jedoch auch darin über aktuelle Entwicklungen in den EnBW-Kraftwerken und dem Konzern.

Gegen Ende der 1980er Jahre wurde geplant, direkt neben dem Kernkraftwerk ein Freibad zu errichten, das ganzjährlich geöffnet sein sollte. Die Wärme für die Beheizung der Becken sollte aus dem Kernkraftwerk stammen. Die betreffenden Gemeinden Gemmrigheim und Neckarwestheim standen diesem Objekt unterschiedlich gegenüber, weshalb es in der Folge eine Bürgerabstimmung zu dem Projekt gab. So wurde das 20 Millionen DM teure Freibad von der Mehrheit der Neckarwestheimer befürwortet, seitens der Gemmrigheimer mehrheitlich abgelehnt. Als Kompromiss zahlte das Kernkraftwerk Neckarwestheim beiden Gemeinden jeweils die Hälfte der Baukosten für das Freibad und somit 10 Millionen pro Gemeinde aus.[93] Im Jahr 1993 wurden in Neckarwestheim die 10 Millionen DM in die Gründung der Bürgerstiftung Neckarwestheim investiert.[94] Die Stiftung befasst sich vornehmlich mit den kulturellen, sportlichen und sozialen Belangen der Gesellschaft in Neckarwestheim und organisiert den Verkauf der Frei- und Hallenbadkarten, kostenfreie Fahrten zu anderen Hallenbädern, ein Kinderferienprogramm, Zuschüsse für Schulfahrten und etwaige andere finanzielle Unterstützungen. Diese Vorteile gelten nur für die Gemeinde Neckarwestheim selbst.[95]

Die Gemeinde Neckarwestheim nahm während des Betriebs beider Blöcke jährlich rund fünf Millionen Euro Gewerbesteuern ein,[96] von denen rund 80 % alleine vom Kernkraftwerk stammten.[97] Seit 1995 ist die Gemeinde durch die Steuereinnahmen vollständig schuldenfrei geworden. Neckarwestheim bietet im Landkreis Heilbronn nach Stand 2012 die niedrigsten Grundstückspreise und hat nach Neckarsulm mit neun Millionen Euro Gesamtsteueraufkommen die zweitstärkste Steuerkraft. Nach der gesetzlichen Stilllegung des ersten Blocks reduzierten sich die Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde auf drei Millionen Euro.[98] Die Steuereinnahmen aus dem Kernkraftwerk werden vornehmlich zur Verbesserung und Umsetzung neuer Infrastrukturprojekte in der Gemeinde verwendet.[99]

Internationale Kooperation

Vom ersten Januar 1996 bis zum 31. Dezember 1999 nahm das Kernkraftwerk Neckarwestheim am Programm für technische Hilfe in der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (TACIS) teil. Bereits seit 1994 unterhielt das Kernkraftwerk deshalb eine Partnerschaft mit dem Kernkraftwerk Saporischschja in der Ukraine über technische Hilfeleistungen vor Ort. Die von den Neckarwestheimern geforderten Dienstleistungen mussten seitens der Kommission der Europäischen Gemeinschaft beglichen werden. Die Summen beliefen sich auf mehrere Millionen Euro. Allerdings zahlte die Europäische Komission nach Unterredung mit einigen Ingenieuren vor Ort in Saporischschja nicht den vollständigen Betrag aus. Die Folge war, dass die EnBW Kernkraft GmbH die EU-Kommission verklagte. Die Klage wurde am Ende jedoch abgewiesen.[100]

Zwischen dem 8. und 24. Oktober 2007 fand im Kernkraftwerk die 142. Operational Safety Review Mission des Operational Safety Review Team (OSART) der IAEA statt, zum ersten Mal in Neckarwestheim. Hierbei wurde das Kernkraftwerk auf seine operative Sicherheit hinsichtlich internationaler Maßstäbe geprüft und anhand der Ergebnisse bewertet, sowie Verbesserungen vorgeschlagen. Die Überprüfung des Werkes fand auf Anfrage der Bundesregierung statt. Das Team beurteilte die Sicherheitsstruktur im Werk sehr positiv, ebenso die Anstrengung zur Verwaltung des Werkes. Von den Empfehlungen des Teams zur Verbesserung an der Anlage wurden 80 % der Vorschläge bis zur Folgemission zwischen dem 11. und 14. Mai 2009 umgesetzt, die restlichen 20 % der Verbesserungsvorschläge befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch in der Umsetzung.[101]

