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Kernkraftwerk Pleinting

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Kernkraftwerk Pleinting
Standort
Land Flag of Germany.svg Deutschland
Bundesland Bayern
Ort Pleinting
Koordinaten 48° 40′ 13″ N, 13° 6′ 17″ OTerra globe icon light.png 48° 40′ 13″ N, 13° 6′ 17″ O
Reaktordaten
Eigentümer Bayernwerk AG
Betreiber Bayernwerk AG
Planungen storniert 2000
Pläne storniert 2 (2600 MW)
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Die Quellen für diese Angaben sind in der Zusatzinformation einsehbar.

Das Kernkraftwerk Pleinting (kurz KKPt (Stand 1983)[1], auch KKPL (Stand 1975)[2]) sollte nahe der ehemaligen Gemeinde Pleinting entstehen, heute ein Ortsteil der Stadt Vilshofen. Erste Pläne gab es in den 1970er-Jahren, die erst 2000 aufgegeben wurden. Auf den selben Gelände steht bereits ein Ölkraftwerk, das 2011 endgültig stillgelegt wurde und abgerissen werden soll.

Geschichte

Am 10. Februar 1972 wurde das Raumordnungsverfahren für zwei Druckwasserreaktoren mit jeweils 1300 MW abgeschlossen.[3][4] Das weitere Verfahren wurde allerdings zugunsten eines Gemeinschaftskraftwerks am Standort Isar eingestellt.[4] Jedoch fand noch 1975 in Vilshofen eine Anhörung zu dem Projekt statt. Seitens des Vilshofener Bürgermeisters wurde ein Kernkraftwerk in Pleinting, das später in Vilshofen eingemeindet wurde, sehr befürwortet, besonders wegen den Gewerbesteuern, die die Anlage bringen würde.[5]

Nachdem am Standort Isar im Jahr 1976 jedoch das Raumordnungsverfahren nicht voranschritt, wurde Pleinting als Ausweichstandort diskutiert.[6] im Jahr 1976 wurde das Raumordnungsverfahren noch einmal aktualisiert.[7] Allerdings handele sich bei diesem Raumordnungsverfahren lediglich um eine Standortsicherung, für eine zukünftige Nutzung des Geländes, so nach Angabe der Bayernwerk AG.[8] In einer Pressekonferenz im Mai 1979 stellte Ministerpräsident Franz Josef Strauß währenddessen eindeutig klar, dass nur in Isar oder in Pleinting ein Reaktor entstehen wird. Minister Alfred Dick versprach währenddessen für beide Standorte zwei Reaktoren.[9] Im Dezember 1979 wurde das Raumordnungsverfahren für Isar 2 endgültig abgeschlossen, weshalb Pleinting nicht mehr als Alternative ins Gespräch kam. Entgegen der Forderungen des Ministerpräsidenten, wurde das Projekt jedoch fortgeführt.[6] Die endgültige Einstellung des Projekts wurde erst am 21. März 2000 durch einen Landtagsbeschluss wirksam.[10]

Daten der Reaktorblöcke

Für das Kernkraftwerk Pleinting waren zwei Reaktoren geplant, die beide durch Standortaufhebung nicht realisiert wurden.

Reaktorblock Reaktortyp Leistung Baubeginn Netzsyn-
chronisation
Kommer-
zieller Betrieb
Stilllegung
Typ Baulinie Netto Brutto
Pleinting-A DWR KWU-Baulinie '80  MW 1300 MW Standort 2000 aufgehoben
Pleinting-B DWR KWU-Baulinie '80  MW 1300 MW Standort 2000 aufgehoben

Einzelnachweise

  1. W. Koelzer: Lexikon zur Kernenergie, 1. Auflage. Herausgeber: Kernforschungszentrum Karlsruhe, 1983.
  2. Bundesvorstand der jungen europäische Föderalisten: Forum Europa: Zeitschrift für transnationale Politik. Bundesvorstand der jungen europäische Föderalisten, 1975.
  3. Kerntechnische Gesellschaft im Deutschen Atomforum: Atomwirtschaft, Atomtechnik, Band 25. Handelsblatt GmbH, 1980.
  4. a b Helmut Hoffmann: Bayern: Handbuch zur staatspolit. Landeskunde d. Gegenwart. In: Bände 161-162 von Geschichte und Staat. Olzog, 1981. ISBN 3789271632.
  5. Carl Amery: Wyhlshofen ist jetzt überall. In: DIE ZEIT, 4.4.1975 Nr. 15. (Online-Version)
  6. a b Kerntechnische Gesellschaft im Deutschen Atomforum: Atomwirtschaft, Atomtechnik, Band 33. Handelsblatt GmbH, 1988.
  7. Universität Regensburg. Projektgruppe Kernenergiestandorte, u.a.: Faktoren der Standortwahl für Kernkraftwerke in ausgewählten Industriestaaten: Forschungsprojekt BM Bau RS II 6-704102-76.11 (1977). In: Band 17 von Schriftenreihe Raumordnung; Band 17 von Schriftenreihe "Raumordnung" des Bundesministers für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Der Bundesminister, 1978.
  8. Austria, Austria. Nationalrat: Bericht der Bundesregierung an den Nationalrat, betreffend die Nutzung der Kernenergie für die Elektrizitätserzeugung. Bundeskanzleramt, 1977.
  9. CSU: Schlauch hinein. DER SPIEGEL 47/1979. (Online-Version)
  10. Ökologisch-Demokratische Partei: Dübel statt Übel: Vom Atomreaktor-Standort zum Hornbach-Logistikcenter. (Online-Version)

Links

Siehe auch

Icon NuclearPowerPlant-green.svg Portal Kernkraftwerk