Technik Block 1

Block 1 ist ausgestattet mit einem Druckwasserreaktor vom Typ KWU 3-loop und gehört zum so genannten „Typ Biblis“.[12] Der Block erzeugte im Reaktor seine Wärme aus 177 Brennelementen mit einer Gitterung von 15×15 Brennstäben und steuerte die Kettenreaktion mit 45 Steuerstäben. Die thermische Leistung von 2.497 MW wurde über drei Primärschleifen mit je einem Dampferzeuger an einen sekundären Kreislauf abgegeben. Das Wasser wurde anschließend über eine Pumpe in jeder Schleife wieder in den Druckbehälter und durch den Kern geleitet. Die an den sekundären Kreis abgegebene Wärme und der dort entstehende Dampf wurden an zwei verschiedene Dampfturbinen weitergeleitet. Die erste Dampfturbine diente herkömmlich der Erzeugung von Strom und bestand aus einem zweiflutigen Niederdruckläufer und drei zweiflutigen Niederdruckläufern, die mit einer Drehzahl von 3.000 Umdrehungen pro Minute fuhren. Dort trieben die Läufer über eine Welle einen zweipoligen Generator an, der eine Scheinleistung von 850 Megavoltampere erreichte und eine Wirkleistung von 688 Megawatt besaß. Die zweite Turbine bestand aus einer einflutigen Hochdruckturbine und einer einflutigen Niederdruckturbine. Diese Läufer trieben über eine Welle einen zweipoligen Bahnstromgenerator mit nur einer Phase an, der eine Scheinleistung von 187,5 Megavoltampere mit einer Wirkleistung von 152,0 Megawatt aufwies. Der Generator arbeitete mit der Bahnstromfrequenz von 16⅔ Hertz.[11] Insgesamt erreichte der Block eine Bruttoleistung von 840 MW, von denen 785 MW in das Netz eingespeist wurden. Die Gesamtleistungsangabe umfasste sowohl die Produktion des normalen Generators als auch des Bahnstromgenerators.[12]

Zur Kühlung des Kühlwassers und zur Einhaltung der Temperaturgrenzwerte besaß Block 1 zwei Zellenkühlerreihen, die aus jeweils 17 Zellen bestanden. Die Reihen waren rund 186,8 Meter lang und am oberen Teil 23,5 Meter sowie am unteren Teil 16,9 Meter breit. Die Höhe betrug 18 Meter. Jede Zelle bestand aus einen Ventilator, der einen Sog verursachte und so einen Luftstrom erzeugte. Das Wasser wurde in diesem Luftstrom verrieselt, womit es seine Wärme an die strömende Luft abgab. Hierbei verdunstete ein Anteil von etwa einem Prozent. Zwei Zellen der ersten Kühlturmreihe wurden modifiziert und mit einer Trockenkühlung ausgestattet. Hierbei wollte man Erfahrungen über die Schwadenbildung bei einem eventuellen Hybridbetrieb sammeln. Die Zellenkühler führten durch Rückleitung des Wassers in den Neckar zu einer Sauerstoffanreicherung des Flusses, welche sich positiv auf die Ökologie auswirkte.[11]

Technik Block 2

Der zweite Block ist mit einem Druckwasserreaktor der KWU-Baulinie '80 ausgestattet.[12] Der Block erzeugt seine Energie im Kern durch 193 Brennelemente mit einer Gitterung von 18×18 Brennstäben. Die Kettenreaktion wird gesteuert mit 61 Steuerstäben. Die thermische Leistung von 3.850 MW wird über vier Primärschleifen an jeweils einen Dampferzeuger pro Schleife weitergeleite. Nach Durchlaufen des Erzeugers und der Übertragung der Wärme an den Sekundärkreislauf wird das Wasser durch Pumpen, von denen jede Schleife eine besitzt, wieder in den Reaktorkern geleitet. Die an den Sekundärkreislauf weitergegebene Wärme wird zu einer Turbine weitergeleitet, die aus einem zweiflutigen Hochdruckläufer und zwei zweiflutigen Niederdruckläufern besteht. Die Laufgeschwindigkeit liegt bei 1.500 Umdrehungen pro Minute. Die Welle der Dampfturbine treibt einen vierpoligen Dreiphasengenerator an, der eine Scheinleistung von 1.640 Megavoltampere und eine Wirkleistung von 1365 Megawatt erreicht.[11]

Zur Kühlung des Kühlwassers verwendet Block 2 im Gegensatz zu Block 1 einen Hybridkühlturm. Ein weiterer Unterschied ist der Kühlanspruch, der bei Block 2 einerseits aus der höheren Leistung, andererseits aus der Tatsache, dass der Block das Wasser nicht in den Neckar zurückleitet, sondern bis zur Verdunstung umwälzt, resultiert. Die Hybridbauweise ermöglicht einen Betrieb des Kühlturms sowohl in einem Nass-Trocken-Betrieb, dem Hybridbetrieb, wobei die Schwadenbildung verringert wird, als auch in einem Nassbetrieb, bei dem größere Schwaden entstehen. Im Hybridbetrieb wird zunächst das Kühlwasser über das Trockenteil geleitet, bei dem es auf 10 bis 30 % seiner Verdampfungsenthalpie erhitzt wird. Anschließend wird das Wasser im Nassteil des Kühlturms herkömmlich verrieselt. Der benötigte Luftzug wird mit Ventilatoren künstlich erzeugt. Um ein Eindicken des Kühlwassers zu verhindern, wird ein kleiner Teil des Wassers mit hoher Sauerstoffanreicherung in den Neckar zurückgeleitet. Dies geschieht aber nicht stetig, sondern in unregelmäßigen Zeitintervallen. Der Kühlturm selbst hat einen Basisdurchmesser von 160 Metern und eine Höhe von 51,22 Metern. Der Schlot alleine hat eine Höhe von 24,97 Metern, die oberste Öffnung hat einen Durchmesser von 73,6 Metern. Die 44 Ventilatoren des Kühlturms benötigen im Nassbetrieb eine Leistung von 8,14 MW, die sich beim Hybridbetrieb auf 11,22 MW erhöht.[11]

Anlagenschutz

In einem Urteil 1989 wurde seitens des Bundesverwaltungsgerichts festgelegt, dass das Sicherheitspersonal des Kernkraftwerks Neckarwestheim mit Pistolen und Revolvern ausgestattet werden muss. Der Sinn dahinter war, Zeit zu gewinnen, bis die örtlichen Polizeikräfte beim Eindringen von Terroristen auf das Werksgelände vor Ort wären. Der Betreiber kommentierte diese Regelung als „Unfug“ und argumentierte, man könne ein Kernkraftwerk nicht mit einer Dienstpistole schützen. Gegen eine paramilitärische Gruppierung, die auf das Werksgelände eindringen könnte, war das Werk nicht geschützt. Infolge der Terroranschläge vom 11. September 2001 änderten sich die Ansichten, weshalb der Anlagenschutz und das Unfallspektrum in den Sicherheitsanalysen breiter analysiert wurde und auch unwahrscheinliche Fälle eher unter die Lupe genommen wurden.[102]

Einer der Leinwegeingänge des Kernkraftwerks

Hinsichtlich eines Flugzeugabsturzes ist Block 1 auf den Einschlag eines Starfighters ausgelegt, die Standfestigkeit beim Absturz eines Verkehrsflugzeugs ist jedoch fraglich.[103]

Im Juli 2009 kam eine Sicherheitslücke im Kernkraftwerk Neckarwestheim zutage, mit der ein ehemaliger externer Mitarbeiter den Energiekonzern EnBW erpresste. Der Arbeiter entdeckte und dokumentierte diverse Sicherheitslücken bei seiner Tätigkeit im Sicherheitsbereich des Werkes. Da die Person den Anschein erweckte, für die Dokumentationen der Mängel Geld zu verlangen, zeigte die EnBW den ehemaligen Mitarbeiter bei der Staatsanwaltschaft Heilbronn an. Weiter wurde das Umweltministerium des Landes Baden-Württemberg eingeschaltet. Die EnBW kündigte an, sobald die Dokumentation für den Konzern zugänglich seien, entsprechende Prüfungen und etwaige Nachbesserungen vorzunehmen.[104]

Wissenswertes

  • Beim Bau des Verwaltungsgebäude auf der Gemarkung Gemmrigheim wurden Fundstücke aus der Hallstattzeit gefunden.[105]
  • Direkt über das Kernkraftwerksgelände, aber im äußeren Sicherheitsbereich, verläuft der Leinpfad direkt am Neckar entlang. Beim Bau des ersten Blocks 1972 setzte sich der Gemmrigheimer Bürgermeister Helmut Klass dafür ein, dass das Wegrecht erhalten blieb. Zur Gewährung des Durchgangs, der im Wegrecht verankert und für Gruppengrößen von bis zu fünf Personen möglich ist, gibt es an beiden Seiten des Kernkraftwerksgeländes ein Tor mit einer Klingel. Sicherheitskräfte des Kernkraftwerks begleiten die Personen über das Gelände bis zum anderen Ausgang. Das Fotografieren innerhalb der Sicherheitsumzäunung ist jedoch untersagt. Während größerer Demonstrationen und nach den 11. September 2001 war der Weg zeitweise gesperrt.[106]
  • Beim Drucktest des Sicherheitsbehälters von Block 2 wurden insgesamt 7 rohe Hühnereier im Reaktorgebäude platziert. Man konnte Wetten darauf abschließen, ob die Eier explodieren, implodieren oder heil bleiben würden. Jede falsche Vorhersage kostete 5,00 DM. Die Eier blieben heil. Das eingenommene Geld (ca. 1.300,00 DM) spendeten die an der Wette beteiligten Ingenieure dem Neckarwestheimer Kindergarten.

Daten der Reaktorblöcke

Das Kernkraftwerk Neckarwestheim besteht aus zwei Blöcken, von denen sich einer in Betrieb befindet und einer stillgelegt wurde.

Reaktorblock[12] Reaktortyp Leistung Baubeginn Netzsyn-
chronisation
Kommer-
zieller Betrieb
Stilllegung
Typ Baulinie Netto Brutto
Neckarwestheim-1 DWR KWU 3-Loop „Typ Biblis“ 785 MW 840 MW 01.02.1972 03.06.1976 01.12.1976 06.08.2011
Neckarwestheim-2 DWR KWU-Baulinie '80 1310 MW 1400 MW 09.11.1982 03.01.1989 15.04.1989

Einzelnachweise

  1. Salvatore Buscema, Nicola D'Amati: Documenti e discussioni sulla formazione del sistema tributario italiano, Band 2. In: Documenti e discussioni sulla formazione del sistema tributario italiano, Nicola D'Amati; Bände 10-11 von Storia della finanza pubblica. Cedam, 1961.
  2. Heinrich Kolbenschlag, u.a.: Zentrale Einrichtungen des Gesundheitswesens. In: Ämter und Organisationen der Bundesrepublik Deutschland. Boldt, 1968.
  3. Euratom: Euro-spectra, Bände 8-9. European Atomic Energy Community, 1969.
  4. Bundesverband der Arbeitsgemeinschaften Kleinkraftwerk e.V.: Das Wassertriebwerk, Bände 18-21. 1969.
  5. Baden-Württemberg. Baden-Württembergische Verlagsanstalt, 1969.
  6. Österreichisches Forschungsinstitut für Wirtschaft und Politik: Berichte und Informationen, Band 25. Berichte und Informationen, 1970.
  7. a b Kerntechnik, Band 13. K. Thiemig., 1971.
  8. a b Kerntechnische Gesellschaft: Atomwirtschaft-Atomtechnik, Band 16,Teil 1. Handelsblatt.
  9. Verein Deutscher Eisenhüttenleute, u.a.: Stahl und Eisen: Zeitschrift für das Deutsche Eisenhüttenwesen, Band 95, 1975
  10. a b Dechema, u.a.: Zeitschrift für Werkstofftechnik, Bände 1-2. Verlag Chemie, 1970.
  11. a b c d e f g h i Strom aus Neckarwestheim - Die Technik. GKN GmbH, 2000. 7. Auflage.
  12. a b c d e f g h i j Power Reactor Information System der IAEA: „Germany“ (englisch)
  13. Arbeitsgemeinschaft Chemische Industrie, Verband der Chemischen Industrie: Chemische Industrie: Zeitschrift für die deutsche Chemiewirtschaft, Band 24. 1972.
  14. Österreichischer Ingenieur- und Architekten-Verein, u.a.: Österreichische Ingenieur-Zeitschrift, Band 17. Springer-Verlag., 1975.
  15. Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde (Stuttgart, Germany): Kosmos, Band 70. Kosmos, Gesellschaft d. Naturfreunde, 1974.
  16. K. Thiemig., 1974: Kerntechnik, Band 16.
  17. Geschichte und Geschichten rund um das GKN – 25 Jahre GKN. Herausgeber: Gemeinschaftskernkraftwerk Neckar GmbH, Neckarwestheim, 1996, Seite 39.
  18. Deutsche Physikalische Gesellschaft (1963): Physikalische Blätter, Band 33. VCH Verlagsgesellschaft, 1977.
  19. Volker Emmerich, Rudolf Lukes: Die Sicherheit der Energieversorgung: ist sie gegenwärtig gefährdet u. durch welche Reformmassnahmen wird sie vergrössert? : Referate u. Diskussionen e. Arbeitsgemeinschaft im Zentrum f. Interdisziplinäre Forschung, Universität Bielefeld am 7./8. Dez. 1973. In: Band 4 von Recht, Technik, Wirtschaft. Heymann, 1974. ISBN 3452178242.
  20. Wolfgang D. Müller: Auf der Suche nach dem Erfolg - Die sechziger Jahre - Geschichte der Kernenergie in der Bundesrepublik Deuschland Band II. Schäffer Poeschel, Stuttgart 1996. ISBN 3820210296.
  21. Deutsche Bauzeitung: Fachzeitschrift für Architektur und Bautechnik, Band 109. Deutsche Verlags-Anstalt., 1975. Seite 81.
  22. a b Verein Deutscher Eisenhüttenleute, u.a.: Stahl und Eisen: Zeitschrift für das Deutsche Eisenhüttenwesen, Band 95. 1975. Seite 901.
  23. Kerntechnik, Band 18. K. Thiemig., 1976. Seite 99.
  24. Dieter Neumeyer: Die Klagebefugnis im Verwaltungsprozeß. In: Band 62 von Schriften zum Prozeßrecht. Duncker & Humblot, 1979. ISBN 3428044959. Seite 47.
  25. Iwaniec, Mario: ˆDie ̃Betrachtung der Risiken der Kernenergie in ausgewählten deutschen Printmedien. In: Band 13 von Berliner Schriften zur Medienwissenschaft. Univerlagtuberlin, 2010. ISBN 379832283X. Seite 46.
  26. Klaus Kaiser (Diplomgeograph.), u.a.: Stuttgart und die Region Mittlerer Neckar. In: Band 13 von Zahl + Leben. W. Kohlhammer; Deutscher Gemeindeverlag, 1973. ISBN 3171380218. Seite 169.
  27. Pflanzenschutzdienst Baden-Württemberg, u.a.: Jahresbericht des Pflanzenschutzdienstes Baden-Württemberg. Landesanstalt für Pflanzenschutz., 1976. Seite 103.
  28. Germany (West). Bundestag: Verhandlungen des Deutschen Bundestages: Stenographische Berichte, Band 238. 1977.
  29. Germany (West). Bundestag: Verhandlungen des Deutschen Bundestages: Stenographische Berichte, Band 246. 1978. Seite 16.
  30. a b Der Spiegel: Sonnenschein spürbar vermindert, 3. August 1981. Abgerufen am 16. August 2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  31. Der Spiegel: Blitz im Atommeiler, 5. September 1983. Abgerufen am 16. August 2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  32. Kerntechnische Gesellschaft (Bonn, Germany), u.a.: Atomwirtschaft, Atomtechnik, Band 35. Handelsblatt GmbH, 1990. Seite 106.
  33. Der Spiegel: Störung im Dunkeln, 9. August 1999. Abgerufen am 17. August 2012. (Archivierte Version bei WebCite)
  34. SPIEGEL Online: Streit um Atomkraftwerke, 22. Dezember 1999. Abgerufen am 17. August 2012. (Archivierte Version bei WebCite)
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Siehe auch

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